Nach 7 Jahren gibt's den Thread immer noch, lol.
Ich gehöre schon seit frühester Kindheit zu den Sonnen-Verächtern. Unsere Eltern sind mit uns Kindern früher immer in den Ferien nach Italien zum Campen gefahren. Gruselig. Im Juli/August mußte da auch unbedingt ein Mittagsschlaf im Zelt abgehalten werden. Meine Ma hat spanisches Blut in ihren Adern: so richtig mit schwarzen Haaren und dunkelbraunen Augen und olivfarbenem Teint - und konnte so gar nicht verstehen, warum ich sommersprossiges, blauäugiges, honigblondes Kind immer nur unter ner hohen Pappel am Strand im Schatten sitzen wollte. Das war instinktiver Selbstschutz. Als ich dann als Oberschülerin mich mal dazu zwingen wollte etwas braun zu werden, kriegte ich trotz Sonnencreme sofort fiesen, tiefen Sonnenbrand (von dem ich die Narben noch nach 30 Jahren sehen kann) und nach 11:00 Uhr vormittags Schwindel und manchmal Nasenbluten, weil bei hohen Sommertemperaturen mein ansonsten pferdegesunder Kreislauf kollabiert. Ich kann bei Sonnenschein unheimlich schlecht gucken und empfinde das grelle Licht als "lärmig" - also ungefähr so, als ob jemand im Hintergrund mit einer kreischenden Kreissäge arbeitet. Da ich Frühausteherin bin nutze ich imSommer die noch einigeraßen kühlen Morgenstunden - und abends nach ca. 19:00 lebe ich auch wieder etwas auf. Zwischen 10:00 und 18:00 kann man mich im Hochsommer in die Tonne treten, besonders wenn ich dann arbeiten muß :-( Irgend eine Mietpartei samt Familien-/Freundeskreis hockt von Juni bis September abends immer bis mindestens 23:00 Uhr im Garten und quatscht und gackert, dass ich trotz der Hitze am liebsten die Fenster zumachen würde. Ääääätzend!
Ich schreibe das hier an einem supersonnigen Novembernachmittag, an dem ich durch's Telefon gefragt worden bin, ob ich bei dem "schönen" Wetter denn nicht raus wolle? NEIIIIIN !!!! Wenn's nachher so richtig laternen-dunkel geworden ist (ab 17:00) werde ich mich aufmachen und gemütlich einkaufen gehen: die Geschäfte und die Wohnungen in den Fachwerkhäusern hübsch beleuchtet... und dann kann ich auch gleich nach Weihnachtsbaumschmuck gucken. Ich liebe das Winterhalbjahr. Dunkelheit bedeutet für mich Geborgenheit, Stille und Ruhe und Raum für Nachdenklichkeit und Besinnung. "Slow down" sag ich nur. Ich wünsche Euch allen einen gemütlichen (und hoffentlich teilweise weißen) Winter 2012/2013 ;-)