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Ich weiß nicht mehr was ich glauben soll

G

Gelöscht 116427

Gast
Das hier habe ich gestern geschrieben...

Bin ich verdummt, vergesslich, sind das Dissoziationen oder was passiert hier?

"Also vielleicht steigere ich mich da sehr rein aber ich bemerke häufig, wie ich mich an so viel in meinem Leben nicht erinnere. So viel verschwindet einfach... Manchmal kommen Erinnerungen hoch aber oft nur ganz bruchstückhaft und ich kann sie meist nicht zuordnen. Manchmal schaffe ich es z.B. durch Musik mich an Dinge zu erinnern, z.B. wenn ich die Musik zu der Zeit gehört habe aber oft sind es Dinge die mich sehr belasten und dann eher dazu führen, dass meine Anspannung sehr zunimmt und ich ne Panikattacke habe - manchmal verliere ich den Bezug zu meiner Umwelt und hänge komplett drin und das Geschehene wiederholt sich.

Ich muss zugeben, dass ich ganz dankbar dafür bin, weil ich glaube ich sonst noch mehr Schwierigkeiten hätte aber es belastet mich irgendwie schon und es stört mich, dass alles so zusammenhanglos ist wie in einem Film, manchmal ist es so schlimm und das ist mir fast schon ein bisschen peinlich, dass sich nicht nur mein Körper fremd anfühlt, sondern auch mein Spiegelbild. Und es hat gebraucht, bis ich erkannt habe, dass das in meiner Handygallerie ja meine Selfies sein müssen.
Oder ich wusste nicht, wann ich das letzte Mal geduscht habe, oder habe Dinge vergessen, die ich früher nie vergessen hätte.
Manchmal sind es kleinere alltägliche Dinge, die ich doppelt tue oder mehrmals hintereinander vergesse... Die letzten Tage war es wieder so extrem, dass ich mich mal wieder kaum daran erinnern kann was war.
Ich weiß, dass die Erinnerungen da sind, aber da ist so eine starke Barriere die ich nicht durchbrechen kann, also erinnere ich mich eben nur an Ausschnitte und kann sie zeitlich nicht einordnen, dabei sprechen wir jetzt nicht nur von Stunden und Tagen sondern von Wochen, Monaten und sogar Jahren. Ich reagiere auch oft emotional auf Trigger - dann geht es ganz schnell in die Apathie über. Später kann ich nicht sagen, was ich gefühlt, gedacht oder gemacht habe (wenn ich es weiß ist es mehr Film/Traum und oft so, als wäre mir das überliefert worden und als ginge es um mich) , allerdings habe ich gemerkt, dass Schreiben hilft - dann weiß ich manchmal was ich gemacht oder erlebt habe.
Manchmal weiß ich sogar ein bisschen mehr und kann die Woche deutlich besser beschreiben...
Auch ist es so, dass ich bei der Selbstverletzung oft nicht mehr weiß, wann sie genau entstanden ist. Ich bin zwar dabei und führe es aus, aber es ist eher so als würde ich nur zuschauen und wenn ich nicht anhand des Aussehen das Stadium beurteilen könnte, könnte ich nicht mehr sagen, wann genau es denn jetzt passiert ist. Manchmal schreibe ich mir das auf und weiß dann ah okay, dass war am Vortag und nicht mehrere Tage später. Die meiste Zeit geht es mir richtig gut, dann stürze ich emotional sehr stark ab. Die Zustände wo es mir dann extrem schlecht geht halten stundenlang an, manchmal länger. Es vergeht viel mehr Zeit, als ich gedacht habe. Wenn ich dann wieder aus diesen Zuständen rauskomme weiß ich oft nicht mehr woran es lag oder was jetzt eigentlich los war, außer ich habe es von mir selbst schriftlich. Ich habe mich schon oft ausgelacht oder nicht ernst genommen deswegen.
Ich habe auch das Gefühl, dass ich dann alterstechnisch total in einen kindlichen Zustand abrutsche - so als hätte ich mehrere Zustände des Seins.
Ich habe auch mehr oder weniger klare Momente so wie jetzt obwohl ich auch mich immer noch sehr entfremdet fühle, als steckte ich konstant in einem starken Brainfog drin.
Eigentlich stört mich das nicht, manchmal finde ich es schade, Vieles nicht mehr so genau und auf mich bezogen im Kopf zu haben oder eben gar nicht. Es ist mir nur jetzt sehr störend aufgefallen, weil ich überhaupt nicht mehr lernen konnte. So sehr ich es auch wollte, ständig hat der Input meinen Geist verlassen, egal wie oft ich es versucht habe. Ich komme mir so dumm vor, ich weiß nicht mehr was Einbildung ist und was nicht und auch nicht, wann das Ganze angefangen hat, was mir noch mehr Angst macht. Ich verstehe einfach gar nichts mehr, bin mir aber Recht sicher, dass es nur psychisch bedingt sein kann. Auch weiß ich nicht was es auslöst. Alles an das ich mich erinnern kann war jetzt nicht so schlimm und ich kann es einfach nicht nachvollziehen. Ich fühle mich voll schlecht und ich denke keiner wird mir glauben. In einigen Stunden werde ich bestimmt wieder denken, ah was habe ich denn jetzt schon wieder für einen Irrsinn geschrieben. Ich stelle gerade alles in Frage. Ich weiß nichts mehr. Nur dass es sehr schwer für mich war am Leben zu halten und mir nicht allzu sehr zu schaden und in die schwere Selbstverletzung abzurutschen.
:(
Das Schlimme ist wirklich, dass ich teilweise komplett andere Denkweisen habe und manchmal kann ich mich auch nicht so gut steuern, wie ich das eigentlich will.

Vielleicht versteht mich ja einer...
Ich bin zur Zeit in keiner Therapie mehr und wie gesagt weiß ich, dass ich oft stundenlang auf einem Stuhl sitze und dabei bin mich selbst zu trösten... Und wenn das jetzt mit dem Lernen nicht klappt ich habe voll Angst. Ich bin eigentlich 19 fühle mich aber gerade ein paar Jahre jünger.
Keine Ahnung, vielleicht ist das ja alles normal und ich reagiere über und es ist alles mein Fehler?
Auch entschuldige ich mich jetzt schon mal, wenn da Fehler drin sind. Ich bin doch Recht erschöpft und kognitiv nicht so ganz fit, wie sonst."


Ich habe vor wieder in Therapie zu gehen, aber ich habe oft keine Ahnung, was da eigentlich abgeht bei mir, aber verfasse solche Texte. Ich verstehe einfach gar nichts mehr.
Wie soll ich das jemandem erklären? Ich glaube mir doch selbst nicht...
Das belastet mich alles so extrem. :(
Was soll ich von mir denken? Warum verfasse ich so einen Müll?
Passiert das echt oder habe ich mir das eingeredet - möchte ich vielleicht keine Verantwortung für mein Handeln übernehmen? Ich bin gerade so krass überfordert.
Mein Vater meint, es sei normal - er sei auch vergesslich und es würde an Corona und dem Lockdown liegen.
Was soll ich denn jetzt glauben???
Ich würde das gerne meinem Psychiater vorlegen aber der denkt doch auch nur ich sei bekloppt.
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:

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G

Gelöscht 116947

Gast
Hallo Funambule,
was du da beschreibst ist nichts "beklopptes", auch wenn sich das so sehr danach anfühlt. Ich kenne vieles davon auch und ich habe auch oft gedacht: "wenn ich das meiner Therapeutin erzähle, hält sie mich für eine Spinnerin". Aber nein, das tat sie nicht und auch dein Psychiater wird dies nicht. Im Gegenteil, man wird dir besser helfen können.
Ich finde im Übrigen, dass du das gut benennen kannst, mir fiel das immer sehr schwer. Um mich selbst etwas sicherer zu fühlen, wurde mir in der Klinik empfohlen ein Tagesprotokoll zu führen mit den Dingen die ich gemacht habe. Manchmal zeigen sich da, so zumindest bei mir, Lücken. So kann ich Sie wenigstens identifizieren und schauen, was denn davor und danach war. Auch diese Entfremdungsgefühle sind nichts verrücktes an dir - aber all das sollte meiner Meinung nach angesprochen und behandelt werden.

Alles Gute!
 
G

Gelöscht 116427

Gast
Hallo Funambule,
was du da beschreibst ist nichts "beklopptes", auch wenn sich das so sehr danach anfühlt. Ich kenne vieles davon auch und ich habe auch oft gedacht: "wenn ich das meiner Therapeutin erzähle, hält sie mich für eine Spinnerin". Aber nein, das tat sie nicht und auch dein Psychiater wird dies nicht. Im Gegenteil, man wird dir besser helfen können.
Ich finde im Übrigen, dass du das gut benennen kannst, mir fiel das immer sehr schwer. Um mich selbst etwas sicherer zu fühlen, wurde mir in der Klinik empfohlen ein Tagesprotokoll zu führen mit den Dingen die ich gemacht habe. Manchmal zeigen sich da, so zumindest bei mir, Lücken. So kann ich Sie wenigstens identifizieren und schauen, was denn davor und danach war. Auch diese Entfremdungsgefühle nichts verrücktes an dir - aber all das sollte meiner Meinung nach angesprochen und behandelt werden.

Alles Gute!
Mir fällt es die meiste Zeit auch schwer, nur manchmal kann ich das in Worte fassen auch weil ich gerade nicht verstehen kann wie es mir überhaupt so schlecht gehen kann. Ich finde Dissoziationen irgendwie schwierig zu begreifen, und auch weil sich dass dann scheinbar schon durch mein gesamtes Leben zieht, falls es das wirklich sein sollte und mit der Vorstellung habe ich irgendwie große Schwierigkeiten mich auseinanderzusetzen. Erst seit ich SVV reduziert habe fällt mir sowas überhaupt auf und dadurch mich mehr mit mir selbst und meiner Psyche zu befassen. Und ich denke das ist einfach viel auf einmal. Wieder Gefühle zuzulassen und zu haben. Unter anderem.
Und jetzt gibt es da diese Schutzbarriere.
Aber es tut irgendwie total gut zu hören, dass ich mir das nicht ausdenke oder es zumindest nur unwahrscheinlich ist.
Ich muss auf jeden Fall Wege finden mich jetzt besser zu organisieren und damit das auch alles so klappt wie ich es will.


Ich jammere und beklage mich eigentlich nur, wenn meine Funktionalität eingeschränkt wird. Ich hätte das gerne weiterhin toleriert aber ich muss und will produktiv sein.

Und na ja... Mittlerweile ist es einfach zu viel des eigenen Selbstschutzes. Ich will da unbedingt wieder ein bisschen mehr rauskommen. Obwohl ich auch Angst davor habe...

Ich bin jetzt auch endlich stabil genug um an mir zu arbeiten. Manchmal habe ich Angst es ist doch nicht die richtige Entscheidung.
Aber letztes Jahr war katastrophal und ich will unter keinen Umständen, dass sich das wiederholt.

Danke, dir!
 
G

Gelöscht 116947

Gast
Dass du da rauskommen willst, kann ich gut verstehen. Deshalb fände ich es wichtig, wenn du das mal mit deinem Psychiater besprichst. Mir konnte da in Teilen gut geholfen werden.

Ich drücke dir die Daumen. :)
 

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