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Ist man ein Versager wenn man les pflegehelfer arbeitet?

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Hallo ihr lieben,
Ich arbeite als pflegehelfer, und wie ja allgemein bekannt ist, hat dieser "Beruf" praktisch gar kein ansehen.
Eigentlich dachte ich darüber nie viel nach, verdiente mein Geld und fühlte mich auch nicht minderwertig, began aber darüber nachzudenken als ich hier im Forum etwas von pflegehelfer ist gleich totalversager gelesen hab.
Ich wusste ja praktisch schon vorher dass dies ist weitläufige Meinung ist, habe es aber nie so schwarz auf weiß gelesen.
Dabei ist dieser Beruf weit mehr als dass was alle denken. Man kann in diesem Beruf wirklich was sinnvolles machen und Menschen helfen und lernt viel über sich selbst und das leben. Man schätzt sein eigenes leben und die Gesundheit viel mehr Wert weil man Menschen auf ihrem letzten weg begleitet und immer wieder daran erinnert wird das das eigene leben endlich ist. Man trifft wahnsinnig viele Menschen.
Ich hab eigentlich einen anderen Beruf, wechselte aber schließlich freiwillig in die pflege weil ich anderen irgendwie helfen Wollte. Die pflege ist ein absolut hartes Pflaster aber in den Momenten in denen man merkt dass man jemanden wirklich trösten konnte lohnt es sich dann doch wieder.
Ich will bestimmt nicht mein ganzes leben in der pflege bleiben, eben weil es ja ein hartes Pflaster ist und man tatsächlich ziemlich verheizt wird, und weil ich beruflich noch Träume hab die ich irgendwann verwirklichen will,
Aber findet ihr ich sollte mich jetzt schämen oder als Versager ansehen weil ich mich entschieden hab in der pflege zu arbeiten?
Würde mich freuen wenn ihr mir schreibt was ihr über pflegehelfer denkt.
 
Für mich sind Pflegekräfte die Helden des Alltags. Versager? Wer das sagt, soll den Job mal machen, dann versagt er mal richtig. Ich gebe zu, ich selbst könnte sowas nicht und die Leistung verdient meine Hochachtung. Im Übrigen können wir alle mal in die Situation kommen, Pflege zu benötigen und dann hoffentlich eine motivierte, freundliche Pflegekraft an der Seite zu haben, die sich gut um uns kümmert. Darüber sollten wir alle mal nachdenken.
 
Helden wäre mir zu fettig. Sie machen einfach ihren Job.

Aber Pflegehelfer leisten wertvolle Arbeit und haben viel Verantwortung. Sie sind in der Regel anerkanntes Teammitglied und eignen sich im Berufsverlauf sehr viel Wissen an, zumindest oft, alle nun nicht.

Sie sind keine Versager (wie kommst Du eigentlich darauf?), sondern dort zur Stelle, wo sie gebraucht werden, mit dem, was sie können.

Pflegeberufe haben kein gesellschaftliches Ansehen, was aber nicht am Pfleger liegt, sondern an der Ignoranz der Leute. Glücklicherweise ändert sich das gerade, die Pflegeeinrichtungen finden nicht mehr genug Personal, allen geht plötzlich der Hintern auf Grundeis (gönn Dir doch an der Stelle mal ein bisschen Schadenfreude). Es werden Programme zur Ausbildung von Pflegern gestartet, die Löhne steigen...

Kein Versager, sondern clever den Beruf gewählt, den wir die nächsten 50 Jahre mit am dringendsten brauchen werden.
 
ich hatte nie darüber nachgedacht, eig. dachte ich immer wenn ich einen Pflegehelfer gesehen habe "wenns denn Spaß macht"
Dann hat das Gericht mich zu Sozialstunden im Roten Kreuz verdonnert, dort war ich auch eine Art Helfer, in dieser Zeit habe ich gelernt was diese Typen ausmacht, richtig ihr hilft Leuten die Hilfe brauchen, verdient weniger als die meisten und sieht die Menschen beim altern (sterben..)zu.

Noch bevor ich die Sozialstunde gemacht habe habe ich nicht viel über euch nachgedacht, aber nachdem hatte ich ein anderes Bild von euch, kein positives um genau zu sein.

Die meisten Helfer sind Jung, alle waren nur paar Jahre älter als mich, ihr habt noch euer Leben quasi vor euch, wieso verschwendet ihr es damit ältere Menschen die sowieso bald sterben zu helfen? Da oben, die die wirklich mit Geld helfen können tun es doch auch nicht? Wieso dann ihr?

Also ja, für mich ist es ein Versager Job.

_____
Ich möchte keine pro/contra Diskussion mit diesem Post starten, ich habe lediglich auf die Fragen vom TS ehrlich geantwortet
 
Ein häufig anzutreffender Irrtum: wenn man in einem sozialen Beruf arbeitet, "hilft" man nicht. Man arbeitet. Professionell und für Geld.

ich sagte gerade Versager, das ist evt. zu hart aufgegriffen, ich versteh es einfach nicht

In diesem Beruf arbeitet man nicht für Geld die Bezahlung ist mies, die sollten das doppelte verdienen, gerade beim Roten Kreuz & als Pfleger (im Rotenkreuz haben die Fahrer/Pflegehelder teilweise sogar unter 500€ verdient, die die eine Festanstellung hatten auch gerade mall 1000)
 
(...) verdiente mein Geld und fühlte mich auch nicht minderwertig, began aber darüber nachzudenken als ich hier im Forum etwas von pflegehelfer ist gleich totalversager gelesen hab. (...)
Wer war das? Egal! Ich will es gar nicht wissen...
(...) Die pflege ist ein absolut hartes Pflaster aber in den Momenten in denen man merkt dass man jemanden wirklich trösten konnte lohnt es sich dann doch wieder. (...)
SO IST DAS und dessen bist Du Dir sehr bewusst (noch) - zum Glück.
(...) Aber findet ihr ich sollte mich jetzt schämen oder als Versager ansehen weil ich mich entschieden hab in der pflege zu arbeiten? (...)

NÖ! Und eigentlich ist das ein Beruf mit Zukunft. Eigentlich bist Du zu bewundern, dass Du in der Lage bist, diesen Beruf auszuüben. Viele (sehr, sehr viele) könnten das nicht. Sie könnten das nicht, weil ihnen die dazu nötige Empathie fehlen würde. Menschen sind keine "Maschinen" und dementsprechend nicht berechen- und steuerbar... Du solltest stolz sein!

Leider (dieses "leider" ist viel zu schwach!) vergessen wir alle mittlerweile, was diese jetzt hilfsbedürftigen Menschen in "ihrem" Leben geleistet haben. Wir vergessen, welches Leben sie durchleben mussten und sehen nur noch das "Hier und Jetzt". Leider, leider sehen manche noch weitaus weniger (Denken? - Warum auch?). Auch diese jetzt "nutz-" und mitunter oftmals hilflosen Menschen waren nicht immer so.
So ist sie - mittlerweile, unsere Gesellschaft. Der (Zeit-)wert wird anhand des derzeitigen Nutzens bestimmt.

Wer will da alt und hilfsbedürftig werden? Leider kann man/frau das nur sehr bedingt steuern.

Die Bezahlung ist m.E. nach so schlecht, weil es kein "produktiver" Beruf ist.

Sehr schade... alles vergessen... Ich sollte einer Partei beitreten und mich hocharbeiten... dann könnte auch ich in Ruhe alt werden und würde keinem (DER GESELLSCHAFT) so offensichtlich zur Last fallen.
 
ich finde auch, dass die die Helden des Alltags sind.
Ich könnte den Job nicht machen. 🙂 :blume:
 
Pflegehelfer wurde in diesem Forum immer gern Menschen empfohlen, die bildungsmäßig irgendwie "versagt" haben, Völlig ungeachtet der Tatsache, dass das eben keine einfache Tätigkeit ist, die jeder machen kann. Aber das ist ja mittlerweile Geschichte...
 
Alternativ kann man Pflegeberufe schon mal nennen. Manche Leute, die vielleicht geeignet wären, kommen nicht als Erstes auf die Idee, in den Bereich reinzugehen. Manche sind dann auch betriebsblind erst mal. Nahe legen kann man es prinzipiell erst mal jedem, der an sozialen oder gesundheitlichen Berufen interessiert ist.
 

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