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Inklsion in der Grundschule - funktioniert das?

beachandsunandwaves

Neues Mitglied
Ich überlege gerade, ob ich Grundschullehramt mit Schwerpunkt Inklusionspädagogik oder ohne studieren soll.

Meine Betreuerin in meinem Praktikum an der Grundschule hat mir von vielen Situationen erzählt, in denen Inklusion aus ihrer Sicht nicht gut funktioniert hat, nicht nur wegen fehlender Ressourcen wie Personal, sondern auch wegen der Frage, ob eine sehr starke Heterogenität innerhalb einer Klasse für alle Kinder funktionieren kann, ob es möglich ist, in einer sehr heterogenen Klasse allen Kindern gerecht zu werden oder ob am Ende manche Kinder (egal ob mit oder ohne Förderbedarf) nicht die Unterstützung bekommen, die sie eigentlich brauchen. Meine Betreuerin war auch sehr stark gegen den Abbau von Förderschulen. Dass Inklusion nicht immer gelingen kann, bin ich mir bewusst. Ich weiß aber nicht, ob ich damit umgehen könnte, dass das "nicht immer" eigentlich ein "meistens nicht" ist.

Gleichzeitig weiß ich, dass inklusive Schulen immer mehr die Norm werden und dass ich als Grundschullehrkraft mit vielfältigen Lerngruppen arbeiten würde. Also wäre es aus dieser Hinsicht sinnvoller, Inklusionspädagogik als Schwerpunkt zu wählen, als Grundschullehramt ohne Inklusionspädagogik zu machen. Deswegen wollte ich fragen, ob hier jemand Erfahrungen hat, wieviel an der Aussage meiner Betreuerin dran ist und ob es eventuell Studien zu dem Thema gibt, die für mich interessant sein könnten. Vielen Dank!
 
Hallo,

unter dieser erzwungenen Inklusion leidet das komplette System. Lehrkräfte, Mitschüler, Eltern und letztendlich die Betroffenen selbst. Nicht falsch verstehen: Inklusion ist etwas wichtiges und auch das Spektrum ist extrem breit.

Aber neue politische Entscheidungen wie z.B. gezielter Abbau von Förderschulen und zusätzlich der verpflichtende Ganztag (= alle Kinder haben Anspruch auf Ganztagsbetreuung auch nach dem Unterricht an der Grundschule) bringen das Fass zum Überlaufen!

Überlege dir das gut, allein Studium und Referendariat sind nix für schwache Nerven. Denke daran, dass die Elternarbeit zunimmt und anstrengender wird.

Quelle: Meine Schwiegertochter hat Europalehramt studiert und arbeitet an der Grundschule.

LG,
SFX
 
Meine Schwiegertochter hat Europalehramt studiert und arbeitet an der Grundschule.
Die Schwiegertochter meines Partners ist auch Lehrerin in einer Integrationsklasse- sie hat das Gemüt eines Elefanten und ist die Ruhe selbst. Ihr gefällt der Beruf, nach Mittag, wenn sie wieder daheim ist, ist sie nicht fix und foxi. ( ich wäre das alleine schon wegen dem Lärm, wegen der Akustik und weil ich immer reden müsste, das strengt mich sehr an).

Geht es nicht eigentlich Hauptsache darum, ob du TE die Nerven dafür hast? Die Grundvoraussetzung hat nicht jeder, auch wenn er noch so gut mit Kindern kann, es gibt Druck von Oben, von den Eltern, von den Schwierigen, von den eigenen Ansprüchen, ich kenne schon einige Lehrer, die aufgegeben haben.
 
Inklusion ist nur ein Schlagwort, mehr nicht. Die Einbindung von Kindern mit Behinderung in sogenannte Regelschulen ist in jedem Bundesland anders geregelt. Bildung ist Ländersache, jedes Land hat andere Bestimmungen und somit auch andere Ressourcen und Probleme.

Überlege also mal, wo du später arbeiten möchtest oder könntest und sieh dir das dann mal genauer an. Selbst was überhaupt eine Behinderung ist, kann sich von Land zu Land unterscheiden.

Generell hat der Sxhwerpunkt Inklusion sehr gute Perspektiven. Ergründe, ob du mit diesem Absxhluss auch an einer Förderschule tätig werden kannst. Auch das unterscheidet sich nämlich von Land zu Land. In Sachsen muss man z.B. Sonderpädagogik studiert haben auf Lehramt, um an bestimmten Förderschulen arbeiten zu können. Aber manche Abschlüsse sind dem auch gleichgestellt.

Der Dschungel der Inklusion beginnt schon bei der Berufswahl, und so setzt sich das dann fort. Es gibt Inklusions- assistenten, Helfer, Schulbegleiter, Beratungslehrer, Schulsozialarbeiter, und alle mischen da mit und haben Ansprüche. Abgesehen von der Schulleitung und den Schulbehörden, die haben auch Forderungen- an dich!

Sowie natürlich die Eltern und die Kinder selbst. Überlege, ob du so etwas gerne machst. Vernetzen, einen Ausgleich suchen, Kompromisse schließen, und natürlich auch alle anderen Kinder unterrichten, die keiner Inklusion bedürfen.
 
Sieh Dir mal die “WI*R” Schule in HH Winterhude an, dort funktioniert Inklusion mMn sehr gut. Inwieweit dort der Lehrkörper entsprechend studiert hat oder nicht, das kann man dort sicherlich erfahren. Jeder Einblick, den man sich, länderspezifisch, holen kann, kann helfen.
Meine Schule (Gymnasium) war in den 1980/90er Jahren bereits dahingehend “inklusiv” als dass es Schüler:innen gab, die beispielsweise a den Rollstuhl gefesselt waren oder stark bewegungseingeschränkt mit Krücken etc. Das hatte natürlich nichts mit geistiger Behinderung und speziellem Lernförderbedarf zu tun und trotzdem waren wir Schüler:innen alle wesentlich lockerer und weniger gehemmt im persönlichen Umgang und alle waren eine große Gemeinschaft, wo es keine Ausgrenzung gab und das alleine war sehr viel wert für alle.
Eine Freundin von mir hat Sonderpädagogik studiert und arbeitet an reinen Förderschulen. Andere haben “normales” Lehramt studiert. Inklusion war, zu unserer Zeit, noch nicht als Begriff oder gar Studium angekommen, insofern sehen sich die früheren Generationen, die noch einigermaßen von der Rente entfernt sind, alle vor dieser Herausforderung. In allererster Linie muss man, ob an Grundschule oder weiterführender Schule, wirklich eine sehr große Langmut und Stressresistenz besitzen, um sowohl die Kinder wie auch die Eltern und das System in allen Anforderungen zu ertragen und das Feuer in sich haben, es immer positiv und voranbringend zu meistern. Das dürfte der schwierigste Teil sein, denn der Stress wird einen erreichen in Form von Lärm, Überforderung durch Elternerwartung, Druck durch das System und Problemkinder (ob mit oder ohne spezielle Bedarfe). Wenn Du da nicht resistent bist, dann überlege, ob Lehramt allgemein Dein Ding ist.
 
Ich überlege gerade, ob ich Grundschullehramt mit Schwerpunkt Inklusionspädagogik oder ohne studieren soll.
Nach meinem Wissen ist es in einigen Bundesländern tatsächlich so, dass du von Anfang an das Fach Inklusive Pädagogik mit anderen Fächern kombinieren kannst.
Du hast dann am Ende einen Masterabschluss zum Beispiel in Mathe, Deutsch und Inklusionspädagogik.
Erst zum Referendariat steht die Entscheidung an, ob du Sonderpädagogin oder "normale" Grundschullehrerin werden möchtest.
Wie auch immer du dich entscheidest: Die Qualifikation hast du und die ist auch in einer Klasse sehr hilfreich, in der offiziell keine Inklusionskinder unterrichtet werden müssen.

Du hast durch dieses Modell einfach ein perfektes Sicherheitsnetz und hältst dir alle Türen bis zum Schluss offen.
Auch für spätere Bewerbungen an Schulen ist das ein riesiger Vorteil.
 

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