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Immer alleine ...

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Hallo an euch alle,

heute möchte ich mir auch einmal meine Sorgen von der Seele schreiben, auch wenn sie im Vergleich zu vielen anderen hier vielleicht „lächerlich“ und „klein“ sind. Ich weiß auch, dass ihr mir sicher keine „Lösung“ anbieten könnt, aber vielleicht mal neue Ansätze oder Ideen.

Ich bin jetzt 2tes Semester WiWi in Chemnitz. Das Studium haut mich zwar nicht vom Hocker, aber es ist okay – manches ist interessant, manches weniger, ganz normal eben. Ich denke, ich schaffs auch vom Pensum her ganz gut, hab die 8 Prüfungen vom 1. Semester bestanden mit einem Schnitt von etwa 2,0. Von daher also alles okay. Meine Wohnsituation ist eigentlich auch meinen Bedürfnissen entsprechend. Ich bin ein Mensch, der manchmal einfach seine Ruhe braucht und hab außerdem nen kleinen Ordnungfimmel, deshalb kam WG nicht in Frage. So wohne ich jetzt in einem sehr schönen kleinen Zimmer im Wohnheim, 10 Minuten von der Uni. Übers Wochenende fahre ich nach Hause.

Mein Problem ist, dass ich einfach keine „richtigen“ Freunde finde. Ich kenne zwar mittlerweile 4-5 Leute, neben die ich mich meist in den Vorlesungen setze und mit denen ich in der Mensa gemeinsam esse. Es sind aber eben nur „Uni-Freundschaften“, sobald die letzte Vorlesung vorbei ist, gehen wir wieder getrennte Wege.

Ich möchte aber gerne auch noch ein Leben außerhalb des Studiums. Ich möchte auch mal abends mit Freunden weggehen, einen schönen Fernsehabend machen oder sowas. Es ist jeden Tag so, dass ich nach der Uni in mein Zimmer komme, lerne, arbeite und abends noch etwas fernsehe. Dadurch fühle ich mich oft ziemlich einsam. Ich möchte gerne etwas mit anderen „unternehmen“, um nicht mein ganzes Leben nur auf eine einzige Aufgabe (das Studium) zu konzentrieren.

Mein Problem ist aber, dass ich generell keine Party-Gängerin bin. Ich trinke keinen Alkohol, kann nicht tanzen usw. Und da ich hier eben keine richtigen Freunde habe, lädt mich auch keiner mal ein, zu einer Grillparty oder zum Kochen etc. :-( Ich verstehe aber einfach nicht, warum anscheinend keiner was mit mir machen will. Manchmal denke ich, ich habe ein großes „Nicht ansprechen“-Schild auf der Stirn, obwohl ich doch so gerne Freundschaften knüpfen würde ...

Ist vielleicht ein wenig schwer zu verstehen für andere. Ihr werdet jetzt berechtigterweise fragen: „Warum gehst du nicht einfach mal irgendwo hin und sprichst Leute an?“, aber das ist eben etwas, was mir unheimlich schwer fällt. Ich denke dann immer, ich bin bestimmt die einzige, die alleine kommt und keinen kennt und mich will da bestimmt auch keiner haben. Alle haben beste Freunde oder ne Beziehung bloß ich bin eben immer alleine.

Dadurch arbeite ich eigentlich die ganze Woche nur noch aufs Wochenende hin, wenn ich endlich nach Hause (in meine alte Heimat) kann, wo ich paar Leute kenne ...
Habt ihr vielleicht gute Tipps, wie man Leute kennenlernen kann, obwohl man nicht trinkfest und auch nicht sportlich ist? Ich hab immer das Gefühl die einzigen Treffpunkte sind Partys und Sportvereine ... :-(
Hilfe.
 
Deine Sorgen sind ganz sicher nicht klein und schon gar nicht lächerlich.

Es ist schon mal gut, dass Du zumindest am Wochenende freundschaftliche Kontakte hast, das ist immerhin schon etwas.

Der Mensch ist ein Herdentier, heißt es immer so schön. Da ist schon was dran, denn in Geselligkeit und gemütlicher Runde fällt vieles leichter.
Sitzt man alleine zu Hause und ist unzufrieden, dann bringt das zusätzlichen Stress, auf den man im Studium gerne verzichten kann.

Richtige, wahre Freunde zu "finden" ist unheimlich schwer, denn Freundschaften wachsen und entwickeln sich mit der Zeit. Ich weiß natürlich, wie Du das meinst. Du suchst Menschen, auf die man sich verlassen und denen man vertrauen kann.

Wie gut kennst Du denn die 4-5 Bekannten? Habt ihr Gemeinsamkeiten und ähnliche Interessen? Wenn Du das nicht weißt, dann finde es heraus. Frage sie, was sie gerne in der Freizeit machen. Du kannst auch selbst mal einen Vorschlag für Unternehmungen wie Kino oder Café machen. Du wirst schon merken, ob sich mit einem oder mehreren der 4-5 Bekannten vielleicht eine Freundschaft entwickeln kann oder eher nicht.
Wenn es so was wie Lerngruppen gibt, dann könntest Du Dich da auch mal umsehen. Sich gegenseitig zu helfen ist doch eine gute Basis um sich näher kennen zu lernen.

Du musst von Deinen Gedanken wegkommen, mit denen Du Dich von vornherein klein oder gar schlecht machst.
Klar, dass Du Dich nicht von heute auf morgen vom schüchternen Menschen zur Draufgängerin wandelst, aber das musst Du auch nicht. Überhaupt, bleib so, wie Du bist und passe Dich nicht an.
Hab ein offenes Ohr und zeige auch Interesse an anderen, dann interessiert man sich vielleicht auch für Dich. Ein bisschen musst Du allerdings die Initiative ergreifen, denn einfach so gefunden werden, halte ich eher für unwahrscheinlich.

Einen wirklich guten Ratschlag kann ich Dir leider nicht geben, sondern Dich nur ermutigen, Dich wirklich zu bemühen und nicht zu schnell aufzugeben und zu verzweifeln.

Ich kann sehr gut verstehen, dass Dir die Vorstellung Sorgen bereitet, im Studium noch länger alleine zu sein. Mir geht das jetzt seit bald einem Jahr so, dass ich niemanden habe, mit dem man mal was unternehmen kann und ich gehe daran kaputt. Mittlerweile bin ich ziemlich depressiv, mein Studium ist nach 3 Semestern so gut wie gelaufen und ich bin fertig mit der Welt. Dabei hatte ich auch ein paar Bekannte, mit denen ich mich super verstanden habe, aber das war von einem auf den anderen Tag plötzlich anders, als hätte man sich nie gekannt.

Ich wünsche Dir, dass Du ein paar Leute findest, die Dich mögen und mit denen Du gemeinsam etwas unternehmen kannst. Es wird oft unterschätzt, wie wichtig das ist – auch für das Studium. Deshalb finde ich Deine Sorgen mehr als berechtigt!
 
Hey!

Die Sache kommt mir bekannt vor ^^
Dabei bin ich an einer Hochschule in meiner Nähe, wohne also weiterhin zu Hause. Schreibe gerade an meiner Abschlussarbeit, aber Freundschaften hab ich aus den fast 5 Jahren nicht mitgenommen. War auch nie auf Partys und hab nie was mit Komilitonen unternommen, weil mir genau wie dir der Anschluss gefehlt hat. Die einzigen Leute z denen ich Kontakt hatte, waren Ex-Klassenkameraden aus der Schule, die 1-2 Semester nach mir auf die Hochschule kamen. Aber erst gegen Ende des Studiums hatte ich vermehrt Kontakt mit denen... weil mir der Antrieb gefehlt hat und ich weniger Vorlesungen gemacht habe, bin ich irgendwann mit denen in der Vorlesung gesessen.

Im Nahhinein bereue ich es natürlich, so gar nichts (außer dem Wissen) aus dem Studium mitgenommen zu haben. Ähnlich wie du bin icha uch nicht so sehr gesprächig.


Ich denke was bei dir auch zu der Lage führt, ist dass du am Wochenende nicht da bist. Da wird wahrscheinlich schon mehr los sein. Unter der Woche ist ja meist eher schlecht, aber ja auch mir ist dsa Studentenleben nicht fremd, natürlich gibts da eigentlich immer Möglichkeiten was zu machen ^^
Vielleicht bleibst du einfach mal ein Wochenende, wenn irgendwas tolles in Chemnitz oder Umgebung ist und machst davor was mit deinen Komilitonen aus. Da sind doch sicher auch Feste und Märkte.

Wie schon vorgeschlagen wurde, wenn du was mit den Leuten machen willst, lern sie besser kennen. Frag sie, was sie nach der Vorlesung machen, was sie in ihrer Freizeit machen oder ob ihr euch nicht mal zum Lernen treffen wollt (auch gute Gelegenheit zum Quatschen ^^). Dabei wird sich mit dem ein oder anderen sicher irgend eine Überschneidung an Interessen finden und ZACK schon die erste Möglichkeit mal was zu machen 😉

Es wird sicher Leute bei dir im Studium geben, die ähnliche interessen haben. Wenn es bei den 4-5 die du jetzt kennst weniger der Fall ist, setz dich halt mal neben jemand anderen in der Vorlesung, der dir sympathisch erscheint oder deiner Meinung nach "zu dir passen könnte". Vielleicht ja jemand, der eh schon allein sitzt.
Frag ihn nach dem Namen, woher er kommt oder vielleicht hat er ja irgend was auffälliges dabei/an sich, auf das du ne Frage aufbauen kannst (z.B. Musikgeschmack kann man ja bei einigen gut vom Äußeren ablesen ^^).

Viel Erfolg!
 
hallo,

ich kenne deine situation nur zu gut.

mir ging es etwa bis ins 5. semester so und eigentlich habe ich es auch da erst richtig bemerkt. denn im 6. semester war ich weg von der uni zum praktikum und über den ganzen sommer hat sich keiner gemeldet. aus den augen aus dem sinn.

im 7. semester also wieder an der uni habe ich beschlossen "echte freunde" zu suchen.
hat bei mir auch geklappt.

ich sehe das problem grundsätzlich in euch "heimfahrern". wenn jeder student am wochenende nach hause fährt, ist es doch kein wunder, dass man nichts gemeinsam unternimmt und sich keine tieferen freundschaften entwickeln.
ich bin noch nie jedes we heim gefahren, auch nicht jedes zweite. ich bin so alle 3, 4 monate mal zu hause und das obwohl ich ein sehr sehr gutes verhältnis zu meinen eltern habe. ich will es so und ich brauche es auch so.

ich habe also in unserem forum von der uni mal getextet, dass ich gerne mal am we was machen würde und dafür andere nicht- heimfahrer suche. war am ende ne super grillparty am teich. das machen wir jetzt regelmäßig 1 bis 2 mal im monat je nach lust, laune und zeit. da kann sich dann auch mal was tieferes entwickeln.

vielleicht bleibst du ja auch mal 4 oder 5 wochen am studienort. du wirst staunen, wie viele leute auch am we da sind und wie viel spaß man mit diesen, wenn auch erst mal fremdem leuten machen kann...
 

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