Ich habe schon einmal an anderer Stelle folgendes Buch empfohlen:
Michael Jürgs: Seichtgebiete. Warum wir hemmungslos verblöden (C. Bertelsmann Verlag) / Rezension
Er hat das geschrieben, was viele wahrscheinlich schon lange vermutet haben. Das Volk verblödet zunehmend. Immer weniger Menschen lesen Bücher und wenn man dann noch die Bestseller von Bohlen, Roche und Bushido abzieht, sind es noch weniger.
Mit einer erfrischen Radikalität rechnet Jürgs insbesondere mit den privatrechtlichen Verblödungssendern ab, die es jedoch ohne die riesige Nachfrage nach Trash-sendungen und fake-dokus, Fake-Talkshows etc. nicht geben würde. Wenn man dazu bedenkt, dass auch die Auflage der Tageszeitungen radikal zurückgeht, aber dafür eine erschreckende Zunahme an Yellow-Press zu verzeichnen ist, ist es nicht verwunderlich, dass Leute wie Katzenberger quasi durch die mediale Toilettenspülung auf den Bildschirm gespült werden.
Wenn "Geiz geil", man aber nicht blöde ist, wenn man bei einem teueren Großelektronikhandel einkauft, wenn es heißt "schrei vor Glück oder brings zurück" oder "da werden sie geholfen", dann darf man nicht vergessen, dass diese Spots vorher am ausgewählten Zielpublikum getestet werden. Diese Spots sind Spiegelbild der Zielgruppe und wir haben eine Menge Menschen, die nur noch dumpf vor dem Fernseher abhängen, statt ein Buch zu lesen; die lieber stundenlang SIMS spielen, statt sich mit Freunden zu treffen; die virtuell Tennis an der WII spielen, aber keine 1000 Meter am Stück laufen können; die zwar Dosen öffnen, aber nicht mehr kochen können. ...
Letztlich sind aber die Einzelnen alle selbst dafür verantwortich, wie sie ihre Bildung und die ihrer Kinder gestalten. Bildung ist vermittelbar. Auch im häuslichen Umfeld. Jedes Beschallungsgerät hat auch einen AUS-Knopf. Jede Stadt hat eine Bibliothek, selbst Kochbücher kann man dort leihen.
Möge sich jeder selber fragen, welchen Grad der Blödheit auf der nach unten offenen Skala er erreicht hat. Nach oben klettern kann jedenfalls jeder leicht - wenn er nur will.