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lisette gabelstapler
Gast
Schön zu lesen, dass du meinen Betrag als Anstoß mitnimmst – freut mich. Aber ich möchte dir mal was erzählen. Ich war genauso wie du – meinen ersten Job hatte ich mit 16 und von da an hatte ich meistens 2-3 Jobs gleichzeitig. Mein Ziel war es, möglichst schnell unabhängig zu werden – eine eigene Wohnung, ein Auto, ein Motorrad und irgendwann eine kleine Familie mit einem schönen Haus im Grünen.
Heute bin ich 45 Jahre und hatte all das. Eine kleine Familie, zwei fantastische gesunde Jungs, eine hübsche Frau, ein riesen Haus im Grünen, zwei Autos und einen Job, der es uns ermöglichte nicht auf jeden Cent schauen zu müssen. Eigentlich die perfekte kleine Welt, die ich mir immer vorgestellt hatte und auf die ich mein Leben lang hingearbeitet habe. Bis vor 1 1/2 Jahren – als meiner Frau das Spießerleben anscheinend zu langweilig wurde und sie sich eine Abwechslung bei anderen Männern suchte.
Du kannst dir sicherlich denke wie es weiter ging – wir trennten uns und stehen nun vor der Scheidung. Was sich seit der Trennung zwischen meiner Ex und mir abspielt, spottet jeder Beschreibung. Sie zieht alle Register um mich nicht nur Seelisch fertig zu machen, sondern auch finanziell zu ruinieren. Aber das ist mein Problem…
…was ich dir nur damit sagen will ist, du solltest nicht den gleichen Fehler machen. Für sich selber sorgen zu können, ist eine tolle Sache und auch sehr Lobenswert – aber du solltest dabei nie vergessen auch noch zu leben. Denn wir leben nicht um zu arbeiten, sondern arbeiten um zu leben!
Ich habe meine Lektion des Lebens gelernt – ob ich wirklich alles verliere, wofür ich gearbeitet habe, steht noch nicht fest – darum kämpfe ich noch. Aber ich weiß, dass mir das nie mehr passieren wird. Den Rest meines Lebens werde ich nur noch arbeiten um zu leben – und dass Leben werde ich in vollen Zügen genießen und mitnehmen was ich kriegen kann. Denn schließlich haben wir alle nur dieses eine Leben…!
hei aeragon, ja, das mit dem arbeiten stimmt definiv! ich versuche auch, so wenig wie möglich zu arbeiten, aber es ist halt voll schwer, weil ich ja studieren will um später mal weniger für mehr geld zu arbeiten, aber im moment kann ich mir nie urlaub leisten oder irgendwas. da ist mit "jung sein" nichts. es ist total hart. ich habe halt deshalb auch keine zeit und kraft, allzu viele energien in der wenigen freizeit zu "verschwenden", ich bin irgendwie überlastet und mir fällt auch keine lösung ein.
das mit deiner frau tut mir echt leid! mein vater hat sowas ähnliches mit meiner mutter erlebt. kann man soetwas denn nicht vermeiden?? das ist halt auch so ein grund, warum ich versuchen will, mich beziehungstechnisch abzusichern! naja, man weiß wohl nie so richtig, was kommt, ne?