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Im Pflegeberuf wird man behandelt wie der letzte Dreck

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Hallo Forum,

ich möchte doch nun auch mal meinen beruflichen Frust los werden.

Zu mir: ich habe vor 20 Jahren in der Altenpflege gelernt,habe mich mit einem Studiun in Pflegewissenschaft weitergebildet und
bin zusätzlich auch noch Praxisanleiterin für Auszubildende.

Ich war als Pflegediensteitung einer sehr großen Pflegeeinrichtung beschäftigt und konnte die Pflegemissstände mit meinem Gewissen nicht mehr vereinbaren.
Personalmangel, Körperverletzung,Dokomentenfälschung usw.
Ich habe mehrer Protokolle über die Missstände verfast und an die Leitungsebene weitergeleitet.
Es folgte daraufhin ein ganz massives Mobbing es fehlten Dokumte.es wurde geklaut usw.
um es kurz zu machen meine Kündigung wurde provoziert.
Ich bin gerne gegangen meine Nerven haben es mir gedankt.
Ich möchte dazu sagen, es wird ganz massiv am Geld gespahrt eine Standartqualität ist kaum oder nur noch sehr selten einzuhalten.

Ich habe den MDK auf die Misstände hingewiesen,nach einer Kontrolle gab es eine kleine Geldbuße ( es ist einfacher mal eben ein Bußgeld zu zahlen,es ändert sich dadurch aber nichts)

Anschl.habe ich mich in einer anderen Einrichtung als ganz normale Fachkraft beworben,(meine Qualifikation aber habe ich verschwiegen, da es sehr schwer ist mit einer Überqualifizierung eime Stelle zu bekommen )
und eine Leitungsverantwortung wollte ich nicht mehr übernehmen,

.... und auch dort habe ich Missstände erlebt,die ich eigentlich nicht niederschrieben dürfte,denn wir werden ja nun mal alle alt... nicht war!!!!!!!
Es gibt eine Dunkelziffer von Suizidalfällen von alten Menschen,die Angst hatten mit zunehmenden Alter pflegebedürftig zu werden. ( die Angst ist absolut begründet )
Die demeziellerkrankten Menschen haben damit natürlich weniger Probleme, denn die haben alles gleich wieder vergessen
und was noch besser ist,sie können sich nicht mitteilen.

Das Pflegepersonal ist total überfordert z.B eine Nachtwache versorgt mit einem Pflegehelfer 140 Altenheimbewohner,es sind in der Nacht mind.3 Lagerungswechsel + Inkontinenzwechsel vorgeschrieben, hinzu kommen Zwischenmahlzeiten Medikamente richten und reichlich Betten beziehen.denn an den Windeln wird auch gerne gespart. ( das ist in fast allen Heimen vorschrift )
Ach ja bevor ich es vergesse: einige Bewohner werden in der Nacht aus dem Bett gerissen und geduscht ( wennig Personal am Morgen)...natürlich nur die,die den Mund nicht mehr aufmachen können.
( Das ist gesetzlich verboten,wird aber in vielen Einrichtungen praktiziert)

Oft habe ich erlebt,wie einige Pfleger die Bewohner angeschrien und teilw.sogar geschlagen haben. ( auf 1 Pfleger kommen Ca. 15 Bewohner) fast alle Schwerstpflegebedürftig oder hochgradig demenziell.
( In Außnahmen bei Krankheitsausfällen und das kommt häufiger vor,hat ein Pfleger 20 Bew.zu versorgen)

Es ist Vorschrift alles zu dokumentieren und was nicht geschrieben steht hat auch nicht stattgefunden ( so einfach ist das)
Die Situation wird in Zukunft leider nicht besser (Pflegenotstand).
Fast jeder Pfleger/rin hat in jungen Jahren bereits einige Bandscheibenvorfälle hinter sich (es geht immer schneller Menschen aus dem Bett zu heben, als einen Hebelifter zu nenutzen).
Es gibt aber immer noch Pflegekräfte die den Mund aufmachen und die Missstände anzeigen,, mit dem Erfolg einer kündigung"
Am schlimmsten betroffen sind Mitarbeiter und Bewohner von privaten Einrichtungen,denn dort wird an allen einfach alles gespart ( auch ganz besonders am Essen).
Es ist ganz besonders hervorzuheben,dass die Pflegeeinrichtungen eines Landkreises oder mehrere Informationen über Pflegepersonal austauscht,so dass ein Pfleger nach einer Kündigung kaum noch eine Möglichkeit hat eine neue Anstellung zu finden.( und erst recht nicht wenn er den Mund aufgemacht hat )

Es ist auch immer wieder schön die Pflegeleitbilder ( sie hängen oft im Eingangsbereich einer Pflegeeinrichtung)
zu betrachten da steht sowas wie: DER MENSCH STEHT BEI UNS IM MITTELPUNKT !!!!!!!!!!!
Ja was die Einnahmen pro Bewohner angeht haben sie recht.
Ich habe für meinen Teil beschlossen keinen Fuss mehr in eine Pflegeeinheit zu setzen.
Etwas Menschenunwürdigeres habe noch nicht erlebt.
Ich denke viele Berufskollegen sprechen mir da aus der Seele.
 
Wenn ich mir deinen Text durchlese, graut es mir schon davor mal so alt zu werden (und ich bin noch weit davon entfernt) ... :wein:
Ich glaube nämlich nicht, dass sich das in Zukunft bessern wird. Ganz im Gegenteil, es wird eher schlimmer...
 
Naja, in unserem Gesundheitswesen arbeitet man halt primär für den Arbeitgeber. Und der ist das Krankenhaus bzw. die Pflegeeinrichtung,
und nicht der Patient. Ich meine, das ganze System ist darauf ausgerichtet. Such dir doch ein paar alte oder hilfsbedürftige Menschen,
die du pflegen kannst und die nicht die Kohle fürs Altersheim haben oder da hin wollen. Das geht schon. Es gibt viele, die sich über deine
Hilfe freuen würden.
 
Ich denke viele Berufskollegen sprechen mir da aus der Seele.
Glaube ich eher nicht, einige Wenige, die aber Hoffnungsträger sind - die meisten anderen lassen sich bereits in den Schulen rekrutieren und nehmens mit Humor bzw. Zynismus, aber kritiklos.

Im Übrigen nichts, was wir nicht alle bereits gewusst hätten, aber hier bei uns ist ja alles vorbildlich, für die gesamte Welt mittlerweile.

Jouar, alt werden ist Scheiße hier, und anderswo weniger. 🙂

Übrigens nicht zu vergessen, dass die Pflegebedürftigen allesamt entmündigt werden bzw unter Betreuung gestellt. also keine Chance haben, sich irgendwie zur Wehr zu setzen.
 
Nicht, dass ich Dir die Erfahrung absprechen möchte oder leugnen möchte, dass es solche Zustände gibt, aber:

Ich bin Krankenschwester und habe später studiert. Während meines Studiums habe ich nacheinander für einen ambulanten Pflegedienst, für eine Zeitarbeitsfirma und in einer Demenz-WG gearbeitet um Geld zu verdienen. Vor allem während meiner Tätigkeit für den Personaldienstleister habe ich als Examinierte wirklich einen soliden Querschnitt aller Pflegeeinrichtungen meiner Region kennenlernen dürfen.

Ich habe auch schlechte Einrichtungen kennengelernt, aber mehrheitlich kann ich Deinen Bericht nicht bestätigen. Die meisten waren sehr bemüht und arbeiteten professionell und liebevoll. Den von Dir angesprochenen Sparzwang gibt es überall und nicht immer sind es die bösen Managements, denk nur mal an IKM. Die werden nunmal nur in einer bestimmten Menge von der Krankenkasse bezahlt. Mein Vater bekommt genau eine (!) pro Tag. Ja, was soll man denn da machen, wenn man es nicht privat bezahlen kann. Die meisten Einrichtungen sind damit sehr fantasiereich, aber niemals missbräuchlich umgegangen. Auch Mangel an Essen kann ich nicht bestätigen.

Mitunter fehlte es an Progressivität, zum Beispiel beim passiven Suizid habe ich erschreckend unqualifizierte Reaktionen von Ärzten und vom Pflegepersonal erlebt. Auch die Medikamentengabe erfolgt immer noch nach dem Gießkannenprinzip.

Also, ich will nichts beschönigen, aber mit einem Rundumschlag tust Du auch unseren BerufskollegInnen bitter Unrecht.
 
Es fängt doch schon in der Ausbildung an. Der Schüler hat nichts zu sagen oder (oh mein Gott!) zu hinterfragen. Und wenn doch: 'Wird seiner Schülerrolle nicht gerecht.' 'Kann sich den Abläufen der Station schwer anpassen.'

Die Klassenbesten und Dualen Studenten meiner Ausbildung - die die besten Examensnoten eingeheimst haben - hatten von den verschiedensten Stationen schlechte Vorbewertungen bekommen. Eben weil man was sagt oder die gefürchtete 'Warum?' Frage stellt.

Von uns ist/bleibt keiner in der Pflege. Alle studieren weiter oder machen was anderes. Es ist doch eigentlich Schade, dass ausgerechnet jene vergrault werden, die am ehesten etwas ändern könnten.

Aber, das ist Pflege...
Seit Jahrzehnten wehren sich Leute die keine Lust haben etwas zu ändern, gegen die Akademisierung.
Auszubildenden sind billige Arbeitskräfte, nicht Menschen die etwas lernen sollen.
Man beschwert sich über die 'unsinnige' Dokumentation (ist wirklich unsinnig, so wie es gemacht wird - aber sehr nützlich, wenn man es so macht, wie es seien soll!),
man hat 'keine Zeit' für den Patienten (aber der Spülraum wird mit der Zahnbürste geschrubbt und die alte Dame, die gestern geduscht hat, soll heute nochmal... & reden... das ist ja gar keine Pflege...)
& zu guter letzt sind Patienten & Angehörige unkooperativ oder schwierig, wenn sie etwas wollen was außerhalb von Schema F ist (wie z.B. gezeigt bekommen, wie man den Ehemann auf den Toilettenstuhl bekommt)....

Ich möchte von den fünf Krankenhäusern die ich kenne, grademal in einem behandelt werden & da hoffentlich auch nur wenn ich noch einigermaßen selbstständig bin.

Und ab und zu muss man sich mal Luft machen, damit man nicht eines Tages die PDL erschießt (also ich warte eigentlich nur auf den ersten Amoklauf im Krankenhaus...)
 

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