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Ich kann nicht mehr

G

Gast

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Grüße euch.

Ich hasse Arbeiten! Ich hasse Arbeitslosigkeit! Ich hasse mein Leben oder das Leben!

Ich bin zurzeit arbeitslos, 25 jahre alt, und habe bald wieder ein paar Vorstellungsgespräche, auf die ich mich nicht sonderlich freue.

Ich hasse es unter zwang arbeiten zu müssen, unter Regeln sich einordnen und wie ein Hund auf Befehle hören. Ich weiß es ist heutzutage üblich aber mein Körper wehrt sich dagegen, seelich jedenfalls.

Das schlimme ist die Entlohnung, die Erpressung und Kontrolle am Arbeitsplatz.

Jetzt bin ich schon seit einem Jahr arbeitslos und möchte überhaupt nicht mehr arbeiten. Ich weiß nicht was genau in mir vor geht aber gut fühlt es sich wirklich nicht an.

Kennt ihr auch das Gefühl, dass das Leben sich ständig wiederholt um man die Schnauze voll hat und sich am liebsten eine Kugel in den Kopf jagen möchte?

Ich hasse es aber auch Arbeitslos zu sein und nichts zu tun. Damals habe ich gearbeitet wie ein Tier, ich hatte nicht mehr mal die Zeit mein Geld auszugeben. Freunde und Hobbys gehörten der Vergangenheit an.

Naja, vielleicht tut sich mein Körper wehren, gegen die Erniedrigungen die ich am Arbeitsplatz erleiden musste, denn wir wurden wie skalven behandelt.

Kaum arbeitslos und kaum beim Arbeitsamt, kommen weitere Erniedrigungen auf einem zu. Die behandelten mich wie ein daher gekommener Parasit. Die hatten mein ganzes Leben auf ihrem Papier, doch es reichte ihnen nicht. Nicht mal kopien wollten die mir anfertigen, obwohl hinter ihr ein riesen Kopierer stand der mindestens 5000 € wert war.
Sie zu mir: "Jetzt sollen wir euch auch noch kopien anfertigen ihr sozial schmarotzer" ich blieb gelassen, denn ich wollte das ganze hinter mir bringen aber die ungerechtigkeit war da, wiedermal.

Jeder gang zum Arbeitsamt war bis heute eine Demütigung. Man wird abgestempellt und nicht als Mensch respektiert. Ständig sollte man unter zwang Papiere unterschreiben. Aber auch in der Öffentlichkeit wird man nicht angesehen. Wohnung bkeommen? Nein! Bank eröffenen? Nein! Eine Frau finden die sich damit abfindet arbeitslos zu sein? fehlanzeige. Wo man hinschaut, Ablehnung.

Wie dem auch sei, ich bin am ende meines Lebens anbelangt auch wenn ich grad 25 bin, weiß ich das es nicht besser werden kann. Mein Leben oder vielleicht das Leben ist nichts mehr für mich. Ich weiß, dass es Zeit ist zu gehen, ich weiß mein Platz gehört nicht hierher und Spass am leben hatte ich nie.

Ach man, am liebsten weg von hier, ich mag nicht mehr, ich mag einfach nicht mehr leben. Ich sehe keinen Sinn mehr für mich.
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Jens,

auch wenn ich Deine Gefühle nachvollziehen kann, pieckse ich jetzt mal ein wenig.

Du hast eine typische Opferhaltung.
Nicht Deine Umwelt sondern Du selbst hast Dich in diese Opferhaltung begeben.

Steh auf und kämpfe für das, was Du gerne haben möchtest.

Wenn Du nicht mehr als Angestellter arbeiten möchtest, dann überlege Dir, welche Ressourcen in Dir stecken, damit Du Dich selbständig machen kannst.

Wenn Ressourcen fehlen, dann überlege, wie Du sie erlangen kannst.

Das Leben ist hart. Ja, und das Leben eines Angestellten kann auch hart sein. Aber Du bist nicht der Einzige, der soetwas erlebt. Lies doch mal hier im Forum ein wenig. Der Unterschied zu den anderen ist nur, dass diese nach Lösungen suchen.

Und ja, ich würde mir auch keinen Freund nehmen, der sagt, er wolle nicht mehr arbeiten. Mit so einem könnte ich mir doch keine schöne Zukunft aufbauen.

Also, steh auf und tue was für Dein Glück!!!! Du schafftst das! Denn das haben viele andere vor Dir auch geschafft.!

Gruß
Kalo
 
Wohnung bkeommen? Nein! Bank eröffenen? Nein! Eine Frau finden die sich damit abfindet arbeitslos zu sein? fehlanzeige. Wo man hinschaut, Ablehnung.

Ich meinte jetzt gelesen zu haben, "Bank eröffnen" 😀😀
Ich hätte auch gerne eine eigene, aber Du meinst bestimmt "Konto eröffnen" 😛

Das auf Guthabenbasis bieten doch fairerweise die meisten kommunalen Banken inzwischen an 🙂

Das Du nicht direkt in der Vorstandsetage der Deutschen Bank auf dem roten Teppich empfangen wirst ist ja logisch 🙄
 
Du hast eine typische Opferhaltung.
Nicht Deine Umwelt sondern Du selbst hast Dich in diese Opferhaltung begeben.

Auch wenn das nicht grundsätzlich falsch ist, so ist das dennoch sehr einseitig betrachtet und kommt sicherlich auch als eine versteckte Schuldzuweisung an.

Wer nicht erfahren hat, was andauernde Demütigung und nicht ernst genommen werden bedeutet, der kann das vermutlich auch gar nicht nachvollziehen. Wie sehr ein solches Verhalten, wie es heute längst üblich geworden ist, die Lebenskräfte und die Zuversicht eines Menschen verringern kann. Ich bin mir sicher, dass heutzutage so sehr viele Menschen regelrecht abgeschossen werden.

Man sollte schon eine gut geölte Maschine sein, um diese Zustände heute überhaupt noch zu ertragen. Wer das nicht ist und wer diesen unmenschlichen Druck und das gewollte Mobbing in der Wirtschaft und bei den Ämtern nicht ertragen kann, der ist dann in den Augen vieler auch noch selbst schuld. Ich kann nur jedem wünschen, nicht in eine solche Spirale zu geraten.

Ich kann den TE nur allzu gut verstehen, denn ich weiß auch nicht, ob ich unter den gegebenen Umständen noch einmal einen Platz in dieser Gesellschaft finden kann.

Das einzige was ich empfehlen kann ist, sich mit anderen zusammen zu tun, die in derselben Lage sind. Diese Menschen, denen es ganz ähnlich geht wie dir, sind gar nicht mehr schwer zu finden heutzutage. Hier hilft wohl nur, sich über gelebte Solidarität und einem Zusammenhalt der Entrechteten zusammen mit anderen der drohenden Isolation etwas entgegenzusetzen.
 
Hallo,

ich habe auch meine Erfahrungen mit der ARGE und dem "System" gemacht. Ich verstehe dich gut. Die Demütigung wiegt sehr schwer und raubt unglaublich viel Kraft. Man stellt sich das ja zuerst ganz naiv so vor, dass einem da geholfen werden soll. Und dann sitzt man da und fühlt sich wie das Letzte.
Bedeuten kann das nur eins: Sieh zu, dass du da weg kommst!
Was das Arbeiten an sich angeht, sehe ich dichehr beeinflusst. Könntest du dir vorstellen, kurz zu erklären, was du vorher gearbeitet hast? Das liest sich nämlich wie Zeitarbeit... Und was sind das für Firmen, bei denen du die Vorstellungsgespräche hast?
Ich weiß nicht, wie deine Abschlüsse (Schule, ausbildung und so) sind. Ich kann dir aber versichern, dass der Schlüssel zum Job und der Weg aus deiner Frustration nicht über vorgefasste Meinungen über Firmen und Arbeitgeber geht. Die ARGE und die Arbeitsämter sind am Maßstab das ganz untere Ende. Am oberen findest du Leute, die motivierte Mitarbeiter suchen. Leute die dorthin kommen und sich vorstellen, weil sie sich in dem Laden einbringen wollen. Die nette Kollegen suchen und selbst ein netter Kollege sein wollen. Und das Ganze da ernst nehmen. Kannst du dir vorstellen, die für gute Erfahrungen aufzumachen. Denn die warten definitiv auf dich. Und so eine Suche kann auch über Initiativbewerbungen führen, nicht zwangsläufig über Annoncen und das A-Amt.
Lass dich nicht mehr so müde machen. Schon gar nicht von anderen Müden. Es ist dein Leben und dein Weg und da darf dir keiner reinquatschen.
Konzentrier dich darauf. Das Durchhalten ist schwer, wird aber 100%ig nicht ewig so bleiben. Du hast hier erzählt wie´s dir geht. Also bist noch da. Und das heißt, es geht voran.
 
Hi noch Unbekannter,
kann es sein, daß du ein intelligenter, kreativer und wacher Mensch bist?
Wenn ja, dann gräme dich nicht!
Menschen wie du werden oft verkannt. Nichts destotrotz solltest du deinen eigenen weg finden.
Nichts und niemand wird dir deinen weg weisen, wenn du nicht die Himmelsrichtung angibst.
Wo ist deine Liebe? Wo träumst du dich hin? Wie sieht deine Insel aus?
Damit meine ich, hast du Träume? Hast Du Zweifel? Was treibt Dich um? Wer treibt dich an? Wo willst Du hin?
Stell Dir vor, die Welt hält den Atem an, um Deinen größten Wunsch zu erfüllen, welcher wäre das?

Damiana
 
Auch wenn das nicht grundsätzlich falsch ist, so ist das dennoch sehr einseitig betrachtet und kommt sicherlich auch als eine versteckte Schuldzuweisung an.

Wer nicht erfahren hat, was andauernde Demütigung und nicht ernst genommen werden bedeutet, der kann das vermutlich auch gar nicht nachvollziehen. Wie sehr ein solches Verhalten, wie es heute längst üblich geworden ist, die Lebenskräfte und die Zuversicht eines Menschen verringern kann. Ich bin mir sicher, dass heutzutage so sehr viele Menschen regelrecht abgeschossen werden.

Man sollte schon eine gut geölte Maschine sein, um diese Zustände heute überhaupt noch zu ertragen. Wer das nicht ist und wer diesen unmenschlichen Druck und das gewollte Mobbing in der Wirtschaft und bei den Ämtern nicht ertragen kann, der ist dann in den Augen vieler auch noch selbst schuld. Ich kann nur jedem wünschen, nicht in eine solche Spirale zu geraten.

Ich kann den TE nur allzu gut verstehen, denn ich weiß auch nicht, ob ich unter den gegebenen Umständen noch einmal einen Platz in dieser Gesellschaft finden kann.

Das einzige was ich empfehlen kann ist, sich mit anderen zusammen zu tun, die in derselben Lage sind. Diese Menschen, denen es ganz ähnlich geht wie dir, sind gar nicht mehr schwer zu finden heutzutage. Hier hilft wohl nur, sich über gelebte Solidarität und einem Zusammenhalt der Entrechteten zusammen mit anderen der drohenden Isolation etwas entgegenzusetzen.

Sorry, habe hier noch nicht alles gelesen.... .
Kann "Traumatisierter" aber sehr gut nach voll ziehen!
Es gbt ja wirklich gaaanz viele Menschen, denen klar gemacht wurde, oder klar wird, sie hätten keinen Platz mehr in dieser Gesellschaft.

Liebe Grüsse!
Landkaffee

(Bin wieder mehr da. Ein Tod, nein, es war das I-Tüpfelchen, hatte mich zu sehr erschüttert, um an so Diskussionen wie diesen teilnehmen zu können.)




- Jetzt habe ich alle(s) gelesen.
 
Es gbt ja wirklich gaaanz viele Menschen, denen klar gemacht wurde, oder klar wird, sie hätten keinen Platz mehr in dieser Gesellschaft.

Wenn die Menschenwürde vieler Menschen tagtäglich immer mehr mit Füssen getreten wird, wenn der einzige Lebenszweck nur noch das Überleben in dieser harten Leistungsgesellschaft ist, wenn der Druck von oben nach unten immer stärker wird und gleichzeitig die vorhanden "Plätze" obendrein immer mehr verringert werden, dann braucht man sich auch nicht zu wundern, wenn immer mehr Menschen diese Art Gesellschaft auch nicht mehr wollen und sich dem Mainstream auch immer mehr verweigern.

Sozial gesehen sind wir immer mehr zu einem Entwicklungsland geworden. Ich finde, das ist ein großes Armutszeugnis für dieses angeblich reiche Land. Und das kann auch der vermeintliche materielle Reichtum, den viele immer noch gerne als Kompensation vor sich hertragen, heute längst nicht mehr kaschieren.


(Bin wieder mehr da. Ein Tod, nein, es war das I-Tüpfelchen, hatte mich zu sehr erschüttert, um an so Diskussionen wie diesen teilnehmen zu können.)

Das kann ich gut verstehen! Schön, dass du dich davor geschützt hast. Und es freut mich, wenn es dir wieder etwas besser geht! 😉

Liebe Grüße
Traumatisierter
 
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