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Ich will meinen Chef nicht enttäuschen, aber ich kann nicht mehr!

  • Starter*in Starter*in Karafia
  • Datum Start Datum Start
Das einzige, was mich im Moment noch ein bisschen hochhält, ist ein echt lieber und netter Kollege.
Ich glaube, er hat meine Schwierigkeiten mitbekommen und wahrscheinlich tut es ihm leid für mich.

Ich mag ihn sehr.
Er kommt schon mal zwischendurch zu mir ins Büro, einfach um mir mal kurz einen Sachverhalt zu schildern oder mir vom Stress zu erzählen.
Er hat mir auch zugesagt, wenn er mal ein bisschen Luft habe, würde er mir auch mal etwas am Computer erklären.
Gestern morgen meinte er, dass er heute absolut keine Lust habe. Was ich irgendwie als Vertrauensbeweis empfand, so etwas zu einer ganz neuen Mitarbeiterin und somit noch fremden Person zu sagen. Auch wenn er es sich wohl leisten kann, da er schon ein paar Jahre dort arbeitet.

Normalerweise bringen die Kollegen ihre Post zum Frankieren zu mir ins Büro.
Ich rief ihn gestern an und fragte, ob ich seine Post, die ich am Vortag nicht hatte verschicken können (die Buchhalterin hatte das Konto fürs Porto nicht aufgeladen), in seinem Büro auf einer anderen Etage abholen solle.
Er freute sich darüber.
Am Nachmittag kam er noch mal zu mir rein und fragte, ob mit seinen Briefen alles geklappt hätte.

Ich weiß nicht, ob er Mitleid mit mir hat oder ob er mich sympathisch findet.
Jedenfalls ist er für mich ein Grund, es weiter dort zu versuchen.
Ich habe mir schon vorgenommen, ihn am Montagmorgen trotz meiner Angespanntheit einfach mal nett zu fragen, ob er ein schönes Wochenende hatte.
 
Guden!

Bei so einer veratwortungsvollen Tätigkeit ist es eigentlich üblich, dass der neue Mitarbeiter in den Aufgabenbereich richtig eingearbeitet wird. Das sollte eigentlich der/die Kollege/-in machen, die den Arbeitsplatz verlässt.
Bei der Übergabe einer Sekreteriats-Stelle, noch dazu in einem kleinen Team, ist das der Standard.
Selbst eine erfahrene Sekretärin kann es nicht leisten, sich selbst im zu bewältigenden Tagesgeschäft einzuarbeiten.
Das kann gar nicht funktionieren und kann dein Chef nicht von dir verlangen.

G
 
Ich finde es auch sehr seltsam, dass du nicht vernünftig eingearbeitet wirst. Ich habe mittlerweile ne Menge Erfahrung im Büro, kenne die generellen Abläufe ganz gut und kann mich in Sachen schnell reinfinden. Aber das auch nur, wenn man mich eben in die konkreten Aufgaben einarbeitet. Jede Datenbank ist etwas anders, Jede Firma hat ihre eigenen Methoden für Serienbriefe, usw... Dich einfach ins kalte Wasser zu werfen und zu erwarten, dass du schon klarkommst, finde ich sehr seltsam! Vor allem, wenn du verantwortungsvolle Aufgaben hast, Fristen einhalten musst, etc... bist du sowie dein Chef drauf angewiesen, dass du weißt, was du tust! Also warte bitte nicht noch eine Woche darauf, dass es schon besser wird, sondern sag deinem Chef, dass du eingearbeitet werden musst, weil die Kollegen es von sich aus nicht machen.
 
Ich werde von Tag zu Tag frustrierter, weil sich an der Situation nichts ändert!
Inzwischen frage ich mich, warum ich eingestellt worden bin, denn ich bin den Kollegen überhaupt keine Unterstützung.
Dabei hat der Chef gewusst, dass es mir an Berufserfahrung im kaufmännischen Bereich mangelt und ich noch nie mit Datenbänken gearbeitet habe.
Ich versuche mühselig, mir selbst ein bisschen anzueignen, aber an ganz vielen Stellen komme ich ohne Hilfe nicht weiter.

Leider ist der nette Kollege, von dem ich hier geschrieben habe, anscheinend auch schon genervt von mir.
Heute fragte ich ihn, ob er mir bitte helfen könne bei einem Begleitschreiben. Hört sich einfach an, ist es aber nicht.
Denn ich kam an dem Punkt nicht weiter, wo ich in der Vorlage den Empfänger austauschen wollte. Das nur als Beispiel, damit ihr versteht, dass es schon bei kleinen Dingen hakt. Erst eine Stunde später kam der Kollege in mein Büro, um mir zu erklären, wie es funktioniert.
Später am Telefon bemerkte ich, dass er nicht mehr so besonders freundlich war.
Klar, die Mitarbeiter müssen denken, dass ich von nichts eine Ahnung habe. Vielleicht glauben sie ja eher, dass ich den Chef im Vorstellungsgespräch vor falsche Tatsachen gestellt habe. Dabei bin ich kein bisschen selbstbewusst aufgetreten und habe noch auf meine Defizite hingewiesen.

Teilweise habe ich den Eindruck, dass ich als Zwischenlösung gedacht sein könnte.
Eben aufgrund der fehlenden Einarbeitung und es wurde auch noch keine E-Mail-Adresse für mich angelegt. Ich muss Mails immer noch unter dem Namen meiner Vorgängerin versenden.

Ich glaube, mir bleibt nichts anderes übrig, als Ende der Woche ein Gespräch mit dem Chef zu führen.
So habe ich in der Firma keine Zukunft.
 

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