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ich sollte einfach mal

Siria

Mitglied
hmmm, ist immer schwer, einen Anfang zu finden...
momentan geht hier einfach alles drunter und drüber...
nicht nur, dass ich an meinem eigenen Leben verzweifle, nein, meine Oma hat Krebs und die Ärzte wissen nicht weiter, mein Opa hatte gestern den 9. größeren Schlaganfall und der Notarzt möchte (in Absprache mit uns) der Natur seinen Lauf lassen...und meine Mutter ist einfach mit den Nerven am Ende....
ich weiß nicht mehr, wo mir der Kopf steht, wie ich gerade mich, meine Familie, mein Leben und alles drumrum noch meistern soll...
und ich habe Angst, Angst vor der Zukunft, Angst vor dem Leben und Angst vor mir...

eine schüchterne, ängstliche und verzweifelte Siria
 
Hallo Siria,

die Situation kenne ich nur zu gut.
Meine Mutter erkrankte an Krebs als ich 13 war und starb als ich 19 war. Andauernde Angst.
Danach erkrankte mein Vater an Krebs, erlitt einen schweren Schlaganfall und starb 3 Monate später. Noch mehr Zukunftsangst.
Man glaubt die heile Welt um einen herum zerbricht und man weiß nicht mehr weiter.... aber es geht weiter. Das Leben beinhaltet nunmal auch den Tod. Wenn man sich mal ein wenig damit beschäftigt ist es auch leichter damit umzugehen. Die meisten verdrängen dieses Thema nur einfach. Deine Mutter ist mit den Nerven am Ende weil es nunmal ihre Eltern sind und man seine Eltern nie gerne leiden sieht.
Irgendwann wird es wieder besser und man erkennt neue Perspektiven. Vielleicht werden Deine Grosseltern nicht mehr gesund und ihre Zeit ist nunmal begrenzt, genauso wie deine und meine. Versuche Dich mal mit dem Thema auseinander zu setzen. Es ist nichts schlimmes...man hat nur so panische Angst vor dem Unbekannten und dass es den Liebsten schlecht geht.

Kopf hoch.. das wird alles wieder, irgendwie!
 
Danke mellchen!
Erstmal dich fest drück, wenn du magst, das mit deinen Eltern tut mir leid!
Es ist eben nur so, dass gerade alles schiefläuft und mein Vater sich nicht unbedingt darum kümmert, er ist auch gar nicht der Mensch dazu. Ich bin auch kein einfaches Kind, weiß aber nicht, wie ich meiner Mutter helfen kann. Sie selbst ist körperlich und psychisch am Ende, ich mache dieses Jahr mein Abi und soll auch da noch meinen Kopf ein wenig dabei haben.
Es ist ja meine Stiefoma, die Nierenkrebs (und anscheinden noch andere) hat, meine richtige Oma ist schon vor 20 Jahren an Nierenkrebs gestorben.
Für meinen Opa wäre es sicherlich eine Erlösung, aber der raffelt sich gerade wieder auf, auch wenn ich ihm jetzt einfach ein ruhiges einschlafen gewünscht hätte, auch meiner Mutter zu liebe.
Das ganze ist alles so kompliziert, ich könnt einfach nur noch heulen. Es tut alles so weh, hier alle leiden zu sehen und nicht helfen zu können, so, dass ich mich schon gar nicht mehr traue, meine Probleme anzusprechen, und die machen mich innerlich kaputt.
und das ist glaube ich mein größtes Problem, dass ich nach außen hin stark bin, meiner Familie zuliebe, meinen Freunden und keinem erzähle, wie es mir geht...ich bin ein Maskenmensch, und ich habe Angst vor dem Moment, wenn das nicht mehr klappt...
Meine Mauer um mich hat man mir schon genommen, und damit einen rießen Schutz, es kann ja sein, das es Vorteile hatte, ich meinen Eltern mal sagen konnte, dass ich sie ja doch ein wenig mag...aber genauso hat es mich verletzlich gemacht. Verdammt verletzlich, und das darf net sein...ich muss doch die große, starke sein...und kann es im Moment irgendwie nicht :wein:
 
Hallo Siria, jetzt hab ich dir gerade einiges gefällig geschrieben, plups, da war es weg. Ja, das passiert immer wieder im Forum, wenn man zu schnell tippt. Versuch, es nochmal hinzukriegen:

Deine Mutter will sicherlich auch, dass du trotz allen Problemen auch funktionierst. Was ist denn das schlimmste, was bei dir kaputt gehen könnte? Könnte die Angst sein, wegen allem in der Schule abzusacken? Dann werde dir klar, dass das wohl ganz und gar nicht der Wunsch deiner Mutter sein kann, rede mit ihr doch mal darüber, dass du dich davor schützen musst, und ob das auch in ihrem Sinne ist und dass du den Rest der Kraft gern für familiäre Probleme gibst, aber eben nicht mehr als den Rest, weil du sonst auch noch Problemfall würdest. Auch wenn du mit ihr nicht reden kannst, zeige doch einfach deine Prioritäten, dein eigenes Leben, die Hilfe für die anderen und die Grenze, wo es aus sein muss, weil sonst beides nicht mehr möglich ist. Wenn du das aufrichtig durchziehst, wird man dich auch respektieren, auch wenn das Umfeld lernen muss, dass auch du Grenzen hast.

Das mit Mauer und Schutz usw. klingt so, als wenn all das aus irgendeiner Not, von der du nicht schreibst, gewachsen ist, jetzt gefährdet ist und dich diese Not zu den realen Nöten der Gegenwart auch bedroht. Ist zu schwierig, dazu was zu sagen. Aber was meinst du zu obigen ganz einfachen Schritten? Andere gut gemeinte Gedanken sind ja schon geäußert worden, einiges davon, solltest du mehrmals lesen, bevor es an dir vorbeirutscht, vor lauter Stress.

Freundliche und gut gemeinte Grüße

Sigi
 
Hallo Sigi!

Erstmal danke für den Text, vorallem, da du ihn gleich zweimal schreiben musstest...

Da mit der Schule hast du natürlich recht, das weiß meine Mutter auch und es ist überhaupt nicht in ihrem Sinne, für sie ist es sehr wichtig, dass ich meine Schule mache....wichtiger als für mich...mir ist das ausenrum immer wichtiger als mein Krust...Dadurch, dass ich mich in die Probleme anderer reinarbeite, kann ich meine verdrängen.
und ich glaube, dass ist ein Fehler, aber so bin ich...
Das schlimmste was bei mir kaputt gehen könnte....schwere Frage...aus meiner Sicht auf jeden Fall meine Beziehung und Freunde, allen voran meine beste Freundin, und dann auch irgendwo meine Familie....aus der Sicht meiner besten Freundin und ich glaube auch meines Freundes: ich....Sie wissen zwar alle nicht, wie weit ich denke, was auch gut ist, aber irgendwo ahnen sie etwas...und sie sind ein großer Halt, warum ich noch keinen schlimmen Mist gebaut habe...
und meine Mauer, ja, die gab es sehr sehr lange, wurde mit viel Arbeit und Mühe gebaut, um mich vor meiner Familie zu schützen...und sie hat gehalten, zumindest meistens und ich musste meiner Familie nichts zeigen...wahrscheinlich würde man schon sagen, ich hätte eine schöne Kindheit gehabt, habe Eltern, ein Haus mit Garten, mir wurden viele Wünsche erfüllt nur eines gab es zu wenig...Zuwendung zu mir....von meiner Mutter erhielt sie überwiegend meine Schwester und mein Vater hat eine eigene Firma und hat deshalb nur selten Zeit und jemand, der einen in Arm nimmt, ist er nicht wirklich....
Also war da die Mauer, hinter der ich mich versteckt habe...immer getan habe, als ob es mir dennoch gut ging und ich das nicht brauchte...und dabei hätte es mir manchmal so geholfen...habe irgendwann Menschen gefunden, die mich lieb haben, die mich in Arm nahmen und für mich da waren, auch wenn sie nie wussten, warum ich nur weine, weil ich nie reden wollte...nie jemanden mit meinen Problemen, Ängsten, Dingen nerven wollte und es auch heute nicht will....Meine beste und besseren Freundinnen nehmen mich in Arm und trösten, wissen aber nciht, was mich belastet....mein Freund weiß ein wenig mehr und hat es nach und nach geschafft, durch meine Mauer hindurch zu kommen....auf der einen Seite bin ich dankbar, auf der anderen hasse ich ihn dafür....

eine eigentlich kleine Siria, die sich auch so fühlt, und doch groß sein sollte
 
Tja Siria, da hast du im entsprechenden Alter das dir entsprechende nicht bekommen, überspielt und heute hängt dir das nach, es lässt sich so einfach nicht reparieren, weil das was verlorenging ja frühkindliche Dinge waren, die dir so keiner geben kann. - Ich miene, es ist trotzdem eine Riesenleistung, dass du einen Freundeskreis erwerben konntest, aber ich weiß schon, alles hinter der Mauer und jetzt sind Belastungen da, die auf die Mauer einwirken, denen sie nicht standhält und du kommst dir vor, wie eine, bei der alles auffliegen könnte. So, als ob du alles verlieren könntest, weil man dich erkannt hat, durchschaut hat.

Nur bist du keine Sünderin, die man durchschauen sollte und ablehnen, wer das tut, wäre total unreif. Dir kommt es aber so vor, als wenn die Ablehnung, wegen der du die Mauer bautest, dich jetzt voll treffen könnte.

Du hast einen Freund, der etwas Einblick hat, dass du ihn deshalb hasst, klingt sehr hart. Andererseits, kommt er dir wohl in dem Moment vor, wie einer, der etwas intimes, was keinem gehört, aufmacht und du fühlst dich wieder durchschaut, minderwertig, sündig oder so ähnlich.

Ja, solche Mauern halten nicht ewig, bestimmten Belastungen halten sie nicht stand. Ist das nun schlimm? Man könnte auch sagen, es ist nützlich, weil du dadurch auf dein Problem ve rwiesen wirst, was nun mal da ist, auch wenn du es wegretuschiert hattest.

Die Mauer zu flicken ist eine nervige Arbeit, sie offen zu lassen, erscheint dir wohl tödlich, weil du nie lernen konntest, in deinem echten Zustand angenommen zu werden. Es gibt manchmal Menschen, die das etwas verstehen, andere weniger. Und wenn es ganz schlimm kommt, ist es manchmal gut, einen Therapeuten aufzusuchen, der wenn die Chemie stimmt, viel Verständnis und Wissen zu solchen Lagen haben könnte. Du bist nicht allein auf der Welt, der dieses Problem hat, solche Elternkonstealltionen die auf sensible Kinder stoßen gibt es öfter. Vielleicht fängt dich das etwas auf . . .

Fühlst du dich verstanden?

Sigi
 
Hallo Sigi!

Erstmal danke, dass du grad da bist...
ja, irgenwo ist schon so ein wenig das Gefühl da, verstanden zu werden.
meinen Freund hassen...irgendwie klingt das wirklich schlimm...ich glaube, ich hasse nicht ihn, sondern die Angst, er könnte das, was er weiß, gegen mich verwenden, ausplaudern, oder sonstwas...
er hat bei meinen Eltern viel bewirkt, meiner Mutter klar gemacht, dass ich nach dem damaligen Zustand an meinem 18. Geburtstag den Schlüssel auf den Tisch legen und fort sein werde...ich glaube, dass da schonmal ein großer Schritt getan wurde...meine Mutter zumindets ein bisschen verstand, wie das Leben für mich hier ist...
Die Mauer zu flicken...ich glaube, momentan geht das sogar...habe momentan weniger Kontakt zu meinem Freund, der immer wieder Löcher in die Mauer machte..habe dadurch Chancen, die Löcher wieder zu füllen...aber auch Angst davor...Angst, ihn zu verlieren, wenn ich wieder total dicht mache vor ihm. Und Angst, das bisschen Kontakt und Zuneigung zu meiner Mutter auch wieder zu verlieren. Ich merke, dass meine Mauer viel besser hält, wenn ich wütend, sauer bin, dann auch keinen Körperkontakt zu meiner Mutter will, sondern mich nur an der Schulter meiner besten Freundin oder meines Freundes oder einfach ganz für mich alleine ausheulen möchte.
Therapeut...darüber hab ich schon oft nachgedacht, mal im Internet gesucht...aber noch niemanden gefunden, der mir symphatisch gewirkt hat...habe aber immerhin schon mehrmal die Androhung von Zwangseinweisung wegen Eigengefährdung bekommen...wenn die wüssten, was wirklich in mir vorgeht, wäre ich da glaube ich schon lange...aber ich kann schauspielern, eines der wenigen Koplimente (?), die ich von meinen Eltern bekommen habe...ich kann die heile Welt spielen, ziemlich egal, wie es in mir aussieht...solang ich genug Kraft habe, aber die fehlt momentan leider viel zu oft...
Auffangen...welch schönes Wort...im Moment hoffe ich, dass ich hier einfach mal aufgefangen oder gehalten werde, bevor ich falle

Eine kleine Siria, die sich jetzt wieder hinter ihren großen Teddy ins Eck verkriecht und sich ein wenig versteckt, vor der großen Welt, um keinen Unfug zu machen
 
Hi!

Auch wenn das jetzt vielleicht nicht 100%ig zu deiner Frage passt, möchte ich dir einen Rat geben (ich hoffe, das hilft dir weiter). Du kommst in deinen Texten als sehr schüchtern rüber. Das selbe Problem hatte ich meine gesamte Kindheit (also bis vor ca.2 Jahren) hindurch und teilweise auch heute noch. Ich weiß nicht, wie es dir geht, aber ich habe viel darum gegeben, das zu ändern, da ich mich aufgrund von mangelnder Kommunikationsfähigkeit ständig einsam gefühlt habe. Das wichtigste ist, dass du nicht aufgibst, nur weil du nicht sofort Erfolg hast. So einen Charakterzug zu ändern dauert Jahre!

Du musst damit anfangen dich selbst aufzubauen. Lerne irgendwas (egal was) um dir das Gefühl zu geben, dass du in manchen Dingen besser bist, als die anderen und, damit du dich selbst besser akzeptieren kannst und dich in deiner Haut wohler fühlst. Außerdem fühlt es sich gut an ganz allein etwas auf die Beine gestellt zu haben. Aus meiner Erfahrung weiß ich, dass man als schüchterner Mensch häufig allein ist und Langeweile hat. Diese Zeit kannst du nutzen! Du kannst dir fast alles selbst beibringen. So hab ich z.B. selbst Klavier spielen gelernt (aus dem Kopf, d.h. ohne Noten), Programmieren und allgemein alles mögliche über den Computer, Bogenschießen, etc. Such dir einfach irgendwas aus, was dir Spass macht, möglichst was exotisches, dann hast du wenig Konkurrenz. Wenn du dich dann unter Menschen aufhältst, betrachtest du sie aus einem ganz anderen Blickwinkel. Während du vorher eher etwas wie Angst verspürt hast, siehst du nun auf sie herab, da du in vielerlei Hinsicht besser bist, als sie. Dann fällt es auch wesentlich leichter ein Gespräch mit ihnen anzufangen und deine Schüchternheit verschwindet langsam.

Trotzdem werden die Menschen dann noch nicht auf dich "zufliegen". Wenn du auf der Suche nach Freunden bist musst du den Menschen auch zeigen, wer du bist und was du kannst. Normalerweise kommen die Leute nicht von selbst darauf eine schüchterne Person anzusprechen, weil sie denken du seist langweilig (sonst würdest du ja irgendwas zu erzählen haben), was natürlich Blödsinn ist. Gerade die schüchternen Menschen haben oft ganz besondere und einmalige Persönlichkeiten, die im Gegensatz zum Standardcharakter einer Durchschnittsperson sehr interessant sein kann (man hat eine andere Sichtweise auf die Dinge).

Aber nun zurück zum Freunde finden. Wenn du ständig mit deinen Freunden beschäftigt bist, hast du weniger Zeit über deine Probleme nachzudenken. Außerdem vermitteln dir richtige Freunde das Gefühl gemocht und unterstützt zu werden. Du kannst viele schöne Stunden mit ihnen verbringen, ohne an irgendetwas negatives zu denken und das macht dich glücklich. Und wenn ich das richtig verstanden habe könntest du es momentan vertragen etwas glücklicher zu sein.
Durch deine Schüchternheit hast du es eventuell nicht so leicht Freunde zu finden, indem du den nächstbesten ansprichst und ihn fragst, ob ihr Freunde sein wollt. Ich würde dir empfehlen erstmal über das Internet anzufangen (große Auswahl, es gibt auch Menschen wie dich), auch wenn das nicht der schönste Weg ist. Damit meine ich nicht irgendwelche Partnerbörsen, sondern erstell dir einfach auf verschiedenen Seiten (wie diese) ein Profil und adde (z.B. in Facebook oder ICQ) einfach irgendwelche Leute, die du über die Suchfunktion findest und dir sympatisch vorkommen (du kannst sie ja jederzeit wieder löschen). Der Vorteil dabei ist, dass du erstmal nur schriftlichen Kontakt hast. Das heißt die Leute merken nicht sofort, dass du schüchtern bist und lassen sich (zumindest manchmal) auf dich ein. Du kannst dich mit ihnen unterhalten (eventuell über gemeinsame Interessen, die du im Profil nachschauen kannst) und wenn sie dann merken, dass du schüchtern bist, kennen sie auch deine guten Seiten und bleiben interessiert an dir.

Das war jetzt ein ziemlich langer Vortrag über eine sehr merkwürdige Art Freunde zu finden, aber bei mir hat es funktioniert und, auch wenn ich im Nachhinein feststellen muss, dass dieses "Tutorial"^^ eigentlich nicht in diesen Thread passt, hoffe ich dass es dir und vielleicht dem ein oder anderen, der das liest, in irgendeiner Weise weiterhilft.

LG
 

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