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Ist das Verhalten normal?

Josilein

Mitglied
Hallo,
Es geht um eine Freundin und ihr Verhalten, ich weiss nicht mehr weiter.
ich heiß Josi und habe mich nach 10 Jahren von meinem Partner getrennt. Wir haben uns räumlich bereits getrennt, müssen aber aktuell noch unser gemeinsames Haus verkaufen, Möbel endgültig aufteilen usw. Wir haben keinem Streit aber vieles muss geregelt werden und manches ist unschöner als Anderes.

Nun habe ich eine Freundin mit der ich eigentlich auch gut über Beziehung und Liebe sprechen konnte. Es war nie unser Hauptthema aber man erzählt sich was im Leben so passiert und in meinem Fall gehörte dann irgendwann die Trennung auch dazu. Sie hat zeitgleich eine neue Partnerin gefunden und ist sehr glücklich, was mich sehr für sie freut. Sie hat bisher keinerlei schlechte Erlebnisse in Beziehungen gehabt, was wichtig für das ist was nun folgt:

Sie hat mich nun sehr überraschend gebeten nicht mehr über mein Liebesleben zu sprechen. Weder über meinen Ex Mann, aber auch nicht über zukünftige, über Dates und Alles was mit dem Bereich zu tun hat. Grund dafür ist, sie hat jetzt die neue Partnerin und kriegt dann bei meinen Erzählungen Angst verlassen zu werden. Der Grund dafür sei Verlustangst. Es geht soweit, dass sie sauer wurde, als ich erwähnte am Wochenende eine Freundin spontan zu besuchen, da der Freund sich getrennt hat und sie Hilfe brauchte.

Jetzt hat sie mir das vor über einem Monat mitgeteilt und ich habe im persönlichen Gespräch auch darauf hingewiesen, dass mir das sehr schwer fallen Wird, weil Liebe, Beziehung und dating zumindest in meinem Leben eine große Rolle spielt. Wir haben seit einem Monat kaum Kontakt, weil ich jedes Mal im Gespräch das Gefühl habe auf rohen Eiern zu tanzen. Ich kann nicht mal mehr den Namen meines Ex Mannes erwähnen, dann wird sie sauer, enttäuscht, traurig. Was ihre Bitte in mir für Gefühle ausgelöst hat, scheint ihr völlig egal zu sein, ich fühle mich von einer meiner engsten Freundinnen total im Stich gelassen.

Und nein, es ging nicht die ganze Zeit um meine Trennung, wir haben auch über viele andere Themen gesprochen und es gibt auch keinen großen Streit zwischen meinem EX und mir, der einen runter ziehen könnte. Es geht hierbei ausschließlich um IHRE eigene Verlustangst.

Wir kennen uns seit 15 Jahren, konnten immer über Alles sprechen und ich fühle mich irgendwie allein gelassen. Aktuell melde ich mich kaum, weil ich kaum noch weiss was ich sagen darf und was nicht.

Wie würdet ihr damit umgehen?
 
Ich sehe da zwei Seiten.

Auf der einen sehe ich dich. Natürlich kann man so keine Freundschaft führen, wenn man über das, was einen gerade beschäftigt, nicht mehr sprechen darf und sich eh kaum noch traut, was zu sagen.

Auf der anderen sehe ich sie. Sie hat Angst. Angst ist ein sehr starkes Gefühl, und Verlustangst ist nichts Schönes. In gewissem Maße kann ich verstehen, dass Gespräche über das angstbesetzte Thema schwierig für sie sind. Ich kenne das in anderen Situationen von mir selbst.

Allerdings ist ein Weglaufen vor dieser Angst auf Dauer keine Lösung, die funktioniert, weder für sie, noch für dich. Sie muss lernen, mit dieser Angst zu leben. Ist sie in Therapie deswegen? Ich denke, wenn ihr wirklich gute Freundinnen seid, könnt ihr euch in der Mitte treffen. Weniger über Beziehungen und Trennungen sprechen, aber auch mal aushalten, dass es das Thema gibt.

Wenn eine Einigung da nicht möglich sein sollte, sehe ich für diese Freundschaft schwarz.
 
Zuletzt bearbeitet:
Das wird schwierig.

Beziehungen, Nichtbeziehungen, Trennungen, Kinder usw., diese Themen nehmen bei allen Menschen in die eine oder andere Richtung viel Raum ein.

Wenn das alles ausgeblendet wird, bleibt noch Smalltalk und das Wetter. Mit einer Freundschaft hat das dann allerdings nichts mehr zu tun.
 
Das ist jedenfalls nicht schön, was deine Freundin macht. Ich verstehe es, dass es manchmal zu viel wird, wenn man häufig nur noch das Thema Partnerschaft und Trennung hat. Trotzdem finde ich es nicht gut, das Thema komplett zu verbieten und immer wenn nur der Name fällt, sich komisch zu verhalten. Es ist nun mal das was dich aktuell am meisten beschäftigt. Das sie deine Situation auf ihr Leben überträgt, halte ich für eine schlechte Ausrede, denn deine Beziehung hat nichts mit ihrer zu tun. Ich denke, sie hat nur keine Lust, sich mit dir darüber zu unterhalten und versucht so, die Gespräche kurzzuhalten.
 
Auf der einen sehe ich dich. Natürlich kann man so keine Freundschaft führen, wenn man über das, was einen gerade beschäftigt, nicht mehr sprechen darf und sich eh kaum noch traut, was zu Allerdings ist ein Weglaufen vor dieser Angst auf Dauer keine Lösung, die funktioniert, weder für sie, noch für dich. Sie muss lernen, mit dieser Angst zu leben. Ist sie in Therapie deswegen? Ich denke, wenn ihr wirklich gute Freundinnen seid, könnt ihr euch in der Mitte treffen. Weniger über Beziehungen und Trennungen sprechen, aber auch mal aushalten, dass es das Thema gibt.

Wenn eine Einigung da nicht möglich sein sollte, sehe ich für diese Freundschaft schwarz.

Ich habe sie im persönlichen Gespräch mehrfach nach einem Kompromiss gefragt, sie wusste keinen. Ich habe also gedacht, dass ich ihr ein bisschen Zeit gebe darüber nach zu denken aber bisher kam kein Gegenvorschlag sondern es wurde immer wieder gesagt es sei ihre Grenze und die solle ich respektieren.

Ja sie ist in Therapie gewesen, leider seit einem Jahr nicht mehr. Und in diesem Jahr habe ich sie auch in anderem Situationen schon kaum mehr wieder erkannt. Ich selbst gehe auch zur Therapie, weil ich viel mit Krankheit in der Familie die letzten jahre zu tun hatte. Ich weiss also sehr gut wie es ist Angst zu haben und sich am liebsten vor jedem Trigger zu schützen. Und dennoch war ich für meine beste Freundin da als ihr Vater letztes Jahr nach langer Krankheit verstorben ist. Ich weiss aber auch, dass man genau das in einer Therapie lernt, sich nicht vom Leben abzuschotten und Themen aus dem Weg zu gehen.

Es verletzt mich maßlos, weil sie auch so derbe reagiert hat. Entweder ich akzeptiere das oder ich würde sowieso nicht zu ihr passen. Ihre Verlustangst scheint also definitiv bei Freundschaften aufzuhören, ich hatte nicht das Gefühl dass sie sonderlich traurig ist, wenn ich nicht mit dieser Forderung umgehen kann. Ist natürlich nur mein gefühl, eine Medaille hat immer zwei seiten.
 
Das klingt, als seiest du recht sensibel mir ihr und ihren Ängsten umgegangen, sie aber sehr unsensibel mit dir und dem, was dich gerade beschäftigt.

Das ist für dich natürlich sehr bitter, die Trennung von deinem Partner, nun ein wohl kaum vermeidbarer Verlust der Freundin.

Vermutlich klingt es bescheuert, aber kannst du das als Neuanfang sehen? So, wie du dich hier zeigst, steht dir doch die Welt offen und viele Menschen werden dich mögen.

Nach einer richtigen Freundschaft klingt das von ihrer Seite nicht oder nicht mehr.

Eher nach einem toten Pferd, von dem du dich noch nicht traust abzusteigen.
 
Das sehe ich anders. Es bleiben zum Beispiel auch noch gemeinsame Interessen als Thema.

Ich führe viele Freundschaften, in denen Beziehungen kein allzu großes Thema sind. Aber auch nicht als Thema ausgespart werden müssen.

Absolut ja, es bleiben noch viele andere Themen. Mir ist aber dann immer wieder aufgefallen, dass man es eben doch erwähnt, in meinem Fall zb ich war beim Haus weil ich mit Markus noch das und das klären musste. Das wäre eine ganz normale Antwort für jede Freundin auf die Frage was hast du heute gemacht. In ihrem Fall müsste ich dann entweder lügen was ich gemacht habe oder sagen, es würde dich triggern, kann ich nicht drüber sprechen. Ich merke wie wenig praktikabel das im Alltag ist.

Mal abgesehen davon merke ich, dass ich unterbewusst eher den Kontakt zu jemand suche bei dem ich einfach über alles sprechen kann. Ich habe nicht viele Freunde, aber die ich habe sind eigentlich für alles offen. Und wenn man nach einem 10 Std Tag sich mit einer Freundin nach der Arbeit zum Essen trifft, merke ich wie wenig Motivation ich habe jeden Satz den ich spreche zu überdenken. Man merkt erstmal was für eine große Rolle Partnerschaft, Familie, Kinder usw. Spielen, wenn man nicht mehr darüber reden darf.
 
Ein wenig klingt das wie der sehr sympathische Versuch, hier gesagt zu bekommen, dass du diese Freundschaft guten Gewissens beenden kannst. Wie gesagt, sehr sympathisch, weil du dir wirklich Gedanken machst und nicht leichtfertig bist.

Ich denke, du kannst diese Freundschaft guten Gewissens beenden. 😉

Das ist ja alles sehr anstrengend für dich und das in einer Lebensphase, die an sich schon anstrengend genug ist.

Aus meiner Lebensgeschichte sei angemerkt, dass ich eine Phase mit riesengroßen Ängsten hatte. Ich habe auch mal Freundinnen und Freunde gebeten, ein bestimmtes Thema nicht mehr gar so oft anzusprechen. Aber eben nicht nie, und ich war auch nicht böse, wenn es trotzdem passiert ist. Ich hatte verstanden, dass eine meine Ängste sind und es meine Aufgabe ist, mit diesen zu leben.
 
Das ist jedenfalls nicht schön, was deine Freundin macht. Ich verstehe es, dass es manchmal zu viel wird, wenn man häufig nur noch das Thema Partnerschaft und Trennung hat. Trotzdem finde ich es nicht gut, das Thema komplett zu verbieten und immer wenn nur der Name fällt, sich komisch zu verhalten. Es ist nun mal das was dich aktuell am meisten beschäftigt. Das sie deine Situation auf ihr Leben überträgt, halte ich für eine schlechte Ausrede, denn deine Beziehung hat nichts mit ihrer zu tun. Ich denke, sie hat nur keine Lust, sich mit dir darüber zu unterhalten und versucht so, die Gespräche kurzzuhalten.
Absolut, wenn ein Thema zu viel wird, hat jeder das Recht auch mal zu sagen, dass man es grade nicht packt aus den und den Gründen. Ich hab sie gefragt ob sie denkt, dass das ein zeitlich begrenztes Problem ist und sie es nur grade nicht kann, da hab ich die Antwort bekommen dass es auch Jahre sein können. Was ist wenn ich einen neuen Partner finde? Da möchte man doch drüber berichten dürfen.
Ich habe das Gefühl, dass sie sich ihre Verliebtheitsphase so lang wie möglich bewahren möchte und da komm ich und bin quasi die laufende Realität, dass Beziehungen egal wie lang und fest sie waren auch zerbrechen können.
 

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