HerzogIgzorn
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Also so wie ich das verstanden habe hat sie dieses Jahr Abitur gemacht, aber - wie man das eben so macht und sich gehört - bereits im letzten Jahr angefangen, Bewerbungen zu schreiben. Das heißt sie hat nicht ein Jahr nichts gemacht, sondern war mit dem Abitur beschäftigt und ist damit quasi erst seit ein bis zwei Monaten fertig. Das ist der Zeitraum, in dem sie bisher nichts gemacht hat, aber nicht seit einem Jahr.Was hast Du 1 Jahr denn gemacht außer Bewerbungen geschrieben? Mir sträuben sich da auch die Nackenhaare - muß ich ganz ehrlich sagen falls da von Dir noch so gar keine Initiative -außer Bewerbungen schreiben- gekommen ist.
Zu der Jobcenter-Beraterin:
Ich hatte auch mal das Vergnügen, die Bekanntschaft zu machen, muss allerdings sagen, dass meine Erfahrungen grundsätzlich nicht so negativ sind. Ich war nach meinem Studium wenige Wochen in Kontakt mit dem Jobcenter und meine Beraterin war freundlich und hat sich viel Mühe gegeben, mir zu helfen. Bei mir war's eher dahingehend problematisch, dass deren Kontakte für Studienabschlüssler nichts hergeben, da es auch die Ausnahme ist, dass solche Leute vermittelt werden müssen. Entsprechend habe ich auch selber was gefunden und nicht über das Jobcenter. Bei dir ist das vielleicht etwas ähnlich. Ein Freund von mir arbeitet auch beim Jobcenter und er erzählte mir mal, dass viele der Jobs, die sie dort anbieten können, "niedere" Tätigkeiten sind und Ausbildungsplätze erst recht schwierig über das Jobcenter zu finden und zu bekommen sind. Das Jobcenter ist eben einfach darauf "spezialisiert", Menschen - auch ohne Vorbildung - an die Arbeit zu bekommen. Und da fallen dann häufig nur Jobs ab, die eben auch keine Vorbildung benötigen...
Deshalb gehe ich auch davon aus, dass dir das Jobcenter bei der Ausbildungsplatzsuche nicht wirklich wird weiterhelfen können. Dazu kommt, dass die Sachbearbeiter und Berater dort schon geprägt von dem Großteil der anderen Kundschaft sind und natürlich Vorurteile haben - wenn vielleicht auch unbewusst. Aber viele Menschen, mit denen die Sachbearbeiter dort zu tun haben, wollen wirklich nicht arbeiten und geben sich alle Mühe, nie arbeiten zu müssen. Ich denke dadurch entwickelt man irgendwann eine gewisse, leicht negative Grundeinstellung, mit der man neuen Kunden begegnet. Wahrscheinlich würde ich auch bei jedem erstmal vermuten, dass er ohnehin nicht arbeiten will.
Bei mir und meinem Erstgespräch damals war es ähnlich. Meine Beraterin war kalt und kritisch, hat alles genau hinterfragt. Aber als sie merkte, dass ich wirklich gerne arbeiten möchte, mich selber viel bemühe und sie mir bei der Suche quasi kaum helfen konnte, wurde sie zu der freundlichen Beraterin, die ich oben beschrieben habe. Ich denke, wenn du deiner Beraterin zeigst, dass du nicht zu der Sorte gehörst, die partout nicht arbeiten möchte, könnte sie sich auch noch als freundlich herausstellen.
Zum Thema Bürokauffrau oder Kauffrau für Büromanagement wie es heute heißt:
Ich kenne einige Menschen, die ebenfalls ein gutes Abi hatten und diese Ausbildung oder eine ähnliche (Industriekauffrau z.B.) gemacht haben und mit der Ausbildung an sich erstmal zufrieden waren. Bei einigen wurde es aber nach der Ausbildung dann kritisch, weil sie dann doch gemerkt haben, dass dieser Beruf nicht reicht. Diejenigen sind dann nebenbei oder Vollzeit noch studieren gegangen. Da solltest du dir wirklich mal Gedanken machen, ob direkt ein Studium nicht vielleicht sinnvoller ist, wenn du ohnehin Probleme hast, einen Ausbildungsplatz zu finden. Problematisch dabei könnte nur werden, dass die Frist für das Wintersemester nun schon abgelaufen ist soweit ich weiß.
Nichtsdestotrotz kenne ich natürlich auch einige, die nach wie vor zufrieden mit der Ausbildung und dem danach ausgeübten Beruf sind. Ich glaube das ist auch ein bisschen Typsache, aber wie schon vorher in diesem Thread erwähnt wäre da vielleicht ein Praktikum nicht verkehrt. Dann kriegst du konkrete Einblicke und kannst dir Gedanken machen, ob du dir das die nächsten Jahre vorstellen kannst.
Alles Gute dir 🙂