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Jung abgerutscht

  • Starter*in Starter*in Mommyy
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M

Mommyy

Gast
Hallo!
Ich habe mit 17 meinen Realschulabschluss gemacht (Note 1,4). Mit 18 bin ich in eine eigene Wohnung gezogen, weil ich mit meinen Eltern nicht zurecht kam und wechselte auf ein Gymnasium um mein Abi zu machen. Leider bin ich mit 18 völlig abgerutscht (obdachlos geworden, Partys, falsche Freunde, Depressionen, Schule schwänzen, Schulden machen, wechselnde Männer etc.) Mein Abi habe ich also nicht geschafft und bin wenig später schwanger von einem älteren Mann (Ende 30) geworden. Wir hatten so eine Art oberflächliche Freundschaft +, ich war finanziell und emotional von ihm abhängig, Jedenfalls hat er sich in der Schwangerschaft mir gegenüber freundlich-distanziert verhalten. Das bedeutet er hat mir nichts Böses getan aber sich auf die Sache emotional nicht eingelassen. Er zahlt regelmäßig Unterhalt und wünscht uns wohl das Beste, wenn was wäre würde er mir helfen, aber er ist kein aktiver Teil unseres Lebens, hat keine Bindung zu unserem Kind..Das hat mich lange sehr traurig gemacht, mittlerweile komme ich besser damit zurecht.
Nun bin ich aber absolut unglücklich damit mein Abi nicht geschafft und keine heile Familie zu haben. Es geht mir nicht darum, dass ich allein mit meinem Kind nicht glücklich bin, ich sehne mich nicht nach einem Mann. Ich bin ein sensibler Mensch und spüre den gesellschaftlichen Leistungsdruck, habe Angst schlecht darzustehen oder mit anderen nicht mithalten zu können.
Ich werde bald in Privatinsolvenz gehen, weil ich die Schulden (ca. 15.000€) nicht zahlen kann. Wir leben dennoch relativ gut, da der Vater meines Kindes sogar mehr zahlt als er muss. Ich komme zwar gut über die Runden, aber wirklich viel bleibt am Ende des Monats nicht übrig. Es reicht nicht um mit 15 Gläubigern eine Ratenzahlung zu vereinbaren.

Ich habe mein Leben nun viel besser im Griff - halte meine Wohnung immer sauber, habe keine komischen Freunde, kümmere mich gut um mein Kind, habe sinnvolle Hobbys (lesen, spazieren gehen etc.) Mit meinen Eltern habe ich mich wieder vertragen, leide nicht mehr unter Depressionen. Ich finde es schade dass ich mit 18 nicht so war wie ich heute mit 21 bin. Ich schäme mich total für mein Verhalten damals. Beispielsweise war ich sehr gut in der Schule und hatte in einem Leistungskurs 13 Punkte.. Dennoch habe ich mein Abi abgebrochen und mir vieles kaputt gemacht. Ich hatte nette Freunde die ich vernachlässigt und gegen "Deppen" eingetauscht habe. Zudem hätte ich einen lieben Freund haben können, aber habe mich mit älteren, wohlhabenden Männern umgeben und mich von ihrem Geld blenden lassen.. Diese Männer haben mich natürlich nicht gut behandelt. Ich weiß nicht was ich mir dabei gedacht habe, ich habe mir um nichts Gedanken gemacht..🙁
Heute bin ich froh, dass ich mein Kind habe, es hat mich "gerettet" und ist das Beste was mir hätte passieren können. Dennoch schäme ich mich für so vieles was passiert ist.
Und kann mit 21 nichts vorweisen außer einen guten Realschulabschluss. Bin so enttäuscht von mir, weil ich früher oft Klassenbeste war und eine heile Familie für meine Kinder wollte, da meine Eltern sich sehr unschön getrennt haben 🙁 Ich habe ständig das Gefühl unter meinen Möglichkeiten zu bleiben, nicht das zu leisten was ich leisten könnte.. Ich weiß nun auch nicht ob ich mein Abi nachholen oder eine Ausbildung machen soll..
Ich bin unzufrieden mit dem was ich erreicht habe..
Was kann ich da machen? Mein Kind ist 2 Jahre alt
 
Hallo!
Ich habe mit 17 meinen Realschulabschluss gemacht (Note 1,4). Mit 18 bin ich in eine eigene Wohnung gezogen, weil ich mit meinen Eltern nicht zurecht kam und wechselte auf ein Gymnasium um mein Abi zu machen. Leider bin ich mit 18 völlig abgerutscht (obdachlos geworden, Partys, falsche Freunde, Depressionen, Schule schwänzen, Schulden machen, wechselnde Männer etc.) Mein Abi habe ich also nicht geschafft und bin wenig später schwanger von einem älteren Mann (Ende 30) geworden. Wir hatten so eine Art oberflächliche Freundschaft +, ich war finanziell und emotional von ihm abhängig, Jedenfalls hat er sich in der Schwangerschaft mir gegenüber freundlich-distanziert verhalten. Das bedeutet er hat mir nichts Böses getan aber sich auf die Sache emotional nicht eingelassen. Er zahlt regelmäßig Unterhalt und wünscht uns wohl das Beste, wenn was wäre würde er mir helfen, aber er ist kein aktiver Teil unseres Lebens, hat keine Bindung zu unserem Kind..Das hat mich lange sehr traurig gemacht, mittlerweile komme ich besser damit zurecht.
Nun bin ich aber absolut unglücklich damit mein Abi nicht geschafft und keine heile Familie zu haben. Es geht mir nicht darum, dass ich allein mit meinem Kind nicht glücklich bin, ich sehne mich nicht nach einem Mann. Ich bin ein sensibler Mensch und spüre den gesellschaftlichen Leistungsdruck, habe Angst schlecht darzustehen oder mit anderen nicht mithalten zu können.
Ich werde bald in Privatinsolvenz gehen, weil ich die Schulden (ca. 15.000€) nicht zahlen kann. Wir leben dennoch relativ gut, da der Vater meines Kindes sogar mehr zahlt als er muss. Ich komme zwar gut über die Runden, aber wirklich viel bleibt am Ende des Monats nicht übrig. Es reicht nicht um mit 15 Gläubigern eine Ratenzahlung zu vereinbaren.

Ich habe mein Leben nun viel besser im Griff - halte meine Wohnung immer sauber, habe keine komischen Freunde, kümmere mich gut um mein Kind, habe sinnvolle Hobbys (lesen, spazieren gehen etc.) Mit meinen Eltern habe ich mich wieder vertragen, leide nicht mehr unter Depressionen. Ich finde es schade dass ich mit 18 nicht so war wie ich heute mit 21 bin. Ich schäme mich total für mein Verhalten damals. Beispielsweise war ich sehr gut in der Schule und hatte in einem Leistungskurs 13 Punkte.. Dennoch habe ich mein Abi abgebrochen und mir vieles kaputt gemacht. Ich hatte nette Freunde die ich vernachlässigt und gegen "Deppen" eingetauscht habe. Zudem hätte ich einen lieben Freund haben können, aber habe mich mit älteren, wohlhabenden Männern umgeben und mich von ihrem Geld blenden lassen.. Diese Männer haben mich natürlich nicht gut behandelt. Ich weiß nicht was ich mir dabei gedacht habe, ich habe mir um nichts Gedanken gemacht..🙁
Heute bin ich froh, dass ich mein Kind habe, es hat mich "gerettet" und ist das Beste was mir hätte passieren können. Dennoch schäme ich mich für so vieles was passiert ist.
Und kann mit 21 nichts vorweisen außer einen guten Realschulabschluss. Bin so enttäuscht von mir, weil ich früher oft Klassenbeste war und eine heile Familie für meine Kinder wollte, da meine Eltern sich sehr unschön getrennt haben 🙁 Ich habe ständig das Gefühl unter meinen Möglichkeiten zu bleiben, nicht das zu leisten was ich leisten könnte.. Ich weiß nun auch nicht ob ich mein Abi nachholen oder eine Ausbildung machen soll..
Ich bin unzufrieden mit dem was ich erreicht habe..
Was kann ich da machen? Mein Kind ist 2 Jahre alt

Suche eine Schuldnerberatungsstelle auf. Die helfen dir bei der Privatinsolvenz.

Prinzipiell gibt es die Möglichkeit, das Abi auch als Fernlehrgang zu machen (vielleicht eine Option, so lange das Kind noch klein ist).

Wie es da mit Gebühren und evtl Bafög für dich aussieht, müsstest du abklären und sehen, was da in deiner speziellen Situation möglich ist (Schuldnerberatungsstelle da mit einbeziehen).

Jedenfalls klingt es so, als hättest du schon viel geschafft und ich wünsche dir viel Erfolg für die Zukunft!

Als 21 jährige hast du ja auch noch viel Zukunft vor dir.
 
Du bist 21, das ist nichts. Dein Kind kommt nächstes Jahr spätestens in den Kindergarten, dann machst du Fachabi oder Vollabi und kannst noch immer alles machen was du willst. Es steht dir alles offen. Schau weiter nach vorne, dann wird alles gut werden denke ich. Dein Weg den du grade einschlägst ich der Richtige - weiter so!

Ich habe übrigens erst jetzt, mit 30+,das berufstechnisch gefunden, was ich mir auch länger für mich vorstellen kann. Bin vorher auch etwas durchs Leben gegurkt und in Sackgassen geraten oder falschen Fährten gefolgt. Der Leistungsdruck, welcher dich so belastet ist Gift für dich und deine Zukunft. War er auch für mich, was mir und meiner persönlichen Entwicklung einfach nur geschadet hat.
 
Ich habe ständig das Gefühl unter meinen Möglichkeiten zu bleiben, nicht das zu leisten was ich leisten könnte.. Ich weiß nun auch nicht ob ich mein Abi nachholen oder eine Ausbildung machen soll..
Ich bin unzufrieden mit dem was ich erreicht habe..
Erstmal: lass den Kopf nicht hängen. Du bist 21, das ist noch sooo jung - dir steht die Welt offen. Mal mit, mal ohne Hindernisse, klar - aber mit einem Realschulabschluss hast du gute Chancen, irgendwo Fuß zu fassen.
Dann: ja, der Leistungsdruck ist wirklich wie Gift. Ich kenn den auch und kann dir nur sagen: lass dich davon nicht unter Druck setzen. Du machst alles in deinem Tempo, auf deine Art und Weise, wie es für DICH am besten ist. Es dauert, bis man da seinen Weg findet, mit dem Leistungsdruck umzugehen und ich würde lügen, wenn ich nicht sage, dass ich auch heute noch hin und wieder zu tun habe. 🙂

Ich an deiner Stelle würde mich wohl für eine Ausbildung entscheiden. Damit hättest du erstmal etwas Geld, das reinkommt, lernst zusätzlich schon mal einen Beruf und ich denke, das Arbeitsumfeld tut dir dann auch gut. Struktur im Alltag ist immens wichtig und kann einem auch helfen, mit dem gesellschaftlichen Druck umzugehen.
Das Abi kannst du dann immer noch nachholen. Vielleicht greift dir dein späterer Arbeitgeber da auch irgendwie unter die Arme?

Viele größere Firmen schreiben jetzt schon Ausbildungsangebote für 2023 aus. Du kannst dich also jetzt schon in Ruhe bewerben, einen Kindergartenplatz für dein Kind suchen und dann nächstes Jahr durchstarten.

Ich finde es super, wie du dein Leben verändert hast. Wenn du das geschafft hast, dann schaffst du auch alles, was dir noch bevor steht. Ich drück dir die Daumen, egal wie du dich entscheidest. 🙂
 
Ich finde, du hast einiges geschafft: du bist alleinerziehend, hast deine eigene Wohnung, einen stabilen Freundeskreis, hast dich nebenbei aus einer schweren Erkrankung heraus gearbeitet und viele Perspektiven!

Wir alle machen Fehler und nicht alle sind so privilegiert, dass wir von einem stabilen Umfeld gehalten und unterstützt werden.
Insofern finde ich, dass es eine beachtliche Leistung ist, die du da nur in 2 Jahren geschafft hast!

Die Privatinsolvenz klingt zwar gruselig, aber eigentlich ist es doch ein guter Zeitpunkt: wenn du deinen Schulabschluss und eine Ausbildung machst, bist du zum Berufseinstieg schuldenfrei und kannst richtig durch starten!
Da haben andere Leute mehr Schwierigkeiten 😉

Insofern: mach weiter so und sei gütig zu dir selbst. Am Ende des Tages bist du auch nur ein Mensch und hast ein paar falsche Abzweigungen genommen, dass kann jedem passieren.
 
Hi!

Eigentlich wurde schon alles geschrieben. Und von mir kommt nichts Neues. Aber ich schreibe dir trotzdem, weil ich denke, dass du ein bisschen aufbauende Worte nicht oft genug lesen kannst.

Ja, du hast damals eine Zeit lang Mist gebaut, hättest dein Abi machen können. Da ist manches schief und falsch gelaufen. Aber du kannst doch stolz auf dich sein wie du jetzt die Kurve bekommen hast. Du bist anscheinend eine gute Mutter für dein Kind, hast dein Leben unter Kontrolle, hast bereits einen sehr guten Realschulabschluss. Und vor allem hast du wirklich noch alle Zeit, dein Abi zu machen. Mit 21 bist du doch immer noch sehr jung.
Natürlich ärgerst du dich, wenn du an die verlorene Zeit denkst. Aber ich würde mich nicht zu sehr ärgern. Du hast ja bereits daraus gelernt und die Konsequenzen gezogen. Und machst es jetzt besser. Mehr kannst du nicht tun.

Und so wie du jetzt drauf bist, steht doch dem Abi gar nichts im Wege, spätestens dann nicht, wenn dein Kind in die Kita geht.

Alles Gute. Und sei ein bisschen stolz auf das, was du schon alles erreicht hast 😉 .
 
Deine Erfahrungen machen Dich zu dem Menschen, der Du heute bist. Und Du klingst nach einem tollen Menschen! Also war dein Weg nicht leicht, aber eben dennoch ganz richtig so.

Das Abi scheint Dir wichtig zu sein. Warum? Böte es Dir Vorteile im Hinblick auf Berufswünsche? Dann lass Dich nicht ausbremsen!

Hier ein paar Beispiele möglicher Förderhilfen.




Weiterhin viel Kraft Dir starken Frau!
 

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