Anzeige(1)

  • Liebe Forenteilnehmer,

    Im Sinne einer respektvollen Forenkultur, werden die Moderatoren künftig noch stärker darauf achten, dass ein freundlicher Umgangston untereinander eingehalten wird. Unpassende Off-Topic Beiträge, Verunglimpfungen oder subtile bzw. direkte Provokationen und Unterstellungen oder abwertende Aussagen gegenüber Nutzern haben hier keinen Platz und werden nicht toleriert.

Ich kann nicht teilnehmen am Leben

  • Starter*in Starter*in DasFragezeichen
  • Datum Start Datum Start
D

DasFragezeichen

Gast
Seit Dezember bin ich 24. Im Internet kann ich den Eindruck vermitteln, dass ich mich auf geistig auf einem Niveau befinde, wie man es von einem 24-jährigen Menschen erwarten würde. Doch tatsächlich hänge ich in meiner Entwicklung hinterher, nahezu ausnahmslos.

Ich bin ein sehr nachdenklicher Mensch, lebe recht bewusst. Doch weiser bin ich dadurch nicht geworden - nur verzweifelter. Ich stoße nun seit vielen Jahren auf Fragen, die ich mir nicht beantworten kann. Und auf Probleme, die ich nicht lösen kann.

Ich fühle mich verloren und hilflos in dem Versuch am Leben teilzunehmen. An den Freuden des Lebens, meine ich. Ich sehe und erkenne viele Dinge, die es wert sind sie zu erleben. Aber sie geben mir nichts. Sie sind wie ein Symbol, dessen Bedeutung man kennt, aber es bleibt nur ein Symbol - kein Gefühl. Es sind schon Kleinigkeiten, die ich zu schätzen weiß. Ich würde zum Beispiel sehr gern regelmäßig an Sonntagen über den Flohmarkt schlendern. Ich finde es insgesamt bewundernswert, wie organisiert alles ist, mit dem man täglich konfrontiert wird. Die Welt bietet eine Fülle an Erzeugnissen, an Ideen, jeder kann etwas finden, dass ihn interessiert und das sein Leben lebenswert macht. Und ich würde es lieben mein Leben zu planen, die Unternehmungen, die Erfahrungen, die Herausforderungen - alles was dazu gehört. Aber ich kann es nicht. Mir fehlt der Antrieb. Ich weiß, dass ganz gleich, was ich erlebe, es mir kein gutes Gefühl geben würde - im Gegenteil. Oft ist es so, dass ich mich einsam und gedemütigt fühle, wenn ich den schönen Dingen im Leben begegne.

Wisst ihr, ich lebe nicht nach einem Konzept, ich schreibe mir nicht vor, wie ich zu fühlen habe. Doch ich fühle, dass das Schöne im Leben nur dann genossen und überhaupt angenommen werden kann, wenn man es teilt. Zu teilen bedeutet gemeinsam erleben und eine gemeinsame Geschichte schreiben. Vielleicht habe ich Descartes falsch verstanden, doch nur weil ich denke, habe ich nicht gleich das Gefühl, dass ich auch wirklich bin. Viel mehr würde ich sagen: Du siehst mich, also bin ich.


Ich denke, dass ich ein sehr spezieller Mensch bin, der eine sehr enge und dauerhafte Bindung zu einem Menschen benötigt. Ich fühle mich nicht wertvoll, nicht liebenswert. Ich frage mich, ob ich die schönen Dinge vielleicht deshalb nicht annehmen kann, weil ich nicht fühle, dass ich dazu berechtigt bin. Seit meiner Jugend erfahre ich nur Zurückweisungen durch Frauen. Heute fühle ich mich wie ein Fremdkörper dieser Welt. Wie das Kind eines Paares, dass ein Kind bekommen wollte, um sich zu bereichern, doch mit einer Behinderung zur Welt kommt und den gemeinen Ansprüchen nicht gerecht wird.

Viele Menschen können sich alles einreden. Und manchmal muss man sich eine Stärke auch bewusst machen. Doch ich bin, wie ich bin. Ungeliebt fühle ich mich dieser Welt völlig fremd, als wäre ich gar nicht existent. Freundschaften haben mir nichts gegeben. Sie erscheinen mir als ein bereicherndes Element eines ohnehin geregelten und glücklichen Lebens. Für mich ist eine Freundschaft nur eine Botschaft: Du bist mir nicht wertvoll genug, als dass ich dich lieben könnte. Ich habe viel probiert, doch heute möchte ich nur noch wissen, wie ich geliebt werden kann. Ich kann mich nicht verändern, in meinen Empfindungen. Das würde sich nicht richtig anfühlen. Ich wäre lieber tot als zu akzeptieren, dass ich wirklich das bin, als was ich mich momentan empfinde. Ich will leben, nicht existieren. Ich möchte teilhaben und nicht mein Schicksal akzeptierend isoliert in meiner Wohnung sitzen, mein Leben lang.

Ich bin an einer Depression erkrankt. Doch diese Depression ist nichts weiter als eine Beschreibung dessen, was ich empfinde. Nichts davon ist falsch. Es ist nur schmerzhaft und negativ. Ich bin bei klarem Verstand. Ich weiß was mir weh tut, und das ist real. Ich bilde mir nichts ein. Ich mache nichts schlechter als es ist. Ich muss die Tatsachen abwenden, lernen, andere Erfahrungen zu sammeln. Doch ich weiß nicht wie.

Im letzten Jahr habe ich nach vielen Jahren erstmals wieder etwas für einen Menschen empfunden. Ich fühle eine Verbundenheit, eine Anziehung, die ich nicht rational erklären kann. Diese Frau ist sehr attraktiv, doch macht nicht das meine Gefühle für sie aus. Den besten Charakter hat sie auch nicht. Doch fasziniert mich alles an ihr. Dass ich alles erfahren und alles mit ihr erleben mag.

Ich wüsste gern, wie ich bei der nächsten Begegnung mit einer Frau liebenswert sein könnte. Was muss sich dafür ändern? Sagt es mir, fragt mich, was ihr zur Beantwortung meiner Frage wissen müsst. Und bitte entgegnet mir nicht mit Phrasen. Es hat handfeste Gründe, was ich erfahren habe. Und was es auch zu verändern gilt, ich kann dem immer noch entsagen.
 
Ich habe viel probiert, doch heute möchte ich nur noch wissen, wie ich geliebt werden kann.


Das ist ein Problem.. Eines, das du mit vielen Millionen Menschen teilst.. Wer sich selbst annehmen kann, wer sich selbst mag, der findet meistens sehr viel leichter Menschen und wird auch viel schneller/leichter gemocht, als jemand, der sich nicht annehmen kann.



Ich wüsste gern, wie ich bei der nächsten Begegnung mit einer Frau liebenswert sein könnte.


Geht das so schnell? Oder wie meinst du das?

Ich denke, es ist besser, nicht daran zu denken, wie man für andere liebenswert werden kann, sondern eher der Frage nachzugehen, warum man sich selbst nicht annehmen kann, warum man sich selbst nicht mag.
 
Ich bin ein sehr nachdenklicher Mensch, lebe recht bewusst. Doch weiser bin ich dadurch nicht geworden - nur verzweifelter. Ich stoße nun seit vielen Jahren auf Fragen, die ich mir nicht beantworten kann. Und auf Probleme, die ich nicht lösen kann.

Ich fühle mich verloren und hilflos in dem Versuch am Leben teilzunehmen.

Es klingt für mich so, als ob dir die schlichte und natürliche Selbstverständlichkeit deines Daseins und dadurch - deines Dazu-gehörens in Moment fehlen würde .. Ich glaube, dass genau dieser Mangel oft dazu zwingt, viel nachzudenken, sich viele Fragen zu stellen und bewusst/achtsam die Welt zu beobachten, um die Antworten auf sie zu finden.

Bei einer empfundenen Selbsverständlichkeit, sind diese Antworten und Lösungen in ihr enthalten und man braucht nicht so viele Fragen zu stellen. Eigentlich könnte man all diese Fragen in einer zusammenfassen: Ist diese Welt meine Welt, bin ich ihr Teil? Du merkst, dass sie an sich überflüssig ist, weil die Antwort darauf nur ein eindeutiges "ja" sein kann. Doch das Problem liegt wahrscheinlich daran, dass man sich in diese Antwort nicht genügend einfühlen und sie nicht verinnerlichen kann. Und das verursacht wiederum, dass man sie auch in seinem Leben nur schwer zum Ausdruck bringen und verwirklichen kann.

Ich kann es mir denken, dass diese Fähigkeit das ist, was dich an dieser Frau, die du erwähnt hast, so anzieht und fasziniert. Vielleicht strahlt sie diese Selbstverständlichkeit ihres Daseins und So-seins in der Welt aus, nach der du dich so sehnst?

Ich glaube auch, dass diese authentische Selbstverständlichkeit, auf seine individuelle Weise ein Teil der Welt zu sein, uns liebenswert macht - wir wollen in dem anderen die uns gemeinsame Welt (wieder neu) erkennen und sie auf eine neue Weise lieben, uns so uns mit ihr noch mehr verbinden.

Erkenne deshalb vielleicht zuerst, welchen Aspekt der Welt DU in dir vorwiegend trägst und den anderen vermitteln könntest, was ist es an dir, - weil an dieser Stelle vielleicht die Verbundenheit mit ihr und auch unsere Attraktivität für die anderen am meisten entsteht.


Ich wünsche dir alles Gute!
Lenja
 
Das ist ein Problem.. Eines, das du mit vielen Millionen Menschen teilst.. Wer sich selbst annehmen kann, wer sich selbst mag, der findet meistens sehr viel leichter Menschen und wird auch viel schneller/leichter gemocht, als jemand, der sich nicht annehmen kann.






Geht das so schnell? Oder wie meinst du das?

Ich denke, es ist besser, nicht daran zu denken, wie man für andere liebenswert werden kann, sondern eher der Frage nachzugehen, warum man sich selbst nicht annehmen kann, warum man sich selbst nicht mag.

Eine Frau, in die ich mich verliebe oder bereit verliebt haben werde. Ich möchte nicht nur irgendjemanden.

Das habe ich im Thema beschrieben: Durch ausnahmslose Zurückweisung durch Frauen.

Ich möchte mein Selbstbild nicht gegen den Konsens fremder Meinungen beschützen. Ich vertraue mir, mir als Menschen, der immerhin ein natürliches Bedürfnis hat gut von sich zu denken, nicht.

Das Problem ist, dass ich sehe, was andere Menschen nicht sehen. Oder dass das, was ich sehe, keinen Wert besitzt.
 
Es klingt für mich so, als ob dir die schlichte und natürliche Selbstverständlichkeit deines Daseins und dadurch - deines Dazu-gehörens in Moment fehlen würde .. Ich glaube, dass genau dieser Mangel oft dazu zwingt, viel nachzudenken, sich viele Fragen zu stellen und bewusst/achtsam die Welt zu beobachten, um die Antworten auf sie zu finden.

Bei einer empfundenen Selbsverständlichkeit, sind diese Antworten und Lösungen in ihr enthalten und man braucht nicht so viele Fragen zu stellen. Eigentlich könnte man all diese Fragen in einer zusammenfassen: Ist diese Welt meine Welt, bin ich ihr Teil? Du merkst, dass sie an sich überflüssig ist, weil die Antwort darauf nur ein eindeutiges "ja" sein kann. Doch das Problem liegt wahrscheinlich daran, dass man sich in diese Antwort nicht genügend einfühlen und sie nicht verinnerlichen kann. Und das verursacht wiederum, dass man sie auch in seinem Leben nur schwer zum Ausdruck bringen und verwirklichen kann.

Ich kann es mir denken, dass diese Fähigkeit das ist, was dich an dieser Frau, die du erwähnt hast, so anzieht und fasziniert. Vielleicht strahlt sie diese Selbstverständlichkeit ihres Daseins und So-seins in der Welt aus, nach der du dich so sehnst?

Ich glaube auch, dass diese authentische Selbstverständlichkeit, auf seine individuelle Weise ein Teil der Welt zu sein, uns liebenswert macht - wir wollen in dem anderen die uns gemeinsame Welt (wieder neu) erkennen und sie auf eine neue Weise lieben, uns so uns mit ihr noch mehr verbinden.

Erkenne deshalb vielleicht zuerst, welchen Aspekt der Welt DU in dir vorwiegend trägst und den anderen vermitteln könntest, was ist es an dir, - weil an dieser Stelle vielleicht die Verbundenheit mit ihr und auch unsere Attraktivität für die anderen am meisten entsteht.


Ich wünsche dir alles Gute!
Lenja

Es würde sich nichts ändern, wenn ich eine unabhängige Berechtigung sähe zu leben. Ohnehin geht es mir auch darum nicht. Es ist auch viel zu philosophisch. Mir geht es darum, dass Zurückweisungen, dass Ablehnungen mir seit meiner Jugend das Gefühl von Einsamkeit und Wertlosigkeit vermitteln. Ob nun mit Existenzberechtigung oder nicht - ich will nicht sein, selbst wenn ich darf, bin ich niemandes Liebe wert. Ich fühle so. Und das halte ich für richtig. Deswegen will ich mir nichts zurecht biegen, damit ich es leichter habe. Ich muss nicht um jeden Preis existieren.

Sehr identifizieren konnte ich mich mit der Botschaft, die der Film "into the wild" vermittelte. Im Grunde erlebt der Protagonist darin das Leben, die Natur und deren schönste Seiten näher als jeder andere - doch ist das alles nichts wert, wenn man es nicht teilen kann.

Ich weiß, wie ich bin, wie ich fühle und denke. Ich muss jetzt nur lernen, was an meiner Persönlichkeit so falsch ist, um entscheiden zu können, ob ich es verändern möchte, um glücklich zu werden.

Trotz ihrer Probleme ist sie niemand, der ein Ableben jemals erwägen würde einzuleiten. Aber das ist nicht, was ich faszinierend finde. Anziehend finde ich viel mehr, dass sie mir ebenso verloren scheint wie ich selbst. Sie hat einen guten Kern und konnte diesen trotz schwieriger Kindheit und Jugend bewahren. Doch in ihr steckt so viel Enttäuschung, Wut und vor allem Angst, dass man oft nur sieht, was ihre Erfahrungen, ihre Prägungen sie haben werden lassen. Ich kann es nicht beweisen, ich denke aber dass sie auch in Verhaltensmustern verfallen ist, was den Umgang mit Männern anbelangt. Alles durch ihre Vergangenheit ausgelöst. Ich denke, dass sie sich nie wirklich jemandem nahe fühlen konnte und sich das sehr wünscht. Ich bin mir sicher, dass das mit mir möglich wäre. Aber sie sieht es nicht, sieht nicht die Chance darauf. Sie hat sich nie wirklich an mich herangetraut. Ich bin anders als das, was sie bisher immer wollte und hatte. Zwar sagt sie, sie habe sich noch nie einem Menschen so verbunden gefühlt, aber ich denke, sie weiß nicht was das für sie bedeutet. Bei ihr habe ich das Gefühl, wir könnten uns ganz neue und ersehnte Facetten des Lebens aufzeigen. Ich habe das Gefühl wir könnten beieinander zur Ruhe kommen und wären wirklich behütet. Ich liebe ihr Leben, ihre Geschichte, so traurig sie zum Teil auch ist. Ich will Teil von diesem Leben, dieser Geschichte werden, und mit ihr schöne neue Kapitel schreiben. Ich will ihr geben, was sie verdient.

Ich denke noch immer über viele Stunden am Tag an sie. Es ist faszinierend wie viel sie verändern könnte. Sie ist so wahnsinnig mächtig. Sie fehlt mir richtig. Sie ist gerade wohl wieder mit ihrem Freund zusammen. Das ist wirklich schwer zu ertragen. Ich wünsche mir nichts mehr, als selbst einmal derjenige sein zu dürfen, der jemanden glücklich macht.
 
Viel mehr würde ich sagen: Du siehst mich, also bin ich.

Ja, so empfinde ich es auch .. Ich überlege nur, ob es dabei nicht darum geht, dass wir durch die Erfahrung des (wirklichen) Gesehenwerdens von einem anderen Menschen und von seiner Liebe zu uns, lernen können, uns selbst als Teil der Welt zu sehen .. Es wäre dann so als ob wir diese Fähigkeit, dieser Selbstanschaung/Selbstwahrnehmung dadurch erst erlangen könnten. Vielleicht spürst du in dir diese Notwendigkeit und sehnst du dich deshalb nach einer daurhaften, intensiven Liebesbeziehung, in der sie sich endlich erfüllen könnte?

Liebe Grüße,
Lenja

P.S. Deine Antwort auf meinen Beitrag habe ich auch gelesen und bei meinem jetzigen Gedanken berücksichtigt.
 
Ja, so empfinde ich es auch .. Ich überlege nur, ob es dabei nicht darum geht, dass wir durch die Erfahrung des (wirklichen) Gesehenwerdens von einem anderen Menschen und von seiner Liebe zu uns, lernen können, uns selbst als Teil der Welt zu sehen .. Es wäre dann so als ob wir diese Fähigkeit, dieser Selbstanschaung/Selbstwahrnehmung dadurch erst erlangen könnten. Vielleicht spürst du in dir diese Notwendigkeit und sehnst du dich deshalb nach einer daurhaften, intensiven Liebesbeziehung, in der sie sich endlich erfüllen könnte?

Liebe Grüße,
Lenja

P.S. Deine Antwort auf meinen Beitrag habe ich auch gelesen und bei meinem jetzigen Gedanken berücksichtigt.

Ich benötige einen Spiegel, einen neutralen, der kein Interesse hat mich zu mögen oder mich abzulehnen. Dieser Spiegel ist ein anderer Mensch.

Die Fähigkeit zur Selbstwahrnehmung, die ich im Augenblick besitze, finde ich nicht vertrauenswürdig. Ich bin schließlich jemand, der sich gut fühlen möchte. Woher weiß ich dann, ob ich mir nicht nur einrede, dass ich liebenswert und wertvoll bin? Ich wurde noch nie geliebt. Nicht freiwillig. Ich habe eine enorme mütterliche Liebe erfahren und würde diese gerne selbst weitergeben. Ich habe gelernt wie wundervoll es ist jemanden zu verwöhnen, den man gern hat. In meinen bisherigen Beziehungen habe ich das auch oft versucht - meist war es den Damen zu viel des Guten. Sie, meine Liebe, hat einen kleinen Sohn. Mit ihr wirktes alles sehr vertraut. Liebevoll und eben familiär. Es erinnerte mich alles an meine Kindheit, unbewusst. Ich habe mich auch in ihr Dasein als Mutter verliebt. Ich fand es schön zu erleben, wie viel Liebe sie ihrem Kind entgegen bringt. Ich habe gesehen, dass sie lieben kann. Aber die romantische Liebe... die findet auch bei ihr im Rahmen von Kriterien und Ansprüchen statt. Und denen entspreche ich nicht. Das ist keine freie Liebe, das ist Liebe, die sich ihren Weg nur durch einen Kanal ebnen kann. Und meine Eigenschaften, ich, wir stehen außerhalb des Kanals. Ich dachte, ich denke noch immer, dass ich wunderbar zu ihr passe.
 
Aber die romantische Liebe... die findet auch bei ihr im Rahmen von Kriterien und Ansprüchen statt. Und denen entspreche ich nicht. Das ist keine freie Liebe, das ist Liebe, die sich ihren Weg nur durch einen Kanal ebnen kann.

Ich neige dazu zu glauben, dass es die romantische Liebe selbst ist, die ihre Bedingungen an uns stellt - nicht wir an sie.. Sie kann sich nur bei unseren bestimmten inneren Zuständen in uns ereignen und dort erhalten bleben, deshalb fordert sie uns dazu heraus, uns entsprechend zu verändern, - was meist ein sehr heilsamer, befreinder Prozess ist, finde ich.

Die Mutterliebe, die du als Kind erfahren hast und bei dieser Frau beobachtest, ist vielmehr bedingungslos und auch instinktiv, glaub ich, - weil sie biologisch gesehen auch dem Erhalt und Stärkung des eigenen, noch nicht erwachsenen Nachkommens dient. Der Sinn der romantischen Liebe, ihre "Absicht", ist (wie ich es empfinde) zum großen Teil davon befreit und geschieht vielmehr auf der Augenhöhe des gegenseitges tiefen Erkennens und Bejahens.

Bist du dir sicher, dass diese Frau mit ihren Kriterien und Ansprüchen nicht vielleicht (auch) das meint ?

Ein lieber Sonntagsgruß,
Lenja
 
Ich neige dazu zu glauben, dass es die romantische Liebe selbst ist, die ihre Bedingungen an uns stellt - nicht wir an sie.. Sie kann sich nur bei unseren bestimmten inneren Zuständen in uns ereignen und dort erhalten bleben, deshalb fordert sie uns dazu heraus, uns entsprechend zu verändern, - was meist ein sehr heilsamer, befreinder Prozess ist, finde ich.

Die Mutterliebe, die du als Kind erfahren hast und bei dieser Frau beobachtest, ist vielmehr bedingungslos und auch instinktiv, glaub ich, - weil sie biologisch gesehen auch dem Erhalt und Stärkung des eigenen, noch nicht erwachsenen Nachkommens dient. Der Sinn der romantischen Liebe, ihre "Absicht", ist (wie ich es empfinde) zum großen Teil davon befreit und geschieht vielmehr auf der Augenhöhe des gegenseitges tiefen Erkennens und Bejahens.

Bist du dir sicher, dass diese Frau mit ihren Kriterien und Ansprüchen nicht vielleicht (auch) das meint ?

Ein lieber Sonntagsgruß,
Lenja

Die Mutterliebe ist befreit von Individualität. Viele Frauen entsagen ihr, aber die meisten Mütter lieben, wie du schon sagst, aus einem Prinzip heraus, aus Pflichtgefühl, aus Instinkt. Diese Liebe ehrt mich nicht, so gut sie auch tun kann, und so gut Letzteres auch ist.

Mir ist bewusst, dass die romantische Liebe nur im Rahmen einer Kosten-Nutzen-Rechnung zu Tage treten kann. Es geht um Bereicherung. Mir gefällt ihr Charakter nicht. Doch gibt es unterschiedliche Wege einander zu bereichern. Die meisten Menschen verlieben sich in das finanzielle Vermögen, das Aussehen eines Menschen - der Charakter muss da meist einfach nur stimmen. Aber Liebe, die beim Charakter beginnt und mögliche Defizite im finanziellen Vermögen und dem Aussehen ausblendet, wie selten gibt es diese? Zu selten.

Ich liebe sie, weil ich mich ihr verbunden fühle. Ihrer Art zu sein, zu leben, geprägt zu werden. Ihre Geschichte, ihre Persönlichkeit fasziniert mich. Die einzelnen Fragmente sehen vielleicht düster und auch krank aus, aber setzt man das Puzzle zusammen, ist sie, ist es, wahnsinnig liebenswert. Ich liebe sie nicht, weil sie gut aussieht, weil sie Geld hat - es gibt da gar kein Kriterium, das vor ihr da war und dem sie entspricht. Viel mehr definiert sie meine Kriterien, sie zeigt mir, was ich begehren und lieben kann. Die Liebe entwickelt sich aus ihr heraus, aus der Begegnung mit ihr. Sie war nicht vorher in Form eines Konzeptes da, indem sie nur in eine vorgefertigte Rolle passt.

Sie weiß, dass ich ihr begegnen kann - geistig. Sie fühlt sich mir verbunden, mehr als jedem anderen. Sie fühlt sich angezogen von meiner emotionalen und bewussten Art zu leben. Das ist es, was sie sehr an mir schätzt. Doch das ist nicht, was sie seit jeher an Kriterien auserkoren hat, um ihren idealen Partner zu finden. Wenn es um das Erkennen ginge, darum, den anderen Menschen wirklich im Ganzen zu begreifen, und begreifen zu wollen und zu können, wären wir längst ein Paar. Ich denke so oft und intensiv an sie. Ich kann ihr näher sein als die meisten Menschen. Ich würde sagen "am nächsten", wenn das nicht vermessen klingen könnte.

Im letzten Jahr hat sie deutlich zum Ausdruck gebracht, dass meine Vergangenheit sie stört. Dass ich als mittelloser Schulabbrecher mit psychischen Problemen niemand bin, auf den sie sich verlassen könnte. Leider hat sie nie gesehen, dass ich ihr das Gegenteil unlängst bewies. In der Zeit, in der wir uns verliebten, sie... auf ihre Weise, traf sie sich mit vielen anderen Männern. Sie suchte richtig nach dem Besten für sie. Sie wollte nicht allein sein, wollte sich ablenken, über ihren Ex wohl auch dadurch hinweg kommen. Ich habe ihr das vorgeworfen, mir ging es schlecht deswegen. Aber letztlich blieb ich bei ihr, ich ertrug das. Ich hörte mir Dinge an wie "der ist heiß", "ich mag ihn, ich werde ihn wiedertreffen". Und ich blieb bei ihr, für die Chance. Sie wies mich etliche Male zurück - ich blieb. Sie erkrankte selbst psychisch, hatte enorme Stimmungsschwankungen - ich blieb. Sie vermisste ihren Ex, sie sagte, sie würde ihn noch lieben - ich blieb. Ich war immer da, so schwer es auch war. Ich habe ihr bewiesen, dass sie auf mich zählen kann, auch wenn es schwer ist. Doch das Stigma meiner Depression, das werde ich nicht los. Dabei erlaubt mir gerade meine Vergangenheit so emotional zu sein, so nachsichtig, so verständnisvoll.

Aber so ist es nun einmal. Sie wird nie verstehen, was sie an mir hat. Sie sieht mich immer nur durch eine Brille, die sie sich selbst aufsetzt. Und diese macht mich nicht schärfer.
 
Es würde sich nichts ändern, wenn ich eine unabhängige Berechtigung sähe zu leben. Ohnehin geht es mir auch darum nicht. Es ist auch vSchluchzthilosophisch. Mir geht es darum, dass Zurückweisungen, dass Ablehnungen mir seit meiner Jugend das Gefühl von Einsamkeit und Wertlosigkeit vermitteln. Ob nun mit Existenzberechtigung oder nicht - ich will nicht sein, selbst wenn ich darf, bin ich niemandes Liebe wert. Ich fühle so. Und das halte ich für richtig. Deswegen will ich mir nichts zurecht biegen, damit ich es leichter habe. Ich muss nicht um jeden Preis existieren.

Sehr identifizieren konnte ich mich mit der Botschaft, die der Film "into the wild" vermittelte. Im Grunde erlebt der Protagonist darin das Leben, die Natur und deren schönste Seiten näher als jeder andere - doch ist das alles nichts wert, wenn man es nicht teilen kann.

Ich weiß, wie ich bin, wie ich fühle und denke. Ich muss jetzt nur lernen, was an meiner Persönlichkeit so falsch ist, um entscheiden zu können, ob ich es verändern möchte, um glücklich zu werden.

Trotz ihrer Probleme ist sie niemand, der ein Ableben jemals erwägen würde einzuleiten. Aber das ist nicht, was ich faszinierend finde. Anziehend finde ich viel mehr, dass sie mir ebenso verloren scheint wie ich selbst. Sie hat einen guten Kern und konnte diesen trotz schwieriger Kindheit und Jugend bewahren. Doch in ihr steckt so viel Enttäuschung, Wut und vor allem Angst, dass man oft nur sieht, was ihre Erfahrungen, ihre Prägungen sie haben werden lassen. Ich kann es nicht beweisen, ich denke aber dass sie auch in Verhaltensmustern verfallen ist, was den Umgang mit Männern anbelangt. Alles durch ihre Vergangenheit ausgelöst. Ich denke, dass sie sich nie wirklich jemandem nahe fühlen konnte und sich das sehr wünscht. Ich bin mir sicher, dass das mit mir möglich wäre. Aber sie sieht es nicht, sieht nicht die Chance darauf. Sie hat sich nie wirklich an mich herangetraut. Ich bin anders als das, was sie bisher immer wollte und hatte. Zwar sagt sie, sie habe sich noch nie einem Menschen so verbunden gefühlt, aber ich denke, sie weiß nicht was das für sie bedeutet. Bei ihr habe ich das Gefühl, wir könnten uns ganz neue und ersehnte Facetten des Lebens aufzeigen. Ich habe das Gefühl wir könnten beieinander zur Ruhe kommen und wären wirklich behütet. Ich liebe ihr Leben, ihre Geschichte, so traurig sie zum Teil auch ist. Ich will Teil von diesem Leben, dieser Geschichte werden, und mit ihr schöne neue Kapitel schreiben. Ich will ihr geben, was sie verdient.

Ich denke noch immer über viele Stunden am Tag an sie. Es ist faszinierend wie viel sie verändern könnte. Sie ist so wahnsinnig mächtig. Sie fehlt mir richtig. Sie ist gerade wohl wieder mit ihrem Freund zusammen. Das ist wirklich schwer zu ertragen. Ich wünsche mir nichts mehr, als selbst einmal derjenige sein zu dürfen, der jemanden glücklich macht.
das kenne ich! Werde auch aus dem Leben seit 20 Jahren verbannt. Irgendwann habe ich angefangen mich mit mir selbst zu beschäftigen, hab dann die anderen links liegen lassen.
Aber hab auch durch Internet keine Chance bis heute erhalten, etwas für mich zu finden, das mir helfen würde
mein leben zu gestalten. Bin ständig nur eingesperrt in meiner Wohnung!
Kann nicht raus, weiß nicht wohin ich
in augsburg könnte um mich auch mit anderen zu amüsieren oder treffen zu können! ! Wir sind die verstossenen der
Gesellschaft! ! es wird uns niemand ehrlich eine hilfe anbieten , das wir uns integrieren könnte! ! Ich weiß nicht ob ich so weiter machen möchte! ! ganz ehrlich!! Schluchzt! !🙁:"(
 

Anzeige (6)

Ähnliche Themen

Thema gelesen (Total: 3) Details

Anzeige (6)

Anzeige(8)

Regeln Hilfe Benutzer

Du bist keinem Raum beigetreten.

      Du bist keinem Raum beigetreten.

      Anzeige (2)

      Oben