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Gast
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Hallo.
Es ist so: ich bin Anfang 40, habe aus einer früheren Beziehung zwei Kinder, schon 17 und 19 Jahre alt. Seit 14 Jahren habe ich einen Freund/Partner, der dann im August diesen Jahres mein Ehemann wurde. Dieser Mann hat keine eigenen Kinder, ich habe ihn aber immer in die Erziehung meiner Kinder mit einbezogen, da der leibliche Vater sich nicht wirklich gekümmert hat. Vor Allem zwischen meinem Sohn (17) und meinem Partner gab es oft Theater, was sich aber immer wieder eingerenkt hat. Ich muss dazu sagen, dass mein Sohn nicht immer einfach war und auch schon in psychologischer Behandlung war und derzeit wieder ist.
Mein Mann und ich sind in vielen Punkten grundverschieden. Das macht es oft nicht einfach, aber ist auch sehr praktisch, weil wir uns so ergänzen. Allerdings gibt es da eine Sache, mit der wir hier alle - meine Kinder und ich - sehr schwer klar kommen und wegen der es einige Jahre immer wieder Stress gibt. Mein Mann ist sehr extrovertiert und extrem mitteilungsbedürftig. Er erzählt alles - Positives wie auch Negatives - weiter. In seinem Musikverein, auf Arbeit. Umgekehrt erzählt er auch hier immer alles Mögliche an privaten Dingen seiner Bekannten, was die sicher nicht lustig finden würden, wenn sie es wüssten. Das hat irgendwann dazu geführt, dass ich nirgendwo mehr mit ihm hingehe. Wenn wir also irgendwo eingeladen sind, bleibe ich immer mit irgendwelchen Ausreden fern. Tatsächlich ist es aber so, dass ich total verunsichert bin. Ich weiß, dass seine Bekannten, Kollegen und Freunde alles von ihm erzählt bekommen, was hier so los ist. Sie haben sich also von unserer Familie und mir schon ein Bild gemacht und ich habe Angst, wie sie wohl von mir und über uns denken.
Heute war dann eine ganz unschöne Situation. Dazu muss ich noch sagen, dass mein Sohn eine ziemliche "Macke" hat, wegen der wir jetzt auch mit ihm wieder zum Psychologen gehen (u.A.). Und zwar spielt er leidenschaftlich gern mit seiner Xbox und das auch lange und ausdauernd. Das an sich ist nicht das Problem, Schule ist ok, er hat Freunde, er lebt also nicht isoliert und zurückgezogen. Aber - wenn er vor der Kiste sitzt, hat er keinen Bock, zur Toilette zu gehen. Also pinkelt er in Flaschen. Und die stehen dann in seinem Zimmer. Deswegen hatten wir schon richtig Theater miteinander und ich glaube fast nicht mehr, dass das nur was damit zu tun hat, dass er zu faul ist, sein Spiel zu unterbrechen.
Wie Ihr Euch denken könnt, ist mir das furchtbar unangenehm und peinlich, wenn ich mit meinem Mann darüber reden will, geht er hoch, schreit rum. Also habe ich mich nach einem Psychologen umgesehen und mit dem kommt Sohnemann (war jetzt der dritte Termin) auch gut klar. Vor drei Jahren war das schon mal so, da hat ein anderer Psychologe gesagt: "Ja und? Wenn ihrem Sohn das Spaß macht, lassen sie ihn doch." Fand ich befremdlich, aber habe mir dann gedacht, wenn der sagt, das hört auch irgendwann wieder auf, dann bitte.
So, verg. Woche hat mein Mann eine vollgepieselte Flasche im Zimmer entdeckt. Er hat mir dies auch gesagt und ich habe geantwortet, dass ich davon weiß, dass dieses Problem noch existiert und ich jetzt hoffe, dass der Psychologe uns helfen kann.
Mein Mann hat wohl wieder mal Anderen davon erzählt und heute hat einer seiner Kollegen einen Zeitungsartikel in Facebook gestellt: "Wenn Jungs in Colaflaschen pinkeln", darin gehts um den Medienmissbrauch von Kindern und Jugendlichen und wie Eltern dagegen steuern könnten. Der Kollege hat da nichts drunter geschrieben oder so, aber in dem Moment, als ich das gesehen habe, war mir klar, dass mein Mann wieder mal den Mund nicht gehalten hat. Das verletzt mich ungemein. Weil ich natürlich sehr unter dem Verhalten meines Sohnes leide und mir wünschen würde, dass mein Mann mir hilft, für meinen Sohn Hilfe zu sein bzw. zu finden. Es ist mir sehr peinlich, dass der Kollege (und wer weiß, wer noch) solche Dinge erfahren, von denen ich glaube, dass wir sie hier erst mal intern bespreche müssten. Als ich meinen Mann darauf angesprochen habe vorhin, hat er gemeint, er hätte das erzählt, um einen Rat von diesem Kollegen zu bekommen. Dass dieser Kollege gar keine Kinder hat, ist ihm wohl entfallen...
Ich weiß nicht, wie ich damit umgehen soll, also mit dem Verhalten meines Mannes. Am Liebsten würde ich mit den Kinder die Koffer packen und gehen. Aber wohin, weiß ich auch nicht. Mal abgesehen davon, dass wir dann wohl in HartzIV rutschen...
Findet Ihr, dass ich mich anstelle? Dass ich das zu eng sehe? Was meinen Sohn angeht, suche ich ja Hilfe und wünsche mir, dass er dieses Verhalten abstellt. Aber da hilft mir dann nicht, wenn ich weiß, dass mein Mann - statt mich zu unterstützen - lieber damit in der Weltgeschichte hausiert.
Vielleicht könnt Ihr mir ja mal schreiben, wie Ihr darüber denkt.
Vielen Dank Euch. Lisa
Es ist so: ich bin Anfang 40, habe aus einer früheren Beziehung zwei Kinder, schon 17 und 19 Jahre alt. Seit 14 Jahren habe ich einen Freund/Partner, der dann im August diesen Jahres mein Ehemann wurde. Dieser Mann hat keine eigenen Kinder, ich habe ihn aber immer in die Erziehung meiner Kinder mit einbezogen, da der leibliche Vater sich nicht wirklich gekümmert hat. Vor Allem zwischen meinem Sohn (17) und meinem Partner gab es oft Theater, was sich aber immer wieder eingerenkt hat. Ich muss dazu sagen, dass mein Sohn nicht immer einfach war und auch schon in psychologischer Behandlung war und derzeit wieder ist.
Mein Mann und ich sind in vielen Punkten grundverschieden. Das macht es oft nicht einfach, aber ist auch sehr praktisch, weil wir uns so ergänzen. Allerdings gibt es da eine Sache, mit der wir hier alle - meine Kinder und ich - sehr schwer klar kommen und wegen der es einige Jahre immer wieder Stress gibt. Mein Mann ist sehr extrovertiert und extrem mitteilungsbedürftig. Er erzählt alles - Positives wie auch Negatives - weiter. In seinem Musikverein, auf Arbeit. Umgekehrt erzählt er auch hier immer alles Mögliche an privaten Dingen seiner Bekannten, was die sicher nicht lustig finden würden, wenn sie es wüssten. Das hat irgendwann dazu geführt, dass ich nirgendwo mehr mit ihm hingehe. Wenn wir also irgendwo eingeladen sind, bleibe ich immer mit irgendwelchen Ausreden fern. Tatsächlich ist es aber so, dass ich total verunsichert bin. Ich weiß, dass seine Bekannten, Kollegen und Freunde alles von ihm erzählt bekommen, was hier so los ist. Sie haben sich also von unserer Familie und mir schon ein Bild gemacht und ich habe Angst, wie sie wohl von mir und über uns denken.
Heute war dann eine ganz unschöne Situation. Dazu muss ich noch sagen, dass mein Sohn eine ziemliche "Macke" hat, wegen der wir jetzt auch mit ihm wieder zum Psychologen gehen (u.A.). Und zwar spielt er leidenschaftlich gern mit seiner Xbox und das auch lange und ausdauernd. Das an sich ist nicht das Problem, Schule ist ok, er hat Freunde, er lebt also nicht isoliert und zurückgezogen. Aber - wenn er vor der Kiste sitzt, hat er keinen Bock, zur Toilette zu gehen. Also pinkelt er in Flaschen. Und die stehen dann in seinem Zimmer. Deswegen hatten wir schon richtig Theater miteinander und ich glaube fast nicht mehr, dass das nur was damit zu tun hat, dass er zu faul ist, sein Spiel zu unterbrechen.
Wie Ihr Euch denken könnt, ist mir das furchtbar unangenehm und peinlich, wenn ich mit meinem Mann darüber reden will, geht er hoch, schreit rum. Also habe ich mich nach einem Psychologen umgesehen und mit dem kommt Sohnemann (war jetzt der dritte Termin) auch gut klar. Vor drei Jahren war das schon mal so, da hat ein anderer Psychologe gesagt: "Ja und? Wenn ihrem Sohn das Spaß macht, lassen sie ihn doch." Fand ich befremdlich, aber habe mir dann gedacht, wenn der sagt, das hört auch irgendwann wieder auf, dann bitte.
So, verg. Woche hat mein Mann eine vollgepieselte Flasche im Zimmer entdeckt. Er hat mir dies auch gesagt und ich habe geantwortet, dass ich davon weiß, dass dieses Problem noch existiert und ich jetzt hoffe, dass der Psychologe uns helfen kann.
Mein Mann hat wohl wieder mal Anderen davon erzählt und heute hat einer seiner Kollegen einen Zeitungsartikel in Facebook gestellt: "Wenn Jungs in Colaflaschen pinkeln", darin gehts um den Medienmissbrauch von Kindern und Jugendlichen und wie Eltern dagegen steuern könnten. Der Kollege hat da nichts drunter geschrieben oder so, aber in dem Moment, als ich das gesehen habe, war mir klar, dass mein Mann wieder mal den Mund nicht gehalten hat. Das verletzt mich ungemein. Weil ich natürlich sehr unter dem Verhalten meines Sohnes leide und mir wünschen würde, dass mein Mann mir hilft, für meinen Sohn Hilfe zu sein bzw. zu finden. Es ist mir sehr peinlich, dass der Kollege (und wer weiß, wer noch) solche Dinge erfahren, von denen ich glaube, dass wir sie hier erst mal intern bespreche müssten. Als ich meinen Mann darauf angesprochen habe vorhin, hat er gemeint, er hätte das erzählt, um einen Rat von diesem Kollegen zu bekommen. Dass dieser Kollege gar keine Kinder hat, ist ihm wohl entfallen...
Ich weiß nicht, wie ich damit umgehen soll, also mit dem Verhalten meines Mannes. Am Liebsten würde ich mit den Kinder die Koffer packen und gehen. Aber wohin, weiß ich auch nicht. Mal abgesehen davon, dass wir dann wohl in HartzIV rutschen...
Findet Ihr, dass ich mich anstelle? Dass ich das zu eng sehe? Was meinen Sohn angeht, suche ich ja Hilfe und wünsche mir, dass er dieses Verhalten abstellt. Aber da hilft mir dann nicht, wenn ich weiß, dass mein Mann - statt mich zu unterstützen - lieber damit in der Weltgeschichte hausiert.
Vielleicht könnt Ihr mir ja mal schreiben, wie Ihr darüber denkt.
Vielen Dank Euch. Lisa