Ich denke das hat etwas mit den Lebensumständen und dem Zeitgeist der Gesellschaft zu tun.
Früher gabs sowas wie Dorfgemeinschaften , die dadurch gebildet wurden, das es im Ablenkungssektor nur ganz wenige Angebote gab.
Es gab zum Beispiel einmal im Jahr eine Kirmes , auf die freute sich jeder , denn es gab ja sonst nix , es gab auch sowas früher schon, als es die ersten Kinovorführungen gab, es gab nicht Kinos überall, aber fahrende Kinovorsteller, die ins Dorf meist in der Stadthalle oder Scheune oder auf dem Platz das "Neuste " präsentierten.
Da ging genauso jeder hin, so gab es drei oder vielleicht 4 große Events , wo das ganze Dorf vertreten war , da bildeten sich die Grüppchen, der Mensch wurde sozusagen verhaltenstechnisch in die Gemeinschaft geführt.
Auch andere Tatsachen trugen dazu bei - die Nachbarschaftshilfe sah früher oft so aus , das man dem Nachbar und dem anderen beim Hausbau half, war ja alles noch erlaubt und nicht geregelt.
Heute kann der Mensch sozusagen sein Leben alleine bestreiten, also zumindest in den Großstädten/ KLeinstädten / etc. wenn der Mensch über die monetären Mittel verfügt, seine Rechnungen zu bezahlen hat er sich nach dem heutigen Zeitgeist selbstverantwortlich in Eigenregie als " Held " der Gesellschaft , die Selbstverwirklichung anstrebt gezeigt und macht sozusagen alles richtig.
Das gemeinschaftliche , zwischenmenschliche wird nicht mehr gelernt, früher sagte man den Kindern setz Dich auseinander , kneif nicht den Schwanz ein, laß Dir nix gefallen, heute sagt man den Kindern, was die anderen denken ist egal , was die anderen fühlen ist egal, laß die links liegen, versuche der Aggression aus dem Weg zu gehen.
Früher sagte man ." Du bist schon sechs , da kannst Du die fünf Kilometer ja wohl alleine zur Schule laufen und beeil Dich, nachmittags musst Du mir noch im Garten helfen ...."
Heute sagt man " Ich fahr Dich " , weil man das Kind schützen will.
So werden Menschen gemacht- die sich kommunikativ und im Detailbereich ihres Lebens sehr genaue Vorstellungen zurechtlegen, man sagt auch Ansprüche.
Heute ist es so , das alle die Dinge zutreffen sollen, wenn man einen Partner sucht, man definiert Traummann anders oder Traumfrau.
Da die Möglichkeiten jemanden zu finden sich nicht mehr auf eine Dorfdisco und 4 Volksfeste im Jahr beschränken, sondern die Möglichkeiten dank der Vernetzung sehr sehr viele sind , ist die Quantität potenziert in die Höhe geschossen, aber nicht unbedingt die Qualität.
Während man früher noch auf so etwas wie Freundschaft baute , weil es sinnvoll war, Freunde zu haben, ist heutzutage der Selfmade Typ das Nonplusultra der Einzelgänger , was die Herrscher der Antike , sind die Elon Musks oder Jeff Bezos von heute.
Das schafft Zweckgemeinschaften die interessehalber und aus opportunistischen Gründen sich in Gruppen zusammenschließen, das hat nichts von einer Gruppe in einer Dorfgemeinschaft, die zusammensitzt, weil sich auf dem Fest alle Leute der Gruppe "trauen" zu tanzen ( Walzer 3 Schritte ) , auch die , die es nicht können.
Ein Du bist mir zwar total sympathisch, aber gab es früher nicht so oft wie heute ...die Lösung kann nur die Selektion sein oder das Prinzip Zufall und wer seine Suche nicht selektiv betreibt, also ganz aktiv, der braucht sich doch im Grunde nicht wundern, wenn er keine findet und bei denen , mit denen er in Kontakt kommt Körbe bekommt oder feststellt nö - will ich selbst nicht.
Bei der Jobsuche stellen sich die Leute doch auch nicht so an. Vor 30 oder 40 Jahren hast Du maximal 10 oder 15 Bewerbungen geschrieben und hattest zu 100 % nen sicheren Job, mittlerweile höre ich oft Zahlen im Hunderterbereich , nicht weil es schwieriger ist, sondern weil es das quantitative Angebot hergibt, bedeutet , selektierst Du Deinen zukünftigen Arbeitgeberkreis minimierst Du das Angebot. Das macht keiner , weil alle wollen einen gutbezahlten Job , also schreiben die lieber 200 Bewerbungen.
Bei den Kennlernaktionen setzt aber dann wohl das rein rechnerische Kalkül aus , ich hatte schon 10 Dates und alles nur ein Reinfall hat ein halbes Jahr gedauert .....die 200 Bewerbungen habe ich aber in 2 Wochen rausgeballert, weil ich brauchte unbedingt nen Job .... ja klar
also suche selektiv und erhöhe die Schlagzahl , nicht weil es Spaß macht , sondern weil es notwendig ist, wenn Du nicht das Glück hast, die / den Traumpartner zufällig kennenzulernen.