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Ich möchte nicht mehr Arbeiten gehen

Baldo91

Neues Mitglied
Hallo liebe Community.

Gleich vorweg möchte ich eines sagen: dies ist kein sogenannter Trollpost oder Trollthread, alles was ich euch erzähle ist die Wahrheit und meine wirklichen Empfindungen. Mich kostet es ungemeine Kraft mich zu überwinden und meine Lage, mein Problem, wie man es auch nennen mag, aufzuschreiben bzw. es mitzuteilen.

Ich bin jetzt 20 Jahre jung, mache seit gut einem Jahr eine Ausbildung zum KFZ-Mechatroniker und möchte, wie schon im Titel genannt, nicht mehr Arbeiten.
Das ist schon meine 2. Ausbildung, die erste habe ich mit 18 Jahren angefangen, welche ich aber nach 4 Monaten abgebrochen habe, aufgrund vieler Faktoren.
Danach war ich gut 1 1/2 Jahre Arbeitslos, habe 2x auf 400 Euro Basis gejobt, die aber auch nach kurzer Zeit (den 1. nach 2 Monaten, den 2. nach 3 Monaten) geschmissen. In dieser Zeit ging es mir gut, ich fühlte mich gut.
Ich denke ich fühlte mich in der Zeit so wohl und gut, weil ich mich meinem Hobby, bzw. meiner derzeit einzigen Freizeitaktivität, vollkommen hingeben konnte: meinem PC; allgemein Spiele, Filme, Serien und Musik (Musik ist ein großer Teil in meinem Leben, aber dazu komme ich bestimmt noch).

[Derzeitiger Gedanke: ich muss mich gerade echt bemühen, mich nicht selbst zu belügen. Irgendwie kann ich es mir nicht richtig von der Seele schreiben, ich denke gerade einfach zuviel nach und sitze bis jetzt bestimmt schon 15min an diesem Text...]

Wenn ich an Arbeit denke, bzw. wenn ich Arbeite, fühle ich mich scheiße. Wirklich, ich hasse es! Das war wohl auch der Grund, warum ich meine 1. Ausbildung abgebrochen habe. Was ich wohl noch erwähnen muss: Ich bin ständig krank. Dank meiner ausgeprägten Allergieliste, ist mein Immunsystem eigentlich kaum noch vorhanden, besser gesagt total im Eimer. Habe das erst vor kurzem durch einen Bluttest erfahren. Auch das ist ein Grund, warum ich ungern Arbeite. Ich falle meinem Arbeitgeber und auch meinen Kollegen damit zur Last. Ich war jetzt in diesem einen Jahr bestimmt schon 2 Monate aufgrund von Krankheiten Zuhause. Sowas ist von keinem Betrieb tragbar, und durch dieses Fehlen, entgeht mir ziemlich viel. Ich werde mittlerweile auch schon deswegen aufgezogen und ge'mobbt'. Als obs mich juckt, was die denken...
Aber gerade da liegt einer der Gründe, die ich nicht verstehe: ich empfinde rein garnichts meinen Kollegen gegenüber. Nicht nur meinen Kollegen, eigentlich jedem. Ich melde mich bei meinen Freunden kaum, ich würde sie mittlerweile kaum noch als Freunde bezeichnen, eher Bekannte. Das gleiche gilt dem '2. Teil' meiner Familie, meine Familie Väterlicherseits. Mich juckt es einfach nicht, ich interessiere mich nicht für sie.
<Mein Dad hat mich vor kurzem Angerufen und hat mir erzählt, 2 Verwandte von Ihm in einem kurzen Zeitraum von 3 Wochen verstorben seien. Das tat mir schon Leid, aber ich habe das Interesse daran mehr geheuchelt als wirklich empfunden.>
Die einzigen Menschen für die ich mich wirklich interessiere, sind meine Mutter, mein Onkel und mein bester Freund. Achja, und natürlich für mich. Nur weiß ich, dass sie mich niemals verstehen würden.
Ich hab das Gefühl, mich versteht kein Mensch auf diesem gottlosen Planeten.

Ich möchte meine Gefühle eigentlich nicht Teilen, und Konversation führe ich im Angesicht anderer auch sehr ungern. Ich rede kaum, außer online im Teamspeak, und auch da nur über oberflächlichen Bullshit, ab und zu vielleicht mal ein wenig deeperes Zeugs, aber das ist eher selten der Fall.
Ich bin einfach am liebsten alleine.
Was ich selber nicht ganz verstehe ist aber der Drang mich selbst ausdrücken zu können: und zwar durch Musik. Wie schon erwähnt, ist Musik ein großer Teil in meinem Leben.

Musik, oh ja die Musik. Ich selber bin semi-professioneller DJ, das ist wohl meine 2. große Liebe im Leben nach den bereits genannten Medien. Das was ich neben dem Zocken noch gerne mache, ist meine Musik aufzulegen. Ich produziere nicht selber, habe auch nur mäßig Lust mich darein zu fuchsen. Ich mixe nur, lege Musik auf.
Auflegen ist für mich auch so gesehen die einzige Option, rechtlich Geld zu verdienen. So zumindest denke ich, da ich Arbeiten nicht möchte. Klaro, ist auflegen auch Arbeit, aber da stehe ich zu 10000% hinter, ich fühles es einfach. Wenn ich Musik höre, ist mir einfach alles andere egal. Gerne würde ich damit Geld verdienen, richtig auflegen in Clubs, nur ist die Musik die ich höre hierzulande nicht wirklich 'anerkannt' und wird wenig gehört. Deswegen ist es auch so schwer in der Szene Fuß zu fassen.

Sonst gibt es zu sagen: Ich zocke gerne. Scheiße, ich liebe es! Ich rede jetzt nicht von Spielhallen, sondern von Computerspielen. Ich kann garnicht sagen warum, nur das ich ununterbrochen ans Spielen denke. Ich sitze in der Schule und denke dort bereits "Wenn ich nach Hause komme zocke ich nurnoch oder gucke mir Serie X oder Y an".
Das mache ich dann auch, und im Laufe des Abends dann merke ich, wie mich dieses unwohlsein wieder einholt, weil ich weiß, ich muss gleich schlafen gehen und danach zur Arbeit oder zur Schule. Und dieser Gedanke, dieses Gefühl, dass die Arbeit einfach der Mittelpunkt in meinem Leben sein soll, kapier ich einfach nicht. Jeder Mensch der Welt arbeitet, sonst funktioniert das ganze System ja nicht. Aber ich will es nicht. Fu**, ich will es einfach nicht. Ich hasse es so abgöttisch in einen Betrieb zu fahren, meinem Chef in den A**** zu kriechen, von anderen Gesellen verarscht zu werden und von anderen Azubis komisch angeguckt zu werden, weil ich anders bin. Anders, ja ich bin anders. Aber jeder Mensch ist ja auf seine Art und Weise anders.

Was ich vielleicht noch anmerken sollte ist die Tatsache, dass ich auch ab und zu über Suizid nachdenke. Ich denke darüber nach, ich würde mich glaub ich nich trauen, mich selbst umzubringen. Gerade, da das Leben, wenn man es nach seinem Belieben lebt, ja echt schön sein kann. Nur ist das Leben nicht schön in meinen Augen, wenn ich 80% der Woche nicht das mache, was ich machen möchte. Arbeitskollegen klagen über kaputte Rücken, kaputte Kniee und sowas. Da denk ich mir doch "was zum Henker, die Arbeiten sich kaputt für nichts und wieder nichts".

[Mittlerweile gehts von ganz allein, es fällt mir gerade sehr leicht zu schreiben.]

Nun stelle ich Fragen an euch, alleine das von der Seele schreiben hilft mir ja nicht weiter.
Was soll ich nur machen? Arbeite ich, fühl ich mich Scheiße. Denk ich an Arbeit, fühl ich mich Scheiße. Ich weiß nicht ob ihr das nachvollziehen könnt, ich denke mal 90% der Leute, die das Lesen werden, sind Arbeiter, vielleicht sogar Chefs oder sonstwas. Kommentare wie "Werd erwachsen, so kann das nicht weitergehen" helfen mir nicht. Weil man kann seine Grundstimmung nicht ändern. Eigentlich will ich sie auch nicht ändern, ich will einfach nur so Leben wie es mir beliebt: und das ist Zuhause vorm PC, zum Großteil zumindest. 1 1/2 Jahre lang hab ich mich gut gefühlt, weil ich genau das gemacht habe, wozu ich Bock und Lust hatte. Nach dieser Zeit fing die Ausbildung an und ich fühlte mich schlagartig beschissen, ausgelaugt und einfach schlecht. Ich denke oft nach, wie man eine Arbeitsunfähigkeit bekommt. Wie man Arbeitsunfähig wird, einfach, naja, ich denke ihr wisst warum. Ob sogar alleine meine Lage reicht, als Arbeitsunfähig zu gelten.

Ich weiß nicht, wie ich das weiterhin schaffen soll. Geld für eine professionelle Hilfe habe ich nicht, und sich Einweisen lassen würde mir im Traum nich einfallen. Ich kann mein Leben so einfach nicht mehr weiterleben, ich will nicht mehr unglücklich sein.

Ich denke, ich werd den Text hier schlagartig beenden. Ich möchte mich für meine gelegentliche Ausdrucksweise entschuldigen, ich hab meine Gedanken einfach 1🤐 aufgetippt, und da kamen nunmal ein paar Wörter drin vor, die man vielleicht hätte anders formulieren können.

Um den Anfang nochmal zu wiederholen: Ich möchte euch nicht verarschen, dass alles war 1 zu 1 das, was ich fühle und wie es mir geht.

Danke.
 
Danke für deine Antwort.
Aber das ist nicht wirklich der Kern meiner Aussage gewesen, und ähnliches hab ich da auch schon von meiner Ärztin gehört. Also mit der Spritzentherapie.
Freut mich, dass es dir besser geht, vielleicht werd ich das mal in Erwägung ziehen um mein Immunsystem auf trapp zu bringen.
 
Arbeit .... nicht mehr wollen .....

Arbeit ist ein Begriff, der in den Köpfen und in den Herzen der unterschiedlichsten Menschen sehr unterschiedliche Reaktionen hervorruft ..... doch letztlich ist es nur ein Begriff, der den Umstand beschreibt, wie unter einem gewissen Kraftaufwand ein Weg zurückgelegt wird. Arbeit ist schlichtweg "Kraft mal Weg".

Die Frage für Dich wäre vielleicht: "Für welchen Weg will ich meine Kraft einsetzen?"

Denn wenn Du den Willen für einen Weg aufbringst, dann erscheint Dir die Kraft, die Du für Deinen Weg aufwendest nicht mehr als "Arbeit", sondern einfach nur als "Dein Leben".
 
@Baldo

Was meinst Du, wie Du Dich in 20 Jahren fühlen wirst, wenn alle arbeiten, nur Du nicht?

Wenn alle eine Familie haben nur Du nicht, weil Du sie nicht ernähren kannst?

Wenn alle im Urlaub waren nur Du nicht, weil Du es Dir nicht leisten kannst?

Wenn alle anderen die Wohnung haben die sie wollen und Du die Wohnung hast, die das Amt Dir bezahlt?

Was glaubst Du wieviele Dingw Du tun kannst auf die Du Bock hast, ohne Ausbildung und dann auch ohne das nötige Kleingeld?

Was denkst Du wie frei Du Dich fühlen wirst, wenn Dir das Amt die Richtlinie vorgibt, nach der Du zu leben hast?

Denk mal dadrüber nach.
 
Na, schreiben kannst du jedenfalls gut.

Da du auf deiner Ausbildungsstelle ständig durch Abwesenheit glänzt, ist vorauszusehen dass du deine Ausbildung nicht durchziehst. Also steht der der 2. Abbruch bevor. Wegen deiner Allergieliste wirst du bestimmt nicht als Erwebsunfähig eingestuft. Das kannst du knicken.
Wenn du nur vor deinem PC herumzockst, ist klar das du emotional abgestumpft bist. Viel auf die Beine gestellt, hast du bisher nicht. Als DJ scheinst du auch nicht der Burner zu sein, wenn du Musik auflegst, die keiner hören will. Deine Zockerei hat krankhafte Ausmaße angenommen.
Wenn du daraus willst, würde ich an deiner Stelle therapeutische Hilfe in Anspruch nehmen.
Sprich mit deinem Hausarzt darüber und lass dir eine Überweisung zum Therapeuten ausstellen. Willst du etwas bis zum Rentenalter vor deinem PC hocken oder darauf warten als DJ Karriere zu machen?
 
Hallo Baldo91,


Du kannst Dir nicht vorstellen, wie gut ich Dich verstehen kann. Ich kann nicht sagen das es mir g e n a u so wie Dir ergangen ist, denn dafür sind die unterschiedlichen Lebenswege zu komplex, dennoch habe ich teilweise, aber nur teilweise das Gefühl gehabt ich lese einen vergessenen Brief von mir selbst. Ich bin 33, werde bald 34 Jahre alt.

Musik war, zugegebener Maßen ist immer noch zum Teil (nur in einem anderen Maße, und nun mehr Hobby), für mich mal die wichtigste Sache überhaupt gewesen, ich habe aber nicht "geDJed", sondern Produziert, ist aber quasi das Selbe. Nur das Ausgangsmaterial und die Technik unterscheiden sich, der Zeitaufwand, Geldaufwand, und die oberflächlich gesehene Hauptbeschäftigung ist gleich (mit Headphones in der Stube hocken), O.K. Du trittst evtl. auf der Bühne auf, dort war ich aber auch...

...jedenfalls kann ich Dich - s e h r g u t - verstehen!

Ich habe mich ebenso in Deinem ungefähren Alter von allen Bekannten/Freunden, gleich samt Familie abgekapselt (450 Km), das Weite gesucht, da wohne ich heute noch - zumindest in der Gegend.

Nunja, ich brauchte diese Zeit für mich um mich richtig mit der Musik und der Technik beschäftigen zu können. Ich bin aber in dieser Zeit relativ konsequent Arbeiten gegangen, anders hätte ich auch Nichts finanzieren können. Die ersten Jahre ohne Lehre, später mit 27 habe ich dann nochmal eine verkürzte (2 Jahre) Lehre nachgeholt, damit ich mehr verdienen kann. Das habe ich nicht bereut, denn dadurch habe ich heute einen rel. festen Arbeitsplatz, einen mit dem ich klarkommen kann, aber dazu später mehr..

Die ersten 10 Jahre (nach der Flucht) ist mir von meinem verdienten Geld für eine erträumte Technik gar nichts großartig geblieben, dennoch habe ich viele tausend € durchgebraten, auch in Technik und so, aber am meisten hat wohl das tägl. Leben gekostet, mit Miete, Strom, GEZ, Inet, Tel., Mobilität, 7! Umzüge, Zocken an Automaten, Klamotten,Schulden und Zinsen, etc, etc...

Außerdem habe ich so unterschiedlich verdient, wie man es sich nur vorstellen kann, soziale Hunderter vom Amt (jetzt mal unten angefangen) samt 2 DM Job, die gab es ja auch damals schon oder Ähnliches über Zeitarbeiterlohn (600-900€ netto oder waren es noch DM? - ist ja auch nicht so wichtig) bis hin zu 3600 DM/ oder weit aus mehr - aber nur kurzzeitig.

Dann in der Lehrzeit 550,-€ , vorher im gleichen Betrieb so um die 1000,-€, heute 1800,-€ - immer die Angaben Netto mit vollen Abzügen (St.Kl.1).

Ich habe die Zeit auch genutzt um - einerseits zu üben und mit den Mitteln die ich hatte, egal wie simpel die auch waren, und manchmal war ich an der Grenze zu "weniger geht nicht mehr", andererseits zu studieren im Selbstudium, Studiotechnik, Schaltpläne, Fachwissen halt.

Den ganzen Technikscheiß von A bis Z durchgekaut - später habe ich nur noch theoretische Schaltpläne und Vorhaben gehabt - die, und ich rede nur von einem Projekt, meine ganzen maximalen Gelder für ein Leben aufgefressen hätten, also ich war weit weg von der Realität.

In diesen Jahren habe ich viele Dinge gelernt (ich habe auch gerne tagelang am PC gezockt, oder Grafikbearbeitungen gemacht), nämlich das es viel wichtiger ist, das andere Sachen, die welche Dir jetzt zum "kotzen" vorkommen, am Leben gehalten werden.

D.h. die Familie, Deine Bekanntschaften, Deine Freundschaften, Deine Arbeitstelle/Deine berufliche Laufbahn, Deine Gesundheit, Deine Beschäftigungen und Interessen auch für andere Sachen in der Welt dürfen nicht unterberücksichtig werden, denn der Mensch kann nicht auf einer "Ich will nur noch mein Hobby machen und so wie am Wochenende Spaß haben und nichts weiter mehr außer Zocken, TV, Entertaiment, etc..." Basis leben, das geht nicht.

Ein Zeichen, das Du auch jetzt schon übertreibst sind Deine Selbstmordgedanken, sie sind ein eindeutiges Anzeichen von Depressionen, diese hatte ich 6/7 Jahre lang... ...d.h. ich weiß wovon ich spreche.


Leider habe ich im Augenblick meinen Faden verloren, Du aber wirst sowieso das machen auf was Du Lust hast, da war ich Dir in Deinem Alter viel zu ähnlich um nicht zu wissen was Du tun wirst. Nur wenn eines Tages für Dich alles zu schwer wird, kontaktiere mich -man kann ja auch hier im Forum private Mails schreiben, ich kann Dir IMMER Tips geben.

Dein Leben was vor Dir liegt habe ich gerade überstanden (Phase -ingesamt oh nein - ich wills gar nicht wissen - wie lange, aber weit mehr als 10 Jahre). Nur mit dem Unterschied das ich von vornherein bereit war arbeiten zu gehen (und ich habe es gehasst, jeden Tag, jede Stunde, jede Sekunde, nagut es gab auch mal Zeiten in denen die Sonne schien), ich brauchte aber auch die Gelder, anders hätte ich meinen Standart nicht halten können, außerdem nicht so viel Technik (ich hatte nicht immer nur ganz wenig) haben und damit auch in Ruhe ausprobieren können...

...wie gesagt, sollte Dir mal alles zu viel werden, ich habe 2 offene Ohren, gerade für jemanden wie mich, ähh Dich 🙂

(ich habe jetzt keinen Nerv mehr nach Rechschreibfehlern zu suchen, sorry)

Gruß,
Fidelity
 
@Punto60
Willst du etwas bis zum Rentenalter vor deinem PC hocken oder darauf warten als DJ Karriere zu machen?
So krank, dumm, unreif und kindisch folgende Antwort jetzt auch klingen mag: Ja, im groben und ganzen hast du mehr oder weniger das geschrieben, was ich mir vorstelle. Natürlich nicht in diesem Ausmaß, ich meine Künstler die auf den großen Durchbruch hoffen hats immer gegeben und wirds immer geben. Nur haben die vielleicht nicht gerade meine Lebenssicht.
Um auf deine Aussage "schreiben kannst du jedenfalls gut." einzugehen: Ja, kann man so sagen. Ich bin auch nicht gerade ungebildet oder dumm. Viele würden mich aufgrund meines Textes als jemanden einstufen, der sich bei der nächsten Staffel "Mitten im Leben" anmelden sollte, aber dem ist nicht so. Ich bin intelligent, vielleicht ist gerade diese Intelligenz manchmal Fluch & Segen zugleich, weil meine Sichtweise auf das Leben oder meine Gedankengänge zu gewissen Themen sich von anderen komplett unterscheiden. Ich verstehe einfach den Sinn nicht, warum ich mein Leben unglücklich Leben soll. Und genau das ist ja der Fall, sonst würde ich mir diese stupiden Gedanken ja garnicht machen. Ich möchte mein Leben einfach nicht wie ein durchschnittlicher Mensch leben. Eine Familie gründen, Arbeiten gehen, Schuften und mich kaputt machen für einmal im Jahr 14 Tage Sonne genießen und entspannen in irgendeinem warmen Land, das ist einfach nicht in meinem Interesse, so absolut garnicht. Ich beneide jeden, der mit diesen Lebenszielen zufrieden ist, wirklich! Und ich denke diese Menschen würden auf mich herabschauen und sagen "Du hast keine Ahnung vom Leben!" - möglicherweise haben sie Recht, ich bin auch erst 20, aber ich möchte das Leben auf die Art und Weise erkunden und erforschen, die ich persönlich für richtig halte. Und das ist nunmal der egoistische Weg. Vielleicht auch einsam, aber mir gefällt die Einsamkeit. Um nochmal auf die Frage zurück zu kommen: Im Moment, und auch die nächsten Jahre, vielleicht sogar Jahrzehnte, möchte ich genau das, was ich in meinem Text schon schrieb. Sonst würde ich mir die Mühe nicht machen.

Als DJ scheinst du auch nicht der Burner zu sein, wenn du Musik auflegst, die keiner hören will.
Ich bin ein guter DJ. Ich weiß mein Handwerk zu verstehen und im Vergleich zu anderen DJ's, sogar zu Top DJ's, weiß ich noch, wie man mit Platten auflegt. Habe auch noch einige Platten aus dem Zeitraum 2000-2006 hier rumfliegen.
Die Musik, die ich auflege, ist in Deutschland nicht angekommen. Sie hatte ihre Zeit in den Jahren 2000 und 2001. In Holland, Polen, Australien und Italien ist die Musik seit 2000 nicht mehr wegzudenken. Die größten Rave's dieser Länder basieren auf der Musik. Ich hatte auch schon oft die Idee im Kopf, vielleicht in einem dieser Länder zu leben. Nur ist dort die Nachfrage an DJ's eigentlich so gut wie konstant gedeckt. In Deutschland hingegen gibt es keine Nachfrage. Und wenn doch werden nur bekannte DJ's aus anderen Ländern für diese Nachfrage gebucht. Problematisch, aber ich sehe da immernoch ein Lichtblick, wenn auch mit viel Optimismus.

Ich hoffe, ich konnte mich dir noch ein wenig weiter beschreiben, und vielleicht verstehst du meine Gedanken ja sogar ein wenig. Ich danke dir für deine Antwort.



@Fidelity
Ich denke, ich werde mich in geraumer Zeit mal bei dir melden. Ich glaube, da könnte ein nettes Gespräch entstehen und vielleicht kannst du mir ja noch ein wenig mehr von deinem Lebensweg erzählen, den du bestritten hast. Ich danke dir sehr für die Antwort und ich fühle mich etwas besser, zu sehen, dass es noch andere Menschen gibt, die ähnlich denken bzw. ähnliche Vorstellungen hatten/haben.
 
Solange du nicht erwartest, dass Steuerzahler dir deine Faulheit finanzieren, ist doch alles im grünen Bereich.
Heirate eine anspruchslose, reiche Frau.
Oder so.
 
Wenn niemand die Musik hören will, dann bring sie dazu die Musik zu lieben 😉


Mach was du für richtig hälst um dein Ziel zu erreichen - Wenn du dafür Hartz4 beantragen musst, um Muse und Zeit zu haben auf deine Ziele hinzuarbeiten - Mach es! Who Cares. Viele werden dir an den Wagen fahren wollen, entweder weil ihre Moralvorstellungen wirklich so sind oder auch weil sie dich einfach beneiden, weil du das tust was du möchtest.

Nur das viele Zocken und Serienschauen würde ich verringern. Sei aktiv, sei schaffend, mach das was du willst.
 
Ich kann dich zu 100% verstehen. Natürlich macht Zocken viel mehr Spaß als Arbeit (du spielst nicht zufällig l4d? 😀).

Aber hast du schon mal richtig viel Zeit an so ein Spiel verschenkt? Oder ans Fernsehen? Ich hab bestimmt 2-3 Jahre in meinem Leben zu großen Teilen nur gezockt und geglotzt (und zocken ist heute noch eine meiner Lieblingsfreizeitbeschäftigungen, werd mich gleich wieder auf in die Zombiehorden machen 😛).

Wenn man es so ausufernd macht fühlt es sich doch einfach nur scheiße an, oder? Ich empfinde die Zeit, die ich sinnlos verzockt hab, d.h. meistens über 1-2 erfüllende Stunden hinausgehend, als sowas von verschwendet. Dann sieht man andere, die ihre Träume verwirklichen und was von der Welt sehen, die rausgehen und leben. Es gibt noch soviel mehr. Am PC oder vor der Glotze zu kleben ist doch nur ein winziger Ausschnitt dessen, was Leben ausmacht. Ich hatte Phasen, wenn ich freihatte, da habe ich 8h durchgezockt, was gegessen, noch 4h gezockt und ins Bett. Tagelang. Man fühlt sich doch recht schnell körperlich und geistig am Ende. Geht's dir nicht so?

Was sich viel besser anfühlt als zu konsumieren, ist, was zu machen. Und da hast du deine Musik. Wenn ich du wär, würd ich mir ein Ziel suchen, das Musik beinhaltet, und darauf hinarbeiten, das zu erreichen. Du kannst jetzt vielleicht kein Geld damit verdienen, aber du kannst arbeiten gehen und nebenher an der Musik arbeiten. Ich weiß nicht, was genau du dafür tun musst, denn ich kenn mich in dem Bereich nicht aus, aber ich würde so einen Traum nicht fallenlassen, wenn es wirklich das ist, was ich machen will. Ich finde es dumm, keine Alternativen zu haben, falls etwas schief geht. Und man muss Zeit haben, sich zu entwickeln, ohne gleich in ein (finanzielles und psychisches) Loch zu fallen. Ich sag nicht, brich alles ab und mach nur noch Musik, auf keinen Fall. Aber fahr auf jeden Fall zweigleisig und lass deine Träume immer vorgehen, wenns hart auf hart kommt.
Ich mach grad was ähnliches. Ich studiere, will aber nicht in den Bereich später gehen, das Studium fördert nur nen anderen Bereich, der mich interessiert. In dem versuche ich mich selber und auf eigene Faust weiterzubilden und es gibt sooo viel zu lernen. Falls ich nach dem Studium keinen Job in diesem Bereich finde, den ich studiert habe (und auch da würde ich nebenher weiterhin an der Selbständigkeit arbeiten), nehme ich zwei Nebenjobs an, um über die Runden zu kommen, und bild mich weiterhin nebenher weiter. Solang ich mein Ding machen kann, bin ich glücklich.

Davon abgesehen würd ich mir an deiner Stelle regelmäßigen Sport verordnen, irgendwas, was dich körperlich fertigmacht. Mindestens dreimal die Woche. Und Kontakte nach außen. Ich liebe die Einsamkeit auch und kann gerne ne Woche allein in meiner Bude hocken, aber dann fällt mir doch die Decke auf den Kopf. Es nervt mich oft, unter Menschen zu gehen, aber den Austausch und so kann einfach kein Voicechat ersetzen. Nachher ingame wirds bestimmt tierisch lustig zugehen, wir werden rumalbern und Blödsinn machen, aber von denen kennt mich doch keiner so richtig, das ist nur oberflächliches Geplänkel und richtige Freunde im richtigen Leben (wie auch Familie) sind einfach oft mehr Ausgleich als jede zusammen gezockte Kampagne mit weitgehend Unbekannten.

Uni ist aber auch dankbar, man muss nie viele Stunden am Stück herumhängen und hat noch Zeit nebenher für sich. Als ich damals arbeiten war, Überstunden an der Tagesordnung, gings mir besch***. So richtig. Ich wollte gar nicht mehr schlafen, weil dann ja wieder die Arbeit kam. Tja. Trotzdem würde ich jedem zu einer Ausbildung raten, sind ja nur drei Jahre. Die vergehen schnell. Und wenn man was gelernt hat, ist man einfach eher auf der sicheren Seite als völlig ohne Ausbildung. Ich red schon immer wieder meinem Bruder ins Gewissen, der hat nämlich auch keinen Bock auf Arbeit, aber große Auswanderpläne, dass er endlich mal eine Ausbildung durchziehen soll. Mit 20 lachst du noch drüber, aber die Zeit wird immer schneller vergehen und auch wenn einem die 3 Jahre wie ne Ewigkeit erscheinen, irgendwann sind sie vorbei und dann ist gut. Dann kannst du immer noch Teilzeit arbeiten oder in Nebenjobs.

Ansonsten stimme ich Fidelity in jedem Punkt zu. Und bitte pass auf, dass du nicht irgendwo zwischen Lebensträumen, Zocken und Unlust auf der Strecke bleibst. Ein bisschen Idealismus schön und gut, aber allzu naiv sollte man auch nicht sein. Ohne irgendwas gehts halt auch nicht. Und das Standardmodell von wegen Familie, Auto, Haus und Hund und einmal im Jahr Urlaub auf Fuerteventura (mit Attacken tiefster Verzweiflung im Flieger zurück) muss keiner wählen, das ist ein albernes Klischee und taugt grad mal für gar nichts.
Sieh Arbeit als Eingangstür zu allem möglichen, das du für die Dinge brauchst, die dich wirklich interessieren. Muss nicht dein Ding sein, werden oder bleiben. Aber es ermöglicht Dinge. Und in Stein gemeißelt ist gar nichts, Lebenswege ändern sich ständig. Bleib flexibel und sei nicht dumm.
 

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