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Ich stehe meinem Glück selbst im weg.. Helft mir bitte

  • Starter*in Starter*in Marko546
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Marko546

Gast
Hallo Liebe Community!

Ich bin seit kurzem hier im Forum unterwegs um mir eure Geschichten durchzulesen, in der Hoffnung, dass ich für mein Problem ein paar Eckpunkte finde. Aber nun dachte ich mir, ich schildere mein Problem einfach mal und hoffe auf eure Hilfe. Vielleicht macht hier jemand ähnliche Erfahrungen.

Ich versuche mich kurz zu halten. Wenn also etwas unklar rüber kommt tut es mir leid. Ihr dürft dann natürlich gerne fragen.

Kurz zu meiner Kindheit. Ich denke das trägt einiges zu meinem Verhalten bei.

Mein Vater starb als ich 11 Jahre alt war und ich wurde zum größten teil von meiner Mutter großgezogen. Sie war immer da und gab mir alles was ich wollte, eher Materielle Liebe. Bekam ich etwas nicht, dann holte ich es mir mit Sturheit, Schweigen oder Aggressionen. Ich habe mich oft in meinem Zimmer verkrochen und fraß vieles in mich hinein, ich wurde mit meiner Trauer alleine gelassen. Auch aß ich übermäßig was sich bis heute in Übergewicht und einem geringen Selbstwertgefühl äußert. Ich hatte nie viele Freunde und würde mich eher als Einzelgänger beschreiben. Ich mag es überhaupt nicht unter vielen Leuten zu sein. Oft hasse ich auch schnell andere Menschen dafür wie sie sich verhalten.

Heute bin ich 27 Jahre und habe vor kurzem meine 5. Beziehung in den Sand gesetzt.
Was nun mein eigentliches Problem ist. Mir ist es einfach nicht möglich eine Harmonische Beziehung zu führen.

Alle meine Beziehungen laufen nach dem fast selben Schema ab. Ich Lerne eine Frau kennen die meist vergeben ist oder direkt aus einer Beziehung kommt. Meist sind es Frauen die ein Geringes Selbstwertgefühl haben und nicht glücklich mit sich, ihrem Leben oder der Beziehung sind. Diese Frauen geben meistens alles für ihren Partner.

Ich Verführe diese Frauen dann nach allen regeln der Kunst. Verhalte mich wie der Traummann schlechthin. Was mir die Frauen auch so sagen. Daraus resultiert dann viel Hoffnung in mich und die Beziehung. Meist sagen die Frauen auch zu beginn, dass sie sich mit mir ein Leben vorstellen können.

So bald ich diese dann für mich Gewonnen habe, diese in mich verliebt sind und es enger und tiefer geht, lasse ich stark nach. Meine Partnerin merkt das dann schnell und weil sie sich so sehr an das anfängliche Bild klammert, fängt sie an mir Hinter herzulaufen.

Ich merke das wohl unbewusst und gehe immer weiter. Überschreite immer mehr grenzen.
In der Art: Du kannst eh machen was du willst. Die gibt nach.

Immer öfters geht dann von mir ein streit aus, wegen Nichtigkeiten, wegen Eifersucht (verbiete ihr Umgang mit gewissen Männern), wegen vergleichen mit dem Ex (die nur ich dann ziehe), weil ich denke ich bin nicht gut genug für sie.

Es wechselt sich dann oft zwischen wunderschönen Momenten und dem totalen Emotionalen Chaos ab. Dabei will ich selbst eher Harmonie, Nähe und Vertrauen. Aber irgendwas hindert mich daran.

Oft war es auch so, dass ich mich nach ihr gesehnt habe, ihr aber nicht schreiben wollte, dass ich sie sehen möchte. Einfach weil ich mir zu stolz war und dachte sie müsse es erraten wenn ich sie sehen will und wenn nichts von ihr kommt, dann reagiere ich halt mit Trotz und suche wieder einen Grund zum streiten... so war es auch wenn es um meine Bedürfnisse ging. Sie musste alles erraten und Hellsehen.

Ich kann dann kein gutes Haar an meiner Partnerin lassen und versuche an ihr herumzudoktern.
Ich möchte Verhalten an ihr ändern z.B Unpünktlichkeit. Wenn sie dann etwas nicht so macht wie ich es will, Bestrafe ich sie mit Liebesentzug, Sturem Schweigen, Laut werden oder drohte sogar mit Trennung.

Das alles mache ich aber nicht bewusst. Ich kann mich oft nicht zurückhalten. Wenn ich sie z.b vor mir weinen sehe, weil ich ihr wieder für irgendetwas die schuld gegeben habe, was sie gar nicht getan hat, dann will ich sie am liebsten in den arm nehmen. Aber eine Blockade in mir sagt mir, wenn ich nun nachgebe wirke ich schwach und es stellt meine Vorwürfe in frage. Ich mauere dann. Kann mich dann sogar wochenlang nicht bei ihr melden obwohl ich merke, dass ich schuld bin. Aber meine Sturheit siegt immer.

Auch kann ich mich einfach nicht Entschuldigen. Ich kann es glaube ich an zwei Händen abzählen wie oft ich mich in meinen 5 Beziehungen entschuldigt habe... Jedoch erwarte ich immer eine von meiner Partnerin. Erzwinge mir diese Sogar.

Nach einiger zeit lassen meine Gefühle dann stark nach und meine Partnerin läuft mir immer mehr hinterher. Ich Suche Distanz mit streit, suche wieder gründe. Kann keine nähe mehr zulassen und nicht mehr sagen, dass ich sie Liebe...

Zum ende hin war es auch so, dass ich eine regelrechte Hassliebe entwickelt habe. Alles was sie sagte oder tat störte mich. Jeder noch so kleine Furz war für mich der Grund zum Streit. z.B wie sie Auto fährt oder wenn sie mir nur im weg stand.
Dann war es auch oft so, dass ich sie sehen wollte, wenn sie dann bei mir war, wollte ich sie am liebsten wieder wegschicken und dachte mir ich könnte meine zeit anders nutzen.

Ich wollte immer mehr alleine sein und zog mich zurück.

Treffen habe ich dann immer nur aufgeschoben. Meist hat man sich nur am Wochenende gesehen und selbst da suchte ich dann streit um eine weitere Woche ruhe zu bekommen.

So lief es nun Hauptsächlich in meiner letzten Beziehung. Aber auch die anderen wiesen ähnliche Muster auf! Das ging dann meistens 1 ½ Jahre so bis die Frauen am Boden und total „Zerstört“ waren und sich trennten.

Nun möchte ich darum bitten, mir keine Standpauken zu halten was ich für ein A******* bin. Das weiß ich selbst. Ich bin die unterste Sorte Mensch...

Ich möchte aber gar nicht so sein! Ich kann oft nicht anders. Es ist wie eine Innere Stimme. Ich denke immer ich muss so handeln und Mauern. Warum? Gibt es hier Menschen, die Ähnliche Probleme haben oder hatten und mir sagen können woher so was kommt?

Ich will ein anderer Mensch sein und nie wieder jemanden verletzen. Bis dahin werde ich auch keine Beziehung mehr eingehen.

Trotzdem könnt ihr wohl verstehen, dass ich mich genau wie andere nach nähe und einer liebevollen Beziehung sehne...

Einen Termin für eine Therapie habe ich bereits. Diese ist aber leider erst in einem Monat!
Nun frisst mich aber meine Schuld und mein gewissen auf weil ich wieder eine so Liebevolle Frau in meinem Leben verloren habe. Ich stehe meinem Glück einfach selbst im weg.

Bitte Helft mir!....
 
Hej,

für mich war es traurig, Deinen Text zu lesen, weil es mir sehr bekannt vorkommt so behandelt zu werden wie Du Dich gegenüber den Frauen verhalten hast.

Du kannst daran arbeiten, empathischer und verständnisvoller zu sein. Vielleicht hilft Dir einfach die Vorstellung jemanden so zu behandeln wie Du Dir auch wünschst behandelt zu werden.

Wahrscheinlich hast Du Angst davor, Nähe zuzulassen, weil Du Angst hast verletzt zu werden. Du hast ja jetzt selber gemerkt, dass Du dann am Ende doch wieder vor einem Scherbenhaufen stehst.

Deshalb wäre es hilfreich, wenn Du lernst, liebevoll zu Dir zu sein und auch liebevoll zu anderen. Wie konkret, da könnte ich jetzt einiges nennen, aber es muss ja auch zu Dir passen...

Außerdem ist es wichtig, nicht gleich am Anfang einer Beziehung die Erwartungen ins Unermessliche zu steigern und alles in den schönsten Farben auszumalen, was erst Schritt für Schritt entsteht. Träumen ist immer erlaubt, trotzdem geh die Dinge ruhig mal etwas entspannter an und lass sie sich entwickeln.

Und vielleicht noch eine Idee: begreif Dich nicht als den einzig Handelnden in einer Beziehung - man sollte sich auf gleicher Augenhöhe befinden - vermutlich siehst Du in den Frauen auch nur Dein eigenes schwaches Selbstwertgefühl gespiegelt... Ich finde, in einer Liebesbeziehung sollten beide aneinander wachsen.

Liebe Grüße!
 
Hallo MintyVanilla,

Danke erst einmal fürs lesen und deine Antwort . Deine worte helfen mir.

Es tut mir leid, dass du die selbe Erfahrung machen musstest. Ich hoffe, dass es dich nicht zu sehr mitgenommem hat. Ich habe leider oft genug gesehen wie meine Partnerinen nach und nach daran zerbrochen sind..

Ich möchte sehr gerne daran arbeiten nur ist das alles nicht so einfach. Oft habe ich in meinen Beziehungen versucht anders mit all meinen Emotionen umzugehen aber irgendwas blockiert mich dann. Ich verstehe mich in solchen Situationen selbst nicht, ich sehe wie sehr die Person die mich so sehr liebt leidet und ich kann einfach nichts dagegen machen. Meine sturheit und mein Ego siegen immer. Oft war es dann auch so, dass mir alles in dem moment egal wird. Ich denke mir dann "wenn sie geht, ist es halt so" das habe ich ihr dann auch gesagt und zu spüren gegeben. Dabei wollte ich das in keinem Moment.
Ich denke einfach ich will in diesem moment meine bedürftigkeit nicht zeigen. Ich wahrte immer meine starke seite obwohl ich innerlich zerbrochen bin.

Wie du es sagst. Ich habe wohl tiefe angst verletzt zu werden und versuche meine Partnerin fern zu halten.
Aber warum? Woher kommt diese angst?

Ich denke auch, dass wenn man sich selbst nicht liebt auch niemand anderen wirklich lieben kann. Ich bin oft nur unzufrieden mit mir und meinem leben, denke meiner Partnerin nicht das geben zu können was sie verdient.
Besonders weil ich in meinen Beziehungs Konstellationen den ex oft kenne und mich mit diesem immer vergleiche. Oft sahen sie besser aus und waren durchtrainiert.

Umso öfter ich sie dann durch mich leiden sah umso unzufriedener wurde ich mit mir. Weil sich meine gedanken, dass ich all das nicht geben kann bewahrheitet haben. Ein Teufelskreis in den ich immer tiefer rutschte je länger die Beziehung geht.

Aber ich kann versuchen mir mein Verhalten noch so gut zu erklären. Es ändert nichts dran, dass ich die Ursache nicht kenne. Ist es ein Bindungsproblem, Borderline oder einfach ein zu geringes Selbstwertgefühl?

Gibt es noch jemanden hier, der Erfahrung damit gemacht hat oder sogar eine Therapie hinter sich hat?

Vielen Dank!
 
Hej 🙂

Mir geht es soweit gut, ich habe mittlerweile etwas Abstand und kann auch verzeihen.

Auch wenn Du nach anderen Meinungen und Meinungen gefragt hast, habe ich noch ein paar Gedanken zu dem Thema, vielleicht können die auch weiterhelfen. 🙂

Also erstmal glaube ich, dass dieses Verhalten zwar etwas sehr Zerstörerisches hat, es aber nicht unbedingt gleich eine Persönlichkeitsstörung wie Borderline sein muss. Ich gebe zu, dass ich auch mal daran dachte, ob er das hat, aber ich habe es dann wieder verworfen. Ich glaube zunächst, dass es was damit zu tun hat, wie man mit Ängsten umgeht und mit Wut. Hinzu kommt dann die etwas schwierige Beziehungskonstellation zu einem Mensch, der auch Schwierigkeiten hat, mit Angst und Konflikten umzugehen. Ist es bei Dir auch so, dass Du eher in die Konfrontation gehst, Dein Gegenüber aber gleich wieder Harmonie herzustellen und die Konfliktsituation auszubremsen versucht? Ich habe Wutanfälle miterlebt und habe selber darauf mit Weinen reagiert, womit er gar nicht umgehen konnte und mich auch nicht getröstet hat.

Manchmal glaube ich, dass es wirklich sehr viel hilft, zuzugeben, dass man sich in so einem Moment dann hilflos fühlt und man sich erstmal (in getrennten Räumen) beruhigt.

Bei mir wurde es dahingehend in der Beziehung immer anstrengender, als dass ich das Gefühl hatte, er würde mich als Gegnerin und nicht als Partnerin betrachten.

Zudem konnte er nicht gut mit (beruflichem) Stress umgehen und zog es dann vor, lieber allein zu entspannen als mit mir, weil er das Gefühl hatte, ich würde ihn dann “nicht in Ruhe lassen“.

Ich finde es schön, dass Du Dir so viele Gedanken machst, damit so eine Situation nicht wieder entsteht und Deine nächste Beziehung hält.
Die Ursachen für sein Verhalten zu kennen, ist zwar hilfreich, aber da es meist in dem Beziehungsverhalten liegt, was einem in der Kindheit vorgelebt wurde, kann man meiner Meinung nach nicht andauernd darauf Bezug nehmen, sondern muss auch den Willen haben, sich von diesen Verhaltensmustern zu lösen, und nicht immer zurückschauen. Betrachte die nächste Liebe mehr mit zuversichtlichen als mit skeptischen Blicken.
Ich selber habe am Anfang einer Beziehung immer etwas Schwierigkeiten, daran zu glauben, dass diese hält und neige dann dazu, mich nicht 100%ig darauf einzulassen - ich brauche da so eine Art Eingewöhnungsphase. Wenn ich mich aber sicher fühle, dann liebe ich auch mit ganzem Herzen und will, dass die Beziehung für immer hält. Wenn also wie bei Dir die Schwierigkeiten erst später auftreten, ist es für jemanden wie mich “normal“, an der Person festzuhalten, weil man es sich doch am Anfang so schön ausgemalt hat und ich auch bereit bin, schwierige Phasen zu überstehen. Was ich noch nicht ganz verstanden habe, ist, was dann so jemand wie Du braucht, um sich wieder zu beruhigen und auf den anderen zuzugehen. Ganz offensichtlich hast Du Dich ja immer weiter von Deiner Partnerin entfernt. Was hätte sie denn überhaupt tun können, damit Du Dich wieder annäherst?

In erster Linie kann man tatsächlich feststellen, dass man mit Selbstliebe eine gute Basis schafft. Sich nicht mit (übermäßigen) Essen trösten. Sich mit Konfliktfähigkeit auseinandersetzen. Empathie üben.

Liebe Grüße!
 
Ich würde mal behaupten das dir der "andere part" fehlt. Das heißt , du kennst Beziehungen nur aus sicht deiner Mutter und die beruht auch nicht gerade auf emotionaler ebene.

Eine Therapie wäre da schon jetzt richtig, vieleicht auch eine Verhaltensanalyse.

Und als A******* würde ich es nicht bezeichnen , da haben ganze andere Schuld. Denn eine ,ich nenne es jetzt mal "Frauenhass" kommt nicht von jetzt auf gleich und ist auch nicht angeboren.

Mehr dazu schreiben kann man eig. schon gar nicht , denn wir sind keine experten und gesagt ist immer leichter als getan.
 
Vielen Dank für eure Antworten. Eure Worte und das schreiben hier helfen mir sehr!

@MintyVanilla

Das freut mich. Ich kann verstehen was du durchgemacht hast. Verzeihen ist Wichtig, vielleicht konnte er seine Emotionen auch nicht Kontrollieren und es tut ihm heute sehr leid? Mir hat bis auf meine letzte, keine meiner Exen Verziehen. Was mich auch sehr bedrückt aber ich gut verstehen kann. Aber meine Letzte Freundin sagte, dass ich viel für sie getan habe und sie mir deswegen nicht sauer ist. Sie sieht nur die gute seite in mir. Ihr Exfreund war ein Drogensüchtiger und konnte nicht mit Geld umgehen. Er zog sie in schulden rein und ich holte sie da raus. Habe ihr geholfen wieder Fuß zu fassen.
Wenigstens etwas, was ich richtig gemacht habe 🙁

Ich muss echt zugeben, das ich große angst davor habe, dass es eine Persönlichkeitsstörung sein könnte. Das ich in solchen Situationen die Kontrolle über mein Mitgefühl, mein Schuldgefühl und meine Wut verliere zeigt, wie ernst es ist.

Ich muss sagen, da ist was dran. Ich gehe immer mit dem Kopf durch die wand und äußere meinen Unmut sofort.
Was du da Beschreibst könnte eins zu eins meine letzte Beziehung sein. Auch konnte ich nie mit den Tränen meiner Freundin umgehen. Es machte mich noch wütender. Warum auch immer...
Auch ich sah meine Partnerin später nur noch als Gegner. Mir ging es dann sogar oft besser wenn es ihr schlecht ging... Einfach krank.. Ich fühle mich wie ein Psychopath 🙁

Auch wurde es bei uns schlechter als ich in die Schichtarbeit ging. Es wurde dahingehen schlechter, dass ich dann wieder mehr für mich alleine sein wollte. Lieber am PC sitzen oder früh schlafen, weil so ein schicht-system einen echt fordern kann.

Ja da hast du recht. Ich mache mir leider oft zu viele Gedanken. Das mache ich auch in Beziehungen. Bei jeder Aktion die meine Partnerin macht, denke ich mir Irgendwas... Meistens was negatives. Es stimmt, aber wenn man den Grund für sein verhalten nicht kennt, kann man nichts ändern. Ich will im Moment nichts mehr, als diese verhalten ablegen. Leider fühlen sich die letzten Tage bis zur Therapie wie endlos an.. Ich muss es raus finden. So will ich nicht mehr weiter machen und auch nicht Leben.

Eigentlich gab es kaum etwas, was mich beruhigen konnte. Sie hätte machen können was sie wollte. Sie konnte es mir nie recht machen, denn ein "richtig" gab es einfach nicht. Es war so, dass ich Tagelang auf Stur und Sauer gestellt habe. Sie hat fast jeden Tag darum gebettelt, dass ich ihr doch endlich verzeihen soll aber ich konnte nicht nachgeben. Es fühlte sich für mich in diesem Moment richtig an und fühlte mich dazu verpflichtet mich so zu verhalten. Total außer Kontrolle...
Nach ein paar tagen gab ich dann sogar widerwillig nach.

Ich werde jedenfalls an deine Worte denken wenn ich noch mal so weit sein sollte, dass ich eine Beziehung eingehe. Nur wird das noch lange dauern. Auch wenn mir die nähe einer Partnerin ehrlich gesagt im Moment sehr fehlt.

@Kontor

Das ist richtig. Ich kenne nur die Materielle Liebe. auch wenn ich mich an die Zeit zurückerinnere als mein Vater noch Lebte. Meine Eltern hatten nie Zärtlichkeiten ausgetauscht. Oft flogen sogar die Fetzen oder Teller.

"Frauenhass" ist eine Treffende Bezeichnung wie ich finde. Ich Entwickle eine regelrechte Hassliebe zu meiner Partnerin...

Liebe Grüße euch!
 
Hallo Marko 🙂

Wenn man das schon so gut reflektieren kann wie Du, glaube ich nicht, dass es eine Persönlichkeitsstörung ist. Für mich klingt das nach Verhaltensmustern, die man aufbrechen sollte. Außerdem scheinst Du ja auch wirklich sehr leidensfähige Partnerinnen an Deiner Seite gehabt zu haben. Sobald ein Ungleichgewicht in einer Beziehung entsteht, und der eine den anderen nur noch zufrieden stellen will, ist es schwer, wieder eine liebevolle Ebene zu leben, so dass jeder freiwillig gibt und handelt, und nicht nur weil der andere es so will.
Da sollte man ansetzen und wirklich überlegen, was man will, eine glückliche Beziehung zu dem geliebten Menschen - dann sollte man auch Liebe geben wollen und keine Bedingungen dafür aufstellen.
Ich glaube, da kann man nur an seinem Selbstwertgefühl und an einem liebevollen Miteinander arbeiten.
Verständnis dafür haben, dass es auch andere Wege gibt, um ans Ziel zu kommen und dem Gegenüber nicht vorwerfen, dass er etwas anders machen möchte als man selber.

Ich habe vor ein paar Jahren mal ein ganz interessantes Buch von einem dänischen Familientherapeuten gelesen, “Dein kompetentes Kind“ von Jesper Juul. Das hat mir sehr geholfen - auch ohne eigene Kinder zu haben, liest es sich sehr informativ. Vielleicht lese ich es jetzt auch ein zweites Mal... eventuell wäre das auch etwas für Dich. Es wird beschrieben, wie die Dynamik in einer Familie funktioniert, und was für Strategien man dann entwickelt, um zurechtzukommen und wie man es später in einer eigenen Familie/Beziehung besser machen kann. Ich habe mich damals wiedererkannt und auch deutlich gesehen, wie wichtig es ist, seine eigenen Bedürfnisse zu kennen und auch zu äußern.

Außerdem fällt mir ein, nach Deiner Beschreibung der Erlebnisse Deiner Ex-Freundin, dass eine Liebesbeziehung nicht dafür da ist, jemanden anders zu retten. Idealerweise sollte man sich gegenseitig das Leben bereichern und schöner machen. Man kann keine Therapeutenrolle übernehmen. Klar sollte man sich gegenseitig stützen und helfen, aber das darf nicht der Hauptanteil in einer Beziehung sein, finde ich.

Das Wort “Frauenhass“ ist ein bisschen hart, aber ich kann nachvollziehen, dass es hilft, die Extreme der Gefühle zu beschreiben, die Du hattest. Ich glaube aber, dass es eher Probleme sind, mit Wut und Aggressionen angemessen umgehen zu können. Und das kann man doch lernen, oder was meinst Du? Schließlich hasst Du ja keine Frauen an sich, sie werden nur zur Projektionsfläche.

Mir hilft es auch darüber zu schreiben, weil ich meine Geschichte dann auch viel besser verstehe. Wobei ich sagen muss, dass ich noch nicht ganz abgeschlossen habe. Das möchte ich hier aber auch nicht öffentlich besprechen. 🙂 Trotzdem geht es mir jetzt etwas besser, wo ich mich mal darüber austauschen kann.

Liebe Grüße zurück 🙂
 
Hallo MintyVanilla

Abermals Danke für deine Zeit und deine Worte!

Ich weiß nicht ob ich das wirklich so gut selbst reflektieren kann. Das schlimme ist ja leider, dass ich mir nach einer Beziehung oft Gedanken um mein Verhalten gemacht habe, zwar nie so tiefgreifend wie nun aber trotzdem habe ich mich damit auseinandergesetzt und dachte ich lerne dazu. Dem war aber nie so... Ich machte immer und immer wieder die selben Fehler. Wie einen Film den ich abspiele, zurückspule und wieder abspiele...

Ich hoffe aber, dass du recht damit hast!

Ja das stimmt, sie waren alle sehr Leidensfähig und haben auch vorher viel durchgemacht. Ich nahm mir immer vor es besser als ihr Letzter zu machen. Doch habe ich mir da wohl oft zu viel vorgenommen. Vielleicht ist auch das ein Problem von mir; Ich setze mich selbst unter Druck und Erwarte zu viel von mir. Umso größer ist dann die Enttäuschung über mich selbst.

Ich stimme dir in dem was du sagst zu. Nur kann ich das nicht umsetzen, so sehr ich es auch versucht habe. Ich bin früher oder später in einer Beziehung meist an dem Punkt (meist da wo die verliebtheitsphase aufhört) an dem meine Partnerin zur last und letztendlich zum Feind für mich wird. Dann läuft sie mir nur noch hinterher, ich sehe sie als Selbstverständlich und die Beziehung wird für mich nur zu einer Zweckgemeinschaft in der ich nur meine Zwecke erfüllt haben möchte.
Mir ist es irgendwie nicht möglich richtige Liebe zu erwidern. Ich glaube mir kann da nur noch der Therapeut helfen 🙁

Buchtipps sind mir zur Zeit sehr recht. Danke, ich werde mir das mal näher ansehen.
Ich lese gerade “Ich lieb dich nicht, wenn du mich liebst" ich finde dort auch vieles was ich auf meine Beziehungen reflektieren kann aber so richtig warm geworden bin ich mit dem Buch noch nicht. Ansonsten habe ich noch "Jein!: Bindungsängste erkennen und bewältigen" hier liegen. Das wird als nächstes in Angriff genommen und ich muss ehrlich sagen, dass ich mir viel von diesem Buch erhoffe.

Das mit dem "retten" hab ich wohl falsch ausgedrückt. Ich wollte damit eigentlich nur sagen, dass mir meine Letzte Freundin deswegen mein Asoziales verhalten ihr gegenüber Verziehen hat.

Sie sagte sie weiß, dass ich tief drinnen ein guter Mensch bin und sie wüsste selbst nicht warum ich mich manchmal so verhalten habe. Sie sagte mir auch, dass sie manchmal dachte ich hätte zwei Persönlichkeiten.

Es tat einfach gut, dass sie mir Verzeihen konnte. Es gab mir das Gefühl doch nicht so ein mieser Mensch zu sein wie ich selbst von mir dachte. Jedenfalls ist das wirklich sehr stark von ihr. Nachdem was ich ihr angetan habe. Das zeigt nur wieder welche Art Mensch ich hab gehen lassen 🙁

Freut mich wenn es dir hilft. Bzw. ich dir auch helfen kann! Solltest du Fragen haben die es dir leichter machen die andere Seite zu verstehen darfst du diese gerne stellen.

Danke dir und nochmals Grüße 🙂
 
Hey Marko 🙂

Du beschreibst total meinen Freund. Der ist leider sehr sehr so wie du dich selber beschreibst.

Mittlerweile habe ich erkannt, dass das Problem in erster Linie bei ihm selber liegen muss, nachdem ich selber zur Therapie gegangen bin, weil mich sein Verhalten so sehr an mir selber zweifeln ließ.

Früher bin ich hinterher gerannt, jetzt gehe ich ebenfalls auf Distanz. Mein Leben kann ich auch ohne ihn leben. Geht dann für ein paar Wochen gut, alles harmonisch bis er wieder meint irgendwie ausbrechen zu müssen.

Ich bin mittlerweile der Meinung, dass das Verhalten viel mit Überforderung in der Kindheit zutun hat. Er genauso wie du wurde zum Partnerersatz für die Frau Mama (vermute ich bei dir jetzt mal). Ihm fällt es schwer mir gegenüber Verantwortung und Verpflichtungen einzugehen, obwohl das ja vollkommen normal ist.

Außerdem liegt wohl ein Problem im Selbstwrtgefühl vor, wenn du deine Ex Freundinnen gerne erniedrigt hast. Macht mein Freund auch gerne. Habe oft das Gefühl, er fühlt sich gut, wenn es mir schlecht geht.

Ich finde es toll, dass du dich damit so sehr auseinandergesetzt hast und nun bald eine Therapie beginnst. Mein Freund ist leider noch lange nicht soweit.
 
Vielen Dank für deine Antwort!

Auch wenn es vielleicht komisch klingen mag aber es tut gut zu wissen, dass ich mit diesem Problem nicht alleine bin.

Die Probleme gehen zu 90% von mir aus. Das schlimme aber ist, dass ich für alles was ich tue meiner Freundin die schuld gebe. Bloß nicht bei sich selber suchen. Ich hatte sie dann auch so weit, dass sie meinte, sie wäre eine miese Freundin, ein schlechter Mensch und nicht gut für mich, sie könnte mich nicht glücklich machen. In Streitereien kam dann auch oft der zweifel an mir selbst aber in meinem Gedankenkarussell fand ich immer irgendwann einen Grund für mein Verhalten der von ihr im Endeffekt ausging. Dabei hat sie so gut wie nie etwas falsch gemacht. Im Gegenteil sie hat sich so sehr mühe gegeben mir alles recht zu machen aber es gab einfach kein richtig. Sie wurde zum ende hin sogar Krank, bekam magenprobleme, über wochen hinweg. Ihre Ärztin konnte sich das nicht erklären... fragte sogar nach privaten problemen aber sie erzählte nix. Wenn ich so drüber nachdenke zerreißt es mich..

Verläuft es bei dir so ähnlich? Ich habe es ehrlich gesagt erst richtig gemerkt als sie dann schluss machte und mir alles an den kopf warf was sie die 20 monate belastet hat. Was sie aber nie ansprach weil sie angst vor Streithatte.
Vielleicht braucht dein freund auch erst einen solchen Schuss vor den Bug?

Das mit dem Mutterersatz, da hast du wohl oder übel recht mit. Mir fiel nach der Trennung auch auf, dass meine Mutter auch heute noch alles für mich tut und springt wenn ich anrufe. Wenn sie es mal nicht kann, bin ich beleidigt und mache das auch deutlich.. Bin schnell genervt von ihr und bin sogar respektlos. Sie gibt dann nach..
Ich weiß das ist unterste schublade aber es ist mir vorher ehrlich gesagt nie so bewusst gewesen weil ich es nicht anders kannte. Seitdem ich das gemerkt habe versuche ich anders mit ihr umzugehen.

Genau so wie du schreibst, dass er keine Verantwortung oder verpflichtung eingehen kann, so ist es auch bei mir.
Es war ein reines Nehmen und dabei so wenig wie möglich investieren.

Das mit dem Selbstwertgefühl ist ein sehr Großes Problem.
Ich denke aber dein freund macht es genau wie ich nicht bewusst, dich zu erniedrigen.
Ich habe es zwischendurch im Streit mal gemerkt. Wenn meine Freundin vor mir saß und bitterlich geweint hat, mich um verzeihung regelrecht angebettelt hat, merkte ich eine Art Schadenfreude und Genugtuung. Ich weiß das hört sich krank an aber ich habe mir das leider nicht ausgesucht 🙁

Ich hoffe, ich konnte dir damit ein wenig helfen solch einen Menschen wie mich oder deinen Freund besser zu verstehen. Klar dafür muss man sehr viel Verständnis haben. Aber wie gesagt, dass alles sucht man sich nicht aus. Das Handeln in einer solchen Situation kann man fast gar nicht mehr lenken.

Von alleine wird er dieses Verhalten nicht ändern, auch weil er es selbst nicht weiß, dass er der Grund für fast alles übel in der Beziehung ist. So hart es auch klingt aber sowas merkt man erst wenn man (wieder) mal etwas wundervolles verloren hat.

Liebe Grüße und viel Kraft!
 

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