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Ich kriege nur absagen- trotz Fachhochschulreife und 2 semester Studium

Das du nichts bekommst liegt vor allen Dingen daran, dass der Arbeitsmarkt mit "überdurchschnittlich guten" Schulabgängern übersättigt ist. Außerdem weiß der Arbeitgeber nicht mal das ein meilenweiter Unterschied in Punkto Niveau zwischen einer technischen FOS (Chemie/IT/ET) und z.B. der höheren Handelsschule oder einer sozialen FOS liegt. Ich habe z.B. von jedem der auf einer nichttechnischen FOS war folgendes gehört: "Ich habe nie gelernt, aber trotzdem einen Durchschnitt von 1,X, es war sogar viel leichter auf Realschule." Der immense Schwierigkeitsunterschied und das damit verbundene Mehr an Arbeitseinsatz wird von kaum einem Arbeitgeber bei der Bewerbung gewürdigt. Man wird einfach mit den deutlich weniger gebildeteren Abgängern der Höheren Handelsschule und sozialen FOS in eine Schublade gesteckt.
Wenn ich höre was die so durchgenommen haben, kann man höchstens von einem erweiterten Realschulabschluss reden. Die hatten weder Mathe auf Abiturniveau noch irgendwas anderes was dem Stoff der gymnasialen Oberstufe entspricht.

Aber im Endeffekt haben ja beide Abgängerformen die FHR und sind somit für den Arbeitgeber gleich. Besonders schwer sind die FOS Formen wo neben der FHR noch eine Ausbildung vermittelt wird. Aber auch diese zusätzliche Schwierigkeit wird nicht von den Arbeitgebern honoriert.
Man vergleicht lieber Äpfel mit Birnen. Es werden direkt die Noten verglichen, obwohl beim Niveau und der Schwierigkeit ein meilenweiter Unterschied herrscht.
Bei der HöHa und dem sozialen Bereich bleibt kaum jemand sitzen, bei den technischen FOS-Formen schaffen von 100 Schülern nur 10-15 den Abschluss.
Aber leider kann man sich davon auf dem Arbeitsmarkt nichts kaufen. Der einzige Vorteil gegenüber den anderen Formen ist, dass man beim Studium wenigstens das Fach der Spezialisierung auf der Uni studieren kann. Bei den anderen Abschlüssen (HöHa, Sozial) kann man nur an einer FH studieren.
Aber ich kann dich trösten du bist nicht die einzige die mit diesem desolaten Arbeitsmarkt konfrontiert wird. Es ist heut zu tage wie ein 6er im Lotto wenn man eine Ausbildungsstelle bekommt. Man muss sich schon deutlich Wert verkaufen damit man eine Stelle bekommt.
Sprich sich hauptsächlich auf Stellen bewerben bei denen ein Hauptschulabschluss gefordert wird.
Und die Stellen bieten dann so wenig Zukunftsperspektiven (Übernahme, Aufstiegschancen) das man sich die Bewerbung gleich sparen kann. Ich kenne so viele die nach der Ausbildung selbst bei renommierten Unternehmen nicht übernommen wurden und die Ausbildung wegen fehlender Berufserfahrung im Endeffekt für Tonne war. Jetzt fangen die betroffenen Personen von der Notsituation getrieben wieder an zu studieren und merken meistens schnell, dass es nicht das richtige Fach bzw. sie nicht für ein Studium geeignet sind ist.

Durch die guten Noten die man auf der Berufsschule ohne viel Arbeitsaufwand bekommt sind viele leicht illusioniert und denken ein Studium würde man mit ähnlichem Arbeitsaufwand schaffen.

Auf der Hochschule angekommen merken sie dann dass das Niveau noch weit über dem des damals schon verhassten Abiturs liegt und das man jedes Semester mehr Zeit investieren muss, als für den Endspurt im Abitur. Auch mit der geforderten Selbstständigkeit kommen die meisten nicht klar. Die "Freiheit" kann auch zum Verhängnis werden.

Die immer weiter fortschreitende Bildungsinflation führt irgendwann sogar dazu, dass man paradoxerweise für eine Ausbildungsstelle grundsätzlich ein abgeschlossenes Studium braucht. Quasi doppelt gemoppelt (Ausbildung nach der Ausbildung).

Ich meine man kann einen Bewerber grundsätzlich nicht an seinen Noten messen. Es gibt viele Schüler die sich sämtliche (sehr) guten Noten erschleimt haben. Man muss sich doch mit dem Lehrer gut stellen, schon bekommt man alles geschenkt.

Besonders in den Laberfächern (Deutsch, Englisch, Literatur,Geschichte etc.). Dort kann man eben den Erfolg nicht quantitativ wie bei z.B. Mathematik messen.

Viele Schüler werden nach Sympathie statt nach Leistung benotet.

Man sollte deshalb lieber ein Praktikum veranstalten und dann eine Auswahl treffen. Nur ist dies zu zeitaufwändig, deshalb trifft man eine Vorselektion mittels der Zeugnisse. Wohin das führt sehen wir ja.
 

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