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Ich weiß es nicht...

G

Gast

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Hallo!

Vielleicht kann mir jemand helfen und meine Fragen beantworten.
Ich weiß schon seit längerer Zeit, dass ich eine Therapie machen muss und in meiner momentanen Lebensphase ist es auch, denke ich, sehr wichtig, den Schritt zu wagen und einen Therapeuten zu suchen.
Mein Problem ist jedoch, dass ich nicht ganu weiß, WAS mein Hauptproblem ist (hört sich jetzt sicherlich seltsam an). Ich habe mehrere Probleme, weiß aber nicht, welches Problem ein grundlegendes Problem ist und behandelt werden müsste. Ich kann ja nicht zum Therapeuten sagen: "Lieber Therapeut, ich benötige Ihre Hilfe, kann Ihnen aber nicht sagen, weshalb."

Vielleicht sollte ich euch erst einmal meine Geschichte aufschreiben:
Ich bin 28 Jahre alt. Ich hatte keine einfache Kindheit, ich wurde regelmäßig von meinen Eltern geschlagen und unterdrückt. Aufgrund der Kultur meines Vaters durfte ich viele normale Dinge nicht machen. Ich habe mich nie aufgelehnt, war immer "brav" und habe immer akzeptiert, was von mir verlangt wurde. Das war wohl auch nie genug...
Nach der Scheidung meiner Eltern hat sich plötzlich vieles geändert. Ich hatte auf einmal mehr Freiheit, durfte meine eigene Wohnung haben und führe nun mein eigenes Leben. Nach außen hin führe ich nun ein ganz normales Leben... jedoch habe ich innerlich solche Schmerzen und Probleme, dass ich sehr unglücklich bin. Ich bin beziehungsgestört, ich kann keine längere Zeit mit jemanden zusammen sein, ich brauche sehr viel Freiheit. Außerdem habe ich Berührungsängste, ich muss großes Vertrauen zu einer Person aufgebaut haben, damit mich zufällige oder leichte Berührungen, wie z.B. das Schulterklopfen oder ähnliches nicht "anekeln". Außerdem habe ich ständig Verlustängste, Angst allein gelassen zu werden, oder auch Angst, nicht akzeptiert zu sein... ich leide unter Gefühlsschwankungen. Mal bin ich überglücklich, dann tiefunglücklich. Ein Mittelmaß gibt es kaum bei mir. In Grunde genommen brauche ich Extremsituationen im Leben...
Ich weiß echt nicht, wie ich nicht nur äußerlich, sondern auch innerlich ein normales Leben führen kann.

Ich habe noch niemandem erzählt, was ich in der Vergangenheit durchmachen musste, ich habe es noch nie laut ausgesprochen. Ich weiß auch nicht, ob ich mich jemals so weit öffnen kann, dass ich es kann. Wie gesagt, ich weiß, dass eine Therapie notwendig ist... aber ich weiß nicht, was ich dem Therapeuten sagen und erzählen soll. Ich weiß nicht, was genau ich mein Hauptproblem ist. Hört sich das seltsam an?
Muss ich mir das vorab bewusst machen, bevor ich einen Therapeuten suche? Oder kann ich ihm genau das, was ich jetzt aufgeschrieben habe, auch sagen? Vielleicht kann mir jemand helfen.

Grüße
"Gast" ;-)
 

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Serafina

Aktives Mitglied
Wenn du etwas traumatisches erlebst versucht dich dein Unterbewusstsein in Zukunft davor zu bewahren und baut eine Schutzmauer auf. Wie du das beschreibst:

"...jedoch habe ich innerlich solche Schmerzen und Probleme, dass ich sehr unglücklich bin.

Problem: Nicht aufgearbeitete und verdrängte Ängste

Ein Kind weiss nicht was passiert. Es hält die Eltern für perfekt und richtet sich automatisch danach aus. Als Erwachsener muss man erkennen, dass die Eltern nicht perfekt waren, man selber also nicht für die Behandlung verantwortlich war und ihnen verzeihen. Sich nicht selbst die Schuld daran geben.

Man hat Angst die damaligen traumatischen Erlebnisse noch einmal aufleben zu lassen, was man aber muss um Sie berarbeiten zu können. Wichtig ist das verstehen des, was ist passiert und warum haben meine Eltern es so gemacht. Was für Probleme hatten sie mit sich selbst. Die Angst vor der Vergangenheit muss durch die Erkenntnis besiegt werden, dass es vorbei ist und dass die Eltern es nicht böse gemeint haben, aber mit sich selbst auch nichts anfangen konnten. Sie sind Menschen und machen Fehler.


Ich bin beziehungsgestört, ich kann keine längere Zeit mit jemanden zusammen sein, ich brauche sehr viel Freiheit.

Das Problem: Nähe zulassen.

Nähe zulassen hat als Kind bedeutet verletzt werden. Kinder brauchen Nähe, Liebe und Zuneigung. Dafür tun sie alles. Wenn sie von den Eltern verletzt werden haben sie in Zukunft eine Sicherheits"vorrichtung" die sie vor neuem Kummer bewahren soll. Leider hat die Sicherheitsvorrichtung als Erwachsener erhebliche Nachteile und schränkt einem ein. Nur das erkennen des unterbewussten Schemas und das Reden, das Verständnis und die Geduld eines Menschen kann diese Mauer wieder durchbrechen.

Außerdem habe ich Berührungsängste, ich muss großes Vertrauen zu einer Person aufgebaut haben, damit mich zufällige oder leichte Berührungen, wie z.B. das Schulterklopfen oder ähnliches nicht "anekeln". Außerdem habe ich ständig Verlustängste, Angst allein gelassen zu werden, oder auch Angst, nicht akzeptiert zu sein... ich leide unter Gefühlsschwankungen. Mal bin ich überglücklich, dann tiefunglücklich.

Problem: Ablehnen der unguten Gefühle

Man muss erkennen das schlechte Gefühle zu einem gehören und man sie nicht ablehen oder vermeiden kann. Man muss sie zulassen und beobachten ohne sich reinzusteigern.

Wenn man sie versucht zu verdrängen kommen sie in doppelter Stärke zurück oder treten als Krankheit zu Tage.

Weinen heisst heilen. Wenn man weint heilt man damit einen Teil der Wunden. Das ist ein Ventil zwischen dem Körper und den Emotionen. Man lässt zu, dass es einem schlecht geht und versucht nicht stärker zu sein als man ist. Man anerkennt die Krise als den Weg zur Besserung, hört auf zu kämpfen und lässt es zu.

Der innere Kampf mit sich selbst ist der sichere Untergang in der negativ Spirale.

Man muss sich als Mensch mit Fehlern selbst anerkennen und respektieren. Wir gehen meistens mit uns selbst viel härter ins Gericht wie wir es mit anderen jemals tun würden.

Sich selbst vergeben.
Sich selbst akzeptieren.
Seine Stärken betonen, statt ständig sich auf die Schwächen zu konzentrieren.


Wenn du dich selbst nicht lieben kannst, dann beginn dort zu suchen.
 

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