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Ich sehe mich nur noch von oben

Scooter

Neues Mitglied
So dann fang ich einfach mal an. Kommen wir erstmal zu mir: Ich bin 17 Jahre alt habe mein Realschulabschluss mit 1,8 Durchschnitt bestanden. Bin im August eine Lehre zum Mechatroniker angefangen. Beruflich gesehen fühle ich mich sehr wohl. Jeder sagt jetzt super dir geht es doch sehr gut hast Arbeit verdienst gutes Geld und hast Freunde. Leider nein aber um dies zu begreifen muss ich weiter ausholen. Also in meiner Klasse war ich nie der Außenseiter oder der schlechteste früher hatte ich auch sehr viele gute Freunde bis die ersten weggezogen sind. Dann lügten mich meine restlichen Freunde an. Die anderen mobbten mich ich zog mich immer weiter zurück habe auch alles versucht um dies zu entkommen. Habe mit sehr vielen Lehrern geredet. Selbst mit der Schulseelsorgerin. Mit meinen Eltern alles nichts geholfen. Mittlerweile bin ich glaube ich in der 6. Klasse angekommen. Da bekam ich meinen ersten eigenen PC. Also was machte ein 12-jähriger Junge der Einzelkind ist die Welt nicht verstand. Er flüchtete ins Internet entdeckte ein unglaublich gutes Spiel es passte zu ihm er konnte seine eigenen Roboter bauen. Da fragte er in dem deutschen Chat ob jemand Interesse hätte zu spielen. Und es hat nicht lange gedauert da meldete ein Spieler. Also schnell Skype geöffnet mit dem anscheinend genauso gleichaltrigen angefangen zu spielen. Es kam auch noch einer dazu. Und zack ich hatte meine guten Freunde gefunden. Parallel in der Schule ich distanzierte mich immer weiter von den anderen selbst den angelogenen „Freund“ den ich seit dem Kindergarten kannte interessierte sich nur noch für Mode und Rapp was ich zu der Zeit gar nicht verstand. Außerdem war ich der einzige Junge in meinem Jahrgang, der gerne und viel Bücher gelesen hatte. Es war für mich eine Traumwelt. Das Problem war aber eher ich kam gar nicht mehr aus dem Hause meine Eltern hatten schon versucht mich irgendwie raus zu bekommen nur es half nichts. Also haben sie aufgegeben. Nur die Noten litten unter meiner Spielbegeisterung. Da haben mich dann doch irgendwie meine Eltern überreden können in eine Nachhilfe Gruppe zu gehen. Gesagt getan die Noten wurden einigermaßen besser. Vorteil dadurch ich kam raus. Irgendwann wurde das geile Spiel immer beschissener die Entwickler brachten nur noch Mist raus und ich hatte mir ein anderes Spiel zugewandt. Dadurch kam ich in Kontakt zu einem Clan wurde aktives Mietglied und lernte sehr viel ältere aber auch sehr gute Leute. Ich war respektvoll und wir diskutierten mehr als in so mancher Politik Stunde. Ich bekam sehr viele verschiedene Sichtweisen und entwickelte mich aber kam auch irgendwie immer weiter weg von meinen Klassenkameraden. Ich wurde immer reifer streitete mich mehr und mehr mit meinen Eltern. Bis ich irgendwann gesagt habe zocken ist schön und gut aber mir wurde immer langweiliger. Ich möchte raus ich möchte was machen. Problem war ich hatte in meiner Kindheit schon sehr viel ausprobiert: Judo, Tennis, Tanzen, bogen Schießen, Basketball. Deswegen reizte mich nichts mehr es gab sportlich gesehen außer Tennis das ich zu der Zeit als einziges gemacht habe nichts. Da kam meine Mutter auf eine Idee geh mal ins Jugendrotkreuz grob kann man sagen es sind Gruppen wo du alles Mögliche machen kannst. Gesagt getan die Gruppenleiter waren freundlich die aufgaben beschäftigten sich auch mit erster hilfe wo ich schon in der Schule interessiert war. Also sehr viel spaß außer das mir wieder sehr viele Sachen vorgeschrieben wurden. Ich hatte auch wieder am Wochenende spaß zu spielen. Das Ganze ging dannn bis in die 8. Klasse. Dort fing die Sache mit den sozialen Netzwerken an interessant geworden. Ich addete also meine Klassekameraden und dachte mir gucke ich mal was ich so finde. Dort fing die Sache mit dem Bier langsam an. Also sah man sehr viele Bilder wo meine Kollegen mit ihren Freuden im echten leben Spaß zu haben ich am Wochenende spät abends wo kein Jugendrotkreuz war an neidisch zu werden ich wurde immer mürrischer. Auch das mit denn mobben ging weiter ich hatte ja das Hobby Modellbau auch mal wieder ein Hobby was niemand hatte. Ich hatte mich auch seit der 5. Klasse in ein Mädchen verliebt. Ich hatte auch die Eier sie zu fragen zu der Zeit aber lehnte sie ab nahm ich auch so hin 2 Jahre später fragte ich sie wieder auch da lehnte sie ab aber es gab das Gerücht ich würde sie mit einer Drohne ausspionieren. Das setzte mir sehr zu. Aber trotzdem wollte ich auch mal was cooles zu erzählen haben mit meinen Internet freunden konnte ich ja schlecht saufen wenn sie schon 5- 9 h Fahrt mit Auto von mir entfernt wohnten. Also ertrug ich die Sticheleien versuchte mich wieder mit meinen besten Freund zu treffen der mir auch immer die Sprüche reindrückte. Öfters ertrug ich das auch nicht mehr auch dort endete es oft in einen Wutanfall. Es war nur noch ein Lästern. Der Lehrer hatte es auch mittlerweile aufgegeben und ich ertrug immer wieder alles. Bis irgendwann alles an mir vorbei ging ich fühlte mich bzw. fühle mich so als würde ich nicht ich sein sondern ich von oben auf mich herabschaue und ich meinen Körper steuere auch ein bisschen psychisch veränderte ich mich. Ich wurde radikaler hatte Gewalt Träume wo ich meinen Klassenkameraden windelweich prügelte oder als Iron Man Anzug alle tötete. Ist einer meiner großen Vorbilder in einer ganz gewissen Weise gewesen. Ich stumpfte auch mit der Gewalt allgemein ab. Ich konnte mir Videos mit 15 angucken wo einer geköpft wurde ich hatte keine Träne mir wurde nicht mal schlecht. Ja im Nachhinein hätte ich vielleicht die Schule wechseln sollen. Oder mich an einen Seelenklempner wenden sollen. Aber da dachte ich nicht dran. Also grob ging es so weiter aber eins verbesserte sich immer mehr ich zeigte im Unterricht mehr auf wurde besser bei den Noten. Ich wollte den anderen Versagen zeigen ihr könnt mich nicht runter kriegen. Trotzdem haben sie es versucht und teilweise hinbekommen. Mittlerweile war es 2. Hälfte des 9. Jahrganges ich sagte mir wenn ich jetzt wechsele habe ich nur für ein Jahr andere Kollegen ich sagte mir zieh jetzt dieses Jahr durch. Die Beleidigungen gingen mir jetzt am A**** schlimmer war es bei der Ignoranz und den Lügen. Ich bin sehr leichtgläubig und loyal ich habe meinen besten Freund beispielsweise sehr oft den A**** gerettet. Genauso also wollte ich bei denen beliebt machen. Sie haben es ausgenutzt und wenn ich irgendwas wollte beispielsweise irgendwo mit wurde mir immer gesagt Nö ich gehe da nicht hin oder die anderen wollen das nicht Und dann sehe ich auf den social neworks das sie doch da waren und es verletzte mich trotzdem. So das zur Schule mittlweile habe ich sehr viel mit meinem besten Freund gemacht aber momentan ignoriert er mich wieder er hat vom Fußball Flüchtlinge kennen gelernt sehr loyale Leute. Mit denen dachte ich bin auch befreundet falsch auch nicht so sitze ich wieder mal an einem Samstag vor dem PC und schreibe und eigentlich will ich doch nur saufen feiern und eine Freundin. Ja ich glaube ihr wisst jetzt so grob wie mein Leben ja klar ich habe auch Fehler begangen aber ich bin immer auf die Leute wieder zurück gegangen habe mich entschuldigt. Es gibt klar auch gute Augenblicke aber trotzdem sind die Sätze die ich hier verfasst wahr. Was sagt ihr dazu was würdet ihr anders machen oder könnt ihr mir noch weiter helfen.
 
Hallo S.,

was heißt hier weiter helfen?

Im Grunde bist du aus meiner Sicht die nächte Gäneration.

Ich hab versucht aus meinem Leben zu lernen.
Dein Leben ist neuer.
Du mußt aus deinem Leben lernen.
Deine Beschreibung hört sich wirklich sehr intensiv und tiefgründig an. Mir scheint es so, als hättest du viele Fragen. Aber die werden sich erst mit der Zeit konkretisieren.
Ich weiß, dass ich zur Zeit sehr gut Antworten finden kann. Also du kannst mich fragen.

Ich glaube du mußt dran denken dich mit anderen zu messen.
Aber ich denke, dass du dabei auch genauso gefühlslos sein mußt, wie die Sache an sich ist. Toll ist, wenn jemand von außen einem meldet, wie gut man ist. Aber wenn man überlegen muß, dann kann man es mit den tollen Gefühlen eigentlich schon vergessen. Aber es ist trotzdem wichtig.
Du bist gut in der Schule. Das heißt, dass du die Dinge verstehst.
Aber ich denke, dass du weißt, dass du viele Dinge nicht verstehst.
Das bedeutet, dass du die Dinge richtig verstehst.

Ich lese aus deinem Beitrag, dass du irgendwie sehr gerne alles hassen würdest.
Ich finde deinen argumentativen Ausgangspunkt bestimmt sehr richtig und wichtig. Lehrreich und tiefgründig. Aber kannst du mir ihn erleutern?
Ich denke, dass das eine gute Lebensaufgabe ist, diese Frage zu beantworten. Ich denke, dass es da viele gute Antwortmöglichkeiten gibt.

Könnt ihr mich verstehen?
Ich glaube ja oder?
Was würde ich anders machen?
Ich denke bestimmt einiges.
Ich bin ja jemand anders.

Ich finde deine Erzählung sehr schlüssig und authentisch.
Ich kann deine Lebensfrage nicht genau verstehen, aber ich habe bei dir das Gefühl als würdest du spüren, dass das Leben eine höhere Bedeutung hat. Aber ich kann dir nicht sagen, wohin es führen soll. Ich bin ja selbst nicht die Weisheit in Person.
Aber ich habe den Eindruck, als wäre was nicht in Ordnung.

Ich finde es gut, dass du begreifst, dass es gut ist, wenn man eine vernünftige Lebensgrundlage hat. Aber ich finde es fast noch besser, dass du davon redest, dass es im Leben noch um etwas anderes geht.

Was willst du frag ich mich?
Und meine Antwort ist: Ja. Im Leben geht es um etwas.
Aber nein. Niemand weiß um was.
Denn die Zukunft gibt es noch nicht?!?

Würd ich es anders machen?
Nein. Mein Weg ist auch der Wahre!
lg
 
Mein Schlussatz hat genauso damit zu tun wie du es aufgeschlüsselt hast. Ich habe ja auch geschrieben, dass nicht nur an den anderen lag sondern auch mir. Auch das die Wut die sich in mir gestaut hat auch mal raus musste. Und diese Wut hätte mich fasst dazu gebracht einen Menschen bewusslos zu erwürgen, und dass als fast ehrenamtlicher Sanitäter. Naja andersrum hat es auch den anderen gezeigt das man nicht so mit mir umspringen kann danach in der 10. Klasse hat mich keiner mehr physisch angefasst. Danach als ich wieder Down war bin ich zu dem relativ eingeschüchtern "Jungen" gegangen und habe mich entschuldigt. LG S.
 
Danke für das Danke.

Deine Beschreibung von deinem Verhalten beschreibt echte Größe.
Gefühle sind find ich sehr schwierig. Man muss sie glaube ich reflektieren. Sich zurück erinnern. Nachfühlen. Aber nur ein bisschen. Weil Wut ist schon natürlich, aber es stellt doch ein Problem dar. Man sollte auf jeden Fall eine andere Umgangsform finden, wie sie zu unterdrücken oder auszuleben. Aber man muß wohl auch dies tun.
Das Problem ist glaube ich, dass man eben das Problem erkennt. Und dann bekommt man eine blöde Situation vorgeknallt und man unterdrückt sie. Und irgendwann platzt dann der Knoten.
Ich glaub man muß von sich wissen, dass man so reagiert.
Und wenn man weiß, wie bzw. wann dieses Gefühl entsteht, dann kann man mit Verstand ausdrücken, dass da gewisse Grenzen sind... vielleicht???
Aber ich denke, dass es wichtig ist gleich angemessen zu reagieren. Das ist für einen selber wichtig und für das Gegenüber, dass oft auch aus Unwissenheit gewisse Grenzen überschreitet.
Und wenn das nicht funktioniert, dann macht es in meinen Augen auch keinen Sinn sinnvoll mit diesem Menschen umzugehen. Dann muß man vielleicht sogar sinnlos reagieren. Also wütend und ausfällig werden.
Oder man merkt, dass man das Problem nicht lösen muß.
Oder man weiß, wie man Wut am Besten platziert?
Oder oder oder...
lg
 

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