Seth, aber das ist doch ein ganz anderes Thema, oder?
Die Freundin, um die es hier ging, hat ja, so klang es zumindest, gar keinen Selbstmordversuch unternommen, sondern "nur" davon geredet.
Und wer bitte entscheidet, welches Leben sich noch lohnt??
DU? Die Freundin? Der Betroffene? Ein Arzt?
Natürlich sagt man zunächst mal "der Betroffene" muss und darf das selbst entscheiden. Aber es gibt ja verschiedene Ursachen für Suizidwünsche. Und oft ist es so, dass man durchaus noch Auswege findet, wenn man sich Hilfe holt - nur sieht man das in diesem Moment nicht.
Als ich vor ein paar Jahren auf der Brücke stand, war ich mir 100%ig sicher, dass ich da nie rauskommen werde, dass mein Leben nicht lebenswert ist und dass es wirklich die einzig sinnvolle Lösung ist, zu gehen.
Und? Heute weiß ich, dass ich damals durchgeknallt war - ich konnte nichts mehr logisch/vernünftig betrachten. Und heute bin ich froh, dass Menschen mich davon abgehalten haben - gegen meinen damaligen Willen.
In dem Fall hier scheint es ähnlich zu sein.
Was bitte ist denn die Alternative?
Deine beste Freundin sagt Dir: "ich will mich umbringen" und Du antwortest dann:
"ja, super"?
"mach mal!"?
"ist Deine Entscheidung"?
"Du musst wissen, was Du tust?"?
Für mich käme das unterlassener Hilfeleistung gleich. Denn ich kann nicht in den Menschen reingucken, aber oft sind suizidale Menschen in diesem Moment psychisch krank - und vieles (sicher nicht alles) kann man behandeln.
"Mit Macht am Leben erhalten" - was meint ihr denn damit?
Sollen Menschen, die einen Herzinfarkt oder Schlaganfall bekommen, auch einfach ihrem Schicksal überlassen werden? Ist es auch egoistisch, wenn ich den Notarzt rufe???
Denn auch sie werden ja mit Macht am Leben erhalten, wenn man sie behandelt. Komischerweise finden das die meisten im Anschluß ganz gut, dass sie noch leben.
Ich denke, es gibt Ausnahmen/ Situationen, wo man darüber reden sollte, inwieweit Sterbehilfe erlaubt sein sollte oder nicht. Aber das ist ja nicht das Thema hier. Oder?