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ich kündige und mache mich unmöglich

Ich denk halt, meine Schüler brauchen den Löwenanteil der Mathematik, die ich sie lehre, sicherlich niemals in ihrem Leben wieder. Ich hab Mathe auch nie gebrauchtn (es sei denn vielleicht, ich hätte Ingenieur werden wollen oder Ähnliches...) Nein, ich mag dieses, mein Unterrichtsfach nicht, zumindest nicht in der Form, wie ich es gelehrt wurde und es jetzt selber weiter lehren soll.
2:26 - wärs nicht besser, ich ginge schlafen und versuchte morgen früh, mal tapfer gegen mein selbstmitleid anzugehen ... ich fürchte, das wäre wohl viel besser. Was reizt Sie denn an Mathematik? Falls noch Lust zum Austausch besteht...

Ansonsten gehe ich wohl wirklich lieber schlafen. Mit Dank für den Dialog
 
kein grund mich zu siezen (schreibt man das so?)

ich habe mich mehr mit logik als mit mathematik beschäftigt. richtig gereizt hat es mich nur solange, bis ich begriffen hatte, dass auch diese "wissenschaft" nur eine provisorische, d.h. nicht begründbare, ist.

ich bin viellecht überhaupt der falsche um dich zum weitermachen zu bewegen, immerhin habe ich selbst meinen ursprünglichen "beruf" an den nagel gehängt und nochmal von vorne angefangen ... übrigens aus fast ähnlichen gründen wie du, allerdings auch wieder aus komplett anderen ...

will sagen ich habe aufgehört weil ich täglich 130% geben musste und das geringste nachlassen bedeutet hätte, dass mein vertrag nicht verlängert worden wäre ...

es ist wirklich spät, aber immerhin gewinnen wir in 8 inuten eine stunde 😉

m.
 
m. meinte:
es ist wirklich spät, aber immerhin gewinnen wir in 8 inuten eine stunde 😉
Nee, die Stunde haben wir schon bekommen - sieht man sehr schön in diesem Thread: Beitrag #18 ist "später" als Beitrag #19 ;-)

So, nun aber zu dir, "Unfähig"...
Mit Sicherheit bist du eine sehr beliebte und gute Lehrerin und es wäre (aus Schülersicht) sehr schade, wenn du aufhörst. Ursache für deinen hohen Kurswert und ebenso für das völlig "ausgebrannt-sein" dürfte tatsächlich dieses Perfektionistentum sein. Dazu ein kleiner Ausschnitt aus einem Buch [*]:
Auch andere ähnliche Untersuchungen haben gezeigt, daß Perfektionisten eher weniger leisten als andere. Für die fünf Prozent, die eine Leistung perfekt machen, benötigen sie genausoviel Energie und Zeit wie für die restlichen 95 Prozent, die einer guten statt einer ausgezeichneten Leistung entsprechen würden.
Typisch für diese Verhaltensweise ist die Aussage eines Akademikers über den Lohn seiner Anstrengung: "Ich habe drei Jahre an einem ausgezeichneten Fachaufsatz gearbeitet, den ich zu 99 Prozent als perfekt ansehen würde. Es war emotional absolut erschöpfend. In derselben Zeit hat ein Kollege fünf Fachaufsätze verfaßt, von denen man jeden einzelnen zu 80 Prozent als perfekt bewerten könnte. Alles in allem brachte es dieser Kollege auf 400 Leistungseinheiten (fünfmal 80 Prozent) und ich lediglich auf 99. Obwohl keine seiner Leistungen besonders herausragend war, wurde ihm mehr Anerkennung entgegengebracht als mir."
Perfektionisten neigen dazu, kettenreaktionsartig zu denken: Wenn ich diese Aufgabe nicht lösen kann, werde ich keine anstehende Aufgabe lösen. Dann werde ich berufsunfähig sein und ohne Beruf auch lebensunfähig, und das bedeutet den gesellschaftlichen und emotionalen Tod. "Was soll bloß aus mir werden?" fragt sich der Perfektionist bereits bei leichteren Fehlern, und es folgen die reinsten Katastrophenphantasien: Wenn ich gekündigt werde, wird mich mein Freund auf der Stelle verlassen; Einladungen werden ausbleiben, der Gerichtsvollzieher kommt, die ganze Stadt wird es wissen, keiner wird mehr mit mir reden. Deshalb: bloß keinen Fehler!

Du kannst deinen Job einfach nicht mehr bewältigen und willst deshalb kündigen... Richtig daran ist: So - immer mit Vollgas - kann es nicht weiter gehen; der Verschleiß ist einfach zu hoch auf Dauer. Aber deshalb solltest du doch nicht gleich alles hinschmeißen! Trau dich, mal einen Gang zurück zu schalten. Halte dir eine Kraftreserve vor, damit du bei Bedarf darauf zurückgreifen kannst. Lerne mit 85% Leistung zufrieden zu sein, statt mit 110%.

Unfähig meinte:
Ich denk halt, meine Schüler brauchen den Löwenanteil der Mathematik, die ich sie lehre, sicherlich niemals in ihrem Leben wieder....
Na, also Mathe braucht man doch so gut wie in jedem Beruf... Und wenn man fragt, wie wichtig Mathe für das Leben ist, dann kann man auch gleich die ganze Schule in Frage stellen - wer braucht schon die Werke von Goethe und Schiller, den Pythagoras, 1-2 Fremdsprachen, die Elemente der VII. Hauptgruppe, Geschichte, Geographie...?!

Und warum soll man lernen, dass eine Primzahl keine Teiler außer 1 und sich selbst hat? Tja, man sollte dazu schon wissen, dass solche Zahlen für die Kryptographie wichtig sind, die man (unbewusst) tagtäglich anwendet - ob man nun mit dem Händie telefoniert oder sein Benutzer-Passwort bei der Anmeldung im hilferuf.de-Forum eintippt.

Viele Grüße,
Jens

--

[*] Monika Reichelt, "Die verletzte Seele"
 
Hm, ach ja, Kryptographie. Sicher sind dafür große Primzahlen wichtig und der ganze Wettlauf, immer größere Primzahlen zu entdecken, die der andere noch nicht hat, daraus durch Multiplikation neue unknackbare Schlüssel machen usw.

Mein Problem ist einfach, dass all diese Geschichten für mich keine Faszination haben und ich deswegen auch daran keine Freude habe, sie zu vermitteln. Das alles erklärt sich eigentlich nur dadurch, dass ich Mathematik nie studieren wollte, aber die Wahl nicht hatte. Wie es dazu kam, ist eine lange Geschichte, die ich mal aufarbeiten muss.

Danke auch dir, Jens79. Mit Perfektionismus hat es sicher auch was zu tun. Der macht mir aber bei meinem anderen Unterrichtsfach wesentlich weniger zu schaffen. Also ist es wohl doch eher eine Frage von Aversion, und ich sollte mich vielleicht einfach nicht länger zu etwas zwingen, was mir zuwider ist.
 

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