Katharina1949
Mitglied
Hallo,
ich bin selbst schwer krebskrank, wie in meinem Thread "Eigener Tod" zu lesen ist, aber momentan bin ich noch einigermaßen stabil. Auch meine Schwester ist seit 4 Jahren krebskrank, hat allerdings eine andere Krebsart als ich.
Sie lebt in Kanada seit vielen Jahrzehnten. Nun liegt sie im Sterben. Ihr Lebensgefährte rief mich an und fragte mich, ob ich noch einmal kommen wolle. Ich habe wirklich hin und her überlegt, fragte mich, wie halte ich den Flug (das ginge ja noch) und den Todeskampf meiner Schwester aus. Mal hätte ich bald einen Flug gebucht, dann wieder packte mich die nackte Angst. Ich habe auch zwei Freundinnen meiner Schwester angerufen, die der Meinung waren, dass meine Schwester das Ende noch gar nicht akzeptiert. Es ist aber so. Sie steht unter schweren Medikamenten und erkennt die Besucher kaum noch, schläft meistens.
Nun habe ich selbst auch noch ziemlich schlechte Blutwerte, das weiß ich seit heute. Die meisten Bekannten von mir meinten, sie würden sofort zur Schwester fliegen, andere sehen schon den Zwiespalt in Hinblick auf meine eigene Krankheit. Wegen der Blutwerte habe ich mich nun entschieden, nicht zu fliegen, auch wegen der Angst.
Jetzt, wo ich mich entschieden habe, komme ich mir wie eine Verräterin vor. Dabei hat sie gar nicht nach mir gefragt, weiß gar nicht, ob sie mich vermissen würde, ob sie sich mit meinem Besuch evtl. erst ihres Zustandes bewusst werden würde.
Jetzt habe ich per Telefon und Email des LG abgesagt, er ist ja die ganze Zeit bei meiner Schwester, so dass ich ihn nicht erreichen kann. Ich weiß nicht, wie ich mit meiner Entscheidung leben kann. Ich komme mir vor, als hätte ich ein Verbrechen begangen.
Katharina
ich bin selbst schwer krebskrank, wie in meinem Thread "Eigener Tod" zu lesen ist, aber momentan bin ich noch einigermaßen stabil. Auch meine Schwester ist seit 4 Jahren krebskrank, hat allerdings eine andere Krebsart als ich.
Sie lebt in Kanada seit vielen Jahrzehnten. Nun liegt sie im Sterben. Ihr Lebensgefährte rief mich an und fragte mich, ob ich noch einmal kommen wolle. Ich habe wirklich hin und her überlegt, fragte mich, wie halte ich den Flug (das ginge ja noch) und den Todeskampf meiner Schwester aus. Mal hätte ich bald einen Flug gebucht, dann wieder packte mich die nackte Angst. Ich habe auch zwei Freundinnen meiner Schwester angerufen, die der Meinung waren, dass meine Schwester das Ende noch gar nicht akzeptiert. Es ist aber so. Sie steht unter schweren Medikamenten und erkennt die Besucher kaum noch, schläft meistens.
Nun habe ich selbst auch noch ziemlich schlechte Blutwerte, das weiß ich seit heute. Die meisten Bekannten von mir meinten, sie würden sofort zur Schwester fliegen, andere sehen schon den Zwiespalt in Hinblick auf meine eigene Krankheit. Wegen der Blutwerte habe ich mich nun entschieden, nicht zu fliegen, auch wegen der Angst.
Jetzt, wo ich mich entschieden habe, komme ich mir wie eine Verräterin vor. Dabei hat sie gar nicht nach mir gefragt, weiß gar nicht, ob sie mich vermissen würde, ob sie sich mit meinem Besuch evtl. erst ihres Zustandes bewusst werden würde.
Jetzt habe ich per Telefon und Email des LG abgesagt, er ist ja die ganze Zeit bei meiner Schwester, so dass ich ihn nicht erreichen kann. Ich weiß nicht, wie ich mit meiner Entscheidung leben kann. Ich komme mir vor, als hätte ich ein Verbrechen begangen.
Katharina