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Ich will endlich arbeiten!

G

Gast

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Hallo...
ich muss mich mal ausheulen, habe sonst niemanden, bei dem ich das machen könnte 🙁
Ich habe vor einigen Jahren eine handwerkliche Berufsausbildung im öffentlichen Dienst gemacht und wurde leider nicht übernommen...und das lag nicht an meiner Leistung, das war zu der Zeit noch üblich!

Habe noch Kontakt zu anderen ehemaligen Azubis (im Büro), die ein Jahr nach mir ihre Prüfung abgelegt haben.
Für sie gab es plötzlich eine neue Regelung, d.h. eine Festanstellung mit allen Vorzügen, die es im öffentlichen Dienst so gibt (Ausbildungspremie, Weihnachts- u. Urlaubsgeld und die Aussicht verbeamtet zu werden).
Ich habe nach meiner Ausbildung nichts gefunden und wurde direkt in eine Weiterbildung gesteckt, mußte auch ALGII beantragen, um meine Miete zahlen zu können und ich kam mir vor wie der letzte Versager 🙁

Doch auch die Weiterbildung hat mich nicht in einen Job gebracht, schon schwer genug als Frau in einem "Männerberuf" Fuß zu fassen, aber vorallem schwer wenn es so wenig Stellen in dem Bereich gibt!

Hätte ich wenigstens Berufserfahrung sammel dürfen, hätte ich den Meister/ Techniker oder Fachwirt machen können, aber ohne ist es leider nicht möglich.

Um keine zu große Lücke in meinem Lebenslauf zu haben, hatte ich mich dazu entschlossen mein Abi nachzuholen, obwohl ich schon das Fachabi hatte...

Tja, jetzt habe ich mein Abi und stehe da wie einst nach meiner Ausbildung, nämlich Arbeitslos und Hartz IV 🙁
Natürlich werde ich mich bewerben in der Hoffnung, dass mir mal Jemand eine Chance gibt,
...wenn nicht, werde ich wohl studieren, obwohl ich das nicht möchte, denn eigentlich möchte ich endlich Arbeiten!
Ich will mal etwas Geld ansparen können, etwas in die Rentenkasse zahlen, mal in den Urlaub, halt richtig leben und Teil der Gesellschaft sein!
Deshalb verstehe ich die Leute nicht, die sagen , sie hassen ihren Job, denen hat man wenigstens eine Chance gegeben und sich aus einen Job heraus zu bewerben ist um einiges einfacher, als aus der Arbeitslosigkeit ohne Berufserfahrung...

Leider bin ich auch nicht mehr die Jüngste, wäre ich jünger, würde ich mich vielleicht nicht so gegen ein Studium sträuben...Schließlich mache ich dadurch Schulden!
Und nach einem Studium hangelt man wohl nur von Praktikum zu Praktikum, denn Praktikanten sind ja billig und wenn man Glück hat findet man vielleicht IRGENDWANN einen Job.

Ich komm mir so erbärmlich vor, wenn ich mit den Ex-Azubis rede und die mir von ihren Urlaubsplänen vorschwärmen oder über ihren Job meckern, während ich nur davon träumen kann 🙁

Ich habe schon Angst vor Weihnachten, denn KEINER aus meiner Familie/ von meinen Freunden ist oder war mal richtig Arbeitslos...deshalb stellen die sich das auch alles mit der Jobsuche so einfach vor....
Es kommen dann Sprüche wie:

"...dann such dir doch einfach nen Job! "
"...warum gehst du nicht wieder zu -Ausbildungsort- zurück, du kennst
da doch welche!"

Besonders schlimm finde ich es wenn die Sprüche von einer "Nur-Hausfrau" kommen, nicht das ich Hausfrauen verachte, es regt mich nur dermaßen auf, wenn sich Leute in etwas einmischen, wovon sie mal überhaupt keinen Schimmer haben und meinen ALLES besser zu wissen.

Ich bin so deprimiert, obwohl ich mich eigentlich über mein Abi freuen sollte...habe nämlich gerade wiedermal die Stellenangebote studiert und festgestellt, das ich auf gar nichts passe, nichteinmal auf Helfertätigkeiten bei Zaf!!!


Es ist einfach alles zum kotzen! Tut mir leid wegen dem langen Text!
 
Hallo,

obwohl ich Dich schon verstanden habe und Du nun "endlich" arbeiten möchtest, gebe ich Dir den Rat Dich noch weiter zu qualifizieren. Nimm alle Weiterbildungangebote über das ALG mit, die Du bekommen kannst!

Sieh Dich selber nicht als Opfer, sondern dass Du jeden Tag Deine Situation verbessern kannst.

Gegen ein Studium ist eigentlich auch nichts einzuwenden. Ich bin 28 und möchte auch noch mal studieren und mich danach selbständig machen.

Nächstes Frühjahr mache ich an der VHS einen 10-Finger-System-Tastschreiben-Kurs. Der qualifiziert mich auch weiter etc. Außerdem lerne ich eine Fremdsprache.

Irgendwie geht es immer weiter, nur Mut!

Und dann bekommst Du auch Deinen Job 🙂 Leicht ist der Weg bis dahin vielleicht nicht, aber Du könntest ihn ja mal positiv angehen.

Und soooo glücklich sind Arbeitnehmer in Lohn und Brot nun auch immer nicht. Es ist nicht verwerflich, mal eine Zeitlang arbeitssuchend zu sein. Das kann (leider) jedem passieren.
 
Hätte ich wenigstens Berufserfahrung sammel dürfen, hätte ich den Meister/ Techniker oder Fachwirt machen können, aber ohne ist es leider nicht möglich.

Auch ohne Berufserfahrung ist es möglich seinen Meister zu machen.

L.G.Karin


Einfach Meister werden – direkt nach der Gesellenprüfung

Nach der neuen Handwerksordnung müssen Sie keine mehrjährige Tätigkeit als Geselle mehr nachweisen, sondern können sich direkt nach der entsprechenden Gesellenprüfung zur Meisterschule im HBZ Münster anmelden. Nur wenn kein einschlägiger Berufsabschluss vorliegt, müssen Sie eine mehrjährige Berufstätigkeit in dem Handwerk nachweisen, in dem Sie die Meisterprüfung ablegen wollen. Also zögern Sie nicht länger: Machen Sie Ihren Meister!

HBZ-Bildung - Meister
 
Hallo,
vielen Dank für eure Antworten, das hat mich schon wieder etwas aufgebaut!
Ja den Meister etc. kann man nun auch ohne Berufspraxis machen, vor einigen
Jahren war es leider noch nicht möglich, jedenfalls war damals nichts zu finden...

Mittlerweile würde ich ein Studium vorziehen, da es auch auf meinem Beruf aufbaut
und die Einsatzmöglichkeiten danach größer sind und von den Schulden her, würde
es zum Meister keinen großen Unterschied geben.

Ich glaub es ist einfach die Angst, in der Uni "die Alte" zu sein, da ich während des
Masters schon 30 werden würde und alle anderen wahrscheinlich erst Anfang 20?!

Und dazu kommt noch die Wut, dass es den anderen Azubis so leicht gemacht wurde, es regt mich auf, dass die sich über ihr Gehalt beschweren während ich
noch NIE in meinem Leben soviel Geld auf meinem Konto hatte!

Ich gebe zu, dass ich sehr neidisch bin und ich schäme mich dafür, denn eigentlich
sollte ich mich auch für andere freuen können...in mir kommt das Gefühl hoch, dass
ich ein schlechter Mensch bin, der anderen nichts gönnen kann 🙁
 
Hallo nochmal!

Ich glaube, Wut & Neid etc. empfindet man, wenn man selber noch keine Lösung für die eigene Situation hat, Entscheidungen "bereut" oder jedenfalls unzufrieden mit den Entwicklungen der Vergangenheit & Gegenwart ist.

Lange habe ich mich schlecht gefühlt, weil ich mein erstes Studium abgebrochen hatte, ich fühlte mich sehr lange als "Versager". Mitterweile weiß ich, dass mein beruflicher "Leidensweg" mir auch sehr viele Erkenntnisse gebracht hat, für die ich jetzt sehr dankbar bin, weil ich sehr viele und auch tiefe Einblicke HINTER die Kulissen der Arbeitswelt hatte,

Ich habe mir eine Art "Beratungs-Netz" aufgebaut, damit ich mich auf meinem "neuen" Weg nicht so unsicher fühle und vor allem immer gut informiert bin. Es geht mir schon viiiiel besser! Und "neidisch" oder so bin ich nie. Früher gab es da schon ab und zu mal so ne Art "Neid" - aber ich wusste immer "Die kochen auch nur mit Wasser".... Menschen, von denen wir glauben, dass es ihnen gut geht, geht es (leider) auch häufig sehr schlecht.

Eine Arbeit zu haben kann glücklich machen. Aber wenn man keine Arbeit hat, muss man nicht zwangsläufig unglücklich sein! Pläne für die Selbständigkeit lassen sich immer weiter ausarbeiten z.B..

Und vom Alter Deiner Mitstudenten solltest Du Dich nicht beeinflussen lassen. Sie sind zwar deutlich jünger bei Studienabschluss, dennoch haben Sie eben nicht DEINE Berufserfahrung und DEINE Lebens(!)erfahrung!
 
Die Arbeitsmarktsituation in der BRD ist alles andere als zufriedenstellend - deutsche Facharbeiter werden ins Ausland vergrault und aus Nicht EU Ländern werden ungelernte Billigkräfte ins Land geholt. Es ist tatsächlich am sinnvollsten etwas zu studieren, was ungelernte Kräfte aus dem Nicht EU Ausland nicht besetzen können.

Viele Grüße

Lumpi
 

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