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Ist das Sucht?

Lola222

Mitglied
Weltkind: ich habe viele Therapien hinter mir und am besten tat mir die Verhaltenstherapie, lag aber nur daran, dass die Psychologin quasi auf den offiziellen Plan "geschissen" hat und einfach das gemacht hat was ich im Augenblick brauchte. Ich halte nicht viel von den meisten Therapeuten und Therapien. Medikamente halte ich für höchst gefährlich. Ich habe gesehen wie andere psychisch Kranke schlimme Folgen erleiden von den Nebenwirkungen und sich nie wieder davon erholen.
 

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G

Gelöscht 114884

Gast
Joergi: nun. Ich habe schon angefangen den nächsten Job zu suchen, habe jedoch Selbstzweifel ob ich es schaffe diese Arbeit zu halten. Daher habe ich auch hier geschrieben. Weil ich vor kurzem festgestellt habe, dass ich genau das im Leben möchte. Vorher habe ich mich betäubt mit vielen Tätigkeiten. Um mich nicht minderwertig zu fühlen habe ich zu perfekt geputzt, gekocht, Backen gelernt, Piano und Gitarre spielen, französisch gelernt und viele Bücher gelesen. Dann vor paar Tagen bin ich alleine in den Bergen wandern gegangen und da wurde mir klar, dass ich mich lange Zeit abgesondert und betäubt habe. Nun dann habe ich mich mit dem beschäftigt was ich will und wie ich es erreiche ohne mich quasi selbst zu vernichten. Außerdem stellte ich fest, dass mir nichts von dem was ich tue wirklich Spaß macht. Ich zwinge mich nur dazu um vielleicht irgendwann mal etwas Anerkennung zu ernten, also um mit meinem Spiel und Sprache zu beeindrucken. Ich weiß. Ein sehr animalisches Bedürfnis. Das Einzige was ich wirklich mag ist backen und kochen. Joa das ist so die Geschichte dahinter.
Diese Zeilen empfinde ich als viel wichtiger als deine Vorgeschichte. Daher würde ich empfehlen das ganze Thema um die Prostitution, Lebensunterhalt und zukünftigen besten Job vorerst leicht zu streichen. Denn das alles sind Auslöser, Schwierigkeiten und Dinge im Leben die uns aufgehalten haben und weiterhin aufhalten würden, aber nicht immer die Wurzel der Probleme selbst. Denn hier hast du gerade tiefe einblickende Sätze von dir geschildert, in denen sich sehr viele Menschen wiedererkennen werden, die komplett andere Vorgeschichten und Probleme und Zukunftswünsche haben.

Ich selbst bin daher kein Fan, wenn man versucht seine Probleme zu lösen, indem man versucht in der Vergangenheit rumzuwühlen und versucht sie zu verstehen, darüber andere Ansichten zu bekommen oder zwingend zu akzeptieren. Ich empfinde es als sinnvoller, wenn man in der Lage ist, in der man versucht gezielt zu verstehen wie wir Menschen und die Welt selbst eigentlich funktionieren. Umso mehr wir die Gegenwart verstehen, umso mehr ändert sich sowieso automatisch die Sicht auf unsere Vergangenheit. Umso mehr wir die Menschen an sich verstehen, umso mehr verstehen auch wir uns selbst besser. Die Konzentration nur auf sich selbst verbirgt dagegen sehr viel.

Bei dem Wandern durch die Berge bist du durch die Selbsterkenntnis auf ein sehr schwieriges Thema gestoßen. Persönlichkeitsentwicklung. Es ist ein gutes und sehr wichtiges Thema, aber auch sehr schwer damit umzugehen, wenn sich auf einmal die eigenen Gedanken im Dauerkreis darum drehen - die Wahrheit über seine eigene Person. Denn bei diesen Gedanken gibt es auf einmal kein Ende mehr, umso mehr man lernt, umso mehr Fragen und Neues kommt hinzu. Zudem ist Theorie und Praxis immer zugleich und funktioniert selten zusammen, dass sich daraus neue Konflikte bilden. Während es natürlich eine große Chance bietet, kann es einen zugleich zermürben. "Dumme" Menschen haben es nicht umsonst oft leichter, da sie ihre Probleme selbst gar nicht so sehr erkennen... ;)

Der Satz mit den Minderwertigkeitsgefühlen könnte von mir sein. Ich kann dazu auch was aus meiner eigenen Erfahrung schildern, auch wenn der Text dann umso länger wird. Mein Leben war früher auch sehr armseelig. Durch gewissen Situationen, neue Ziele usw. habe ich es geschafft meinen Leben dann in die richtige Bahn zu lenken. Von meinem Hauptziel wurde ich dann durch ein anderes Ziel (Liebe), welches den höhsten Werte hatte, abgelenkt. Es hatte zwar seine anderen Vorteile, aber als dies scheiterte kam ich nicht mehr auf den anderen Hauptweg zurück. Trotzdem habe ich alles von den äußeren Bedingungen geschafft zu erreichen. Ich habe heute einen guten und sicheren Arbeitsplatz, eine Traumwohnung über der Stadt... eigentlich gar keine Probleme und Verpflichtungen. Mir geht es eigentlich extrem gut.. denn auch viele psychische Probleme habe ich aufgelöst bekommen. Dennoch fühlt sich vieles so nutzlos, gar sinnlos an. Auch wenn ich von Menschen umgeben bin, die mich mögen. Selbst heute kaufe ich noch die teuerste Kamera, teure Kurse oder Gegenstände, um etwas zu lernen und zu haben mit denen ich andere beeindrucken könnte. Obwohl durch die Erfahrungen vom Erreichen der äußeren Ziele sich gezeigt hat, dass dieses "Beeindrucken" mir gar nichts bringt - minimal gutes Gefühl. Ich denke, das ist auch ein (animalisches) Bedürfnis von dem ich auch nie vollständig weg kommen werde, durch die Vergleiche mit anderen Menschen.. was sie können. Und ich selbst möchte auf einmal alles von allem in einem vereint sein und haben.

Lustigerweise sind aber oft alles das Tätigkeiten, die man für sich selbst alleine lernen kann.. um erst wenn man es kann zu beeindrucken. Währendessen habe ich meine wahre Leidenschaft, die mich wirklich glücklich macht in etwas ganz anderem gefunden. In einer Tätigkeit, bei der ich mit anderen Menschen zusammen etwas lerne - dort gehe ich auf - dies fehlt mir zur jeder Sekunde, wenn ich diese Tätigkeit nicht betreiben kann. Und wenn ich dann wieder dieses Glück nicht verspürt habe, habe ich mir ein neues Buch gekauft aus dem ich etwas lernen könnte, anstatt eine Tätigkeit zu suchen bei der wieder mit jemand anderen zusammen etwas Neues lerne. Dort verbirgt sich mein wahres Glück und ich habe es lange nicht erkannt. Mein wahres Glück versteckt sich im Umgang mit anderen Menschen, obwohl ich durch meine Vergangenheit vorher schon immer Menschen abgelehnt habe - auf welche Arten auch immer.

Wenn ich eine Blume wäre, dann würde es mir nichts bringen für mich selbst aufzublühen und ich nur gesehen werde. Es bringt mir aber genau so wenig andere beim Aufblühen zuzusehen. Aber wenn ich mit einer anderen Blume in einem Zusammenhang zusammen aufblühe, dann reizt es mich immer mehr aufzublühen. ;)
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
A

Alböguhl

Gast
Weltkind: ich habe viele Therapien hinter mir und am besten tat mir die Verhaltenstherapie, lag aber nur daran, dass die Psychologin quasi auf den offiziellen Plan "geschissen" hat und einfach das gemacht hat was ich im Augenblick brauchte. Ich halte nicht viel von den meisten Therapeuten und Therapien. Medikamente halte ich für höchst gefährlich. Ich habe gesehen wie andere psychisch Kranke schlimme Folgen erleiden von den Nebenwirkungen und sich nie wieder davon erholen.
Ob das von den Medikamenten kommt oder durch die Erkrankung selber, wie willst du das beurteilen. Und ob sie diese auch immer nach Plan und dauerhaft nehmen, ist ja auch die Frage.
Gibt auch viele die ohne Medikation nicht in der Lage wären eine Therapie zu beginnen.
Oder wenigstens Selbständig außerhalb einer Einrichtung zu leben.
Hängt also immer von der Diagnose ab, die meisten schwerer seelisch kranken haben ja keine Krankheit- Einsicht.
Wie auch sonst wären sie ja nicht krank.
Ist also schwierig die davon zu überzeugen, das nicht die Welt, die andern Menschen anders oder seltsam sind.
Psychotherapie, eine wesentliche Rolle spielt dabei die persönliche Erwartung.
Wird für jeden individuell erarbeitet, und eine Therapie erfüllt nie alle Erwartungen:
Rund ein Drittel sind mindestens oder Teilweise oder sogar gänzlich unzufrieden mit den Resultaten. Schuld daran sind meist überzogene Hoffnungen.
Eine solche Therapie heilt nicht, die gibt nur etwas an die Hand um selbst handlungsfähig zu werden.
Tun muss ich das selbst, nach der Therapie stunde im realen Leben.
Vielen gelingt das, nicht alle sind dazu in der Lage.
Ps;
Die Freude begegnete dem Ärger, der noch finsterer als sonst aussah.
Mitfühlend erkundigte sie sich nach seinem befinden.
Mürrisch entgegnete er: "Was soll die Frage? Kein Tag vergeht, an dem mir nicht irgend jemand übel mitspielt. Ich mag das Leben nicht. Und also, geht es mir nicht gut."
Die Freude zog sich, ohne das sie es selbst bemerkt hatte, einen kleinen Schritt zurück.
Dann wagte sie den Satz: "Wenn du >das Leben nicht magst, erwartest du dann, das das Leben >dich mag?"
 

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