Hallo zusammen,
es ist alles ganz anders gekommen. Einen Tag vor meiner geplanten Abreise nach Kanada teilte mir ihr Lebensgefährte mit, dass sie am Vorabend verstorben ist. Ich bin trotzdem gefahren. Ich spielte mit dem Gedanken, meine Schwester noch einmal zu sehen, dann habe ich es aber doch nicht gemacht. Ich war in der Wohnung und alles lag dort so, als würde sie gleich wiederkommen. Ihre Handtasche, Karten, Schlüssel, Brille. Da ich ja schon nach drei Tagen zurückfahren musste, musste ich gleich sehen, was ich wieder mit in die Heimat nehme; Fotoalben, ihre Zeugnisse, alte Aufzeichnungen, bestimmter Schmuck. Es war so schwer. Ich dachte immer, meine Schwester muss doch jeden Moment kommen und schimpfen, weil ich in ihre persönlichsten Sachen schnüffle. Wenn es nach dem LG gegangen wäre, hätte ich viel mehr mitnehmen können.
Ich bin total kaputt, seelisch und körperlich. Die Flüge waren lang und liefen nicht glatt (Verspätungen) und zurück bin ich durch die Nacht geflogen. Erst nach einem Tag kamen mir richtig die Tränen, auf einmal vermisse ich sie so unendlich. Im Flugzeug habe ich geweint. Und ich fühle mich nun selbst wie abgestorben. Jede kleine Kämpferei zwischen uns bereue ich zutiefst.
Wir sind in den drei Tagen noch zu 3 verschiedenen Freundschaften meiner Schwester gefahren und alleine, dass wir jeweils intensiv über sie geredet haben, half mir sehr.
Ihr LG sagte, ihr wären zum Schluss die Tränen gerollt, obwohl er sie sonst nie hätte weinen sehen. Alleine dieser Gedanke, dass sie vielleicht wegen ihres verlorenen Lebens weinte, lässt mich verzweifeln.
Nun bin ich mit Magenschmerzen, Durchfalll und einen Erkältungsgefühl wieder hier und fühle mich wieder so abgeschnitten von ihr.
Katharina