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Ist eine Ausbildung zwingend notwendig? Ich (24) bin am Verzweifeln..

  • Starter*in Starter*in Curly_Sue
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Curly_Sue

Gast
Hallo,

ich bin jetzt 24 und weiß überhaupt nicht, was ich mit mir noch anfangen soll. Nach meinem Realschulabschluss habe ich mich jahrelang mit Praktika und Minijobs durchgeschlagen, weil ich absolut keine Ahnung hatte, woran ich beruflich Gefallen finden könnte.

Mein Traum war immer der Journalismus. Es gibt einige Fachhochschulen, die diesen Studiengang auch für Leute ohne Abitur anbieten, weshalb ich meine Fachhochschulreife nachholen wollte. Leider habe ich diese nicht bestanden, weil mir Informatik und Mathematik sehr zusetzten, trotz massiver Lernerei. Bin wohl einfach zu dumm dafür.

Das heißt ich habe jetzt nur einen Realschulabschluss mit Zusatzqualifikaion Staatlich geprüfter Wirtschaftsassistent, was aber eh keinen interessiert. Studieren konnte ich somit an den Nagel hängen. Habe mich dann für eine Ausbildung als Marketingkauffrau beworben und wurde dann auch genommen, kündigte dann aber nach 6 Monaten auf eigenen Wunsch, weil mich meine Kolleginnen regelrecht aus der Firma mobbten.
Habe dies auch bei der IHK gemeldet und soweit ich mitbekommen habe, wurde diesem Betrieb die Lizenz, ausbilden zu dürfen, mittlerweile entzogen.

Bringt mir aber leider nichts, da ich nun schon seit einem Jahr ohne Ausbildung und ohne jegliche Perspektiven dastehe. Ich traue mich schon gar nicht mehr, mich irgendwo zu bewerben, weil ich diesen miesen Lebenslauf erklären müsste. Aber soweit kommt es ohnehin nie, da ich immer nur Absagen bekomme.

Ich überlege mir ernsthaft, ob es sich überhaupt noch lohnt, weiterhin eine Ausbildung zu suchen. Stattdessen würde ich mich wohl eher mit Zeitarbeit oder Aushilfsjobs durchschlagen. Es macht mich einfach so fertig, dass man heutzutage ohne Ausbildung als ein vollversagendes "Nichts" dasteht, denn ich finde einfach nichts mehr.

Gibt es hier vielleicht Leute zum Erfahrungsaustausch, bzw. welche, die auch keine Ausbildung und trotzdem irgendwie ihren Weg gemacht haben?
Danke im Voraus.
 
Um als Journalist arbeiten zu können, braucht man nicht zwingend einen Hochschulabschluss. Freilich ist der Weg ohne Studium ungleich steiniger, weswegen ich ehrlich gesagt, etwas unschlüssig bin, ob ich Dir das empfehlen soll. Ich arbeite in der Branche (allerdings mit Uniabschluss) und sehe gelegentlich auch Quereinsteiger ohne Studium im Hintergrund.

Die Fakten, so wie ich sie kenne:
Quereinsteiger müssen sich doppelt beweisen. Das geht nur über Praktika/freie Mitarbeiterschaft. Ersteres ist oftmals unbezahlt. Du müsstest also schauen, ob Du dein Leben in der Zeit irgendwie finanziert bekommst. Praktikabel ist sowas am ehesten wenn man als junger Erwachsener noch zu Hause wohnt...keine Ahnung, wie deine Möglichkeiten so sind.

Selbst wenn Du in einem Praktikum überzeugen kannst, wird man dir maximal die Möglichkeit zur freien Mitarbeit geben. Das wird bezahlt, aber meist nicht gut. Wenn Du nicht nur schreiben, sondern auch fotografieren kannst, lässt sich damit etwas mehr verdienen. Dazu sei noch gesagt: Profi-Fototechnik ist verdammt teuer und ohne Kredit oft nicht finanzierbar.

Fazit: eine Chance auf deinen Traumberuf gibt es auch ohne Studium, aber Du wirst dafür Klinken putzen müssen und selbst wenn es klappt eher wenig verdienen. Ob es für dich trotzdem einen Versuch wert ist, musst Du selbst entscheiden. In diesem Fall würde ich raten, schnell loszulegen. Also Verlage, Redaktionen, Radiosender ect. anzuschreiben, erstmal Praktika ergattern und dort Talent zeigen. Und dann gucken, was passiert, was man anbietet ect.

Journalistische Qualifiaktionen kann man auch auf privaten Schulen erwerben - kostet natürlich auch wieder Kohle.

Soweit mal grob meine Gedanken/Erfahrungen
 
Hallo,

ich finde du solltest dich nicht vom Mobbing klein bekommen lassen. Ist sicher ne Schlimme Erfahrung gewesen, aber gib anderen Unternehmen trotzdem eine Chance.
Ich habe mit 26 nochmal eine Umschulung zur Bürokauffrau angefangen und auch bestanden, trotz 2 Kindern + 1 erwachsenes Kind und damit verbundenen vielen Problemen. Fertig war ich dann mit 29 und habe beinah 2 Jahre gebraucht um in einem Betrieb unter zu kommen.

Eine Ausbildung lohnt immer, vielleicht nicht sofort aber mit teilweise viel Geduld und Disziplin (auch auf *Bewerbungen schreiben* bezogen). Das ist keine leichte Sache und ich selber saß nach 400 Bewerbungen so manches Mal heulend zu Hause und hab Trübsal geblasen.
Dennoch Hartnäckigkeit wird irgendwann belohnt auch bei dir 🙂, da bin ich mir sicher.

Sicherlich musst du auch deinen Lebenslauf meist bei Vorstellungsgesprächen begründen. Aber da musst dir ne gute Antwort einfallen lassen bzw. wenn das mit der 6-monatigen Ausbildung das Letzte war, was du gemacht hast, eventuell drüber nachdenken ob du dies nicht ganz weglässt. Hast dich bis dahin halt weiterhin mit Minijobs und soetwas durch geschlagen (nur so z.B.).

Wichtig ist, dass du eine Idee hast wo du hingehen möchtest und vor allem du dir im Klaren bist, dass du dafür auch etwas einsetzen möchtest bzw. MUSST- nämlich Fleiß und Durchhaltevermögen.
Eine Ausbildung ist kein Zuckerschlecken aber trotzdem zu schaffen und ich glaube schon, dass du etwas erreichen kannst. Aber du musst auch an dich glauben oder besser gesagt an das gute Ergebnis, wenn du auch bereit bist dafür was zu geben!

Mein Tagesablauf damals während der drei Jahre sah etwa so aus:
6:00 Aufstehen, Brote schmieren, Waschen/Pflegen etc.
7:00 Kinder wecken, Frühstücken, diese Waschen/Pflegen/Anziehen
bis 7:45 Kinder in die KiTa stecken
bis 8:00 beim Unterricht sein
13:00 Schulende schnell Kiddis abholen
13:30 Mittag kochen/Essen
Ab 14:00 Kinder beschäftigen /Haushalt machen
18:30 Abendessen (meist warm, weil großes Kind bewirtet werden wollte)
19:00 Kiddis waschen etc. ab ins Bett
20:00 endlich alles häusliche fertig = lernen bis 24:00 Uhr dann ins Bettchen

Ich sah zwar am Tage meiner mündlichen Prüfung aus wie ein UHU ^^, aber egal es war geschafft und alles aus eigener Kraft.

Übrigends habe ich vor dieser Zeit immer gedacht, dass ich zu nichts fähig währe auch wenn ich bereits ne Ausbildung erfolgreich absolviert habe. Aber trotzdem hab ich immer sehr negativ über mich gedacht und mich nicht fähig für irgendwas gehalten. Du wirst vielleicht lachen, aber mein Führerschein hat mir die Augen geöffnet. Für den hab ich gerlernt wie ne Wilde und hab ihn gleich beim erstem Mal bestanden. Das war für mich der Beweis, dass ich etwas kann wenn ich wirklich will.

Hoffe konnte dir ein wenig Mut machen 🙂

Viele liebe Grüße
 
Hi 🙂

Ohne Ausbildung wirst du immer weniger verdienen, weil du keine gelernte Kraft bist. Egal ob du die gleiche Arbeit machst wie die anderen...
 
Meine Mum hat in jungen jahren ihre Ausbildung abgebrochen und bereut es heute immer noch.

Irgendwann kommt der Tag, da fällt das alles auf einen zurück. Nur dann wirst du Probleme haben noch eine Ausbildung zu bekommen a) wg. dem Alter und b) wg. den finanziellen Verpflichtungen, die du später sicherlich zu Genüge haben wirst.

Gib nicht auf und such dir sobald es geht was Neues
 
Ich würde auch eine Ausbildung machen, ungelernte Kraft sein ist einfach blöd. Aber es gibt auch schulische Ausbildungen- ist so etwas vielleicht was für dich?

Journalistik- sowas geht auch ohne Ausbildung, aber soooo viele Leute wollen das machen. Da ist der Markt echt umkämpft und ob es echt so der Traumjob ist...
 
Hallo Curley,

ich kann Deine Verzweiflung gut nachvollziehen, wenn man tut und macht und es "kommt nichts bei rum".

Ein Vorredner hat dies schon gesagt: ich würde an deiner Stelle auch eine schulische Ausbildung machen, dann machst Du etwas, bildest Dich fort und hast wenigsten etwas in der Hand.

Eine kleine Kritik: Ja, das mit der Berufswahl ist oftmals schwer und die meisten suchen ihren Traumjob. Ich bin allerdings der Meinung, daß man auch abstriche tun muß. Klar muß jeder glücklich werden, ich denke allerdings, daß man sich auch nicht zu sehr von Äußerlichkeiten abhängig machen sollte.

Realschulabschluß ist doch nicht schlecht und Du hast ein wenig gearbeitet. Ich kann mir auch gut vorstellen, daß Dir Rückendeckung von jmd gut tun würde: Trainings für Bewerbungsschreiben, Vorstellungsgespräch und gute Beratung, wie es weitergehen soll. Wenn man so in Verzweiflung und Panik ist, kann man oft nicht gestrukturiert denken und handeln.

@RuhigesIch
:daumen:
Meine Hochachtung! Ja, Kämpfen lohnt sich...ich bin mir da auch sicher.

Alles Liebe
winnie
 
Ich kann dich gut verstehen aber dennoch würde ich die Hoffnung nicht auf geben, den zu spät ist es nie. Und es wäre ja auch blöd ein Leben lang auf 400€ Jobs angewiesen zu sein. Ich würde an deiner Steller überlegen welche Berufe dir noch gefallen könnten, du kannst auch Praktika machen um den Beruf kennen zu lernen und um Erfahrungen zusammeln und vielleicht hast du ja Glück und jemand stellt dich ein.
 
Hallo,
ich habe zwar eine Ausbildung, war aber als alleinerziehende Mutter eine sehr lange
Zeit aus dem Arbeitsleben raus. Heute habe ich daher auch Schwierigkeiten eine normale Stelle zu finden. Ich arbeite in einem 1€-Job, besser als garnichts. Du willst was mit Journalismus
machen, schreib doch einfach Deine Geschichte und Deine Erfahrungen über Deinen Berufswunsch und Weg, wie Du versuchst hast Deinen Traum zuverwirlichen. Viel Glück:daumen:
 
hmm, also ich hatte mal einen chef, der sein studium (jura?) abgebrochen hat. das tat ihm keinen abbruch, er war in mehreren kleinenren unternehmen involviert.
er hat den fehlenden abschluss durch geschäftssinn, vitamin b und ähnliche 'soft skills' kompensiert.

aber das sind wohl eher ausnahmen.
 

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