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Ich weiß nicht mehr wer oder was ich bin. Bi., lesb.?

  • Starter*in Starter*in Gast Bambina0702
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G

Gast Bambina0702

Gast
Hallo ihr Lieben,
der folgende Text wird wohl etwas länger ausfallen, aber ich werde versuchen, ihn so kurz wie möglich zu halten.
Es geht darum, dass ich nicht mehr weiß, wer oder was ich überhaupt bin. Ich habe sehr früh gemerkt, dass ich Jungs uninteressant finde und mich hingezogen zu Mädchen/Frauen fühle.
Mit 13 habe ich für meine Lehrerin geschwärmt. Mit 15 hatte ich mein erstes Mal mit meiner damaligen besten Freundin, kurz darauf hatte ich meine erste feste Beziehung mit einem Mädchen. Diese Beziehung hielt 5 Monate. Ein halbes Jahr später hatte ich eine kurze Beziehung mit einer Frau, die jedoch zu Ende ging, weil ich mich neu verliebt hatte, wieder in eine Frau. Diese Beziehung hielt auch knapp 2 Jahre. Febr. 2010 ging diese jedoch dann auch zu Ende. Dann war erst einmal nichts, was wirklich spektakulär war. Ich hatte Dates mit Jungs, denn ich wollte normal sein, doch es hat nie irgenwie gefunkt oder so. Und dann Ende 2010 im Oktober fing es an, dass ich eine Affäre mit meinem damaligen Fahrlehrer anfing und mich verliebte, zumindest glaube ich das bis heute, dass es wirkliche Gefühle waren. Unsere Affäre ging 5 Monate, bis er es beendet hatte, weil er sich in eine andere Frau verliebt hatte. Ich war total fertig und habe mich in Sachen geflüchtet und hatte Sex mit einem anderen Mann, och ich muss gestehen, dass ich das nicht schön fand und mich regelrecht geekelt habe. Meine Gedanken während des AKts waren Frauen. Doch wollte ich irgendwie nicht akzeptieren, dass ich an Frauen denke. Ich wollte eine normale Beziehung, doch es entwickelte sich einfach nichts.. Und dann kam der Punkt, dass ich meine Exfreundin traf, wir bverbrachten viel Zeit miteinander und es entfachte wieder das Feuer von damals. Schließlichvergisst man napp 2 Jahre Beziehung nicht einfach und auch in den ganzen 14 Monaten, in denen wir getrennt waren, musste ich öfters an sie denken und habe sie nie vergessen... Wir sind zusammengekommen, doch leider nach 3 Monaten haben wir uns getrennt, ich fühlte mich nicht geborgen und irgendwie haben wir uns immer gestritten... Danach war es für mich erst einmal vorbei, dass war Anfang Dez. 2011.. ich hatte die Schnauze voll und versuchte mir einzureden, dass ich Bi sei und ich wollte alles ausprobieren, so ging ich feiern, küsste eine Frau und Ende des Jahres kamen ich und mein bester Freund uns sehr nahe. Und genau das passierte vorletztes WOchenende wieder. Doch im Bett, habe ich so verkrampft und fühglte mich total unwohl. Ich habe die ganze Zeit an Frauen gedacht und ich habe mich schon irgendwie leicht geekelt.. Es war nicht das, was ich wollte.. und es liegt nicht daran, dass es mein beste Freund war, sondern daran, dass er ein Mann ist. Jedoch habe ich einfach keine Ahnung, was mit mir los ist.. bin ich bi? Bin ich lesb.? Wer oder was bin? Und genau diese Frage macht mich total irre. Ich weiß nicht wer ich bin, ich stehe neben mir und ich fühle mich erdrückt davon, dass ich mich nicht mit mir selbst identifizieren kann! Ich kann einfach nicht mehr.. Liegt es daran, dass ich mich nicht akzeptieren kann? ...
 
hallo erstmal

ich finde es gar nicht so wichtig, ob man sich jetzt als lesbisch, bi oder sonst was bezeichnet. du hast dich nicht nur in frauen verliebt, sondern auch in deinen fahrlehrer, aber du hast dich ja nicht in das geschlecht dieser personen verliebt. man verliebt sich nun mal in die person selbst, egal ob männlich oder weiblich. und das ist ein schönes und aufregendes gefühl.
du solltest dich deswegen echt nicht fertigmachen. sexualität ist fließend und du brauchst dich nicht festzulegen, brauchst gar nicht zu sagen: "Ich bin lesbisch." Wenn man sich verliebt, dann passiert das eben einfach.

höre auf dich selbst und auf dein gefühl.du willst im moment mit einer frau zusammensein? geschlechtsverkehr mit einem mann reizt dich nicht? dann tu immer das, womit du dich wohlfühlst. du musst nicht immer "ja" zu einer beziehung oder zu sex sagen. Zuerst einmal ist es doch auch wichtig, eine Person kennenzulernen, ein "gefühl" für den oder die andere zu entwickeln. wenn du dich mit einem menschen wirklich wohlfühlst, dann wirst du schon merken, ob du auch mit dieser person zusammen sein möchtest.

und du sagst, dass du dich selbst nicht akzeptieren kannst. allerdings hast du schon früh gemerkt, zu wem du dich hingezogen fühlst und zu wem nicht. du hattest beziehungen. das sind doch schon ein paar sehr, sehr große schritte, meiner meinung nach.gib auf jeden fall nicht auf, sei du selbst und versuche, dich nicht nur über deine sexualität zu definieren.
 
Danke erst einmal für die Antworten.
Klar ist es eigentlich egal, was man nun ist. Jedoch finde ich es sehr schön, wenn man zumindest bisschen weiß, wer oder was man ist. Damit man nicht immer zwischen etwas hin und her schwingt...

Und die Sache mit meinem Fahrlehrer. Ich weiß ehrlich gesagt gar nicht, ob es Gefühle waren. Ich habe immer mehr das Gefühl, dass ich mich dran geklammert habe, weil ich dachte, es wäre meine Lösung für ein normales Leben. Ich bin zu dieser Zeit richtig unglücklich gewesen und habe mich selbst nicht mehr gekannt, ich würde schon fast sagen, ich habe mich an ihn verkauft. Alles gemacht und getan, nur mit der Hoffnung, ich könnte ein normales Leben führen. Anmerkung: Normal ist ein blödes Wort, denn was ist schon normal, aber mir fällt kein besseres ein..

@ Patch: Im Grunde genommen nicht... ich habe mir schon sehr viele Gedanen gemacht, aber ich habe Angst und etzt werde ich bestimmt gefragt,wovor ich Angst habe. Das hat mich mein beste Freund auch gesagt. Hier meine Antwort (ich werde die Antwort einfach mal hier rein kopieren, denn ich denke, dass sie alles beantwortet):
Vor meiner Zukunft. Es heißt zwar immer, die Menschheit ist so tolerant und so offen. Aber wäre diese Gesellschaft so offen und tolerant, dann würden nicht noch viele ihre Sexualität leugnen und dann wäre diese Angst nicht vorhanden. Wir sind keine tolerante und offene Gesellschaft. Wir sind geprägt durch Engstirnigkeit und Vorurteilen.
Wieso verlangst man zum Beispiel schwulen Lehrern bzw. lesbischen Lehrkräften, sie sollen das verheimlichen, weil sonst die Eltern der Kinder Aufstände machen? Selbst miterlebt bei meinem damaligen Englischlehrer, dem wurde anfangs verboten, offen zu seinem Freund zu stehen. Außerdem frage ich mich, wieso selbst Menschen im öffentlichen Leben sich nicht trauen, sich zu outen. Außerdem ist das deutsche Gesetz immer noch so gestaltet, dass es klar ist, dass die Menschen immer noch nach Sexualität geordnet werden.
Und ich glaube, langsam zu merken, dass ich mich selbst dazu zwingen will, BI zu sein, damit ich nicht eine ganz so große Angst vor meiner Zukunft habe. Ich möchte einen Beruf, ich möchte Erfolg in meinem Beruf, ich möchte Kinder und eine glückliche Beziehung und ein Leben, was man vielleicht als "normal" bezeichnen könnte. Und es heißt immer, dass Schwule es noch viel schwerer haben, als Lesben. Aber ich bitte euch, der Sex von Schwulen wird als ekelhaft empfunden, bei vielen.. ja, dafür werden lesbische Paare und ihre Praktiken in Gesprächsrunden, als geil, perfekt zum aufgeilen etc. empfunden. Das ist genau so angreifend, als würde man mir sagen, es ist widerlich. Klar, es kommt auf die Aussage drauf an und wie es jemand sagt. Aber geht man durch die Straßen und man beommt hinterhergerufen"Hey lasst mal zusehen", wird man im Endeffekt als billige Wichsvorlage abgestempelt. Außerdem heißt es bei uns Frauen oftmals eh nur, wir wurden von Männern enttäuscht, ahben Angst vor Männern oder wurden missbraucht. Diese verdammte Ernsthaftigkeit fehlt. Und genau das macht es auch so schwer, zu sich zu stehen und wirklich keine Angst vor der Zukunft zu haben! Denn das Bild der Frau ist: Frau an der Seite des Mannes, bringt Kinder auf die Welt...
Außerdem ist es einfach diese Angst, dass ich mir damals echt sicher war, dass Männer für mich nichts sind. Dann kam Thorsten und ich hatte 5 Monate etwas mit ihm und habe mich billig an ihn verkauft und weißt du, dass ich zurzeit merke, dass ich keine Gefühle für ihn hatte, sondern so fertig mit der Welt zu dem Zeitpunkt war, weil ich mich selbst verleugnet habe und mich an ihn geklammert habe und alles mit ihm gemacht habe, weil er für mich die Lösung zum normalsein war... Und das sind die Sachen, die mir zurzeit angst machn und klar werden.. und es ist verwirrend... einerseits weiß irgendwas tief in mir drin, dass ich homosexuell bin andererseits gibt es diesen Teil in mir, der das immer wieder verdrängt und nicht akzeptiert und sich woanders hin flüchtet... und das bringt dann wieder eine andere Angst, nämlich die Angst, dass ich mich nie selbst akzeptieren werde und mich vielleicht ein leben lang nicht wirklich leiden mag... Und manchmal bereue ich es, dass ich mich so früh geoutet habe und so schnell.. Und dann höre ich von Leuten, die echt keine Ahnung haben, dass das doch alles nicht so schlimm ist, dass ich jung bin, dass ich mich nicht unter Druck setzen soll... und dann werde ich noch gefragt, ob ich nicht zu viel von mir verlange? Aber verlangt man zu viel von sich, wenn man im Grunde genommen nur wissen möchte, wer man zumindest zum Teil ist, wenn man nicht jeden Tag mit zwei gegensetzlichen Teilen kämpfen will, die einen innerlich zereissen?
 
Jedoch habe ich einfach keine Ahnung, was mit mir los ist.. bin ich bi? Bin ich lesb.?

Die Frage ist ungefähr so sinnvoll wie "bin ich rosa oder bin ich rot?". Es gibt alle Schattierungen dazwischen.

Und die Sache mit meinem Fahrlehrer. Ich weiß ehrlich gesagt gar nicht, ob es Gefühle waren.

Das spielt auch kaum eine Rolle, für Deine Orientierung ist vor allem relevant, ob Du den Sex mit ihm genießen konntest, also echte körperliche Lust empfunden hast und wirklich scharf auf ihn warst. Wenns dabei nur um Nähe bzw. die Fortsetzung von Zärtlichkeiten mit anderen Mitteln ging, dann hat das schon weniger Aussagekraft.

digitus
 
klar kann ich verstehen, dass du angst vor den reaktionen anderer leute hast. aber man kann ja auch erst mal selbst entscheiden, ob man es dem gegenüber gleich sagen will oder erst mal schauen will, wie tickt er oder sie eigentlich so?

ich hab mich vor meinen freunden auch nicht gleich geoutet, sondern erstmal ein paar wochen abgewartet und es ihnen dann gesagt, weil ich mich ihnen gegenüber "sicher" gefühlt habe. ich wusste einfach, dass sie es akzeptieren werden. und das trotz unterschiedlicher religionen, moralvorstellungen etc...

und natürlich ist einiges auch "schwieriger", kinder zu bekommen zum beispiel, aber es gibt trotzdem möglichkeiten und außerdem braucht man sich darüber ja erst den kopf zu zerbrechen, wenn man wirklich welche haben möchte. und bis dahin kann sich auch schon wieder einiges geändert haben.

ich würde den leuten, die abfällig über lesben und schwule reden, einfach nicht zuhören (naja, um ehrlich zu sein, ich diskutierre schon manchmal mit denen, weil ich ihnen klarmachen möchte, dass es nicht nur auf die sexualität eines menschen ankommt,aber ich hatte bei einigen diskussionen wohl schon kleinere erfolge).
und wenn jemand sagt: "boah, lesben, so geil", einfach ignorieren 😉

aber ich finde es auch wichtig, dass man zuerst mal sich selbst akzeptieren kann, so wie man ist, und das kann natürlich lange dauern, eben auch jahre, so wie es jetzt bei dir ist. aber wenn man selbstbewusst auftritt, dann merken das auch andere und man wird nicht so leicht "opfer", weil die anderen irgendwann checken, dass man drübersteht.
 

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