S
Sello
Gast
Hallo miteinander,
ich will hier mal meinen Frust wiedergeben und vielleicht Vorschläge sammeln, was ich machen könnte. Ich werde sehr bald 30 und hatte bisher noch keine Beziehung. Im Gegensatz zu anderen Männern, die ähnliche Themen eröffnen, weiß ich aber durchaus, dass Frauen mich attraktiv finden und ich hatte Dates. Das Problem ist, dass es nur bei Dates geblieben ist und es nie intim wurde oder eine Beziehung daraus entstand.
In der Realschule war ich extrem nervös und Mobbingopfer. Trotzdem zeigten einige Mädchen Interesse und haben mir sogar Liebesbriefe geschrieben. Doch ich war mental damals einfach zu fertig und habe sie ignoriert, bis sie sich schließlich andere Jungs aus der Schule suchten.
Im Gymnasium wurde es besser. Ich fand endlich richtige Freundschaften und da war auch ein Mädchen, die wie eine Klette an mir hing und eindeutig Interesse zeigte. Wir verbrachten einige Monate zusammen, ohne das groß etwas passierte. Außenstehende pushten uns immer zusammen und meinten zu mir ich solle mal Nägel mit Köpfen schlagen. Doch letzten Endes fand ich sie weder äußerlich noch vom Charakter her attraktiv, sodass ich ihr am Ende sagte, dass ich kein Interesse hatte. Ich wurde dann prompt zusammengeschrien und sie rannte weinend weg.
In der Uni begann dann die verdammte Spirale, aus der ich bis heute nie ausbrechen konnte. Ich war immer eher zurückhaltender und hatte nicht viele Hobbies, die mich vor die Tür lockten. Trotzdem zwang ich mich in soziale Situationen und lernte auch ab und an eine kennen. Ich hatte vielleicht einmal bis zweimal im Semester ein Date. Doch es ging immer in die Hose – spätestens nach dem dritten Treffen.
Jedes Mal, wenn ich dachte, dass sie wirklich an mich interessiert waren und entsprechend auf sie zuging, zogen sie sich dann zurück und meinten sie sahen mich nur als Freund. Bei den Mädchen wiederum, bei denen ich glaubte es wird eh nix, erfuhr ich im Nachhinein, dass sie sehr wohl interessiert waren und spätestens nach dem dritten Date etwas Eindeutiges von mir erwarteten. So versandete es aber immer und sie suchten sich dann jemand anderen. Einige meine plantonischen Freundinnen meinten sogar, dass sie Mädchen kannten, die schwer in mich verliebt gewesen waren und darauf gewartet hatten, dass ich auf sie zugehe. Doch dies erfuhr ich immer nur im Nachhinein und habe nie gecheckt, dass sie mich mochten, bis man es mir sagte. Dann war es aber meistens zu spät.
Bis heute habe ich auch keine Routine für mich gefunden. Wenn ich bei Dates den Kaffee für uns beide bezahlte, waren die Mädchen meistens beleidigt und sagten mir, dass sie es selbst bezahlen wollten. Wenn ich es dann aber nicht bezahlte, war das nächste Mädchen dann auch beleidigt und meinte ich wäre kein Gentlemen. Was denn nun? Ich werfe inzwischen eine Münze vor jedem Date, um zu entscheiden, ob ich bezahlen soll oder nicht… und es ist immer genau das Falsche.
Auch bin ich extrem zögerlich einen Kuss zu geben. Es fühlt sich häufig einfach nicht nach dem richtigen Augenblick an - nur damit ich dann im Nachhinein zu hören bekomme, dass die Betreffende darauf gewartet hat. Ich kann sehr schlecht einschätzen, ob es passt oder nicht passt. Ein Kumpel meinte auch zu mir, ich solle einfach einen Kuss probieren und dabei eine Ohrfeige riskieren. Entweder klappt es oder nicht. Ganz überzeugt bin ich davon aber nicht.
Inzwischen bin ich aus der Uni raus und lebe 300 km von meiner Heimatstadt entfernt. Meine Schwester kann nicht verstehen, wie ich es geschafft habe in meiner Studentenzeit nicht eine Beziehung oder überhaupt ein One-Nicht-Stand zu finden, obwohl auf dem Campus ein hoher Frauenanteil herrschte. Ich verstehe es auch nicht.
Ich treibe Sport und habe mir einen kleinen – wenn auch eher flüchtigen - Bekanntenkreis aufgebaut. Doch bedingt durch Corona habe ich keine neuen Frauen in den letzten zwei Jahren kennengelernt – zumindest keine Singles. Eine Ausnahme gab es aber und gab auch den Ansporn dies hier zu schreiben.
Doch seit letztem Herbst habe ich wieder Kontakt mit einer Bekannten aus der Uni, die gerade ihren Master fertigmacht. Jedes Mal, wenn ich in meiner alten Heimatstadt zu Besuch bei der Verwandtschaft war, habe ich sie auch getroffen (ungefähr alle zwei Monate). Ich fand sie eigentlich immer schon attraktiv und sie hat im Prinzip all meine Checkboxen getroffen. Wir verstanden uns gut und haben uns oft stundenlang unterhalten. Auch war sie nicht angepisst, wenn ich die Rechnung übernahm. Yay! Zu Weihnachten war ich dann mit ihr in einem gemütlichen Café und habe mit ihr eine schöne Zeit verbracht. Im Anschluss standen wir draußen im Abendlicht vor dem Gebäude und beim Abschied standen wir uns dann kurz dümlich gegenüber gegenüber. Ich hatte das Gefühl, dass sie auf etwas von mir wartete, doch mein Verstand sagte mir, dass ich falsch liege. Ich überlegte ob ich sie küssen sollte, doch gleichzeitig fühlte es sich wie immer falsch an. Der Moment verstrich und wir gingen auseinander. Meine Schwester hat mir dann am Abend fast den Kopf abgerissen als ich ihr davon erzählte und sie meinte es wäre der perfekte Moment gewesen.
Die Chatnachrichten mit ihr wurden dann immer seltener im Nachhinein. Sie antwortete häufig nicht mehr auf meine Nachrichten und der Kontakt versandete. Vor kurzem hat sie mir dann geschrieben, dass sie mit einem Kollegen bei ihrem Nebenjob zusammengekommen ist und sie fand es schade, dass es mit mir nicht geklappt hat, doch sie wollte einfach nicht mehr warten (war eine längere Konversation und ich verkürze hier gerade extrem).
Jetzt grummle ich hier vor mich hin und frage mich, was ich genau falsch mache. Ist es wirklich einfach nur Pech? Ich gebe zu, ich habe teilweise Probleme Menschen zu lesen und häufig muss ich raten, was mein Gegenüber genau will. Doch ist es normal, dass es eigentlich immer schiefgeht? Schon einige meinten zu mir, dass ich eigentlich eine Frau finden müsste, die von sich aus Initiative zeigt, doch anscheinend hatte ich das Glück bisher nicht.
Wenn es wärmer wird, will ich als Jahresvorsatz mehr raus und mehr unternehmen, doch irgendwie gebe ich die Hoffnung langsam auf eine Beziehung dabei zu finden. Es hat ja in der Uni nicht geklappt und ich da ich durch meinen Job stark gebunden bin, sind die Bedingungen gefühlt schlechter. Auch habe ich einfach Angst davor, dass wieder einfach nur alles im Sande verläuft.
Danke fürs Lesen.
ich will hier mal meinen Frust wiedergeben und vielleicht Vorschläge sammeln, was ich machen könnte. Ich werde sehr bald 30 und hatte bisher noch keine Beziehung. Im Gegensatz zu anderen Männern, die ähnliche Themen eröffnen, weiß ich aber durchaus, dass Frauen mich attraktiv finden und ich hatte Dates. Das Problem ist, dass es nur bei Dates geblieben ist und es nie intim wurde oder eine Beziehung daraus entstand.
In der Realschule war ich extrem nervös und Mobbingopfer. Trotzdem zeigten einige Mädchen Interesse und haben mir sogar Liebesbriefe geschrieben. Doch ich war mental damals einfach zu fertig und habe sie ignoriert, bis sie sich schließlich andere Jungs aus der Schule suchten.
Im Gymnasium wurde es besser. Ich fand endlich richtige Freundschaften und da war auch ein Mädchen, die wie eine Klette an mir hing und eindeutig Interesse zeigte. Wir verbrachten einige Monate zusammen, ohne das groß etwas passierte. Außenstehende pushten uns immer zusammen und meinten zu mir ich solle mal Nägel mit Köpfen schlagen. Doch letzten Endes fand ich sie weder äußerlich noch vom Charakter her attraktiv, sodass ich ihr am Ende sagte, dass ich kein Interesse hatte. Ich wurde dann prompt zusammengeschrien und sie rannte weinend weg.
In der Uni begann dann die verdammte Spirale, aus der ich bis heute nie ausbrechen konnte. Ich war immer eher zurückhaltender und hatte nicht viele Hobbies, die mich vor die Tür lockten. Trotzdem zwang ich mich in soziale Situationen und lernte auch ab und an eine kennen. Ich hatte vielleicht einmal bis zweimal im Semester ein Date. Doch es ging immer in die Hose – spätestens nach dem dritten Treffen.
Jedes Mal, wenn ich dachte, dass sie wirklich an mich interessiert waren und entsprechend auf sie zuging, zogen sie sich dann zurück und meinten sie sahen mich nur als Freund. Bei den Mädchen wiederum, bei denen ich glaubte es wird eh nix, erfuhr ich im Nachhinein, dass sie sehr wohl interessiert waren und spätestens nach dem dritten Date etwas Eindeutiges von mir erwarteten. So versandete es aber immer und sie suchten sich dann jemand anderen. Einige meine plantonischen Freundinnen meinten sogar, dass sie Mädchen kannten, die schwer in mich verliebt gewesen waren und darauf gewartet hatten, dass ich auf sie zugehe. Doch dies erfuhr ich immer nur im Nachhinein und habe nie gecheckt, dass sie mich mochten, bis man es mir sagte. Dann war es aber meistens zu spät.
Bis heute habe ich auch keine Routine für mich gefunden. Wenn ich bei Dates den Kaffee für uns beide bezahlte, waren die Mädchen meistens beleidigt und sagten mir, dass sie es selbst bezahlen wollten. Wenn ich es dann aber nicht bezahlte, war das nächste Mädchen dann auch beleidigt und meinte ich wäre kein Gentlemen. Was denn nun? Ich werfe inzwischen eine Münze vor jedem Date, um zu entscheiden, ob ich bezahlen soll oder nicht… und es ist immer genau das Falsche.
Auch bin ich extrem zögerlich einen Kuss zu geben. Es fühlt sich häufig einfach nicht nach dem richtigen Augenblick an - nur damit ich dann im Nachhinein zu hören bekomme, dass die Betreffende darauf gewartet hat. Ich kann sehr schlecht einschätzen, ob es passt oder nicht passt. Ein Kumpel meinte auch zu mir, ich solle einfach einen Kuss probieren und dabei eine Ohrfeige riskieren. Entweder klappt es oder nicht. Ganz überzeugt bin ich davon aber nicht.
Inzwischen bin ich aus der Uni raus und lebe 300 km von meiner Heimatstadt entfernt. Meine Schwester kann nicht verstehen, wie ich es geschafft habe in meiner Studentenzeit nicht eine Beziehung oder überhaupt ein One-Nicht-Stand zu finden, obwohl auf dem Campus ein hoher Frauenanteil herrschte. Ich verstehe es auch nicht.
Ich treibe Sport und habe mir einen kleinen – wenn auch eher flüchtigen - Bekanntenkreis aufgebaut. Doch bedingt durch Corona habe ich keine neuen Frauen in den letzten zwei Jahren kennengelernt – zumindest keine Singles. Eine Ausnahme gab es aber und gab auch den Ansporn dies hier zu schreiben.
Doch seit letztem Herbst habe ich wieder Kontakt mit einer Bekannten aus der Uni, die gerade ihren Master fertigmacht. Jedes Mal, wenn ich in meiner alten Heimatstadt zu Besuch bei der Verwandtschaft war, habe ich sie auch getroffen (ungefähr alle zwei Monate). Ich fand sie eigentlich immer schon attraktiv und sie hat im Prinzip all meine Checkboxen getroffen. Wir verstanden uns gut und haben uns oft stundenlang unterhalten. Auch war sie nicht angepisst, wenn ich die Rechnung übernahm. Yay! Zu Weihnachten war ich dann mit ihr in einem gemütlichen Café und habe mit ihr eine schöne Zeit verbracht. Im Anschluss standen wir draußen im Abendlicht vor dem Gebäude und beim Abschied standen wir uns dann kurz dümlich gegenüber gegenüber. Ich hatte das Gefühl, dass sie auf etwas von mir wartete, doch mein Verstand sagte mir, dass ich falsch liege. Ich überlegte ob ich sie küssen sollte, doch gleichzeitig fühlte es sich wie immer falsch an. Der Moment verstrich und wir gingen auseinander. Meine Schwester hat mir dann am Abend fast den Kopf abgerissen als ich ihr davon erzählte und sie meinte es wäre der perfekte Moment gewesen.
Die Chatnachrichten mit ihr wurden dann immer seltener im Nachhinein. Sie antwortete häufig nicht mehr auf meine Nachrichten und der Kontakt versandete. Vor kurzem hat sie mir dann geschrieben, dass sie mit einem Kollegen bei ihrem Nebenjob zusammengekommen ist und sie fand es schade, dass es mit mir nicht geklappt hat, doch sie wollte einfach nicht mehr warten (war eine längere Konversation und ich verkürze hier gerade extrem).
Jetzt grummle ich hier vor mich hin und frage mich, was ich genau falsch mache. Ist es wirklich einfach nur Pech? Ich gebe zu, ich habe teilweise Probleme Menschen zu lesen und häufig muss ich raten, was mein Gegenüber genau will. Doch ist es normal, dass es eigentlich immer schiefgeht? Schon einige meinten zu mir, dass ich eigentlich eine Frau finden müsste, die von sich aus Initiative zeigt, doch anscheinend hatte ich das Glück bisher nicht.
Wenn es wärmer wird, will ich als Jahresvorsatz mehr raus und mehr unternehmen, doch irgendwie gebe ich die Hoffnung langsam auf eine Beziehung dabei zu finden. Es hat ja in der Uni nicht geklappt und ich da ich durch meinen Job stark gebunden bin, sind die Bedingungen gefühlt schlechter. Auch habe ich einfach Angst davor, dass wieder einfach nur alles im Sande verläuft.
Danke fürs Lesen.