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Jobwechsel; Karriere vs. Sicherheit und Friezeit

User1909

Neues Mitglied
Hallo zusammen,

ich stehe aktuell vor einer schwiegen Entscheidung. Bei Abwägung sämtlicher Argumente komme ich auf 50%/50% Argumente für jeweils Pros und Contras.

Ggf hat hier jemand bereits Erfahrungen durch ähnliche Entscheidungen.

Ich habe aktuell einen komfortablen Job. (39h Woche, knapp 90k brutto/Jahr).
Hierfür kann ich 2/Woche Home Office machen. Überstunden halten sich in Grenzen. Eher ist es so, dass ich mich alles andere als kaputt mache und mir genügend Freizeit einplanen kann (z.B. für Gym etc). Ich bin 30 Jahre alt. Familie wird in sicherlich 5 Jahren ein Thema. Ich kann in der Position noch aufsteigen, jedoch erfüllt mich der Job auch nicht zu 100%. Die Identifikation mit dem AG ist nicht wirklich gegeben.
Jedoch stimmt das Große Ganze und der Druck hält sich stark in Grenzen.
Sicherheit in Form eines Tatif Vertrages jedoch schon.

Nun liegt ein Jobangebot aus der freien Wirtschaft vor. Gehalt im sechsstelligen Bereich. Dafür wir wird jedoch auch viel verlangt. Arbeitszeit mehr als 40h, kein HO, Kennzahlen erreichen.

Ich bin nun am zweifeln
Entweder
A) bei absage eine Riesen Chance verpasst zu haben
B) bei Zusage eine zu große Sicherheit im Falle des Scheiterns aufzugeben.

Natürlich habe ich auch allgemein Angst zu scheitern, bedingt dadurch dass die Aufgabe auch noch einmal mehr fordert und ich in nicht allen Bereichen die meiste Erfahrung habe (so z.b. Teamführung).

Es würde von einer stellvertretenden Rolle in eine absolute Führungsposition gehen.

Ggf. Ist der Schritt auch zu früh ukd ich sollte meine Zeit nutzen um mich erst einmal weiter zu bilden?
Angst ist jedoch auch kein guter Ratgeber.

Aber ist Arbeit alles im Leben?
Muss man sich durch Arbeit 100% erfüllt fühlen?

Ihr merkt wie hin und her gerissen ich bin.
Ich weiß dass dies eine absolute Luxus Position ist. Jedoch auch leider entscheiden für meine Zukunft.

Ich freue mich auf Rat/erfahrungen.
 
Mit den vorhanden Informationen würde ich ganz klar beim aktuellen AG bleiben.

Geld und Arbeitsvolumen passen und das Tätigkeitsfeld ist ja einigermaßen okay. Mir wäre die Gefahr zu groß, dass ich aufgrund des Arbeitsvolumens keinen Ausgleich mehr finde (Gym) und mir der neue Job dann auch keinen wirklichen Spaß macht. Das können die Mehreinnahmen einfach nicht kompensieren. Hast so schon genug Geld. Was willst du noch? Ein noch größeres Haus, ein noch teureres Auto? Das du dann eh kaum benutzt, weil kaum noch Zeit?! Neeee, danke
 
Ich würde bleiben,wenn du zufrieden bist.

Leben und leben lassen.
Du hast dein Leben Jetzt Super organisiert.
Wenn du mehr willst greifst du an.

Führungsposition mmh,ist es dein Traum dann los.

Wo siehst du dich in 5 Jahren?
Enspannt mit Kind Teilzeit im jetzigen Job?

Oder in der Führungsposition, und kurz davor nicht genug Leisten zu können,weil der Tag zu wenig Stunden hat....

Geld ist nicht alles, es sind die Momente die dein Leben fühlen.

Für uns: Haus abbezahlen, Stunden reduzieren, Urlaube, Familienzeit.
Dafür arbeiten wir Jetzt noch Vollzeit,/Schichten....


Ist das Konto voll, die Kosten gering, gibt es Spielraum in der Gestaltung des Lebens.
Es muss nicht immer das teuerste sein, den das teuerste ist deine Zeit und Gesundheit.
 
Dein Gehalt ist für dein junges Alter schon unglaublich hoch. Normalerweise erreicht man das nur bei sehr viel größerem Engagement. Du kannst also recht sicher davon ausgehen, dass genau das von dir erwartet würde, wenn du zum neuen Arbeitgeber wechselst.

Zeit und Muße, sich selber zu hegen, sich um sich kümmern und sich Gutes tun zu können, ist m. E. DER Luxus unserer Zeit. Man sagt ja, auch Zeit sei Geld. Wenn du so willst, verdienst du jetzt schon mehr als nur die ohnehin schon stattlichen 90.000. 😉

Geh davon aus, dass der neue Job dein ganzes Leben verändern würde. Denn wenn du richtig reinhauen musst, hast du nicht nur weniger Freizeit, sondern bist auch viel ausgepowerter. Womöglich nimmst du den neuen Stress sogar mit nach Hause.

Darüber hinaus nehme ich eine gewisse Angst bei dir war. Bist du dem Job nicht gewachsen, kann das sehr ungemütlich werden und dein Stresspegel steigt allein schon deshalb deutlich. Das kann - spinnt man das Szenario mal weiter - bis zu gesundheitlichen Problemen führen.

Dann erwähnst du die geplante Familie: Unterschätze nicht, dass ein Kind trotz seiner Winzigkeit in den meisten Fällen großen Stress mit sich bringt. Die Mutter erwartet - m. E. mit gutem Recht, da ein kleines Kind ein 24/7-Job ist - nicht selten Unterstützung und Entlastung, um auch mal durchatmen zu können. Außerdem ist es auch etwas Einzigartiges, ein Kind aufwachsen zu sehen und daran Anteil zu nehmen. Bist du beruflich sehr stark eingespannt, hast du für beides womögich weder Zeit noch Kopf. Je nach sonstigem Umfeld kann das für die Beziehung problematisch werden. Ich behaupte, dass ein Kind eine Beziehung mindestens eine Zeitlang grundlegend ändert. Nicht selten scheitern Beziehungen in dieser Phase.

Ob das die womöglich gestiegene freudige Herausforderung durch die neue Arbeit als solche aufwiegt, weißt du nicht. Arbeit macht ja eigentlich nie immer Freude. Euch geht es finanziell jetzt schon gut. Den positiven Effekt durch die neue Herausforderung hättest maximal du. Ob es überhaupt eine wäre, du nicht viel stärker unter unangenehmen Druck gerietest, weißt du auch nicht. Was sagt denn deine Freundin oder Frau zum neuen Angebot? Es wäre schon wichtig, dass sie eine Entscheidung mitträgt und ihr die Konsequenzen zumindest mal durchdenkt.

Wäre ich an deiner Stelle, würde ich wohl eher im aktuellen Job bleiben und mich dort sukzessive weiterentwickeln. Du sagst ja, dass dies möglich wäre, du also auch beim derzeitigen Arbeitgeber eine Perspektive hast. Lieber den (schon jetzt wohlgenährten) Spatz in der Hand als die Taube auf dem Dach. Und um bei den alten Binsenweisheiten zu bleiben: Auf der anderen Seite des Gartenzauns sieht das Gras tatsächlich meist grüner aus. Nach 40 Jahren im Job kann ich allerdings sagen, dass es das dann doch zumindest bei mir nicht immer so war und ich einige Entscheidungen doch besser nicht so getroffen hätte.
Man weiß es eben nicht vorher.
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo user1909,
ungefähr in deinem Alter bekam ich ein ganz ähnliches Angebot, damals waren 10.000 Mark pro Monat ein Supergehalt und ich verdiente nur ca. die Hälfte. Hätte dann viele weite Geschäftsreisen machen müssen und auch, wie bei deinem Angebot, bestimmte Ziele erreichen etc. – witzigerweise bekam ich fast parallel ein anderes Angebot, da hätte ich weniger als die Hälfte vom bisherigen Gehalt verdient, hätte umziehen müssen, aber es wäre der "Traumjob" von Seiten des AG her gewesen (beim Bundespräsident).

Habe beides abgelehnt und bin kurz darauf bewusst in eine 2/3-Teilzeit-Stelle gewechselt, weil ich mir durch diese Angebote klar gemacht hatte, was mir im Leben wichtiger ist – nämlich ausreichend Zeit zu haben, um für meine Familie und meine Interessen außerhalb des Geldberufs zu haben.

Die Frage ist aus meiner Sicht die: Wieviel Lebenszeit (und Nerven) kostet mich das Geld, das ich für meinen Lebensunterhalt brauche? Zeitweise hatte ich so viel Geld und so wenig freie Zeit, dass ich gar keine Gelegenheit hatte, das Geld überhaupt auszugeben (Selbständigkeit als junger Mensch). Das ist mir aber erst im Rückblick klar geworden, als mir das Leben einen dezenten Hinweis gegeben hat, dass ich auf einem kritischen Weg bin ...

Im Rückblick nach über 30 Jahren kann ich sagen, dass das die beste Entscheidung war und ich heute ein sehr "reicher" Mensch bin: ich hatte und habe so viel Zeit wie die meisten anderen es sich für die Rente erträumen und habe trotzdem sehr viel Berufserfahrung gewonnen.

Wer mich übrigens immer inspiriert hat in solchen Fragen war Henry David Thoreau – er hat in "Walden" diese Themen reflektiert und auch praktisch ausprobiert.

Alles Gute!
Werner
 
Wieso kannst Du eine Riesen-Chance verpassen?
Dein aktuelles Gehalt ist für viele traumhaft.
In was für einem sozialen Umfeld lebst Du?
Könntest Du das Mehr an Gehalt auch in ein luxuriöseres Leben umsetzen? Oder kannst Du Dir vorstellen, relativ sparsam zu leben, viel Geld zu sparen und mit 50 oder früher einfach das Leben mit 100% Freizeit zu genießen? Das würde solch ein super Gehalt in Kombination mit Deiner Jugend ermöglichen.
 
Was reizt dich konkret an diesem Jobangebot?

Ich könnte mir vorstellen, dass es auch ein stückweit das Ego streichelt (nicht böse gemeint) - 6-stelliges Jahresgehalt etc..

Wie denkt dein Partner/deine Partnerin darüber? Insbesondere im Hinblick auf Kinder.
 
Wie denkt dein Partner/deine Partnerin darüber? Insbesondere im Hinblick auf Kinder.
Ich glaube, dass man sich ohne Kinder gar keine Vorstellung machen kann, wie sehr sich Abläufe und Schwerpunkte durch Familienzuwachs von jetzt auf gleich ändern. Schon bei einem gesunden Kind ist das ja so; der Fokus der Beziehung ändert sich komplett. Für eine realistische Einschätzung könnte auch das Gespräch mit Freunden helfen, die bereits ein Kind haben.
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo zusammen,

vielen Dank für eure zahlreichen Rückmeldungen.

Zum Thema Familie gebe ich euch vollkommen recht. Wenn man selber noch nicht an dem Punkt ist, es selber erleben zu dürfen, Nachwuchs zu bekommen, ist dies unglaublich schwer zu greifen. Folglich auch die neue Priorisierung im Leben.
Hier komme ich zum nächsten Punkt; wo sehe ich mich in 5 Jahren?
Das ist aktuell mein größtes Problem, das nicht zu 100% beantworten zu können. Es wird sehr wahrscheinlich auf Familie hinaus laufen und hier denke ich mir, dass ich zumindest noch ein paar Jahre hätte um wirklich gutes Geld zu verdienen.
Unser Lebensstandard ist nicht niedrig. Das hängt auch damit zusammen, dass meine Partnerin gut Geld verdient.
Und natürlich ist es schön, sich mehr und mehr leisten zu können. Nur für welches Opfer? Das lässt sich natürlich nicht beantworten, jedoch ist sicherlich damit zu rechnen, dass viel verlangt wird.

Der aktuelle Job erfüllt mich jedoch auch nicht zu 100%, gibt mir jedoch die Möglichkeit mich nebenbei weiter zu entwickeln und dabei nicht kaputt zu machen.
Muss man 100% für seinen Job brennen?
Letztendlich geht es darum, Geld zu verdienen.
Für den neuen Job würde ich sicherlich komplett leben müssen.
Der Anreiz wäre:
Position
Geld
Erfüllung (dass der Job inhaltlich ggf mehr meinem Wünschen entspricht als der altuelle - das jedoch für erheblich mehr Einsatz)

Und ja, ein großes Stück Ego kommt 100% dazu. Denn aktuell ist der AG nicht wirklich gut in der Öffentlichkeit und das Themengebiet speziell. Identifikation fehlt jedoch auch.
Hinzu kommt, dass auf GG Ebene ein Wechsel stattfinden wird in ca. 3 Jahren, der auch mein Arbeiten verändern kann.
Und klar ist es super, sich viel leisten zu können und auch nach außen diese gute Stelle bekleiden zu können.
Auch es Leuten „zeigen“ zu können, wird minimal mitspielen.
Wird jedoch nicht die primäre Motivation sein.

Freunde und Familie würden den Sicherheitsweg gehen, jedoch waren diese auch nicht in einer solchen Situation und führen ein bodenständiges Leben mit geringen beruflichen Ambitionen.

Meine Partnerin würde sicherlich des kariere weg gehen. Aber das liegt an ihrer positiven Einstellung zue arbeit und ihrem Werdegang.

Nur bereut man im Leben nicht immer das, was man nicht gemacht hat?
Durch den Weg würden sich sicherlich auch andere Wege öffnen.

Sollte ich die Stelle eine Zeit lang bekleiden, werden sich hierdurch viele andere Möglichkeiten ergeben.

Bin ich nicht noch zu jung um auf der Stelle zu stehen?

Nur leider kann es hier eine Entscheidung sein, die mein Leben sehr negativ beeinträchtigen kann.
 
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