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Influencer - Fluch des 21. Jahrhunderts ?!

Klingt jetzt schon etwas nach Neid, der Eingangsbeitrag 🤔
Die arbeiten ja nicht richtig, posaunen nur ihr Ego raus und verdienen damit so viel Geld, andere müssen richtige Jobs machen, damit der Laden läuft.
Aber offenbar gibt es eine Nachfrage nach öffentlich positionierten bekannten Personen, sei es als Rollenvorbild weil dies in der Familie fehlt, als Orientierung weil eigene Werte fehlen oder eben um sich hinter vermeintlichen Mehrheitspositionen zu verstecken.
Und dann gibt es natürlich jene Leute die das Leben leben, was man sich selbst gewünscht hätte. Wird schon seinen Grund haben weshalb die Leute einschalten. Wobei ich tatsächlich keine Lust hätte derart bekannt zu sein und in der Öffentlichkeit zu stehen. Muss man wohl für gemacht sein. Und wirklich einfach stelle ich mir das auch nicht vor, immerhin ist man komplett von der Zustimmung der Zuschauer abhängig. Ich glaube manchmal steckt da hinter den Kulissen durchaus Arbeit und was man sieht ist dann eben mehr ein Theaterstück.

Für mich ist das eine Frage der Medienkompetenz und Transparenz. Ich habe nichts dagegen wenn Personen offen ihr Geschäftsmodell kommunizieren und dann ihre Meinung kund tun. Es kommt ja, wie überall, nicht darauf an wer etwas sagt, sondern ob die inhaltlichen Argument logisch, überprüfbar und überzeugend sind. Selbst ein blindes Huhn findet mal ein Korn.
Und diesbezüglich kann man ja gut auswählen.

Klar sind manche Influencer Zweifelhaft, ich denke da z.B. an Mai Thi Nguyen-Kim, die immer erzählt wie toll sie Wissenschaft findet und unter diesem Label staatlich finanzierte Propaganda verbreitet. Also Beeinflussung die sich gezielt an junge Menschen richtet, um politische Meinungen früh zu festigen, unter dem Anschein von vertrauenswürdiger, da unparteiischer, Wissenschaft. Was ja dem Prinzip was Wissenschaft eigentlich ist bzw. sein sollte völlig widerspricht. Nämlich kritisches Denken, Diskurs und der jeweils aktuelle Stand des Irrtums, den wir Wissen nennen.
Das finde ich dann schon sehr hinterhältig, weil gezielt auf junge Menschen mit noch geringer Lebenserfahrung und entsprechend geringer Medienkompetenz gezielt wird.

Das ist dann wieder das Problem mit der Transparenz, bei manchen, wie bei auch bei diesem Beispiel, ist schwer zu sagen ob sie selber glauben, was sie da verbreiten.
Den Leuten sollte einfach bewusst sein, dass insbesondere politische Influencer über Werbeagenturen gebucht werden können, um die gewünschten Ansichten unters Volk zu bringen. Wie z.B. damals das Video mit Rezo.
Den Verkauf von Produkten finde ich da weniger dramatisch, das ist in der Regel ohnehin offensichtlich und wenn eben das Geschäftsmodell transparent ist kann man ja sehen, ob sie als Produkttester überzeugend sind und sich einen guten Ruf aufgebaut haben, oder eben nicht. Das kann der Markt ja dann entscheiden.
 
Ich persönlich sehe bei der "Influencer-Kultur" unter anderem das Problem, dass sich sehr viele Menschen von solchen Videos zu einem gleichförmigen Verhalten motivieren lassen, das zum Beispiel bestimmte Reiseziele plötzlich überquellen lässt. Da wird irgendein Bergsee von Influencern präsentiert, und plötzlich strömen Tausende von Besuchern dorthin, wo früher nur ein paar Dutzend Wanderer waren. Das hat auch ökologische Auswirkungen, denn die ganzen Leute hinterlassen anscheinend oft jede Menge Müll und zertrampeln die Landschaften.

Gestern habe ich eine Dokumentation über dieses Thema gesehen, da ging es auch darum, dass Influencer den Leuten suggerieren, dass z.B. Bergwanderungen super chic und eigentlich ganz einfach wären. In der Folge starten viel mehr (unvorbereitete) Menschen als früher, um auf Berge zu klettern, wo sie sich dann in Gefahr bringen. Soweit ich mitbekommen habe, haben die Bergrettungen in den Alpen einen großen Zuwachs an Menschen zu verzeichnen, die in Bergnot geraten sind. Einfach, weil sie irgendeiner Empfehlung von Influencern oder Wander-Apps gefolgt sind, ohne sich klar zu machen, welche Risiken sie dabei eingehen, wenn sie schlecht vorbereitet oder unerfahren sind.
 

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