Hey Du,
ich hoffe, du konntest irgendwie schlafen...
Ich hoffe, du schreibst auch heute noch etwas im Forum. 🎈
Ich mag dir nochmal ganz kurz erklären, weshalb ich an professionelle Hilfe gedacht habe. Wenn das grade zu viel ist, ignoriere das einfach. 🙂
Ich dachte nicht, dass du dich jetzt irgendwo meldest, bei einer Hotline oder einer Beratungsstelle und sich dadurch deine Einsamkeit einfach in Luft auflöst, weil du ein Gespräch führst. Ich denke viel eher, dass das ein erster Schritt sein kann, um einen Prozess anzustoßen.
Ich kann beim Lesen noch nicht alles ganz greifen, was du schreibst, aber was für mich sehr offensichtlich ist, ist dass es dir ganz, ganz schlecht geht. Und manchmal versinkt man dann so tief in sich selbst, dass man gar keinen Ausweg mehr sieht, nur noch Qual, Leid und Auswegslosigkeit. Das kenne ich zumindest auch von mir selbst. Es ist nicht unmöglich, aber es ist schwer, da alleine wieder rauszukommen.
Deswegen finde ich mega gut, dass du dich hier meldest & klar formulierst, dass du Hilfe brauchst.
Wenn du professionelle Unterstützung bekommst, sähe die im besten Fall so aus, dass
A) Erstmal Krisenintervention im Vordergrund steht = dieser ganz doll leidvolle Zustand, in dem du gerade bist, wird hoffentlich beendet
B) Nachdem es dir etwas besser geht, wird gemeinsam nach den Ursachen für deine dolle Isolation geschaut und eine Perspektive erarbeitet.
Das geht alles nicht von heute auf Morgen, wenn du schon so lange einsam bist, sitzt das sicher sehr tief & es ist vielleicht auch sehr schwer für dich, gerade überhaupt zu vertrauen und Kontakt zu Menschen aufzubauen.
Aber ich befürchte, wenn du aus dem Zustand raus willst, musst du dich in irgendeine Richtung bewegen. Das ist schwer, das weiß ich und erscheint dir vielleicht grade gar nicht machbar. Aber irgendwelche kleinen, klitzekleinen Schritte brauchst du. Ein erster war dich hier anzumelden, deutlich zu formulieren, dass du Hilfe brauchst. Ein zweiter könnte sein, zB an die Jugendnotmail einen ähnlichen Text zu schreiben wie hier, dort landet er bei Menschen, die sich noch besser auskennen. Und die können dir dann vielleicht sagen, was die nächsten Schritte sind oder dich einfach eine Weile online begleiten, bis du dir zutraust, auch irgendwo hinzugehen.
Es gibt inzwischen auch Möglichkeiten Klinikaufenthalte Zuhause durchzuführen, falls es dir gerade unmöglich erscheint, irgendwo hinzugehen. Das steckt allerdings in den Anfangsschuhen und ist, glaube ich, noch nicht in jeder Region verfügbar. StäB nennt sich das (Stationsäquivalente Behandlung).
Entschuldige, viel Text. Voll okay, wenn du nicht alles liest oder es vielleicht erst später liest.