Don't improve yourself from other people... lautet ein Zitat, dass mir bei Deiner Geschichte sofort einfällt.
Wenn man selber erfolgreich ist, zB sportlich und schlank während anderen das Abnehmen schwer fällt, belesen weil man dazu als Kinderloser nun mal mehr Zeit hat - dann führt das leider am Ende häufig zu einem ungewünschten Ergebnis: Einsamkeit.
Ich lese zwar, dass du ein toller Typ bis, was mir aber fehlt sind die menschlichen Werte wie Empathie, Hilfsbereitschaft, Freundlichkeit etc. Meiner Erfahrung nach machen diese Dinge extrem glücklich. Sicher haben auch deine verachteten Kollegen Qualitäten, die für Dich auf den ersten Blick nicht erkennbar sind. Geh doch einfach mal zu den Veranstaltungen hin, zu denen man dich einlädt und versuche sie zu finden. Einfach fragen und zuhören!
Wenn Du auf dem aktuell eingeschlagenen Weg unglücklich bist (und Dein Hilferuf deutet darauf hin), hol Dir einfach therapeutische Hilfe. Man muss ja nicht gleich eine ausführliche Therapie machen, aber eine kurze Intervention, oder ein Coaching könnten Dir sicher helfen. Mach Dich auf die Suche nach Deinen inneren Werten, nach Einfühlungsvermögen und Mitgefühl. Klingt banal, kann aber total spannend sein! Perfektionisten sind uninteressant. Die kleinen Fehler machen Menschen liebenswürdig.
Viel Erfolg dabei!
Dem stimme ich nicht zu (und es sind ja bereits eine ganze Reihe ähnlicher Beiträge geschrieben worden).
Ich bin nicht der Ansicht, den moralisierenden Zeigefinger zu heben sei richtig, der ihm sagt, er solle doch bitteschön in jedem Menschen Liebenswürdigkeit und Interessantes entdecken. Es ist vollkommen natürlich, dass ein Mensch sich nicht allen anderen Menschen zugehörig fühlt und bestimmte Lebensstile für sich ablehnt, andere wiederum begrüßt. Dass sich Menschen lieber mit Menschen beschäftigen, die ihren Lebensstil, ihre Einstellungen und ihre Auffassungen teilen, ist ebenfalls ein sehr natürliches, menschliches Verhalten. Das durchaus erstrebenswerte Ziel, dass alle einen Stuhlkreis bilden, sich liebhaben und belobigen, einander Respekt und Akzeptanz zollen, einander helfen und sich unterstützen, sowie trotz der Unterschiede Freundschaft schließen, ist (leider?) vollkommen unerreichbar und entbehrt somit jeglicher realen Ausgangsbasis. Namen tanzen schön und gut, das reale Leben wird hiermit jedoch nicht beschrieben.
Ich persönlich sehe allerdings, trotz all der Unterschiede und der damit einhergehenden natürlichen Segregation und sozialen Gruppierung unter Menschen, keine Notwendigkeit darin, von der eigenen Einstellung abweichende Lebensstile anderer Menschen derart zu verurteilen, wie der TE es in seinem Eingangsposting betreibt. Positiv hervorzuheben ist, dass er selbst erkennt, dass das Problem definitiv bei ihm und nicht bei den Eigenschaften, Einstellungen und der Lebensführung der anderen liegt.
Ich für meinen Teil versuche es in der Regel so zu halten, dass ich niemanden mögen, niemanden akzeptieren, niemanden liebhaben und mit niemandem Freundschaft schließen muss, dessen Einstellungen, Ansichten und Lebensstil nicht zu den meinigen passen. Ich finde es aber wichtig, andere trotzdem zu tolerieren und zumindest zu respektieren, dass sie ihr Leben so führen, wie sie es nun mal führen, völlig unabhängig davon, ob sie damit zufrieden sind oder nicht. Hilfsbereitschaft muss auch nicht immer angezeigt sein, und niemand ist m.E. gezwungen, anderen grundsätzlich Unterstützung anzubieten. Wozu soll das gut sein, wenn es doch mit sozialem Zwang einhergeht? Wieso soll es immer gut sein, solch moralisierenden Erwartungen zu entsprechen? Ich sehe die Welt nicht untergehen, nur, weil man nicht immer jedem helfen und nicht immer jeden unterstützen und nicht alle im Kollektiv am eigenen Leben teilhaben lassen möchte. Etwas Egoismus kann bisweilen auch sehr gesund sein.
Wichtig ist meiner Ansicht nach, dass der TE lernt, mit den Unterschieden zwischen seinen Kollegen und sich umzugehen. Dies sollte vor allem darauf hinauslaufen, dass er, wie oben beschrieben, deren Einstellungen, Ansichten und Lebensstil toleriert, sich selbst aber dahingehend abzugrenzen lernt; eine gute Strategie entwickelt, nicht an außerbetrieblichen Aktivitäten teilnehmen zu müssen, ohne sich selbst innerhalb der beruflichen Zusammenarbeit ins Abseits zu schießen. Nur so kann diese Zusammenarbeit meiner Meinung nach auch langfristig gut funktionieren - der moralisierende Zeigefinger, der ihn dazu zwingt, sich mit Menschen auseinanderzusetzen, mit denen er sich privat nicht auseinandersetzen möchte, wird unweigerlich zu noch mehr Ablehnung und Fluchtverhalten des TE und - Dammbruchargument - zu innerer Kündigung und einem schlechten Betriebsklima führen.
P.S.: Dem TE Oberflächlichkeit und Arroganz zu unterstellen, halte ich für gewagt. Wir wissen nicht, wie er mit Menschen umgeht, deren Einstellungen er teilt und all dies schließt auch eine gemeinsame Definition der Eigenschaften "Arroganz" und "Oberflächlichkeit" mitein. Die Frage wäre hierbei, ab wann man denn überhaupt sagen kann, jemand sei arrogant oder oberflächlich und welche hinreichende Bedingungen hierzu überhaupt erfüllt sein müssen. All das wurde hier mit keinem Wort geklärt, und stattdessen werdem dem TE die genannten negativen Eigenschaften unreflektiert, unkritisch und plakativ angeheftet.
Die Psyche des Menschen und die damit verbundene soziale Welt sind zu komplex, um solche monokausalen Schlussfolgerungen zu treffen. Ich würde dem TE, und auch dies halte ich bereits für gewagt, bisweilen Ignoranz unterstellen. Weiter würde ich aber nicht gehen.