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Ich weiß nicht, wer ich bin.

R

Redline

Gast
Ufff ich weiß, ich eröffne wirklich ziemlich viele Threads und ich mache mir mittlerweile auch schon Angst. ^^ Aber jetzt....
MAL AUSZEIT!.... Einfach mal break und hört mal alle auf das zu machen, was ihr gerade macht. Bitte Zeit bleib doch mal stehen... Erde hör dich auf zu drehen...
Warum sage ich so etwas? Ganz einfach. Ich habe das Gefühl, die Welt dreht sich immer schneller und das ohne mich.
Wenn mich jemand fragen würde, was ich an mir mag, dann könnte ich demjenigen keine Antwort darauf geben. Ich müsste mir erst Mal etwas ausdenken.
Aber das ist noch nicht mal das Schlimmste, weil das Schlimmste ist, dass ich nicht weiß wer oder was ich genau bin.
Damit meine ich, ich weiß nicht, wo ich hin gehöre.
Okay, klar ich wurde bei meinen Eltern geboren und blabla, aber trotzdem habe ich das Gefühl, dass ich hier nicht hingehöre.
Vllt bilde ich mir das auch nur ein, aber ich bin mir so etwas von sicher, dass man sich so etwas nicht zwingend einbilden kann. Wenn die Gefühle sprechen, dann ist ja wohl alles klar.... Naja fast...
Manchmal habe ich das Gefühl, ich gehöre nach NRW und manchmal habe ich das Gefühl, ich gehöre gar nicht in dieses Universium.
Das soll mir mal jemand erklären? Wie kann man unzufrieden sein, wenn man doch alles hat, damit es einen gut geht? Man hat eine Ausbildungsstelle. Man macht seine Ausbildung. Man hat einen guten Ausbildungsbetrieb Man hat ein warmes zu Hause. Man hat ziemlich moderne elektronische Geräte... Man ist gesund... Man hat eine Familie und einen Hund... Freunde hat man auch noch so halbwegs... und man weiß es ja eigentlich auch zu schätzen. Ich kann mir nicht vorstellen, wie es ist, wenn man glücklich ist.
Ach und es stört mich eigentlich schon, dass ich Single bin, aber irgendwie auch nicht, weil dann denke ich immer, dass ich dafür Zeit investieren müsste und dann denke ich mir immer, dass ich so etwas so wieso nicht hinebekommen kann. Ich bin ja eh eine Null im organisieren...

Wie soll ich dieses Gedankenwirrwarr verstehen? 😕 🙁

PS: Mir ist bewusst, dass Geld alleine nicht glücklich macht, aber irgendwas fehlt mir und ich habe Angst, dass ich es nun nicht mehr erlernen könnte und dass der Zug abgefahren ist. Damit meine ich z.b ein Hobby oder sonst was... WIR KANN DAS NUR SEIN!?! WENN MAN DOCH EIGENTLICH ALLES HAT? Ich fühle mich eh nicht wohl, wenn ich mir andere Menschen ansehe, die nicht so viel haben... Dann denke ich mir immer, dass ich das gar nicht verdient habe.
 
Zuletzt bearbeitet:
A

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Re: Ich weiß nicht, wer ich bin.
Ich habe das Gefühl, die Welt dreht sich immer schneller und das ohne mich. .. ich weiß nicht, wo ich hin gehöre.

Mit diesen Aussagen hast du eigentlich die Ursache dafür benannt und erkannt, warum du es nicht weißt, wer du bist, Redline.. Nämlich wahrscheinlich deshalb, weil du deine Zugehörigkeit nicht genug spüren kannst.

Aus meiner Sicht ist für diese Wahrnehmung entscheidend, ob wir MIT oder FÜR die Welt leben.

Wenn du nicht mit der Welt lebst, sondern hauptsächlich FÜR die Welt, positionierst du dich außerhalb von ihr und leistest du etwas für sie, dienst du ihr, stellst du dich ihr zu Verfügung, passt du dich ihren Bedürfnissen und Erwartungen an. Dabei verlierst du aber dich selbst, klammerst dich als Subjekt aus der Welt aus und damit fühlst du dich auch ihr nicht zugehörig.

Doch wenn du MIT der Welt lebt, teilst du dich ihr einfach nur mit, wirst dadurch ein Teil von ihr, bringst du DICH in sie ein und tauschst dann das Eigene MIT ihr aus. In diesem Austausch spürst und erkennst du gleichzeitig dich selbst und deine Zugehörigkeit zur Welt - du machst die "Drehung" der Welt immer MIT ihr und als DU selbst.

Liebe Grüße,
Lenja
 
Mit diesen Aussagen hast du eigentlich die Ursache dafür benannt und erkannt, warum du es nicht weißt, wer du bist, Redline.. Nämlich wahrscheinlich deshalb, weil du deine Zugehörigkeit nicht genug spüren kannst.

Aus meiner Sicht ist für diese Wahrnehmung entscheidend, ob wir MIT oder FÜR die Welt leben.

Wenn du nicht mit der Welt lebst, sondern hauptsächlich FÜR die Welt, positionierst du dich außerhalb von ihr und leistest du etwas für sie, dienst du ihr, stellst du dich ihr zu Verfügung, passt du dich ihren Bedürfnissen und Erwartungen an. Dabei verlierst du aber dich selbst, klammerst dich als Subjekt aus der Welt aus und damit fühlst du dich auch ihr nicht zugehörig.

Doch wenn du MIT der Welt lebt, teilst du dich ihr einfach nur mit, wirst dadurch ein Teil von ihr, bringst du DICH in sie ein und tauschst dann das Eigene MIT ihr aus. In diesem Austausch spürst und erkennst du gleichzeitig dich selbst und deine Zugehörigkeit zur Welt - du machst die "Drehung" der Welt immer MIT ihr und als DU selbst.

Liebe Grüße,
Lenja

Es kommt aber nun dicker... Denn so langsam habe ich das Gefühl, ich könnte meine Ausbildung verlieren... Ich kriege dieses Denken nicht weg, dass ich immer gleich alles wissen muss oder, dass ich alles auf der Welt wissen muss. Mir ist klar, dass das nicht geht, aber ich komme von diesem krankhaften Denken nicht weg.... Ich denke über zu viel unnötiges nach und das aller schlimmste ist, dass ich es nicht abstellen kann...
Ich versuche mir einzureden, dass das nicht stimmt, aber meine Leistungen zeigen dann immer das Gegenteil. Daraus folgt, dass ich depressiv und traurig werde genauso wie heute bzw gerade eben...
Ich sollte nur eine Trommel heute morgen überarbeiten. (Nicht die Trommel an die ihr jetzt denkt, sondern die Trommel aus einem schwarz/weiß Kopierers) Dazu muss ich sagen, dass heute der erste Tag wieder ist, wo ich aus der Berufsschule komme. Jedenfalls wusste ich ja schon, dass mich da ein Praktikant erwarten würde.
Er macht einen sehr ruhigen und schüchternen Eindruck und ist aber an sich kein schlechter Mensch.
Nun jedoch zum Kernpunkt.
Ich habe vor der Berufsschule von einer Fixierung zwei Thermistoren falsch eingebaut, so dass der Azubi, der fast ausgelernt hat, eine viel zu hohe Temperaturanzeige bekommen hat. Mein Kollege meinte, er hat noch nie gesehen, wie man so falsch Thermistoren einbauen kann....

Und nun kommt wieder ein kleiner Patzer bei der Trommel... Er meinte, dass mit dem überarbeiten von Fixierungen und Trommel müssen wir ja noch mal üben. Außerdem sagte er es auch in einer ganz ruhigen Art mit einem freundlichen Gesicht und ich dachte schon, er würde die Beherrschung verlieren.
Ich musste Vorort beim Kunden und das vor meiner Nase, den Fehler beheben und das nur, weil ich versagt habe.
Und warum? Weil ich nicht in der Lage bin, ein Servicehandbuch vernüftig zu befolgen.... Sondern ich denke, ich müsste es mittlerweile selber können und brauche es nur noch geringfügig...
Aber er meint und da hat er auch recht, dass nicht jeder Mensch alles kann und deswegen heißt es ja auch Lehreling. Man füllt die Leere. Und wenn ich schon alles könnte, dann müsste ich ja auch nicht mehr lernen...
Aber eine Sache, die er gesagt hat, hat mich gekränkt und zwar als er gesagt hat, dass ich niemals so gut seine werde wir er. Wahrscheinlich schließt er den Schluss daraus, wie ich mich derzeit angestellt habe...
Und wenn das so ist und ich nie besser werden kann als er, dann möchte ich auch gar nicht mehr leben. Das heißt, ich würde immer ein durchschnittlicher Informationselektroniker bleiben, wenn ich die Lehre den überhaupt zu Ende machen darf. ( Damit meine ich die Kündigung)

Es mag ja alles stimmen, aber mein Kopf scheint ja das Hauptproblem zu sein.
Wenn ich noch nicht einmal weiß, wer ich bin, wie soll ich dann in Ruhe meine Lehre machen können?
Wie soll ich mit so einem Kopf eine Lehre machen? Alles sieht ganz danach aus, dass mir hier jeder zweite raten würde, die Lehre abzubrechen und einen Psychologen aufzusuchen, der dann wahrscheinlich nichts bringt und irgendwann bin ich dann ein depressiver Mensch mit 30 der in einer 100 m² weinten in der Ecke sitzt, nichts gelernt hat und Erwerbsunfähig ist. Wahrscheinlich werde ich sogar noch Alkoholabhängig. Das wäre das erste Mal, dass ich Alkohol trinken würde. Und ich würde wahrscheinlich auch noch mit dem Rauchen abfangen... Ich werde meinen Glanz verlieren. Meine Zähne werden schwarz und ich werde ein Harz 4 Pflegefall, der dem Staat auf der Tasche liegt. Das was, ich eigentlich nie wollte, weil ich wollte nie ein schlechter Mensch sein... Das ist es aber, was ich unter einem schlechten Menschen verstehe... Wahrscheinlich werde ich dann noch von allen Seiten angemotzt, dass ich arbeitslos bin... Der Kontakt zur Familie wird dann wahrscheinlich auch abreißen... Irgendwann haben meine Eltern bestimmt keine Lust mehr auf mein gejammer... Warum auch?

Aber sie wissen davon noch nichts... Ich bin heute nach Hause gekommen und sie waren gleich am Essenstisch und haben geessen und ich hätte auch essen können, aber ich wollte nicht, weil mir der Appetit vergangen ist. Ich habe meinen Eltern stattdessen erzählt, dass ich heute Nachmittag, was ja auch stimmt, etwas gegessen habe.
Mir ist es extrem unangenehm, wenn ich jemanden anlügen muss, aber es ging nicht anders... Wenn man Vater das hört... Ja, was sollen wir dann machen? Egal welche Lehre ich anfangen würde, ich würde es auf Grund meines Kopfes eh schaffen, sie in den Sand zu setzen.
Es mag wirklich alles negativ klingen, aber ich möchte euch sagen, wie ich mich fühle und wie meinen Situation ist. Ich mache wahrscheinlich aus einer Mücke einen Elefanten...

Nun... verstehst du Laura auch sicherlich, warum ich versuche innerlich zu fliehen. Ich gucke mir das Glück anderer Menschen an und verstehe nicht, warum ich daran nicht teilhaben kann... Ich verstehe auch nicht, warum ich nicht mein Glück mit anderen teilen kann. Lasse ich Niemanden an mich ran?

Mir fällt da gerade noch eine Frage ein. Ist es normal, wenn man Kritik bekommt, dass man dann Probleme mit dem Sprechen hat? Ich konnte nur bedingt sprechen... In Anwesenheit anderer könnte ich dann , wenn ich viel sprechen würde, in Tränen ausbrechen.(Ich merke beim Sprechen auf einmal einen Druck auf den Augen) Also lasse ich es lieber, auch wenn ich gerne mehr sagen würde, aber in diesem Moment geht es nicht und so bald ich in meinen Auto sitze, kann ich wieder super gut reden und diskutieren... Mir ist auch aufgefallen, dass ich sehr verklemmt spreche, wenn ich mit anderen Menschen spreche.... Das ist mit jedem Menschen so. Das ist sogar mit meinen Eltern so... Und wenn ich alleine bin, dann kann ich wieder pefekt reden und sprechen. Wie ein Wasserfall... oo Ich kann mich sogar laut akustisch über Sachen aufregen, die mich ärgern... Das mache ich meistens dann auch.
So mehr fällt mir im Moment nicht ein.... Ich hoffe, ich habe alles erwischt...
Und dieses Mal habe ich mein Problem viel besser getroffen, weil es beschreibt genau das Geschehen.

LG Redline :wein:



PS: Wieso kann ich allein nicht weinen?....
Wahrscheinlich habe ich Angst, dass mich meine Eltern hören könnten, aber selbst wenn sie nicht da sind, kann ich es nicht...

Und nun? Soll ich kündigen? Ich kann es aber nicht, weil mein Vater würde es nicht verstehen...
 
Hey Redline,

Bei deinem Text habe ich das Gefühl, dass sich ein Problem auf das nächste stapelt und du vor einem Jenga-Konfliktturm stehst, ohne zu wissen, welchen Konflikt du als erstes anpacken sollst. Ich glaube auch, dass dein Problem im Kopf sitzt. Du schreibst selbst, dass du die meiste Zeit sehr gehemmt bist. Du erlaubst dir auch keine Fehler, denn für die verteufelst du dich. Du denkst, dass deine Kollegen von dir schon jetzt in der Lehre perfekte Leistungen erwarten, obwohl sie Verständnis für deine Fehlgriffe zeigen. Du malst dir fernliegende Szenarien aus, die rein gar nichts mit deiner jetzigen Lebenssituation zu tun haben. Du willst keine Gefühle zeigen, weil du Angst davor hast, dass deine Nächsten es mitkriegen.
Und inmitten von diesem chaotischen Kopfkino willst du nebenbei herausfinden, wer du bist. Auch dass du dich bei all diesen Blockaden und Ängsten, die sich bei dir scheinbar ununterbrochen im (Unter-)Bewusstsein abspielen, nicht konzentrieren kannst, wundert dich.
Bevor du dein Leben ändern kannst, solltest du vielleicht im Hier und Jetzt ankommen. Wenn du das hier liest, sitzt du gerade vor dem Computer, atmest ein und aus und denkst. Nichts weiter. Gerade in diesem Moment bist du einfach da. Lass für einen Moment diese ganzen Gedankenkonstrukte(Ausbildung, Zukunft, Ideale, Mitmenschen und ihre Erwartungen etc.) fallen und spür einfach die Lufttemperatur, die Schwerkraft, deinen Stuhl, die Geräusche um dich herum etc. Versuch in der realen Gegenwart anzukommen, damit dich deine Hirngespinste nicht noch weiter zermürben. Wenn du das geschafft hast kannst du anfangen herauszufinden, wer du bist.
 
Und inmitten von diesem chaotischen Kopfkino willst du nebenbei herausfinden, wer du bist.

Es kann vielleicht auch umgekehrt sein, michaw, das heißt: weil Redline nicht weißt, wer er ist, entsteht bei ihm dieses chaotische Kopfkino.

Ich beobachte es bei mir manchmal - wenn das Gespür für mich selbst, meine inneren Motive nachlässt, dann habe ich das Gefühl, dass meine Gedanken durch diese innere Orientierungslosigkeit alarmiert werden und mit aller Kraft versuchen, mich aus diesem unsicherem Zustand herauszuführen. Da sie aber an mein Inneres nicht anknüpfen können, da es "leer" ist, suchen sie die Orientierug im äußeren Bereich: kontrollieren meine Situation, meine Wirkung dort, versuchen das richtige und optimale Verhalten für mich festzustellen... Doch da es sich dabei hauptsächlich an die Erwartungen und Ansprüche der Anderer/der äußeren Situation beziehen, verführen sie mich zur übermäßigen Anpassung, was in Folge mich noch weiter von mir selbst entfernt.
 
Lieber Redline

Ich lese zwischenzeitlich mal im Forum herum, gebe auch hier und da meine geistigen Ergüsse ab. Wie du schon schriebst sind von dir ein paar Themen hier (ist nicht negativ gemeint, dafür ist das Forum da 🙂)

Dieses Mal wollte ich dich direkt mal etwas fragen bzw. mit einer Aussage verbinden: Hast du nicht jemanden, der dich persönlich besser kennt und der Verständnis für dich hat oder dir zumindest zuhört? Mir scheint es, nur so würdest du wirklich einen Schritt weiterkommen. Zwar hilft das Niederschreiben im Forum für den Moment, nur kommt es mir (und wahrscheinlich anderen auch) so vor, als würdest du dich ewig und drei Tage im Kreis drehen nur um am Ende wieder am gleichen Anfangspunkt zu stehen.
Kannst du nicht mit einem Freund oder Verwandten das Thema ansprechen? Oder da du sagtest, dir würde das Reden schwer fallen, wenn du Probleme hast mit jemanden darüber Schreiben? (An der Stelle kann ich dich übrigens beruhigen, es geht vielen Menschen so, die schwer mit Kritik umgehen können bzw. hohe Selbstzweifel haben. Da kann man trainieren, nur zunächst müssten dafür eben diese beseitigt werden).
Wo du NRW erwähnst und wohl in Schleswig-Holstein wohnst, könnte ich mir vorstellen, dass du da vielleicht Menschen kennst/hast, die dir nahe genug stehen, dass es mit einen von ihnen geht?
Das alles soll dich nicht davon abhalten, hier weiter nach Rat zu suchen und zu Schreiben, nur glaube ich nicht, dass dich das alleine vorwärts bringen wird, weil wir dich nicht so gut kennen wie andere es tun. 😉

Aus deinem Geschrieben geht für mich vor allem eines hervor: Das dich deine (Versagens- und Existenz-)Angst nahezu komplett beherrscht. Da hilft eigentlich nur, sich darüber auszutauschen, dagegen anzugehen. Leichter gesagt als getan, aber es bedeutet auch, wenn du deine Ausbildung hinwerfen solltest, dass du genau dieser Quelle neuen Zündstoff gibst. Tu es nicht, denn dadurch wird es nur noch schlimmer. Zudem scheinen sie mir doch soweit mit deiner Arbeit zufrieden zu sein und Fehler macht nunmal jeder. Du darfst die nicht so sehr auf die Goldwaage legen.

Du solltest auch gezielt nach etwas suchen, was dich zufrieden macht und nicht, was laut der Allgemeinheit für Zufriedenheit sorgt. Wenn du unglücklich bist, dann muss es derzeitig etwas geben, was dich so unglücklich macht, sonst wärst du es nicht. 😉
Hast du denn ein Hobby, dem du gerne nachgehst? Wenn nicht, warum fängst du nicht heute einfach damit an? Was hindert dich?
Es gibt auch Menschen im hohen Alter, die mit völlig neuem anfangen. Mein Großvater werkelt an Computern rum und freut sich wenn ein neues Teil ankommt, von dem ich nicht einmal weiß, wofür man es braucht, geschweigedenn, wie man es einbauen würde. 😀

Liebe Grüße

PS.: Wie kommst du eigentlich von Lenja auf Laura?
(Und jetzt gib dir Mühe, den Fehler mit Humor zu sehen und dich nicht dafür schlecht zu machen. 😉)
 
Lieber Redline

Ich lese zwischenzeitlich mal im Forum herum, gebe auch hier und da meine geistigen Ergüsse ab. Wie du schon schriebst sind von dir ein paar Themen hier (ist nicht negativ gemeint, dafür ist das Forum da 🙂)

Dieses Mal wollte ich dich direkt mal etwas fragen bzw. mit einer Aussage verbinden: Hast du nicht jemanden, der dich persönlich besser kennt und der Verständnis für dich hat oder dir zumindest zuhört? Mir scheint es, nur so würdest du wirklich einen Schritt weiterkommen. Zwar hilft das Niederschreiben im Forum für den Moment, nur kommt es mir (und wahrscheinlich anderen auch) so vor, als würdest du dich ewig und drei Tage im Kreis drehen nur um am Ende wieder am gleichen Anfangspunkt zu stehen.
Kannst du nicht mit einem Freund oder Verwandten das Thema ansprechen? Oder da du sagtest, dir würde das Reden schwer fallen, wenn du Probleme hast mit jemanden darüber Schreiben? (An der Stelle kann ich dich übrigens beruhigen, es geht vielen Menschen so, die schwer mit Kritik umgehen können bzw. hohe Selbstzweifel haben. Da kann man trainieren, nur zunächst müssten dafür eben diese beseitigt werden).
Wo du NRW erwähnst und wohl in Schleswig-Holstein wohnst, könnte ich mir vorstellen, dass du da vielleicht Menschen kennst/hast, die dir nahe genug stehen, dass es mit einen von ihnen geht?
Das alles soll dich nicht davon abhalten, hier weiter nach Rat zu suchen und zu Schreiben, nur glaube ich nicht, dass dich das alleine vorwärts bringen wird, weil wir dich nicht so gut kennen wie andere es tun. 😉

Aus deinem Geschrieben geht für mich vor allem eines hervor: Das dich deine (Versagens- und Existenz-)Angst nahezu komplett beherrscht. Da hilft eigentlich nur, sich darüber auszutauschen, dagegen anzugehen. Leichter gesagt als getan, aber es bedeutet auch, wenn du deine Ausbildung hinwerfen solltest, dass du genau dieser Quelle neuen Zündstoff gibst. Tu es nicht, denn dadurch wird es nur noch schlimmer. Zudem scheinen sie mir doch soweit mit deiner Arbeit zufrieden zu sein und Fehler macht nunmal jeder. Du darfst die nicht so sehr auf die Goldwaage legen.

Du solltest auch gezielt nach etwas suchen, was dich zufrieden macht und nicht, was laut der Allgemeinheit für Zufriedenheit sorgt. Wenn du unglücklich bist, dann muss es derzeitig etwas geben, was dich so unglücklich macht, sonst wärst du es nicht. 😉
Hast du denn ein Hobby, dem du gerne nachgehst? Wenn nicht, warum fängst du nicht heute einfach damit an? Was hindert dich?
Es gibt auch Menschen im hohen Alter, die mit völlig neuem anfangen. Mein Großvater werkelt an Computern rum und freut sich wenn ein neues Teil ankommt, von dem ich nicht einmal weiß, wofür man es braucht, geschweigedenn, wie man es einbauen würde. 😀

Liebe Grüße

PS.: Wie kommst du eigentlich von Lenja auf Laura?
(Und jetzt gib dir Mühe, den Fehler mit Humor zu sehen und dich nicht dafür schlecht zu machen. 😉)

Das was du und Lenja beschreibt trifft auf mein Problem mit zu.
Ich mache mir über so viele unnötige Sachen einen Kopf und dann geht meinen Konzentration pflöten. Kommen dann noch Depressionen dazu, sind meine Konzentrationsfähigkeit gleich gegen Null.
Das mag jetzt komisch klingen, aber wenn ich mir jetzt darüber Gedanken mache, wann ich mich das letzte Mal konzentrieren konnte, würde ich sagen kaum bis nie.
Es gibt eigentlich keine Person die mir zuhört... Jedenfalls mich darum bittet mich zu öffnen...
Ich wünschte, ich hätte eine Freundin, die mir zuhören würde.... Ich habe meine Chance aber schon bei zwei wirklich tollen Frauen verspielt... Ein Beweis dafür, dass ich Beziehungsgestört bin oder so. Glaube ich, jedenfalls...
Ich wünschte, ich hätte eine Freundin bei der ich mich ausheulen könnte...
Aber welche Frau will schon einen psychisch labilen Mann?

Darüber hinaus fühle ich mich auch so, als würde ich mich in einer Art Teufelskreis der Gedanken befinden...
Ich kenne sehr viele Menschen aus NRW und das sind auch Menschen, dennen ich vertraue und die meiner Wellenlänge entsprechen...

Hobby? Im Moment nicht so... Ich hab zeichnen versucht und ich wollte es auch lernen, aber ich konnte es nicht aufrecht erhalten und auch für mein damaliges Hobby Spiele modding habe ich im Moment keinerlei Motivation mehr.
Wenn man es als Hobby bezeichnen könnte, ich bin Nintendo Fan und fieber daher auch den Launch der Wii u entgegen, aber irgendwie freue ich mich nicht mehr sehr darauf, wie damals... Ausbildung, Sinn des Lebens und mein eigenes Ich beschäftigen mich im Moment so sehr, dass ich nur noch wenig Zeit habe, um zu Ruhe zukommen. Mein Kopf ist quasi non-stop im Einsatz. (Im Sinne von unterschiedlichen Gedanken) Davon sind die meisten unwichtig.
Da fällt mir gerade noch so ein Hobby ein und das ist die Astronomie... Wenn ich das sehe, würde ich immer gerne alles sofort wissen und alles sofort erklären können. Ich gucke mir manchmal Dokumentationen auf N24 oder auf Youtube an. Die heißen dann z.b Geheimnisse des Universiums. Und da fällt mir noch etwas ein, wenn ich mir so etwas angucke oder etwas anderes Lese, dann vergesse ich sehr viele Informationen... Das ist erschreckend. Ich versuch mir sie zu merken und innerhalb von ein paar Sekunden kann ich es nicht mehr genau wiedergeben. Gott sei Dank habe ich mich in meiner Kindheit mit dem Universium so weit auseinander gesetzt, dass ich mir viele Zusammenhänge im Universium wieder herleiten kann.

Was mich eigentlich unglücklich macht, bin ich selbst. Es ist paradox. Ich habe eigentlich kein schlechtes Leben und ich musste auch nie wirklich hart arbeiten in meiner Kindheit arbeiten. Daraus ziehe ich meisten den Schluss, dass ich verweichlicht bin und das ich zu wenig in meinen Kindheit gelernt habe. Dann gebe ich den Fortschritt der Technologien schuld... In unserem Kindesalter werden wir ja schon von Medien manipuliert, so dass wir deren Produkt gezielt kaufen. Dabei ist dennen, die dafür Reklame machen nicht bewusst, dass sie damit eine ganze Generation von Menschen zerstört. Im Moment nehmen ja auch die Geisterfahrer wieder zu... Meistens sind es junge Menschen in meinen alter und da muss ich dann schnell an mich denken, dass ich so etwas auch machen könnte, wenn ich nicht mehr weiter weiß. 🙁

michaw
AW: Ich weiß nicht, wer ich bin.
Hey Redline,

Bei deinem Text habe ich das Gefühl, dass sich ein Problem auf das nächste stapelt und du vor einem Jenga-Konfliktturm stehst, ohne zu wissen, welchen Konflikt du als erstes anpacken sollst. Ich glaube auch, dass dein Problem im Kopf sitzt. Du schreibst selbst, dass du die meiste Zeit sehr gehemmt bist. Du erlaubst dir auch keine Fehler, denn für die verteufelst du dich. Du denkst, dass deine Kollegen von dir schon jetzt in der Lehre perfekte Leistungen erwarten, obwohl sie Verständnis für deine Fehlgriffe zeigen. Du malst dir fernliegende Szenarien aus, die rein gar nichts mit deiner jetzigen Lebenssituation zu tun haben. Du willst keine Gefühle zeigen, weil du Angst davor hast, dass deine Nächsten es mitkriegen.
Und inmitten von diesem chaotischen Kopfkino willst du nebenbei herausfinden, wer du bist. Auch dass du dich bei all diesen Blockaden und Ängsten, die sich bei dir scheinbar ununterbrochen im (Unter-)Bewusstsein abspielen, nicht konzentrieren kannst, wundert dich.
Bevor du dein Leben ändern kannst, solltest du vielleicht im Hier und Jetzt ankommen. Wenn du das hier liest, sitzt du gerade vor dem Computer, atmest ein und aus und denkst. Nichts weiter. Gerade in diesem Moment bist du einfach da. Lass für einen Moment diese ganzen Gedankenkonstrukte(Ausbildung, Zukunft, Ideale, Mitmenschen und ihre Erwartungen etc.) fallen und spür einfach die Lufttemperatur, die Schwerkraft, deinen Stuhl, die Geräusche um dich herum etc. Versuch in der realen Gegenwart anzukommen, damit dich deine Hirngespinste nicht noch weiter zermürben. Wenn du das geschafft hast kannst du anfangen herauszufinden, wer du bist.​

Wie soll ich das anstellen? Leider ist Yoda nicht in der Nähe. Der hat auch immer gesagt, man muss die Macht um sich spüren, also in den Stein, in dem Baum und im allem. Die Macht ist mein Verbündeter, sagte Yoda immer. Jedenfalls erinnert es mich wieder daran.


Es kann vielleicht auch umgekehrt sein, michaw, das heißt: weil Redline nicht weißt, wer er ist, entsteht bei ihm dieses chaotische Kopfkino.

Ich beobachte es bei mir manchmal - wenn das Gespür für mich selbst, meine inneren Motive nachlässt, dann habe ich das Gefühl, dass meine Gedanken durch diese innere Orientierungslosigkeit alarmiert werden und mit aller Kraft versuchen, mich aus diesem unsicherem Zustand herauszuführen. Da sie aber an mein Inneres nicht anknüpfen können, da es "leer" ist, suchen sie die Orientierug im äußeren Bereich: kontrollieren meine Situation, meine Wirkung dort, versuchen das richtige und optimale Verhalten für mich festzustellen... Doch da es sich dabei hauptsächlich an die Erwartungen und Ansprüche der Anderer/der äußeren Situation beziehen, verführen sie mich zur übermäßigen Anpassung, was in Folge mich noch weiter von mir selbst entfernt.

Richtig, aber bei mir ist das so wie eine Welle... Am Morgen motiviert. Dann über den Tag, demotiviert, motiviert, demotiviert und gegen Abend fühle ich mich total ausgepowert... Meistens fühle ich mich schon nach wenigen Minuten total müde und ausgepowert.
 
Zuletzt bearbeitet:
Lenja meinte:
Es kann vielleicht auch umgekehrt sein, michaw, das heißt: weil Redline nicht weißt, wer er ist, entsteht bei ihm dieses chaotische Kopfkino.

Hey Lenja,

Ich glaub diese Symptome sind einfach miteinander assoziiert. Sie bedingen einander nicht, sondern treten zusammen auf. Das kann man an einer Krankheit (Schizophrenie) gut beobachten, bei der ein Teil des Gehirns verändert ist, der für Entscheidungen und Bewertungsprozesse da ist(präfrontaler Kortex). Ergebnis: die Patienten leiden an unkontrollierbaren Gedanken-Formel-1-Rennen, können sich nicht mehr konzentrieren, haben sehr eigenartige Selbstkonzepte(fühlen sich verfolgt/zu Höherem bestimmt/können sich nicht mit dem eigenen Namen/Körper identifizieren...) und bauen sehr in Sachen Merkfähigkeit und Kognition ab. Bei dieser Krankheit spielt der Transmitter Dopamin eine große Rolle. Das tut er auch bei einer anderen Krankheit, bei der die Konzentration massiv sinkt: ADHS. Gesunde Dopaminspiegel könnten also wichtig sein, um bei sich, konzentriert und motiviert zu sein. Was beeinflusst das Dopaminsystem ins Negative? Monotonie. Überarbeitung. Angst. Schmerzen. Soziale Probleme[...]. Typische Depressionsauslöser. Ein zweites Krankheitsbild, wo die Symptome, die wir beschrieben haben, alle auftauchen. Irgendwie scheinen die also vllt. Hand in Hand zu gehen.

Redline meinte:
Wie soll ich das anstellen? Leider ist Yoda nicht in der Nähe. Der hat auch immer gesagt, man muss die Macht um sich spüren, also in den Stein, in dem Baum und im allem. Die Macht ist mein Verbündeter, sagte Yoda immer. Jedenfalls erinnert es mich wieder daran.

Ich meinte ja nur, dass du es für diesen einen Moment versuchen könntest. Einfach, damit du versuchst diesen Teufelskreis aus Angst und negativen Gefühlen für einen Augenblick zu durchbrechen. Du könntest abends allein spazieren gehen. Oder dich mit Kopfhörern und Musik kurz von der Außenwelt ausklinken; dich dann vllt. darauf konzentrieren, dass du da bist und dass gerade jetzt all deine Ängste nicht wichtig sind. Irgendwann wäre es eben vllt. förderlich, wenn du lernst aus dieser Angst-Demotivations-Spirale rauszukommen, indem du einfach einen Schritt zurück gehst.
 
.. bei mir ist das so wie eine Welle... Am Morgen motiviert. Dann über den Tag, demotiviert, motiviert, demotiviert und gegen Abend fühle ich mich total ausgepowert... Meistens fühle ich mich schon nach wenigen Minuten total müde und ausgepowert.

Vielleicht ist es ein innerer Kämpf zwei verschiedener Kräfte in dir, Redline, die tagsüber versuchen, die "Führung" über dein Denken und Tun zu übernehmen? Das wäre zum Beispiel einerseits die erlernte und dir eingeprägte Neigung zur geselschaftlicher Anpassung und andererseits - das Bedürfnis nach Selbstbestimmung, nach dem Ausleben der ureigener Impulse, oder einfach - die Sehnsucht nach sich selbst.

Wenn du dich zu sehr fremdbestimmen lässt, kann diese Sehnsucht, die dann als Antwort darauf anwächst, die Müdigkeit, das Nachlassen deines Antriebs und der Motivation verursachen. Sie will dich also dieser Fremdbestimmtheit entziehen und dich auf dich selbst wieder ausrichten.

In diesem Sinne wären diese "Wellen der Motivation" ein gutes Zeichen - dass du innerlich die Fremdbestimmung erkennst und gegen sie ankämpst, auch wenn es nur unbewusst passiert.
Vielleicht würde es dir helfen, wenn du diesen Kapf mehr auf die bewusste Ebene überträgst, d. h. dort deinen eigenen Impulsen mehr Raum gibst und sie aktiver auslebst?

@michaw

Ja, ich verstehe, was du meinst. Doch da ich eigentlich jede Störung, jeder Krankheit (auch) als ein Versuch des Körpers, uns aus einer ungünstigen, belastenden inneren oder äußeren Situation zu befreien, verstehe, scheint mir auch die Senkung des Dopaminspiegels, die all die Veränderungen im Denken und Empfinden mir sich bringt, auch ein Versuch zu sein, einen Menschen durch diese Simptome aus irgendeiner Überforderung, Angst, aus einer übermässigen Abhängigkeit usw., zu "retten" - eben mit diesen Mitteln, über die sein Körper verfügt.
Deshalb neige ich eher zu der Annahme, dass jeder körperliche Störung zum großen Teil ihre Ursachen in dem äußeren und damit gleichzeitig dem psychischen Bereich hat. Das häufig oder meistens dort die Erkrankung beginnt.
 
Hallo Redline,

ich bin zwar noch ganz neu im Forum und bin nur zufällig über dein Profil gestolpert aber bereits beim Anlesen deiner Threads habe ich teils frappierende Gemeinsamkeiten mit meiner eigenen Person feststellen können.
Von daher mache ich dir ein Angebot. Wenn du magst, kannst du mir jeder Zeit eine PN schreiben mit den Dingen, die dich aktuell bedrücken und ich will versuchen, dir zu helfen, denn vielleicht lerne ich auch für mich selbst einiges daraus. Das können auch ganz banale Dinge sein, die dir durch den Kopf gehen, ich werde in jedem Falle versuchen, dir immer schnellstmöglich zu antworten.
Ich glaube wenn ich deine Situation verstehe würde das auch mir selbst helfen, denn ich fühle mich im Moment ähnlich verloren.
Wenn du möchstest, schreibe ich dir auch per PN ein wenig mehr über mich selbst, damit du eher einschätzen kannst, was für ein Mensch hinter dem Namen Telas steht.

Schlussendlich liegt es allein bei dir ob du das Angebot annehmen möchtest, aber ich würde mich in jedem Falle freuen.

Grüße
 

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