M
missunderstood
Gast
Liebe "miss understood",
Dein Beitrag berührt mich gerade tief.
Und bevor ich einiges dazu aus meiner eigenen Sicht
schreibe sei Dir erst einmal gesagt: "Schön, dass es Dich gibt"!
Schön, dass Dein Herz schlägt, es sich regt und Widerstand leistet. Schön, dass Du tief empfindest und Dich darin suchst. Schön, dass die Welt Dir auf so vielen Wegen etwas zu sagen scheint. Schön, dass Du bist, was Du bist!!!
Das Leben berührt auf unendlichen vielen Wegen. Das Erleben der eigenen Berührbarkeit ist meist ein Empfinden von Zerbrechlichkeit. Alles wirkt und verfehlt seine Wirkung nicht. Da gibt es so vieles. Und dieses "Viele" - das Leben - ist unberechenbar, es kommt und geht, es drängt und sticht, es lässt einem keine Ruhe.
In der Berührung liegt Bedrohung. Alles wirkt von Zeit zu Zeit bedrohlich, scheint gefährlich. Die eigene Empfindlichkeit bzw. Empfänglichkeit ist derart hoch und intensiv, dass die kleinsten Kleinigkeiten verwirren, in einem Dinge anstossen und dadurch permanent Energie ziehen. Es ist schwer, die Welt in ihrer Gesamtheit immer und immer wieder sehen und empfinden zu müssen ohne über alles einen Schleier werfen zu können, etwas bestimmtes andauernd ausblenden zu können.
Und diese absolute Lebendigkeit, der permanente Wandel, dass nicht Greifbare darin, das schwankende und immer veränderliche macht Angst. Nichts ist von Dauer, alles fliesst. Wer bin ich darin? Was soll das alles bedeuten? Gibt es irgendetwas, was von diesem andauernden Fluss der Dinge unberührt ist? Wer bin ich?
Und da ist dann in Zeiten der Angst nur noch dieser kleine Fleck Mensch im Grossen, im Ganzen. Woran kann ich mich festhalten, wenn Welle über Welle heran rollt? Wenn das Leben einem scheinbar andauernd unverständliche Dinge zuruft? Wenn nichts und niemand da ist, der einem Turm ist, Halt gibt?
Doch diesen Halt findest Du nur in Dir. Dieser Halt bist Du. Allein DU bist Dir am nächsten. NIchts Anderes brauchst Du, als das zu wissen, es zu erfahren und nie wieder zu vergessen. Ausser Dir zählt nichts anderes.
Deine Offenheit scheint aus Deinen Zeilen heraus. Die Verzweiflung darüber Dich nicht abgrenzen und damit ja auch "schützen" zu können vor den Einflüssen. Die Klarheit in Deinen Worten ist wundervoll! Hier wird es viele geben, die das gut nachempfinden können. Es gibt so viele, die ähnliches erleben!
Wenn Du tatsächlich aus ganzem Herzen wünschst, Dich von der Welt zurück zu ziehen, bis in dem Sturm Klarheit erscheint, dann hast Du hier jetzt schon viele Tipps erhalten, um umzusetzen was Du Dir wünscht. Ich kann Dir nur sagen, dass Dein "Herz" sich auf ganz stille Weise mitteilt. Du musst einfach nur hinhören und erlauschen. Es wird Dich nicht fehlleiten.
Vielleicht brauchst Du aber auch einfach nur die Gewissheit, dass die Welt - das Leben - zwar viel Bedrohliches bereit hält, aber Deine Angst nicht wirklich konkret sondern eher allgemein ist. Darin kannst Du evtl. erkennen, dass Dein Empfinden aus einer tiefen Unsicherheit (und evtl. ja auch Sehnsucht) entspringt. Dann kannst Du Dich auf die Suche nach der Quelle Deiner Angst machen. Und dazu gibt es viele Möglichkeiten - eine davon vlt. Therapie.
Das Leben lehrt uns alle fürchten. Es ist endlos in seiner Gewalt über uns. Doch, das schreibe ich aus ganzem Herzen, das Leben will uns nicht ängstigen. Es fordert uns eher heraus! Es fordert Hingabe von uns, die Bereitschaft mit zu fliessen, sich der Berührung des Lebens zu öffnen. Widerstand dagegen ist Angst. Und diese Angst wird grösser und grösser, je heftiger der Widerstand gerät.
Um heraus zu finden, was Du wirklich empfindest und woher all diese Empfindungen kommen, was sie Dir zu sagen haben, ist eine Auszeit mit Sicherheit eine wundervolle Gelegenheit. Was auch immer Dein Herz Dir sagt wird richtig sein. Ich wünsche Dir, dass Du Klarheit erfährst und die Qualität Deiner Empfänglichkeit lieben lernst. Es ist ein Quell unglaublicher Schönheit und Vielfalt. Darin liegt für mich so etwas wie "Gnade".
Sei Dir selbst nahe. Du bist alles, was Du hast.
Sei Dir selbst ein Licht.
Herzlichste Grüsse
Raaspo
Vielen Vielen Dank für deine lieben Worte. Ehrlich, sie haben mich weitergebracht und ich werde sie zu Herzen nehmen. Danke!