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Ich verachte meine Kollegen, bzw. spüre intensive Abneigung

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Gast-ratlos1

Gast
Zu meiner Situation würde ich gerne die Meinung der Community hier erfahren. Was könnte ich tun, was und wie an meiner Einstellung ändern. Was würdet Ihr tun?

Ich habe ein massives Problem mit meiner Einstellung. Habe einen sehr gut bezahlten Bürojob in einer “Wunsch”-Firma. Das Gehalt ist weit überdurchschnittlich, wir haben Gleitzeit, id Regel geh ich unter der Woche um 16:00 und am Freitag um 12:00 Uhr heim. Bin dort auch schon ein paar Jahre beschäftigt. Aber….

Zunehmend, von Jahr zu Jahr schleicht sich mehr und mehr ein Gefühl von “Verachtung” für meine Kollegen ein. Meine weiblichen Kollegen betrachte ich durchgehend als unattraktiv und nervig. Meine “männlichen” Kollegen, nun was soll ich sagen…

Ich selbst bin sehr sportlich, viel mit Freunden im Outdoor Bereich unterwegs und in meinem gesamten Freundeskreis sind wirklich alle “topfit”. Ich lese auch viel, bin sehr interessiert und bilde mich weiter. Bin also mMn. ein sehr “aktiver” Mensch. Habe keine Kinder & kann mich daher natürlich auch sehr auf mich und meine Bedürfnisse konzentrieren.

Wenn ich mir nun meine Kollegen ansehe. Ich empfinde sie eigentlich nur noch und zunehmend als unsympathisch, übergewichtig, naiv, träge, langweilig, unsportlich, “tapsig” und “unmännlich”. Für mich sind sie richtige “Weicheier”. Ständig kommt jemand und will mich zu einer ihrer langweiligen Tätigkeiten einladen.

Natürlich bleibe ich freundlich und lasse mir nichts anmerken. Aber ich kann mit ihnen absolut nichts anfangen. Daher lehne ich auch immer ab.

Meinen mir gegenüber sitzenden Kollegen, der mein bester Freund sein will. Der immer über sein Übergewicht jammert, dennoch permanent einen Schokoriegel oder sonstwas im Maul hat. Mich immer ausfragt und - so hab ich das Gefühl - unbedingt an meinem Leben teilhaben will. Den könnte ich schon gleich am Morgen "lächelnd" erschiessen.

Die Weihnachtsfeier ist eine alljährliche Qual. Ihr “Leben” ist für mich absolut langweilig und un-erstrebenswert. Ihre Gesprächsthemen und Jammerei rund um Haus, Frau, Kinder, Küche, Garten, Hund bringen mich schier zum Kotzen…

Nur, je mehr ich ablehne, desto mehr Einladungen bekomme ich.

Nun weiß ich ja, dass ICH ein Problem habe. Ich bin mir nur nicht sicher, was und wie ich das ändern könnte. Mir einen anderen Job suchen kommt aufgrund der guten, beruflichen Situation nicht in Frage. Habt Ihr vielleicht Ratschläge für mich?
 
nunja, ichs ehe das eher als luxusproblem, was du da beschreibst, aber das weißt du sicher selber. hier schreiben tagtäglich menschen, die in ihren betrieben gemobbt und systematisch fertiggemacht werden und die sich eine situation wie deine vermutlich mehr als herbeisehnen. sicherlich ist es extrem nervig, wenn man von leuten, mit denen man eigentlich nichts zu tun haben möchte, permanent zu irgendwelchen aktivitäten überredet wird.

ich würde einfach klipp und klar sagen, dass ich enorm viele verpflichtungen nach der arbeit habe, denen ich nachkommen muss. eventuell würde ich dabei einfach lügen und behaupten, ich bin, was weiß ich, jugend-handballtrainer oder sowas in die richtung. einfach irgendwas, wo sie wissen, dass du das nicht so mir nichts, dir nichts absagen kannst. und am wochenende haben deine mannschaften eben immer ein wichtiges spiel, wo du dabeisein musst.

das problem kenne ich im übrigen auch. bei mir war es während einer weiterbildung, wo ich plötzlich und aus für mich nicht nachvollziehbaren gründen eine reihe an "fans" hatte, die mich ständig nach unterrichtsschluss irgendwohin schleppen wollten. es gab wochen, da konnte ich mir tag für tag eine neue ausrede einfallen lassen. ist vielleicht nicht nett, aber ich hab dann einfach einen hund erfunden, der allein zuhause ist und versorgt werden muss. man will die leute ja auch nicht unbedingt verärgern und dass mein hund schon vor 2 jahren verstorben ist, muss auch keiner wissen.

ich frage mich bei solcherlei aufsässigkeiten auch immer, warum die leute nicht selber merken, dass man sich gar nicht auf einer wellenlänge befindet.. einmal hab ich mich breitschlagen lassen und bin mit ihnen essen gegangen. anhand der absolut hohlen gespräche, die ich als vollkommen überflüssig empfunden habe, hätte ich jedem einzelnen am liebsten meine gabel ins auge gerammt, oder zumindest meine serviette in den mund gestopft, dass endlich ruhe ist mit dem sinnbefreiten gequatsche. nunja, ich hab draus gelernt und meine methode gefunden, wie ich mir die leute vom hals halte. da ist es mir dann ehrlichgesagt auch wurscht, ob ich dabei ehrlich bin oder nicht. hauptsache meine ruhe.
 
Don't improve yourself from other people... lautet ein Zitat, dass mir bei Deiner Geschichte sofort einfällt.
Wenn man selber erfolgreich ist, zB sportlich und schlank während anderen das Abnehmen schwer fällt, belesen weil man dazu als Kinderloser nun mal mehr Zeit hat - dann führt das leider am Ende häufig zu einem ungewünschten Ergebnis: Einsamkeit.

Ich lese zwar, dass du ein toller Typ bis, was mir aber fehlt sind die menschlichen Werte wie Empathie, Hilfsbereitschaft, Freundlichkeit etc. Meiner Erfahrung nach machen diese Dinge extrem glücklich. Sicher haben auch deine verachteten Kollegen Qualitäten, die für Dich auf den ersten Blick nicht erkennbar sind. Geh doch einfach mal zu den Veranstaltungen hin, zu denen man dich einlädt und versuche sie zu finden. Einfach fragen und zuhören!

Wenn Du auf dem aktuell eingeschlagenen Weg unglücklich bist (und Dein Hilferuf deutet darauf hin), hol Dir einfach therapeutische Hilfe. Man muss ja nicht gleich eine ausführliche Therapie machen, aber eine kurze Intervention, oder ein Coaching könnten Dir sicher helfen. Mach Dich auf die Suche nach Deinen inneren Werten, nach Einfühlungsvermögen und Mitgefühl. Klingt banal, kann aber total spannend sein! Perfektionisten sind uninteressant. Die kleinen Fehler machen Menschen liebenswürdig.
Viel Erfolg dabei!
 
Naja, du bist halt bissi überheblich und sicher verachten dich eine Menge Menschen für deine eingebildet-oberflächlich wirkende Art.
So gleicht sich doch alles aus auf der Welt. 🙂

Die "fetten Weicheier" musst du ertragen oder dir einen neuen Job unter lauter schicken, aktiven, "männlichen" Goldstücken suchen. Fällt dir doch sicher nicht schwer. Bei deinen Qualitäten.
 
Ich frage mich, wieso du so sehr auf diese Leute herabschaust, dass es dich so belastet. Wenn man auf jemanden herabschaut, tangiert der einen ja eigentlich nicht. Aber wenn du deinen "besten Freund"-Kollegen schon direkt erschießen könntest, muss da ja mehr im Argen sein. Bist du vielleicht sauer auf deine Kollegen, weil sie nicht so sind, wie du denkst, dass man sein sollte? Weil sie fett, faul, träge, tapsig und unmännlich sind und trotzdem gut verdienen und eine Familie haben und offenbar nicht unglücklich sind, obwohl sie dir überhaupt nicht nacheifern?

Vielleicht bist du nur so aktiv, weil du denkst, du müsstest es sein, "man" müsste so sein, insgeheim wärst du aber auch lieber fett, faul und träge. Und wenn nur halbtags oder am Wochenende.

Eigentlich müsste es dir doch reichen, so viel "besser" zu sein als deine Kollegen (in deinen Augen). Vielleicht demonstriert dir der Job auch, steckengeblieben zu sein. Besonders anspruchsvoll klingts nicht. Scheinbar ist ja nur das Gehalt gut. Hängen deine topfitten, sicher ebenso belesenen, weitergebildeten, sportlichen, aktiven, kinderlosen, erfolgreichen und überaus männlichen Freunde auch alle in super bezahlten aber nervigen Bürojobs in ihrer Wunschfirma mit Untermenschenkollegen herum? Ich formuliere bewusst überzogen.

oder dir einen neuen Job unter lauter schicken, aktiven, "männlichen" Goldstücken suchen.

Sehr schöner Satz, und das meine ich nicht ironisch. Auf einmal wäre er gleichgestellt oder sogar "schlechter". Gruseliger Gedanke, oder?
 
Deine weiblichen Kollegen sind zu unattraktiv? Ich würde aufs Amt gehen, die Sache dort vortragen. Bestimmt bekommst Du Hartz4 während Du nach einem Job mit hübschen Kolleginnen suchst, der steht jedermann zu. Manche Situationen sollte man nicht duldsam hinnehmen, gegen solche Missstände muss man sich einfach wehren.
 
für mich liesst es sich so, alsob du vielleicht nicht in erster linie sauer auf deine kollegen bist, sondern sauer darauf dass du immer die freund-rolle spielen musst - also dir dieses "korsett" auf dauer zu eng wird?
 
"...Ich selbst bin sehr sportlich, viel mit Freunden im Outdoor Bereich unterwegs und in meinem gesamten Freundeskreis sind wirklich alle “topfit”."

Zitat Ende.

Hallo TE, irgendwie fasziniert mich dein Problem. Es ist sehr ungewöhnlich.
Wenn ein Freund jetzt etwa einen Schlaganfall bekäme oder nach einem Unfall den Rolli bräuchte, dann wäre er ja nicht mehr "topfit".
Streichst du solche Menschen dann von deiner Liste? Oder setzt du ihnen eine Frist, bis wann sie wieder fit sein müssen, damit ihr Freunde bleibt?
 
Wenn ich mir hier die Beiträge so durchlese dann fällt mir auf, dass eher mehr "Angriffe" als Lösungsvorschläge ankommen. Das er selbst ein Problem hat, dass weiß er ja. Seine Frage war, wie er damit umgehen soll, wie er seine Einstellung verändern könnte. Da ist bis jz ja nicht wirklich was dabei gewesen.

Hallo Threadersteller:
Ich persönlich habe da einen Spruch:
"Jedermanns Liebling, ist jedermanns Depp".

Wenn Du mit Deinen Kollegen nicht auskommst, weil ihr halt einfach auf einer ganz anderen Wellenlänge liegt, dann musst du sie halt so gut es geht ignorieren. Konzentriere Dich auf Deine Arbeit, mach einfach Deinen Job. Na gut, dann bist du halt eher unnahbar. Deinen Chef wirds nicht jucken, wenn die Leistung stimmt.

Bei mir ist es ähnlich. Ich suche auch keine "Freundschaft" mit meinen Kollegen. Komm zwar gut mit allen aus, meine Freizeit ist aber auch ausschließlich für Familie und Freunde reserviert. Das wissen auch alle, das hab ich von Anfang an klar gemacht und keiner nimmt es mir übel.
 
Wenn ich wählen müsste zwischen der Gesellschaft eines Menschen, der davon spricht, andere lächelnd abzuschiessen, weil sie z.B. einen Schokoriegel "im Maul" haben, der andere schlichtweg zum K.... findet, der jemandem gerne eine Gabel in's Auge rammen oder "wenigstens" eine Serviette in den Mund stopfen würde, und eines Menschen, der von seiner Familie, seinem Hund, seinem Garten oder seinen Sorgen erzählt, wüsste ich, wem ich lieber zuhören würde.

Vielleicht würden sich andere in Deinem Leben langweilen?

Es soll nicht böse klingen, eher "irgendwie" mitfühlend. Ich glaube, es liegt an mangelnder Toleranz und die kann man in erster Linie durch Erlebtes bekommen, das ūber "outdoor"-Fitnessaktionen u. dgl. hinausgeht.
 

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