Erstmal ausdrücklich ausgesprochenen Dank an Fantafine, merciless, ohne und juka.
Zu dem, was ihr geschrieben habt, komme ich noch. (Auf jede Zeile kann ich wie gesagt nicht eingehen, außer ich würde den ganzen Tag hier sitzen wollen.)
Wer glaubt, ich wäre mit diesem Kumpel nicht zu zweit ausgegangen, liegt daneben. Ich war mit ihm im Kino, essen, im Park spazieren etc... Als er zwischendurch keine Zeit mehr für mich hatte, habe ich ihn gefragt, ob er möchte, dass mein romantisches Interesse an ihm erlischt. (2 Monate lang nicht gesehen, kaum geschrieben) Danach haben wir uns noch 2 mal getroffen. Da ich "romantisches Interesse" explizit erwähnt habe, hätte ihm klar sein müssen, dass das Dates waren. Er hat sich ja auch wieder mit mir allein getroffen. Ich habe ihm sogar angeboten, dass wir einen anderen Freund mitnehmen könnten, sollte es ihm mit mir allein unangenehm sein. Wollte er nicht.
Es gab Situationen, in denen wir uns so lange in die Augen gesehen und erzählt haben, dass wir z.B. nicht bemerkt haben, dass uns die ganze Zeit ein Kellner versucht hat anzusprechen. Es gab Blicke aus nächster Nähe hin- und herwandernd zwischen Augen und Lippen, nicht weit entfernt vom Kuss. Das ist nicht nur einmal passiert.
Da ich mir trotzdem nicht absolut sicher war, ob ich die Situation richtig einschätze, habe ich ihm gesagt, dass ich ihn (eben wegen dieser Augenblicke) nicht mehr als reinen Freund sehen kann. ("paar Gefühle" für ihn habe) Plötzlich hieß es, dass da nichts war. Ich soll mir keine falschen Hoffnungen machen, da wird nie etwas sein.
Andere haben mich oft von sich aus gefragt, ob er mein Freund ist, es hat auf sie so gewirkt. Weil der räumliche Abstand zwischen uns generell sehr gering war, wenn wir erzählt haben. Die Körpersprache an sich eben.
Nur können die Leute auch nicht helfen, man kann niemanden drängen. Wer weiß, ob ich es mir doch eingebildet habe oder was er für Probleme hat. Paar Sachen aus seinem Leben hielt er vor mir verborgen, z.B. ob er allein, in einer WG oder sonstwie lebt. Andere wussten es auch nicht. Als Informatikstudent hat man ja seine Laptops oft dabei, da habe ich auf seinem Desktop (neben ihm sitzend) paar Dateinamen ersichtet, die den Namen seiner Mutter beinhalten. Außerdem hat seine Mutter einen eigenen Account auf seinem Laptop.
Ich vermute, dass ihm das peinlich ist. Er will womöglich nicht schlecht da stehen vor mir, keine Ahnung. Dabei ist mir egal, ob er bei seiner Mutter, unter der Brücke oder sonstwo wohnt. Habe ich ihm so gesagt, keine Reaktion.
Und wer denkt, ICH könnte autistisch sein, liegt so stark daneben, dass ich nicht mal Worte dafür finde. Ich habe wie gesagt im Rahmen meiner AD(H)S-Diagnostik viele Tests machen müssen, damit andere Diagnosen ausgeschlossen werden können. AD(H)S war die einzige Diagnose, die wie die Faust aufs Auge gepasst hat. Erst seit der Diagnose läuft mein Leben viel besser als früher. Weil ich erkannt habe, was mit mir los ist und wie ich damit umgehen kann.
Interessant, wie gespalten die Meinungen hier sind.. der eine vermutet bei mir das, der andere schließt es aus.. vielleicht ein gutes Indiz, dass man mich echt nicht gut einschätzen kann. Weniger als andere. In echt ist mir das auch mit einigen Leuten passiert.
Zu meiner Schulzeit (bezieht sich vor allem auf Fantafine):
Ja, ich habe sehr ähnliche Gedankengänge gehabt, auch wenn nicht alles auf mich zutrifft. Es war den anderen egal, was ich konnte, es war nichts wert, weil ich in deren Augen beschissen aussah. (Brille, Akne, komische Pferdepullover, Mittelscheitel ohne wirkliche Frisur usw.)
Und wenn ich mich jetzt noch intensiver zurückerinnere: Es gab ein Mädel in meiner Klasse, das so übel war, dass sie sogar von der Schule geflogen ist. Wenn man bedenkt, dass dem Lehrpersonal sonst alles am A**** vorbeiging, inklusive sich prügelnder Schüler, wird das schon etwas heißen. Da fielen Sätze wie "Die ist so hässlich, warum kommt die überhaupt noch zur Schule? Die sollte sich umbringen gehen.". Sie hat andere ins Boot geholt, die voll darauf eingestiegen sind. Wollte ich mit einem Mitschüler reden, der vorher normal zu mir war, hat er sich plötzlich weggedreht. Aus Angst, er könnte durch den Kontakt zu mir gelyncht werden. Fühlt sich nicht so geil an, wenn sich alle Leute von einem wegdrehen. Insbesondere die Leute, von denen man erwartet hätte, sie würden zu einem halten. Ich wurde vor der Schule abgefangen und beleidigt, rumgeschubst, Bein wurde mir andauernd gestellt, 2mal hat man mich von einer Treppe getreten (1mal habe ich mir dabei den Knöchel so stark verstaucht, dass ich 3 Tage nicht mehr gehen konnte), bei Vorträgen (auch beim Singen, Gedichte usw.) wurde ich standardmäßig ausgelacht (obwohl rückblickend nichts komisch war), während des Unterrichts mit irgendeiner ekligen S**** beworfen, auf dem Weg zum Bus haben sie mich verfolgt und nach Silvester auf dem Weg zur Schule jedes Jahr Böller nach mir geworfen. Das war mein normaler Alltag. Für mich hat sich jeder Morgen angefühlt, als würde ich allein in den Krieg ziehen. Und das als 12- bis 15-jährige. Das mit den Böllern war ein Grund, weswegen ein Lehrer mal eingegriffen hat. Der war strenger als andere, war deren Pech, dass er das mitbekommen hat. Im Unterricht haben sie sich bei ihm zurückgehalten.
Ich weiß noch, wie das losging. Ich war damals in der 7. Klasse, gerade erst 12 Jahre alt geworden, während diese eine Mitschülerin schon 14 Jahre alt war (Sitzenbleiberin). Ich war noch eher ein Kind, sie hingegen voll in der Pubertät. Vielleicht hat sie nicht ertragen, dass ein Kind so gute Noten bekommt, während sie gänzlich abkackt. Probleme zu Hause hatte sie evtl. auch, aber muss man deswegen versuchen anderen Leuten Körperteile wegzusprengen?
An den Sportunterricht will ich nicht mal mehr denken. Ich wusste ab irgendeinem Punkt nicht mal mehr, wie ich laufen soll, weil auf jeden kleinsten Fehler geachtet wurde. Es hieß "Haha, guck mal, wie die läuft!", ja, wie ein Mensch halt. Gehfehler oder irgendwelche Fehlstellungen hatte ich nicht, es war nichts auffällig. Dieses andauernde Beobachtetwerden und Kritisiertwerden hat erst dazu geführt, dass ich Perfektion in vielerlei Hinsicht angestrebt habe. Man hat jahrelang jeden kleinsten "Makel" gegen mich verwendet.
Ich konnte so gut wie niemandem etwas anvertrauen, ohne zu befürchten, dass es am nächsten Schultag gegen mich verwendet wird.
Schon blöd, dass ich damals wertlos für andere wahr, weil ich optisch nicht in deren Bild gepasst habe. Unter Mädchen ging es in dem Alter viel mehr um Äußerlichkeiten. Alles andere war wertlos für die. Da ich solche Situationen über Jahre ertragen habe, hat es sicherlich nachhaltig Wirkung hinterlassen. Meine Eltern konnten sich nicht vorstellen, dass das stimmt, was ich sage und haben mir nicht geglaubt. Es erschien ihnen viel zu absurd, um wahr zu sein. Sie dachten, ich erfinde Ausreden um nicht zugeben zu müssen, dass ich meine eigenen Schulsachen kaputt gemacht oder verloren habe. Wenn sie Lehrer gefragt haben, wussten die natürlich von nichts. Weil die entweder wirklich blind waren oder es denen egal war.
Deswegen blieb ich leider viel zu lange auf dieser Schule. Mir ist klar, dass ich gewissermaßen Pech hatte und es mir woanders nicht so ergangen wäre. Aber irgendwas verändert sich in einem, wenn man erlebt, dass andere einen "hassen", obwohl man immer nett zu ihnen war. Dass Leute (v.a. Lehrer) wegsehen oder einem nicht glauben. Es war zudem manchmal so, dass der Masse geglaubt wurde. Hat die Mehrheit der Klasse gesagt, sie hätten xy nicht mit mir gemacht, dann war das so. (Einmal haben sie mich z.B. im Schulklo eingesperrt, damit ich es nicht rechtzeitig schaffe zum Sportunterricht zu gehen. Mir wurde eiskalt eine 6 eingetragen, weil Mitschüler der Lehrerin erzählt haben, ich hätte geschwänzt. Sie hat es geglaubt.)
Mein Elternhaus war an sich gut, dementsprechend waren meine Umgangsformen. Höflich, nett, zuvorkommend. Die anderen haben sich benommen, als wären sie im Ghetto. Mit der Zeit haben sich meine Umgangsformen jedoch leider geändert.
Achja, das mit AD(H)S hat auch Einfluss gehabt auf meine Schulzeit. Da ich sehr verträumt war, habe ich öfter Witze in der Klasse verpasst oder generell komische Sachen geantwortet, wenn ich nicht zugehört habe. Andere fanden auch das seltsam, da ich ansonsten sehr gute Noten hatte. Dass ich nicht zugehört habe, habe ich versucht zu überspielen. Das hat oft einen richtig dämlichen Eindruck von mir hinterlassen. Bevor dieses eine Weib in der Klasse war, hat die Klasse mit mir über meine komischen Antworten gelacht. Als sie da war, haben sie stattdessen über mich gelacht. Aber sie war nicht die einzige, die so mit mir umging. Es gab immer wieder paar andere, die mich aus irgendwelchen Gründen beschissen fanden.
P.S.: Mir braucht keiner damit kommen, ich soll diese Erlebnisse aufarbeiten. Ich bin als Tutor tätig, präsentiere mich also Leuten und weiß sehr gut, wie ich solche Situationen vermeiden kann oder sogar den Spieß umdrehen könnte, wenn ich wollte. Damals hatte ich eben Pech mit der Schule. Die Schule, die ich ab 15 J. besucht habe, war komplett anders. Man war wieder so zu mir, wie ich es kannte, bevor ich diese S**** erlebt habe. Mitunter lag es daran, dass ich mit 15 Jahren endlich besser aussah.
Komplett vergessen oder ablegen sollte man solche Erfahrungen nicht, sonst steht man wieder dumm da, sollte so etwas nochmal passieren. Wenngleich in anderer Form.
Irgendein User hat "unbeliebt" statt "ungeliebt" gelesen.
Das Problem mit diesem Forum ist, dass man seine Titel so prägnant und treffend wie möglich wählen muss. Zu viele Zeichen oder zu nichtssagend, schon kriegt man überhaupt keine Antworten. Und lieber ein paar gute unter zig schlechten Antworten, als gar keine Antworten. Abfall habe ich genug gehört (gelesen) in meinem Leben, um zu wissen, dass ich ihn lieber in der Tonne lasse.
Also wenn es mir nicht passt, lese ich mir die Kacke nicht mal bis zum Ende durch. Und außerdem bin ich momentan nur hier, weil ich frei habe.
Zu juka: Ja, die Tatsache, dass ich nicht mal mehr weiß, wie oft man mir seine Gefühle gestanden hat, unterstreicht, dass es genügend Männer gibt, die Interesse haben. Bisher war leider keiner dabei, für den ich genauso empfinde.
Trotzdem schade, dass von den 3 Freunden, denen ich gebeichtet habe, keiner genauso für mich gefühlt hat.