Aslo ich würde das von zwei Seiten sehen.
Ihr wisst ja nicht, ob der Trainer den Jungen wirklich "angeherrscht" hat (ihr wart nicht dabei, oder doch?): Vielleicht hat er das alles nur mit einem Tonfall von: "Komm schon ein Indianer kennen keinen Schmerz" gesagt?
Also ich persönlich finde es falsch, Jungs zu sagen, dass sie nicht weinen dürfen, weil sie Jungs sind, jedoch finde ich es "OK" einem Kind zu zeigen: "Hey, ist nicht so schlimm, das ist kein Grund zu weinen". Dass der Trainer tendenziell eher auf diese Weise zu "trösten" versucht, finde ich natürlich und richtig. Das ist einfach ein Setting, in dem ein zB in den Arm nehmen und trösten fehl am Platz ist.
(Oft weinen Kinder ja aus Schreck und wenn man dann zeigt: alles cool, kein Grund zur Panik, dann stecken sie auch Schmerzen viel leichter weg, weil dann nicht auch noch Angst dazu kommt)
Die Kinder (Jungs und Mädchen) brauchen ja auch Situationen, in denen sie lernen, die Zähne zusammenzubeißen. Also im postiven Sinn: Nicht im Sinn von sich quälen, aber ich denke, Du weißt, was ich meine.
Auch das ist ja ein gewisser Lernprozess, den Du als Mutter (oder generell Eltern) nicht leisten kannst. Von einer Mutter fände ich es nicht angebracht, dass sie sagt: Jungs weinen nicht- bei einem Fußballtrainer finde ich es hinnehmbar.
ich würde den Trainer nicht darauf ansprechen, sondern viel mehr dem Kind vermitteln, dass es halt auch solche Menschen gibt, die eher so reagieren wie der Trainer und ihm zeigen, wie er das einzuordnen hat: Nämlich dass es in der Hitze des Gefechts (also beim Sport) vielleicht auch mal rauer zugeht das aber nicht bedeutet, dass er sich das zu Herzen nehmen muss, oder dass er ein Weichei ist: Es sind einfach die Umstände aus denen heraus der Trainer eben anders mit ihm umgeht, als zB Du als seine Mutter.
Ich fände es kein gutes Signal, wenn ihr dem Jungen zeigt: Wenn dir was unangenehm ist, werden wir das sofort für Dich abstellen und dem trainer eins drauf geben.
Besser wäre es, ihm klar zu machen, wie er so eine Aussage einordnen kann und dass er sich davon nicht angegriffen zu fühlen braucht. Der Trainer ist halt nicht besonders sensibel: Naja ok- das soll dein Sohn nicht nachmachen, aber er kann lernen, damit umzugehen, wenn er mal auf sowas trifft.
Verstehst Du? Er wird noch oft genug auf eher unsensible Zeitgenossen treffen und dann ist es gut, wenn er von euch lernt, damit umzugehen.