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Ich weiß nicht was los ist...Trauer

Cho

Mitglied
Hey,

ich bin 18 Jahre alt und habe vor ca. 2 Jahren meinen Opa verloren. Ich weiß nicht ob mich jemand versteht, scheinbar ist es nicht so.

Immer wieder kommt die Traurigkeit wieder. Mal stärker und mal weniger stark. Aber im Moment vermiss ich ihn so sehr. Er wollte immer, dass ich mein Abi mach, jetzt hab ich meine schriftlichen Abiklausuren hinter mir und muss nur noch die mündliche Prüfung machen. Er kann nicht mit dabei sein bei der Abifeier er bekommmt nicht mehr mit wie ich mein Abi mach 🙁.
Jetzt kommt das, wovon ich denk, das es irgendwie doof klingt...
Ich hab Mitte März angefangen Opa Briefe zu schreiben aber nur bis Anfang April und dann gar nicht mehr. Am Anfang war es total toll, hat gut getan. Dann kams Abi und ich hab ihm nicht mehr geschrieben und nun trau ich mich nicht mehr ihm zu schreiben, weil ich Angst hab, dass die Trauer wieder so stark wird. Ich will nicht wieder in ein Loch fallen! Kurz nachdem er gestorben war, bin ich jeden Abend in ein Loch gefallen wegen der Traurigkeit.
Ich bin im Moment schnell genervt und gereizt. Und ich weiß nicht was los ist, warum ich Angst hab meinem Opa zu schreiben. Das klingt vom Kopf her so unlogisch und doof aber vom Gefühl her ist es so.
Ich weiß nicht was mit mir los ist, hoffentlich versteht mich hier endlich jemand.

Cho
 
Mein tiefstes Beileid , ich weiß genau wie es ist eine sehr wichtige Person im Leben zu verlieren.
Du hast das ganze noch nicht richtig verarbeitet das hindert dich auch daran die Briefe weiter zu schreiben , weil sie dich natürlich an ihn erinnern. Die Trauer ist selbstverständlich und braucht ihre Zeit. Dein Opa wird aber in deinen Erinnerungen weiter Leben und er wäre sehr stolz auf dich das du dein Abi gemacht hast da bin ich von überzeugt. Von daher hast du genau das richtige getan und es durchgezogen denn genauso hätte es dein Opa auch gewollt.
 
Mein Opa war für mich wie ein Papa, er war immer für mich da und hat mir so viel gezeigt und beigebracht.
Heute bin ich in die Kirche gegangen, mir war einfach danach...(auch wenn ich nicht super religiös bin oder so) hab Jesus sozusagen mal alles erzählt und musste weinen, wegen Opa, im Moment ist alles wieder so stark und traurig und ich vermisse ihn so sehr. Ich hoffe auch dass er stolz ist und ich hoffe, dass er alles mitbekommt. Ich will dass er mit bei der Abifeier ist. Ich will mich mit ihm unterhalten, ihn Fragen stellen, mir was von ihm noch erklären lassen, seine Meinung zu bestimmten Dingen hören usw usw. Ich möchte dass es wieder besser wird, dass ich nicht mehr so traurig sein musss, ich möchte endlich dass die Traurigkeit nicht mehr so stark ist und endlich besser begreifen, dass mein Opa nicht mehr da ist! Im großen und Ganzen hab ichs ja verstanden aber manchmal ist es noch soo schwer.
 
Ich fühl mich total komisch, ich vermisse meinen Opa, ich vermiss ihn wieder so sehr, ich möchte ihn wieder haben und mit ihm reden. Es kommen wieder die ganzen Erinnerungen, schöne auch, das ist ja auch ok, aber dadurch vermiss ich ihn noch mehr und will ihn erst recht zurück haben! Ich bin traurig, und es fühlt sich seltsam an, Angst zu haben ihm zu schreiben, Angst, warum ist die da? Die ist doch nicht wirklich berechtigt oder? Warum ist das so? Ich versteh das nicht 🙁 Ist das einfach die Trauer oder was ist das?
 
Mein Opa war für mich wie ein Papa, er war immer für mich da und hat mir so viel gezeigt und beigebracht.
Heute bin ich in die Kirche gegangen, mir war einfach danach...(auch wenn ich nicht super religiös bin oder so) hab Jesus sozusagen mal alles erzählt und musste weinen, wegen Opa, im Moment ist alles wieder so stark und traurig und ich vermisse ihn so sehr. Ich hoffe auch dass er stolz ist und ich hoffe, dass er alles mitbekommt. Ich will dass er mit bei der Abifeier ist. Ich will mich mit ihm unterhalten, ihn Fragen stellen, mir was von ihm noch erklären lassen, seine Meinung zu bestimmten Dingen hören usw usw. Ich möchte dass es wieder besser wird, dass ich nicht mehr so traurig sein musss, ich möchte endlich dass die Traurigkeit nicht mehr so stark ist und endlich besser begreifen, dass mein Opa nicht mehr da ist! Im großen und Ganzen hab ichs ja verstanden aber manchmal ist es noch soo schwer.

Mein Beileid!

Ich kenne Deine Gefühle sehr gut.
Glaube mir, ER ist stolz auf Dich, denn ER
ist immer in Deinem Herzen.
Dort ist SEIN Platz.
Und es ist doch ganz normal, dass Du
traurig bist, Cho irgendwann wird die Traurigkeit gehen
und es bleibt nur noch die Liebe für ihn -
glaube mir.

*fühltdichumarmt*

Anna-Lisa

 

Ich kenne Deine Gefühle sehr gut.
Glaube mir, ER ist stolz auf Dich, denn ER
ist immer in Deinem Herzen.
Dort ist SEIN Platz.
Und es ist doch ganz normal, dass Du
traurig bist, Cho irgendwann wird die Traurigkeit gehen
und es bleibt nur noch die Liebe für ihn -
glaube mir.

Dem schließe ich mich an , die Zeit heilt auch früher oder später die Wunden der trauer.
Solang du deinen Opa im Herzen und in deinen Gedanken bei dir behältst hast du alles getan was in deiner Macht steht.
 
Hallo Cho,

Dein Opa muss ein wunderbarer Mensch gewesen sein. Das spricht aus jedem deiner Worte.
Ich kann dir nachfühlen, dass Du ihn vermisst. Das geht mir heute, zwar nicht mehr so intensiv, aber immer noch, wenn ich an meinen Vater denke, so.

Das sind jetzt schon 10 Jahre her, dass er starb,aber mir scheint es manchmal, als sei es gestern gewesen. Wir hatten eine sehr enge Beziehung. So sehr ich ihn dann aber vermisse, so sehr ist er mir auf eine geheimnisvolle Weise nahe.

Vor meinem inneren Auge sehe ich ihn dann gelassen lächeln. Er ist mir nahe, bleibt mir nahe.
Verloren habe ich ihn aus dieser inneren Verbindung also nie, und ich bin ja auch ein Teil von ihm, wie er auch von mir.

Ich wünsche dir, dass sich deine Trauer langsam wandelt, in eine solche Form der Erinnerung.
Liebe Grüße

H.
 
Ich bin traurig, und es fühlt sich seltsam an, Angst zu haben ihm zu schreiben, Angst, warum ist die da? Die ist doch nicht wirklich berechtigt oder? Warum ist das so? Ich versteh das nicht 🙁 Ist das einfach die Trauer oder was ist das?

Hallo Cho,
woher diese Angst kommt, ihm zu schreiben, weiss ich auch nicht, aber ich habe gemerkt, dass in einer Trauersituation alle möglichen, auch widersprüchliche, Gefühle hochkommen.

Meiner Meinung nach ist es am besten, diese Gefühle zuzulassen, und sie nicht allzu sehr zu hinterfragen, irgendwann gehen sie auch wieder vorbei.

Vielleicht ist es so, dass Du Angst hast, dass die Trauer wieder verstärkt wird durch das Schreiben.
Dann ist es vielleicht nicht der richtige Moment, warte einfach mal ab, ob Dir von allein wieder wohler bei dem Gedanken ist, dann fliessen die Worte sicherlich von alleine.

Ich finde es toll, wie Dein Opa war.
Erinnert mich ein bisschen an meinen Vater, der kürzlich starb, ich will ihn auch soooo gern wiederhaben, seinen Rat, seine Geschichten, seinen Humor, sein Interesse an allem....ach es ist so schwer, wenn ein lieber Mensch stirbt.
Die Dankbarkeit, diesen Menschen gekannt zu haben, wird uns aber immer bleiben.

Alles alles Gute.
 
Das geht mir heute, zwar nicht mehr so intensiv, aber immer noch, wenn ich an meinen Vater denke, so.

Das sind jetzt schon 10 Jahre her, dass er starb,aber mir scheint es manchmal, als sei es gestern gewesen. Wir hatten eine sehr enge Beziehung. So sehr ich ihn dann aber vermisse, so sehr ist er mir auf eine geheimnisvolle Weise nahe.

Vor meinem inneren Auge sehe ich ihn dann gelassen lächeln. Er ist mir nahe, bleibt mir nahe.
Verloren habe ich ihn aus dieser inneren Verbindung also nie, und ich bin ja auch ein Teil von ihm, wie er auch von mir.

Hallo Paperback,

das hast Du aber schön beschrieben. Es tröstet mich ein bisschen, dass Du Dich auch nach 10 Jahren Deinem Vater so sehr verbunden fühlst.

Mein Vater starb im Februar, und ich habe manchmal Angst, dass er mir fern werden könnte, oder dass ich vieles von ihm vergessen könnte. So schreibe ich im Moment alles auf, was mir von ihm einfällt. Dinge, die er oft gesagt hat, usw.

Ich hoffe, dass ich auch so eine Verbindung behalten werde wie Du.

Liebe Grüsse
 
Hallo ihr Lieben,

vielen Dank für eure super lieben Antworten, sie sind wirklich sehr tröstlich und haben mich wieder etwas aufgemuntert. Ich möchte die Trauer nicht unterdrücken, auch wenn ich schreib dass ich ein bisschen Angst hab dass die Traurigkeit wiederkommt (nur damit es kein Missverständnis gibt). Wenn die Traurigkeit von alleine kommen möchte, dann kommt sie auch wieder, im Moment ist sie wieder da, aber es ist zum Glück nicht zu schlimm. Vor ein paar Tagen habe ich einen Tag im Krankenhaus hospitiert, da ich im August ein FSJ da anfangen möchte, und hab dort etwas gesehn, was mich sehr an meinen Opa erinnert hat, als er im Krankenhaus war und es ihm nicht gut ging....während ich im Krankenhaus war, war es kein Problem, am Abend kamen dann die Gedanken. Ist es nicht erstaunlich, dass plötzlich Sachen auftauchen, mit denen man sich (was Trauer betrifft) vorher nicht beschäftigt hat, die einen dann plötzlich merken lassen, dass man diese Sachen noch nicht verarbeitet hat? Ich habe mit meinem Freund drüber geredet, und dann wars auch wieder okay.
Also, denkt ihr, es ist dann einfach nicht die richtige Zeit um Opa zu schreiben? Und ist das auch nicht schlimm? Manchmal fühlt sich das alles so komisch an.


Gruß, Cho
 

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