Hallo @ all,
...und ganz deutlich wird es bei einem Stück Butter... Damals 2001 hat das noch 70 Pfennig gekostet und nun bald 4 Mark. Das hätte es mit der Deutschen Mark nicht gegeben...
Jetzt mal ernsthaft:
Wer heute noch in DM umrechnet, scheint wenig andere Beschäftigung zu haben... Den Euro gibt es nun bereits seit mehr als 16 Jahren. Habt ihr es bis heute nicht geschafft, euch im Eurobereich Referenzwerte zu schaffen? Oder anders gefragt, die letzten 1,5 Jahrzehnte nicht eingekauft?
Habt ihr dann beim Einkaufen auch Rechenmaschine, Schreibutensilien und alle nötigen Ausgangspreise aus 2001 dabei?
Viele Leute wissen heute nicht ihre aktuelle Pin-Nummer, geschweige denn ihre Handynummer, aber was der spezielle Pulli vor 16 Jahren gekostet hat bzw. hätte, ist im Kopf so aktuell, dass sich der eine Euro fast wie ein 2-Mark-Stück anfühlt. Kann ich mir nur schwer vorstellen.
Zudem sind neben den Preisen auch die Gehälter und anderen Bezüge gestiegen. Lässt sich unter dem Begriff "Inflation" nachlesen und ist in einem gewissen Maß recht gesund für eine Wirtschaft.
Zur konkreten Rechnung: Hätte ich mir den Pulli für 50 Euro damals für 100 DM gekauft?
Ganz am Anfang steht erstmal ein Wechselkurs, der circa 2🤐 DM:Euro ist.
Der Pulli hätte also damals nicht 100 DM gekostet, sondern lediglich 97,79 DM. Klar, bei diesen kleinen Beträgen mag das nicht relevant erscheinen, aber beim Auto- oder Hauskauf macht diese Differenz bereits ein paar Euro aus (oder eben knapp doppelt so viele Mark). Bei einem Haus für heute 250.000 € macht der "falsche" Wechselkurs von 1 Euro zu 2 DM bereits 11.042,50 DM zum tatsächlichen Wechselkurs von damals aus.
Damals war einfach alles günstiger, weil auch die Einkommen geringer waren. In dem genannten Zeitraum von 2002 bis 2018 gab es eine Inflation von ca. 22 %.
Ausgehend davon, dass ihr damals einen Pulli nicht für 100 DM aber eventuell für 80 DM gekauft hättet, so würde dieser Pulli mit dem exakten Umrechnungskurs UND der stattgefundenen Inflation heute sehr wahrscheinlich 50 € kosten. Aber rechnen wir, um sicher zu gehen.
Ende 2001 kostet der Pulli 80,00 DM
Umgerechnet am 01.01.2002 kostet er also 40,90 €
Bei einer Inflation von ca. 22 % bis heute werden aus diesen 40,90 € allerdings 49,90 €.
Somit stellt sich nicht die Frage, ob ihr früher für einen Pulli 100 DM ausgegeben hättet, sondern lediglich 80 DM. Es ist einfach ein Vergleich von Äpfeln mit Birnen, wenn die Inflation nicht mit eingerechnet wird.
Übrigens ist der Durchschnittslohn in Deutschland im selben Zeitraum um ca. 30 % gestiegen. Dem gegenüber steht die Inflation von ca. 22 %. Somit ist der Pulli sogar noch einmal günstiger geworden bzw. müsste heute über 50 € kosten, um dem damaligen Wert von 80 DM zu entsprechen und wir ja exakt das gleiche ausgeben wollen wie früher. Diesen Vergleich dürft ihr nur dann anstellen, wenn ihr auch noch exakt soviel bzw. so wenig wie früher verdient. Und zwar auf Pfennig und Cent genau. Wobei dann wohl weniger die Sorge um den 50-Euro-Pulli im Mittelpunkt stehen sollte, sondern eher die Suche nach einem neuen Arbeitgeber priorisiert werden müsste.
Kauft ihr so auch neue Autos? Dann nehmt mich bitte mal mit. 1966 hat der Käfer (VW 1200) 4.635,00 DM gekostet. Geht ihr heute tatsächlich mit der Vorstellung zum Autohaus, dass ihr einen Neuwagen für umgerechnet 2.369,84 € bekommt? Das leisten selbst Dacia und Kia wohl eher nicht.
Wenn ihr also nicht mit tatsächlichen Preislisten aus dem Jahr 2001, Taschenrechner, Notizblock, Stiften und den aktuellen Inflationsraten aus dem Segment, in dem ihr einkaufen wollt zum Shoppen geht, solltet ihr euch langsam in Gedanken von der Deutschen Mark lösen.
Tut mir leid, wenn es eventuell etwas scharf formuliert ist, aber wenn ich diese Gedankengänge hier lese und mich da hineinversetze, so sehe ich auch Eltern, die ihre Kinder mit 4 Jahren auf der Seebrücke ins Meer schmeißen, um ihnen so das Schwimmen beizubringen. Hat früher ja auch so funktioniert…
Viele Grüße Greeni