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Ja ... ich will ...

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Zitat:
""Wer schweigt, stimmt nicht immer zu. Er hat nur manchmal keine Lust ...... zu diskutieren." A. Einstein ""
 
Wer -, was - oder wie bin ich ?

Nach fast 20 Jahren bin ich noch immer empört.
Ich wies mich damals wegen einer ziemlich unerträglichen depressiven Verstimmung selbst in eine Psychiatrische Klinik einer Universität ein.
Benommen - und irgendwie von allem wie weggetreten - beantwortete ich müde die Fragen des Professors und seiner medizinischen Mitarbeiter.
Man verordnete mir ein paar milde, antidepressive Kügelchen.

Aber nicht diese Kügelchen waren es, die mich nach 8 Tagen wieder wach gemacht hatten.
Es war das Entsetzen darüber, was sich hier abspielte.

Der Professor schnauzte einen an, wenn man da saß und Kreuzworträtsel löste, man solle gefälligst „lesen und schreiben“.

Die Nachtwachen störten einem x-mal den Schlaf, indem sie einem mit einer Taschenlampe ins Gesicht leuchteten: ‚Lebt die noch?‘

Die Matratze im Bett war hochgradig verschmutzt. Da hatte wohl jemand seinen A.... nicht zuhalten können.

Ein Rohrbruch im Badezimmer wurde nicht beseitigt. „Handwerker kommen hier nicht wegen nur eines Schadens, sondern erst dann, wenn es um mehrere Schäden auf der Station geht.“

In der ersten Gesprächs-Analyse meinte der Chefarzt, als das Wort „Seele“ gefallen war:
„Jaja. Die Seele wohnt im Zwischen.“

Und: ich müsse aufhören zu rauchen. Wie viele Zigaretten ich denn rauche?
Ich fragte mich, was Nikotin-Konsum wohl mit Depression zu tun habe. Dann nannte ich ihm 25 % meines Verbrauchs. Er reduzierte das auf 24 %: ich solle jetzt erst einmal nur so viel rauchen.
Anschließend dachte ich: dem werde ich es zeigen, und hörte völlig auf zu rauchen. Ich war, was man „Kettenraucher“ nennt. Seitdem nie wieder eine einzige.
Aber wer eine Art Sucht-Struktur zu bedauern hat, braucht eben etwas, um sie zu befriedigen. ICH vertilge seitdem Eukalyptus-Bonbons.

Einzig sympathisch waren die anderen Patienten. Jeder anders verstört. Jeder anders besorgt. Jeder anders „verrückt“.
Doch jeder ein Mensch. Ein Mit-Mensch -, der Beachtung verdient.

***

Nach sechs Wochen hatte mich meine Empörung gegen alles, was sich dort abspielte, aus meiner tiefen Verstimmung befreit.
Ich ließ mich wieder entlassen.
Es passte ihnen nicht. Aber da ich mich freiwillig dorthin begeben hatte, mussten sie meinem Wunsch nachgeben.
Ich rief eine Freundin an, die ein Auto besaß, und sagte, als sie kam: „Nichts wie weg hier!“


Seither bin - und bleibe ich - mein eigener Psychotherapeut.
 
Wer -, was - oder wie bin ich ?

Einzig sympathisch waren die anderen Patienten. Jeder anders verstört. Jeder anders besorgt. Jeder anders „verrückt“.
Doch jeder ein Mensch. Ein Mit-Mensch -, der Beachtung verdient.

***

Nach sechs Wochen hatte mich meine Empörung gegen alles, was sich dort abspielte, aus meiner tiefen Verstimmung befreit.
Ich ließ mich wieder entlassen.
Es passte ihnen nicht. Aber da ich mich freiwillig dorthin begeben hatte, mussten sie meinem Wunsch nachgeben.
Ich rief eine Freundin an, die ein Auto besaß, und sagte, als sie kam: „Nichts wie weg hier!“
Du hast Recht: In der Psychiatrie ist das einzig Gute das Gespräch mit den anderen Patienten. Ansonsten ist es da so übel, dass man dadurch schon wieder gesund wird um so da raus zu kommen.
 
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