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Ich kann einfach nicht mehr! Erschöpfungsdepression mit Baby

Liebe Fragestellerin,

wie sieht die Busverbindung in deinem Wohnort aus? Könntest du notfalls mit dem öffentlichen Verkehr zu deinem Therapeuten fahren? Glücklicherweise wurde (temporär) das 9 € Ticket eingeführt, sodass die Fahrt(en) nicht zu teuer werden.

Folgende Möglichkeiten fallen mir schnell ein:

-Eine Mutter-Kind-Kur um Energiereserve zu tanken. Ggf. kann man diese auch über den Hausarzt oder selbst über die Krankenkasse beantragen. Mache dich hier schlau.

- Wohnen gegen Hilfe. Manche Rentner*in leben in einem viel zu großen Haus und bieten eine kostenlose Unterkunft gegen eine Haushaltshilfe an. Vielleicht gibt es eine Person in deiner Nähe, die diese Möglichkeit anbietet?

- Falls noch nicht geschehen: Beantrage Elterngeld, gehe zur Caritas (für die erste Ausstattung geben sie Geld), Wohngeld, Kinderzuschlag etc. Manche dieser Gelder sind leider an das Einkommen deines Partners gekoppelt.

- Es gibt Leihomas-/opas. Meist ältere Menschen ohne Familie, die gern frischgebackene Eltern zur Seite stehen. Über diesen Weg könntest du dir deinen Netzwerk aufbauen.

- Manche Kindergärten/Tagesmütter betreuen Babys ab 6 Monate. Vielleicht eine Option für dich, um in Teilzeit dein eigenes Geld zu verdienen.

- Die nicht so tolle Lösung ist, dass du bei ihm bleibst, bis der Kleine 12 Monate ist. Und dann gehst du mit deinem Sohn weg. Hat dein Partner die Vaterschaft anerkannt? Habt ihr geteiltes Sorgerecht? Dann wird es schwierig.

Dir alles Gute für dich und deinen Sohn. Zum Vater bzw. Erzeuger sage ich lieber nichts.
 
Sei doch froh, dass du Partner und Kind hast. Es gibt Menschen, die sich beides sehr wünschen, es aber noch nie hatten.


Als Ex-Abine muss ich sagen: Noch nie habe ich mir SO eine Partnerschaft gewünscht, die mich an den Rand des Burnout bringt. Was ist das denn für ein Kommentar? Du sagst doch zu missbrauchten Menschen auch nicht "Sei froh, dass Du Sex hast. Es gibt Menschen, die hätten gerne welchen" wtf?
 
[Bezug entfernt]

Jupp, und so wird sie sich mit den Âmtern herumärgern müssen, um aus dieser Falle, dieser 'Alltagshölle' wie ein Vorposter es treffend genannt hat, wieder heraus zu kommen.

Und das aus einer schwierigen Situation heraus...

[Bezug entfernt]
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich formuliere um. Die TE soll sich daran erfreuen, dass sie ein Kind und ein Partner und ein Dach über dem Kopf hat.
Der Partner ist aber alles andere als erfreulich. Wenn er ihr zur Seite stehen würde, okay. Aber er lässt sie im Stich und rennt bei Problemen zu Mama. Der muss erst mal erwachsen werden.
Vielleicht ändert sich der Mann ja noch.
Vielleicht. In 10, 20 oder 30 Jahren. Vielleicht nie. Aber auf die Schnelle, wie es notwendig wäre, sicher nicht.

Und ich dachte immer, solche Schwiegerdrachen gäbe es nur im Märchen.

Im übrigen wäre ich, was das Jugendamt betrifft, sehr vorsichtig. Ich würde es erst mal ohne versuchen. Wie schon geschrieben, umziehen in eine Gegend, wo man Freunde hat.
Vielleicht gelingt es ja auch, die Beziehung zur eigenen Mutter zu reaktivieren.
 
Hallo, vielleicht hat jemand einen Rat für mich. Mein Partner und ich haben einen 6 Monate alten Sohn. Und wir haben Beziehungsprobleme, jedenfalls sehe ich das so.

Ich bin während der Schwangerschaft zu ihm gezogen. Nachdem unser Sohn auf der Welt war war zunächst alles gut und schön, so wie es sein soll. Er hatte noch Urlaub, einen Monat später ist er wieder arbeiten gegangen. Seit der kleine auf der Welt ist schläft er auf der Couch und ich hau mir die schlaflosen nächte allein um die Ohren, selbst am Wochenende. Dazu kommt, dass seine Eltern sich ständig in alles einmischen. Sogar wie wir die wäsche waschen. Sie helfen auch indem sie uns Mal was zu essen vorbeibringen. Alles schön und gut, nur kritisieren sie alles (unseren Erziehungsstil - ich soll doch nach Uhr stillen - ihr verwöhnt ihn etc.), den Haushalt... Es kommt NIE ein positives Wort oder ein bestärkendes, was man gerade am Anfang benötigt wie ich finde. Nichts ist gut genug. Trage? Wir kaufen euch einen Kinderwagen (was wir nicht wollen). Die Badewanne? Nicht genug genug, es wird ohne zu fragen eine "bessere" gekauft. Die Mutter beschwert sich warum ich ihn jetzt füttern muss wo sie doch da ist. Setzt man eine Grenze wird's persönlich genommen. Die Schwiegermutter will jeden Termin wissen den der Kleine hat. Mir ist das zu viel!

Hinzu kommt dass mein Partner keine nähe mehr zulässt. Doch, wenn er es möchte. Vor zwei Tagen hab ich es angesprochen, er rastet aus und fährt (Mal wieder) zu seinen Eltern, wie immer. Ich bin wieder tage mit dem kleinen alleine. Ich werde verbal beleidigt, heute wollte ich zum Therapeuten und er hat mir das Auto Mal wieder verweigert. Der Therapeut ist in meiner alten Heimat, 1 Stunde Zugfahrt plus 2 Mal busumsteigen mit dem kleinen. Alles kein Problem, nur wenn man eine erschöpfungsdepression hat, nicht so einfach.

Ich bin so sauer. Ich kann mich auch nicht einfach zurück ziehen und bei meinen Eltern chillen. Mein Therapeut sagte heute er sieht hier eine Person die Verantwortung übernimmt und einer der ständig zu seinen Eltern rennt. Ansprechen bringt nix, er sagt es wäre mein Problem, er sieht keinen Anteil bei sich. Paartherapie will er nicht, Trennung wollte er die ganze Zeit auch nicht nachdem ich es vorgeschlagen habe.

Ich habe vor der Geburt studiert, bekomme aktuell auch kein ALG. Ich bin in seine Wohnung gezogen, habe aber sowas wie einen Untermietvertrag bekommen. Ich habe leider keinen Kontakt mehr zu meiner Mutter, Vater ist verstorben. Ich will gerade nur noch raus aus der Beziehung aber mir fehlt die Kraft. Hat jemand einen Rat? Danke schonmal fürs lesen...

Wenn ich das alles noch einmal so lese... Du könntest auch erst einmal in der Düsseldorfer Tabelle schauen, wieviel Unterhalt dem Kind bei einer Trennung vom Vater zustehen würde, wenn du sein Einkommen ungefähr kennst.

Und dann kannst du noch einmal versuchen, mit deinem Partner zu reden.

Erklär ihm, dass die Sorge für das gemeinsame Kind nun nicht ausschließlich deine Sache ist und du einfach regelmäßig einen freien Tag brauchst, um dich mal ausruhen zu können.

Handle mit ihm aus, was du brauchst: einen oder zwei freie Abende in der Woche, in denen er den Kleinen mal übernimmt, damit du mal ausschnaufen kannst oder / und die Samstagnacht zum Ausschlafen.

Wenn er da gar keine Zugeständnisse machen will, dann erkläre ihm, wie viel Geld er im Monat bei einer Trennung verlieren wird - vielleicht überlegt er sich das dann doch noch einmal anders.

Was die Schwiegereltern angeht überlege dir, welches konkretes Verhalten du von ihnen wünschen würdest (z. B. Essen vorbei bringen o. K., Ausstattung für das Kind ohne Absprache nicht o. K.), verklickere das deinem Partner und überlasse ihm das, das seinen Eltern zu erklären.

Viele Väter versuchen, für ihre Familie zu sorgen, indem sie besonders viel arbeiten und besonders viele Überstunden machen (ist ein veraltetes Rollenmodell).

Kann dein Partner nicht auch zwei Monate Elternzeit nehmen - das ist doch heutzutage Minimum, dachte ich?

Und auch auf dem Dorf gibt es manchmal Veranstaltungen für junge Mütter (allerdings häufig von der Kirche organisiert).

Vielleicht kannst du da andere junge Mütter kennen lernen - dann bist du nicht mehr so krass isoliert.

Ach so: falls sich dein Partner darauf zurück ziehen sollte, dass allein du für die Kinderversorgung zuständig bist, weil du noch stillst:

Es gibt auch die Möglichkeit Muttermilch abzupumpen - dann kann auch der Vater oder sonst jemand füttern.

Falls das aus irgendeinem Grund nicht möglich ist, stell auf Flaschennahrung / Babynahrung aus dem Geschäft um.

Dass Stillen Vorteile gegenüber kommerziell erhältlicher Babynahrung bieten kann, will ich gar nicht bestreiten.

Meiner Meinung nach profitiert ein 6 Monate altes Kind aber am meisten von einer glücklichen, psychisch ausgeglichenen Hauptbezugsperson = in diesem Fall Du.

Bei einer Wahl zwischen Babymilch aus dem Geschäft + halbwegs ausgeruhter Mutter oder Stillen + Mutter, die massiv erschöpft, gereizt und nervös ist, wäre für mich die Entscheidung völlig klar.
 
Das ist hart. Wenn du ausziehen würdest würde das einen Unterschied machen? Sei ehrlich zu dir, wenn du die Frage beantwortest. Du musst hier nicht schreiben. Würdest du?
Mein Eindruck ist der, dass du eigentlich alles allein an der Backe hast und dir alle sagen wie was funktionieren soll, es aber nicht machen.
Da hätte ich auch die Nase voll.
Ich würde mich beim Arbeitsamt erkundigen, ob ich nicht doch ausziehen kann und mir dann eine Wohnung suchen oder notfalls bei einer Freundin unterkommen.
Anscheinend hast du ja gerade 2 Kinder. Deinen Freund und deinen Sohn.
 

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