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Ich kommt mit seinem Verhalten nicht klar - hat er keinen Bezug zur Familie?

G

Gast

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Hallo.

Es ist so: ich bin Anfang 40, habe aus einer früheren Beziehung zwei Kinder, schon 17 und 19 Jahre alt. Seit 14 Jahren habe ich einen Freund/Partner, der dann im August diesen Jahres mein Ehemann wurde. Dieser Mann hat keine eigenen Kinder, ich habe ihn aber immer in die Erziehung meiner Kinder mit einbezogen, da der leibliche Vater sich nicht wirklich gekümmert hat. Vor Allem zwischen meinem Sohn (17) und meinem Partner gab es oft Theater, was sich aber immer wieder eingerenkt hat. Ich muss dazu sagen, dass mein Sohn nicht immer einfach war und auch schon in psychologischer Behandlung war und derzeit wieder ist.

Mein Mann und ich sind in vielen Punkten grundverschieden. Das macht es oft nicht einfach, aber ist auch sehr praktisch, weil wir uns so ergänzen. Allerdings gibt es da eine Sache, mit der wir hier alle - meine Kinder und ich - sehr schwer klar kommen und wegen der es einige Jahre immer wieder Stress gibt. Mein Mann ist sehr extrovertiert und extrem mitteilungsbedürftig. Er erzählt alles - Positives wie auch Negatives - weiter. In seinem Musikverein, auf Arbeit. Umgekehrt erzählt er auch hier immer alles Mögliche an privaten Dingen seiner Bekannten, was die sicher nicht lustig finden würden, wenn sie es wüssten. Das hat irgendwann dazu geführt, dass ich nirgendwo mehr mit ihm hingehe. Wenn wir also irgendwo eingeladen sind, bleibe ich immer mit irgendwelchen Ausreden fern. Tatsächlich ist es aber so, dass ich total verunsichert bin. Ich weiß, dass seine Bekannten, Kollegen und Freunde alles von ihm erzählt bekommen, was hier so los ist. Sie haben sich also von unserer Familie und mir schon ein Bild gemacht und ich habe Angst, wie sie wohl von mir und über uns denken.

Heute war dann eine ganz unschöne Situation. Dazu muss ich noch sagen, dass mein Sohn eine ziemliche "Macke" hat, wegen der wir jetzt auch mit ihm wieder zum Psychologen gehen (u.A.). Und zwar spielt er leidenschaftlich gern mit seiner Xbox und das auch lange und ausdauernd. Das an sich ist nicht das Problem, Schule ist ok, er hat Freunde, er lebt also nicht isoliert und zurückgezogen. Aber - wenn er vor der Kiste sitzt, hat er keinen Bock, zur Toilette zu gehen. Also pinkelt er in Flaschen. Und die stehen dann in seinem Zimmer. Deswegen hatten wir schon richtig Theater miteinander und ich glaube fast nicht mehr, dass das nur was damit zu tun hat, dass er zu faul ist, sein Spiel zu unterbrechen.

Wie Ihr Euch denken könnt, ist mir das furchtbar unangenehm und peinlich, wenn ich mit meinem Mann darüber reden will, geht er hoch, schreit rum. Also habe ich mich nach einem Psychologen umgesehen und mit dem kommt Sohnemann (war jetzt der dritte Termin) auch gut klar. Vor drei Jahren war das schon mal so, da hat ein anderer Psychologe gesagt: "Ja und? Wenn ihrem Sohn das Spaß macht, lassen sie ihn doch." Fand ich befremdlich, aber habe mir dann gedacht, wenn der sagt, das hört auch irgendwann wieder auf, dann bitte.

So, verg. Woche hat mein Mann eine vollgepieselte Flasche im Zimmer entdeckt. Er hat mir dies auch gesagt und ich habe geantwortet, dass ich davon weiß, dass dieses Problem noch existiert und ich jetzt hoffe, dass der Psychologe uns helfen kann.

Mein Mann hat wohl wieder mal Anderen davon erzählt und heute hat einer seiner Kollegen einen Zeitungsartikel in Facebook gestellt: "Wenn Jungs in Colaflaschen pinkeln", darin gehts um den Medienmissbrauch von Kindern und Jugendlichen und wie Eltern dagegen steuern könnten. Der Kollege hat da nichts drunter geschrieben oder so, aber in dem Moment, als ich das gesehen habe, war mir klar, dass mein Mann wieder mal den Mund nicht gehalten hat. Das verletzt mich ungemein. Weil ich natürlich sehr unter dem Verhalten meines Sohnes leide und mir wünschen würde, dass mein Mann mir hilft, für meinen Sohn Hilfe zu sein bzw. zu finden. Es ist mir sehr peinlich, dass der Kollege (und wer weiß, wer noch) solche Dinge erfahren, von denen ich glaube, dass wir sie hier erst mal intern bespreche müssten. Als ich meinen Mann darauf angesprochen habe vorhin, hat er gemeint, er hätte das erzählt, um einen Rat von diesem Kollegen zu bekommen. Dass dieser Kollege gar keine Kinder hat, ist ihm wohl entfallen...

Ich weiß nicht, wie ich damit umgehen soll, also mit dem Verhalten meines Mannes. Am Liebsten würde ich mit den Kinder die Koffer packen und gehen. Aber wohin, weiß ich auch nicht. Mal abgesehen davon, dass wir dann wohl in HartzIV rutschen...

Findet Ihr, dass ich mich anstelle? Dass ich das zu eng sehe? Was meinen Sohn angeht, suche ich ja Hilfe und wünsche mir, dass er dieses Verhalten abstellt. Aber da hilft mir dann nicht, wenn ich weiß, dass mein Mann - statt mich zu unterstützen - lieber damit in der Weltgeschichte hausiert.

Vielleicht könnt Ihr mir ja mal schreiben, wie Ihr darüber denkt.

Vielen Dank Euch. Lisa
 
Nein, Du siehst das nicht zu eng. Ich versetze mich gerade in die Situation Deines bloßgestellten Sohnes. Unglaublich, wie sich Dein Mann benimmt. Auch er sollte psych. Hilfe in Anspruch nehmen. Bis dahin würde ich ihm kein Wort mehr anvertrauen.
 
Bei so einem Mann muss man sich ja immer perfekt benehmen, da sonst der ganze Umkreis Bescheid weis, sehr anstrengend für euch.

Ich würde es demnächst genauso handhaben, alles was er so an Peinlichkeiten macht, in jedem Detail euren Nachbarn und Bekannten erzählen, knallhart, ob er das dann so toll findet...wäre mir auch egal, damit er sieht, wie es ist so denunziert zu werden.

Dein Sohn ist zumindest ziemlich clever, oder ist dieses Urinieren bei den Zockern schon gang und gäbe?

Ich denke nicht, dass man deshalb psychologische Hilfe benötigt, nur weil man zu faul ist aufs Klo zu gehen, ich würde ihm eine Strafe verhängen, wenn er das nochmal macht, bis er es gelernt hat, das in deiner Wohnung, deine Regeln gelten.
 
Hallo.

Es ist so: ich bin Anfang 40, habe aus einer früheren Beziehung zwei Kinder, schon 17 und 19 Jahre alt. Seit 14 Jahren habe ich einen Freund/Partner, der dann im August diesen Jahres mein Ehemann wurde. Dieser Mann hat keine eigenen Kinder, ich habe ihn aber immer in die Erziehung meiner Kinder mit einbezogen, da der leibliche Vater sich nicht wirklich gekümmert hat. Vor Allem zwischen meinem Sohn (17) und meinem Partner gab es oft Theater, was sich aber immer wieder eingerenkt hat. Ich muss dazu sagen, dass mein Sohn nicht immer einfach war und auch schon in psychologischer Behandlung war und derzeit wieder ist.

Mein Mann und ich sind in vielen Punkten grundverschieden. Das macht es oft nicht einfach, aber ist auch sehr praktisch, weil wir uns so ergänzen. Allerdings gibt es da eine Sache, mit der wir hier alle - meine Kinder und ich - sehr schwer klar kommen und wegen der es einige Jahre immer wieder Stress gibt. Mein Mann ist sehr extrovertiert und extrem mitteilungsbedürftig. Er erzählt alles - Positives wie auch Negatives - weiter. In seinem Musikverein, auf Arbeit. Umgekehrt erzählt er auch hier immer alles Mögliche an privaten Dingen seiner Bekannten, was die sicher nicht lustig finden würden, wenn sie es wüssten. Das hat irgendwann dazu geführt, dass ich nirgendwo mehr mit ihm hingehe. Wenn wir also irgendwo eingeladen sind, bleibe ich immer mit irgendwelchen Ausreden fern. Tatsächlich ist es aber so, dass ich total verunsichert bin. Ich weiß, dass seine Bekannten, Kollegen und Freunde alles von ihm erzählt bekommen, was hier so los ist. Sie haben sich also von unserer Familie und mir schon ein Bild gemacht und ich habe Angst, wie sie wohl von mir und über uns denken.

Heute war dann eine ganz unschöne Situation. Dazu muss ich noch sagen, dass mein Sohn eine ziemliche "Macke" hat, wegen der wir jetzt auch mit ihm wieder zum Psychologen gehen (u.A.). Und zwar spielt er leidenschaftlich gern mit seiner Xbox und das auch lange und ausdauernd. Das an sich ist nicht das Problem, Schule ist ok, er hat Freunde, er lebt also nicht isoliert und zurückgezogen. Aber - wenn er vor der Kiste sitzt, hat er keinen Bock, zur Toilette zu gehen. Also pinkelt er in Flaschen. Und die stehen dann in seinem Zimmer. Deswegen hatten wir schon richtig Theater miteinander und ich glaube fast nicht mehr, dass das nur was damit zu tun hat, dass er zu faul ist, sein Spiel zu unterbrechen.

Wie Ihr Euch denken könnt, ist mir das furchtbar unangenehm und peinlich, wenn ich mit meinem Mann darüber reden will, geht er hoch, schreit rum. Also habe ich mich nach einem Psychologen umgesehen und mit dem kommt Sohnemann (war jetzt der dritte Termin) auch gut klar. Vor drei Jahren war das schon mal so, da hat ein anderer Psychologe gesagt: "Ja und? Wenn ihrem Sohn das Spaß macht, lassen sie ihn doch." Fand ich befremdlich, aber habe mir dann gedacht, wenn der sagt, das hört auch irgendwann wieder auf, dann bitte.

So, verg. Woche hat mein Mann eine vollgepieselte Flasche im Zimmer entdeckt. Er hat mir dies auch gesagt und ich habe geantwortet, dass ich davon weiß, dass dieses Problem noch existiert und ich jetzt hoffe, dass der Psychologe uns helfen kann.

Mein Mann hat wohl wieder mal Anderen davon erzählt und heute hat einer seiner Kollegen einen Zeitungsartikel in Facebook gestellt: "Wenn Jungs in Colaflaschen pinkeln", darin gehts um den Medienmissbrauch von Kindern und Jugendlichen und wie Eltern dagegen steuern könnten. Der Kollege hat da nichts drunter geschrieben oder so, aber in dem Moment, als ich das gesehen habe, war mir klar, dass mein Mann wieder mal den Mund nicht gehalten hat. Das verletzt mich ungemein. Weil ich natürlich sehr unter dem Verhalten meines Sohnes leide und mir wünschen würde, dass mein Mann mir hilft, für meinen Sohn Hilfe zu sein bzw. zu finden. Es ist mir sehr peinlich, dass der Kollege (und wer weiß, wer noch) solche Dinge erfahren, von denen ich glaube, dass wir sie hier erst mal intern bespreche müssten. Als ich meinen Mann darauf angesprochen habe vorhin, hat er gemeint, er hätte das erzählt, um einen Rat von diesem Kollegen zu bekommen. Dass dieser Kollege gar keine Kinder hat, ist ihm wohl entfallen...

Ich weiß nicht, wie ich damit umgehen soll, also mit dem Verhalten meines Mannes. Am Liebsten würde ich mit den Kinder die Koffer packen und gehen. Aber wohin, weiß ich auch nicht. Mal abgesehen davon, dass wir dann wohl in HartzIV rutschen...

Findet Ihr, dass ich mich anstelle? Dass ich das zu eng sehe? Was meinen Sohn angeht, suche ich ja Hilfe und wünsche mir, dass er dieses Verhalten abstellt. Aber da hilft mir dann nicht, wenn ich weiß, dass mein Mann - statt mich zu unterstützen - lieber damit in der Weltgeschichte hausiert.

Vielleicht könnt Ihr mir ja mal schreiben, wie Ihr darüber denkt.

Vielen Dank Euch. Lisa
Hallo Lisa, ich kann nicht ganz nachvollziehen, nachdem du deinen Mann ja 14 Jahre lang kennengelernt hast, dass du ihn geheiratet hast. Die Sache mit den Flaschen, die als Toilettenerstaz benutzt werden, kommt öfter vor als du denkst, dies kann in der Tat eine sehr ernst Ursache haben, die jedoch bei einem 17 jährigen gut behandelt werden kann (psychologoscher Psychotherapeut). Dafür braucht dein Junge deine Unterstützung, da dies Kraft kostet. Das Verhalten deines Mannes finde ich unerträglich. Es ist übergriffig, grenzüberschreitend, widerlich. Dies hat auch nichts mit eher extrovertiertem Verhalten zu tun, er scheint mir dein Kind Nummer 3 zu sein, auffällig. Diskretion bedeutet Respekt. Dies benötigen Kinder, aber auch Ehepartner innerhalb der Familie dringend. Mal ganz abgesehen davon, das dies auch Pflicht ist, wenn man eine Beziehung oder Familienverantwortung hat. So bloßgestellt zu werden, wie es dein Mann mit dir und schlimmer noch, mit den Kindern macht, vermittelt keine Geborgenheit, ganz im Gegenteil. Du hättest deinen Mann längst ermahnen sollen, dass er dies abstellt, sich gegebenenfalls ebenfalls therapeutisch helfen lässt, um sich adäquat zu verhalten. Entweder, er erkennt sein übergriffiges Verhalten nicht, dann ist es mangelnde Intelligenz, oder er will dir und den Kindern bewusst wehtun, indem er euch Würde nimmt, vielleicht, weil er in dem Vater deiner Kinder immer noch eine unterbewusste Konkurrenz wahrnimmt. Ich wünsche dir eine kluge Entscheidung. Gruß.
 
Also ein trennungsgrund wäre es jetzt für mich nicht. Rede mal mit ihm und sag ihm das dich das stört, hast du das schon mal getan? Wäre vielleicht mal soweit....klar gibt es halt solche menschen, aber die sind nun mal so. Und ich finde das jetzt nicht so schlimm das er es jetzt seinem kollegen erzählt hat, er darf doch wohl noch seine probleme jemanden anderem erzählen auser seiner familie? 😕 Er braucht auch jemanden zum reden....nicht du...ist doch total verständlich. Klar übertreibt er es bissle, aber probleme werden halt gerne mit jemand anderem besprochen.....das ist doch total normal. Wenn ich probleme in meiner beziehung oder familie habe, würde ich auch gerne mit jemand aussenstehendes reden....also ich finde du siehst es zu eng. Sorry. Nur weil er mit jemanden ausserhalb der familie über seine probleme und familiensachen redet, braucht er doch kein therapeut...dann bräuchte ja jeder, der mal ein pupser beim essen ablässt einen psychologen......ne sorry ich finde das total übertrieben.
 
Seele, es geht doch nicht darum, dass man seine Probleme nicht teilen oder darüber reden soll. Aber solch intime Dinge bespreche ich mit einem, sorgsam ausgewählten intimen Freund oder einer Freundin, von dem ich weiß, er würde es niemals weitertragen. Das Verhalten des Ehemannes der TE hingegen ist entweder krank oder ganz bewusst diskreditierend.
 
Ich frage mich, wie Rascal, warum Du ihn geheiratet hast.

Weil "man" es so tut, nach 14 Jahren Zusammensein?


Bezüglich Anvertrauens: Da schließ ich mich den Worten von Christine und Ratte an. Nix mehr rauslassen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo und guten Morgen Euch allen,

zunächst mal möchte ich Danke sagen für alle Eure Antworten bisher. Es tut gut, mein Problem jetzt nicht mehr allein zu betrachten. Weil ich mich wirklich alleine fühle damit.

Ich habe mich im Laufe der Jahre immer mehr zurückgezogen und bin wohl zu einer Art Gegenteil meines Mannes geworden. Ich hatte ja geschrieben, dass eher extrovertiert ist - ich bin introvertiert. Ich habe natürlich Arbeitskollegen und so, aber außerhalb meiner beruflichen Tätigkeit habe ich eigentlich keine Freunde und Bekannte mehr. Bis vor ungefähr acht Jahren waren wir oft mit Freunden unterwegs, sind zu Geburtstagen eingeladen worden oder haben dazu eingeladen. Aber mehr und mehr habe ich mich zurück gezogen. Auch jetzt Ende des Monats sind wir bei einer Bekannten eingeladen, aber ich fühle mich einfach unwohl, dorthin zu gehen. Also geht mein Mann allein. Das hat eben wirklich damit zu tun, dass ich total verunsichert bin. Weil er eben sehr viel aus der Familie nach außen trägt und sich scheinbar keine Gedanken macht, was Andere dann denken. Alles, was wir hier besprechen, geht raus. Seien es so Banalitäten wie Ausflüge oder schöne Erlebnisse am Wochenende bis hin zu kleineren Problemen wie der verpatzten Führerscheinprüfung meines Sohnes oder Dinge, die Ausbildung meiner Tochter betreffend. Bis eben auch zu sehr intimen Dingen wie dem Thema mit dem in die Flaschen pinkeln. So ziemlich jeden Abend kommt er heim und sagt: "Ich habe das und das mal mit H. besprochen, der meint..." oder "Also U. meint zu dem Thema auch, wir könnten mal..." oder "B. war auch schon mal da und da, wenn wir da nochmal hinfahren, müssen wir uns unbedingt dies und das ansehen...."

Berechtigterweise kam von Einigen die Frage, warum ich ihn überhaupt geheiratet habe und wie es in Sachen Psychotherapie bei ihm aussehen könnte. Ich habe ihn geheiratet, weil ich ihn liebe und weil er ein wirklich toller Mensch ist. Aber genau dieses Verhalten tut mir unheimlich weh, weil dadurch viel Vertrauen kaputt geht. Natürlich ist es ok, wenn er sich mit Arbeits- oder Vereinskollegen austauscht. Das tun wir glaube ich alle und erzählen, was wir so erlebt haben am Wochenende oder wie es im Urlaub war oder meintwegen auch, dass die Ehefrau manchmal nervt. Aber die Sache mit meinem Sohn ist ja nun schon ein wie ich finde nicht ganz kleines Problem, bei dem wir gemeinsam als Eheleute und Eltern gucken sollte, wie und wo wir Hilfen finden. Diese Hilfen zu finden, überlässt mein Mann mir. Er zieht statt dessen über meinen Sohn her und macht ihn schlecht woanders.

Wie ich ja schon mal geschrieben habe, ist das Verhältnis zwischen ihm und meinem Mann nicht immer ganz einfach gewesen, aber es hat sich immer wieder eingerenkt, wenn es mal Streit gab. Insgeheim glaube ich aber auch, mein Mann ist enttäuscht, weil mein Sohn ihn nicht als eine Art Ersatzvater akzeptiert hat. Und weil mein Sohn und ich sehr gut klar kommen. Oft lässt mein Mann Sätze ab wie "Der wohnt auch noch mit Mitte 40 bei Dir", "Wenn er so weitermacht, wird nix aus ihm", "Er ist genau wie Du" (wobei ich manchmal nicht weiß, was er mit mit letzterem Satz eigentlich sagen will).

Therapie: Mein Mann hat vor 14 Jahren eine 16-wöchige Therapie gemacht, weil er alkoholkrank war. Das war direkt am Anfang unserer Beziehung. Danach hat er mit Pausen ambulante Psychotherapie gemacht und war auch schon zweimal wegen seiner rheumatischen Erkankung in einer Reha und Anfang des Jahres in einer psychosomatischen Klinik. Dieser letzte Aufenthalt war auch entscheidend bei meinen Überlegungen, ob ich ihn heirate oder nicht. Weil er dorthin gefahren ist in einer Phase, in der ich dachte, es geht nicht mehr weiter mit uns. Um seine und unsere Probleme zu erklären, müsste ich sehr weit ausholen. Im Februar war jedenfalls klar: Wenn er sein Verhalten innerhalb der Familie nicht entscheidend ändert, gehe ich mit den Kindern. Und er hat sich sehr geändert. Was mir gezeigt hat, dass ihm durchaus was an uns liegt und er uns nicht verlieren möchte.

Leider ist er sehr impulsiv und leider hat er auch einen sehr großen Geltungsdrang, möchte mit dazu gehören und wahrgenommen werden in Gesellschaft. Er redet gern und viel über sich, egal wer was erzählt, dass hat er ähnlich auch schon erlebt oder er kennt wenigstens wen, der es erlebt hat. Ich denke, mein Mann hat kein wirklich gesundes Selbstbewusstsein und entsprechend Angst, nicht wichtig zu ein.

Ich dagegen kann in einer Unterhaltung durchaus auch mal "nur" Zuhörer sein und bin dann oft peinlich berührt, wenn ich ihn erlebe, wie er versucht, Mittelpunkt zu sein.

Gestört haben mich diese "Macken" natürlich auch schon vor unserer Heirat. Und wir haben auch oft darüber geredet. Aber gestern bei Facebook zu lesen, was der Kollege meines Mannes da kommentarlos als Zeitungsartikel gepostet hat, hat mich schon umgehauen - wusste ich doch sofort, wie der auf die Idee kam, das zu tun. Und da war ich schon sehr verletzt, als ich erkannt habe, dass er dieses - für mich sehr unangenehme und peinliche - Thema Anderen erzählt, statt mit mir konstruktiv darüber zu sprechen.

Übrigens hat er gestern Nachmittag seinem Kollegen per sms geschrieben, er solle doch bitte diesen Beitrag aus Facebook entfernen, hier wäre deswegen ziemlicher Stress angesagt und ich hätte mich darüber fürcherlich aufgeregt. FALSCH! Diesen Zeitungsartikel fand ich gar nicht so tragisch, dass der bei Facebook stand, auch nicht. Aber dass mein Mann das Thema weitergetragen hat, das hat mich schon mächtig geärgert. Sein Kollege hat meinem Mann dann geschrieben, er - der Kollege - würde öfter sozial- oder gesellschaftskritische Beiträge teilen und da könne ja niemand aus einem Bekanntenkreis eine Verbindung zu uns und unserem Sohn herstellen. Und dann hätte ich wohl das Problem und er - der Kollege - könne mir da nicht weiterhelfen.

Ja, so sieht das also aus.

Ich denke, wir werden heute nochmal in Ruhe miteinander reden und ich werde versuchen, ihm meine Verletzung zu erklären. Manchmal glaube ich aber, er kann das garnicht verstehen. Weil er so um sich selbst kreist, dass er jede Kritik als Angriff wertet. Und dann sehr aggressiv in seiner Wortwahl wird, seine Lautstärke sehr ansteigt und er mich garnicht mehr ausreden lässt. Und am Ende wirft er den Allerwertesten rum und geht.

Einen schönen Sonntag Euch allen.

Lisa
 
Dein Mann ist ein bemitleidenswertes Würstchen, wenn er ein derart mieses Verhalten zeigt. Zahle es ihm in gleicher Münze heim. Dann merkt er vielleicht was er euch antut. Reden hilft sicher nicht mehr. Das wirst du schon genug getan haben.
Das Verhalten deines Sohnes ist aber auch abartig. Hoffentlich kann ihm die Therapie helfen.
 
Hallo und guten Morgen Euch allen,

zunächst mal möchte ich Danke sagen für alle Eure Antworten bisher. Es tut gut, mein Problem jetzt nicht mehr allein zu betrachten. Weil ich mich wirklich alleine fühle damit.

Ich habe mich im Laufe der Jahre immer mehr zurückgezogen und bin wohl zu einer Art Gegenteil meines Mannes geworden. Ich hatte ja geschrieben, dass eher extrovertiert ist - ich bin introvertiert. Ich habe natürlich Arbeitskollegen und so, aber außerhalb meiner beruflichen Tätigkeit habe ich eigentlich keine Freunde und Bekannte mehr. Bis vor ungefähr acht Jahren waren wir oft mit Freunden unterwegs, sind zu Geburtstagen eingeladen worden oder haben dazu eingeladen. Aber mehr und mehr habe ich mich zurück gezogen. Auch jetzt Ende des Monats sind wir bei einer Bekannten eingeladen, aber ich fühle mich einfach unwohl, dorthin zu gehen. Also geht mein Mann allein. Das hat eben wirklich damit zu tun, dass ich total verunsichert bin. Weil er eben sehr viel aus der Familie nach außen trägt und sich scheinbar keine Gedanken macht, was Andere dann denken. Alles, was wir hier besprechen, geht raus. Seien es so Banalitäten wie Ausflüge oder schöne Erlebnisse am Wochenende bis hin zu kleineren Problemen wie der verpatzten Führerscheinprüfung meines Sohnes oder Dinge, die Ausbildung meiner Tochter betreffend. Bis eben auch zu sehr intimen Dingen wie dem Thema mit dem in die Flaschen pinkeln. So ziemlich jeden Abend kommt er heim und sagt: "Ich habe das und das mal mit H. besprochen, der meint..." oder "Also U. meint zu dem Thema auch, wir könnten mal..." oder "B. war auch schon mal da und da, wenn wir da nochmal hinfahren, müssen wir uns unbedingt dies und das ansehen...."

Berechtigterweise kam von Einigen die Frage, warum ich ihn überhaupt geheiratet habe und wie es in Sachen Psychotherapie bei ihm aussehen könnte. Ich habe ihn geheiratet, weil ich ihn liebe und weil er ein wirklich toller Mensch ist. Aber genau dieses Verhalten tut mir unheimlich weh, weil dadurch viel Vertrauen kaputt geht. Natürlich ist es ok, wenn er sich mit Arbeits- oder Vereinskollegen austauscht. Das tun wir glaube ich alle und erzählen, was wir so erlebt haben am Wochenende oder wie es im Urlaub war oder meintwegen auch, dass die Ehefrau manchmal nervt. Aber die Sache mit meinem Sohn ist ja nun schon ein wie ich finde nicht ganz kleines Problem, bei dem wir gemeinsam als Eheleute und Eltern gucken sollte, wie und wo wir Hilfen finden. Diese Hilfen zu finden, überlässt mein Mann mir. Er zieht statt dessen über meinen Sohn her und macht ihn schlecht woanders.

Wie ich ja schon mal geschrieben habe, ist das Verhältnis zwischen ihm und meinem Mann nicht immer ganz einfach gewesen, aber es hat sich immer wieder eingerenkt, wenn es mal Streit gab. Insgeheim glaube ich aber auch, mein Mann ist enttäuscht, weil mein Sohn ihn nicht als eine Art Ersatzvater akzeptiert hat. Und weil mein Sohn und ich sehr gut klar kommen. Oft lässt mein Mann Sätze ab wie "Der wohnt auch noch mit Mitte 40 bei Dir", "Wenn er so weitermacht, wird nix aus ihm", "Er ist genau wie Du" (wobei ich manchmal nicht weiß, was er mit mit letzterem Satz eigentlich sagen will).

Therapie: Mein Mann hat vor 14 Jahren eine 16-wöchige Therapie gemacht, weil er alkoholkrank war. Das war direkt am Anfang unserer Beziehung. Danach hat er mit Pausen ambulante Psychotherapie gemacht und war auch schon zweimal wegen seiner rheumatischen Erkankung in einer Reha und Anfang des Jahres in einer psychosomatischen Klinik. Dieser letzte Aufenthalt war auch entscheidend bei meinen Überlegungen, ob ich ihn heirate oder nicht. Weil er dorthin gefahren ist in einer Phase, in der ich dachte, es geht nicht mehr weiter mit uns. Um seine und unsere Probleme zu erklären, müsste ich sehr weit ausholen. Im Februar war jedenfalls klar: Wenn er sein Verhalten innerhalb der Familie nicht entscheidend ändert, gehe ich mit den Kindern. Und er hat sich sehr geändert. Was mir gezeigt hat, dass ihm durchaus was an uns liegt und er uns nicht verlieren möchte.

Leider ist er sehr impulsiv und leider hat er auch einen sehr großen Geltungsdrang, möchte mit dazu gehören und wahrgenommen werden in Gesellschaft. Er redet gern und viel über sich, egal wer was erzählt, dass hat er ähnlich auch schon erlebt oder er kennt wenigstens wen, der es erlebt hat. Ich denke, mein Mann hat kein wirklich gesundes Selbstbewusstsein und entsprechend Angst, nicht wichtig zu ein.

Ich dagegen kann in einer Unterhaltung durchaus auch mal "nur" Zuhörer sein und bin dann oft peinlich berührt, wenn ich ihn erlebe, wie er versucht, Mittelpunkt zu sein.

Gestört haben mich diese "Macken" natürlich auch schon vor unserer Heirat. Und wir haben auch oft darüber geredet. Aber gestern bei Facebook zu lesen, was der Kollege meines Mannes da kommentarlos als Zeitungsartikel gepostet hat, hat mich schon umgehauen - wusste ich doch sofort, wie der auf die Idee kam, das zu tun. Und da war ich schon sehr verletzt, als ich erkannt habe, dass er dieses - für mich sehr unangenehme und peinliche - Thema Anderen erzählt, statt mit mir konstruktiv darüber zu sprechen.

Übrigens hat er gestern Nachmittag seinem Kollegen per sms geschrieben, er solle doch bitte diesen Beitrag aus Facebook entfernen, hier wäre deswegen ziemlicher Stress angesagt und ich hätte mich darüber fürcherlich aufgeregt. FALSCH! Diesen Zeitungsartikel fand ich gar nicht so tragisch, dass der bei Facebook stand, auch nicht. Aber dass mein Mann das Thema weitergetragen hat, das hat mich schon mächtig geärgert. Sein Kollege hat meinem Mann dann geschrieben, er - der Kollege - würde öfter sozial- oder gesellschaftskritische Beiträge teilen und da könne ja niemand aus einem Bekanntenkreis eine Verbindung zu uns und unserem Sohn herstellen. Und dann hätte ich wohl das Problem und er - der Kollege - könne mir da nicht weiterhelfen.

Ja, so sieht das also aus.

Ich denke, wir werden heute nochmal in Ruhe miteinander reden und ich werde versuchen, ihm meine Verletzung zu erklären. Manchmal glaube ich aber, er kann das garnicht verstehen. Weil er so um sich selbst kreist, dass er jede Kritik als Angriff wertet. Und dann sehr aggressiv in seiner Wortwahl wird, seine Lautstärke sehr ansteigt und er mich garnicht mehr ausreden lässt. Und am Ende wirft er den Allerwertesten rum und geht.

Einen schönen Sonntag Euch allen.

Lisa

Die ehemalige Suchterkrankung erklärt natürlich die Redseligkeit und das angeschlagene Ego. Lisa es klingt klar heraus aus deinen Worten, dass du deinen Mann sehr liebst. Denke aber trotz dieser Passion für ihn daran, dass du in erster Linie Mutter bist. Und man ein Kind nicht nur dadurch verletzt, indem man ihm eine ballert, sondern auch mit entwürdigenden Worten und durch Bloßstellung. Alles Gute.
 

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