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Ich halte diese Schicksalsschläge nicht mehr aus!

Fernand0

Neues Mitglied
Hallo.
Ich habe ja bereits eine längere Leidensgeschichte hinter mir und bisher dachte ich immer: "Viel schlimmer kann es nun wirklich nicht mehr werden, warte ab und alles wird sich ändern"
Aber heute vor einer Woche ist meine geliebte Hündin gestorben, die mein ein und alles war, quasi das einzige Wesen auf diesem Planeten, dass mich liebte. Sie war erst 8 1/2 Jahre alt und alles kam so plötzlich. Erst hat sie schwer geatmet worauf meine Mutter und ich sofort mit ihr in die Tierklinik sind. Am nächsten Tag sage man uns dann sie hätte einen Pneumothorax und man wisse nicht woher. Man hat uns noch Hoffnungen gemacht, das sie operiert wird, noch ein paar Tage bleibt und dann wieder zu uns kann... Aber Montag Mittag war dann die OP und der Tierarzt hat sie nach rücksprache mit meinem Vater eingeschläfert, weil wohl nichts mehr zu machen war ( trotz vorherigem CT ).
Ich konnte mich nicht einmal von ihr verabschieden...
Mein Vater und Ich fuhren Nachmittags zur Klinik und mein Hund lag noch halb warm tot da...

Es höhrt sich vielleicht blöd an, aber ich glaube das sie meine Seelenverwandte war und mit ihr ist auch ein Teil von mir gestorben. Als wir im Tierheim waren, war sie es, die mich ausgesucht hat und nicht umgekehrt. Ich weiß noch wie sie als einziger von den vielen armen Hunden ans Gitter kam und meine Hand ableckte. Da wusste ich, dass es sie ist. Damals war ich 17 und gerade mit der Schule fertig.
Sie hat mich durch meine Ausbildung begleitet, durch Erfolge und Misserfolge und schließlich auch durch mein Abitur. Und jetzt ist sie einfach weg...
Sobald ich etwas sehe, was mich an sie erinnert muss ich weinen.
Dann kam noch der schriftliche Einstellungstest beim Zoll und ich habe schon überlegt ob ich überhaupt hinfahren soll, weil ich so am Ende war. Natürlich bin ich dann doch hin und jetzt warte ich, wie es gelaufen ist.

Ihr denkt jetzt, das ich irgendjemanden habe der mich tröstet, aber das ist nicht so. Vor zwei Wochen habe ich durch Zufall erfahren, dass meine Eltern mich gar nicht wollten und ich nur da bin, weil wohl irgendeine Verhütungsmethode nicht geklappt hat. Da dachte ich schon viel schlimmer wird es nicht mehr und dann stirbt kurz darauf mein Hund. Meine "Freunde" aus der Schule melden sich nicht bei mir und eine gute Freundin ( bei der ich mich gemeldet habe ) hat mir zwar ein paar tröstende Worte gesagt aber hinterher gefragt ob ich nicht lieber mit jemand anderem darüber reden will. Sie hat erfahren das ich in sie verliebt bin und sie will mir keine falschen Hoffnungen machen. Aber sie mag mich natürlich als Freund... In dieser Situation hätte das nicht sein müssen.

Ich weiß einfach nicht mehr weiter. Von jetzt aus gesehen, wäre es besser, wenn mich meine Mutter abgetrieben hätte. Ich weiß das hört sich schei..e an, aber ich hätte in meinem ganzen Leben absolut gar nichts verpasst. Es gibt keinen einzigen Moment, der alles was ich erlebt habe, hätte aufwiegen können. Noch nie hat ein Mensch zu mir gesagt, dass er mich liebt, nicht einmal meine Eltern ( aber das verübel ich ihnen nicht, schließlich wollten sie mich eigentlich gar nicht und sie haben mich auch nie körperlich oder seelisch misshandelt ).
Jetzt wo mein Hund gestorben ist, hab ich absolut niemanden mehr und diese einsamkeit ist unfassbar quälend. Ich habe einfach niemanden zum reden obwohl ich so verdammt viel zu erzählen hätte.

Glaubt ihr an sowas wie Schicksal? Ich frage mich wieso ich es so unglaublich schwer im Leben habe und mir immer wieder gezeigt wird, dass es noch viel schlimmer werden kann.
Was hab ich getan, und wer oder was will mich prüfen oder besser gesagt qäulen?
Das einzige was mir ein wenig hilft ist die ( vielleicht kindliche, naive ) Einstellung das wenigstens Gott mich liebt.

Ich erwarte keine Antwort auf meine Fragen oder gar Hilfe. Im Prinzip geht es mir nur darum, etwas von der Seele zu schreiben, was ich in Worten keinem Menschen sagen kann. Ich wäre so gerne glücklich. Auch wenn es nur eine einzige Stunde sein sollte. Wenigstens wüsste ich dann wie es ist, ein normaler Mensch zu sein.
Ich fühle mich so als hätte ich nie hier sein sollen, als gäbe es keinen Zweck für mich. Es scheint mir, als wäre ich nur durch Zufall im Leben gelandet. Jetzt bin ich 25 und habe keinen einzigen Tag wirklich gelebt. Vielleicht war ich ja in meiner Kindheit glücklicher, aber daran erinnere ich mich nicht mehr. Wenn ich zurückblicke, habe ich damals schon viel geweint, mich ungeliebt gefühlt und war eher der melancholische Mensch der sich mit der Zeit eine Maske des Sarkasmus und Zynismus aufgelegt hat, um überhaupt klar zu kommen.
Mein Hund war das einzige Wesen, dass mich verstanden hat. Sie war immer für mich da. Länger als je eine Freundschaft von mir gehalten hat, aber nun ist sie tot und ich bin alleine...

Danke das ihr euch all das durchgelesen habt. Das alleine bedeutet mir schon etwas.
Fernand0
 
Hallo FernandO ich kann mir vorstellen wie du dich gerade fühlst und das mit deinem Hund tut mir wirklich sehr leid.Ich weiß nicht genau wie alt du bist aber ich kenne es wenn man das Gefühl hat einen Schlag nach dem anderen zu bekommen und man an allem zweifelt aber ich weiß auch das es wieder bessere wird.Es wird seine Zeit brauchen und so blöd es sich vielleicht anhört du musst viel Energie einsetzen und daran glauben das es besser wird ,damit man nicht ganz den Boden unter den Füßen verliert.Für mich war dieses Jahr auch die Hölle aber ich sage mir immer wieder das es bald besser wird und wenn es dein Ziel ist Glücklich zu sein dann mach dir Gedanken was du da zu beitragen kannst und was du da zu brauchst und Arbeite daran dieses Ziel zu erreichen.
 
Hey,

bei mir ist es meine Katze.
Sie hat mich ebenfalls im Tierheim ausgesucht und mich auch durch eine verdammt schwierige Zeit begleitet, indem sie sich immer an mich gekuschelt hat, als es mir S**** ging.
Wenn sie sterben sollte, würde ich auch erstmal nicht wissen, wie das Leben weiter gehen soll. Aber es geht weiter.
Das musst du dir immer im Kopf behalten.
Freu dich schon mal auf dein Ergebnis beim Zoll, das könnte dich aus dem Loch holen.
Und sollte es nicht klappen, versuchst du es weiter. Es gibt ja auch ähnliche Behörden, z.B. Landespolizei, Bundespolizei, etc.
Bleib am Ball, ein Ziel zu haben hilft enorm.
 
Zuletzt bearbeitet:
Es tut mir auch sehr leid um Deinen Hund. Ich kann auch verstehen, das es Dir schlecht geht. Jeder der Tiere hat/hatte versteht das sehr gut.

Aber Pepita hat schon ein bisschen Recht. Es ist eigentlich noch kein Schicksalsschlag.

Wenn ich jetzt sage: "anderen geht es schlechter als Dir" ist das sehr hartherzig. Du leidest und das nehme ich auch so wahr. Aber ich möchte trotzdem, das Du mal andere Menschen Dir ansiehst.

Vielleicht fange ich anders an. Ich hatte auch eine Zeit, wo es bei uns sehr schlecht lief. Krankenhausaufenthalte, zwei Haustiere mussten eingeschläfert werden, Jobverlust, Verlust von Freundschaften und und und. Das alles in einem Jahr. Ich habe den Kopf auch hängen lassen. Hatte auch keine Kraft/Lust mehr irgendetwas zu machen. Aber ich weiß auch aus eigener Erfahrung, das diese ganze Schwierigkeiten und traurigen Dinge "nicht so schlimm sind". Schlimmer ist es,wenn man ein Kind verliert. Schlimmer ist es, wenn man an Krebs erkrankt. Und und und.

Ich habe in dieser Zeit angefangen über postpals kranken Kinder zu schreiben. Ich habe ihnen selbstgebasteltes gesendet, kleine Geschichten erfunden. Das hat mir unglaublich geholfen. Weil ich vom Selbstmitleid abgelenkt war. Was schönes tun konnte. Und wenn man die Geschichten dort liest, dann relativiert sich das eigne "Leid".

Ich bin am Leben und gesund. Ich kann alles machen, was ich möchte. Ich habe eine Zukunft. Ich kann auch wieder anderen armen Tieren, die im Tierheim sitzen, ein gutes Leben bieten. Diese Tiere werde ich genauso lieb haben, wie meine "Alten". Es gibt immer ein Morgen, ein Sonnenstrahl für mich. Ich finde Möglichkeiten meine Probleme zu meistern oder kann mir Hilfe holen.

Das alles haben diese Kinder nicht!
Falls es Dich interessiert:
Post Pals | Post Pals - Post a Smile on a Sick Child's Face
 
Ich kann dich schon verstehen - denke ich. Zu erfahren, dass die eigenen Eltern einen nicht wirklich wollten, tut erst einmal brutal weh. Doch da ist der Hund, ein Tier, das einen immer bedingungslos liebt - und das wird einem von Jetzt auf Gleich ohne Vorwarnung entrissen.
Es ist gut, dass du weißt, dass Gott dich liebt - woran nichts "kindlich-naives" ist, denn es ist so.
Dennoch brauchen wir ja auch Wesen auf der Erde, die uns wollen, brauchen, bejahen und lieben.
Umso mehr schmerzt der Tod deines Hundes nun.
So gefühllos das nun klingen mag - aber absolut nicht so gemeint ist! -: Dein Hund ist gegangen, aber er hat dir hinterlassen, dass Tiere zu einer Liebe fähig sind, wie Menschen sie oft nicht leben (können, wollen, was auch immer).
Es gibt soviele einsame Hunde im Tierheim - einer davon, der sich auch so nach Liebe und Wärme sehnt, der könnte doch quasi das "Vermächtnis" deines verstorbenen Hundes sein und zu dir kommen wollen....
Denk mal drüber nach, ob das eine Option wäre. Die Trauer ist das eine und die wird noch sehr lange anhalten - der Platz im Herzen für einen anderen einsamen Hund das andere.

Eine liebe Umarmung.

annakarina
 
Hallo Fernando,
Es tut mir sehr leid das sie verstorben ist.
Und dann auch noch so unvorbereitet. Irgendwie war das auch nicht so ganz okay von deinen Eltern diese Entscheidung ganz allein zu fällen ohne dich.
Ein kurzes Besprechen und wenn nur kurz am Telefon mit dir wäre schon anständig gewesen.
Denn du dachtest ja sie wird operiert.

Bitte sprich mit deinem Hund in Gedanken und verabschiede dich dort von ihr. Es wird dir helfen besser mit ihrem Tod zurecht zukommen.

Vielleichtkannst du auch mit deinen Eltern darüber sprechen, und herausfinden, wieso sie sich so plötzlich umentschieden hatten.

Ich wünsche dir ganz viel Kraft,
Und wünsche mir, für dich, das du beim Zoll genommen wirst🙂

Alles Gute Pecky
 
Hi Du,

Mein Beileid wegen Deiner Hündin. Ich stelle mir gerade vor, wie glücklich Du sie damals gemacht haben mußt, als Du sie aus dem Tierheim holtest und ihr ab da ein Herz und eine Seele wart! 🙂 Da hast Du ihr echt viel Gutes getan und ihr ein tolles Leben bereitet. Am Ende ist ja vielleicht ein kürzeres, aber dafür so glückliches Leben gar nicht so schlecht für sie gewesen, hm? Der Tod kommt immer am Ende, damit müssen wir uns alle abfinden, mal ist es schlimmer, mal weniger, aber irgendwann sind alle dran. Keiner bleibt verschont, alle sterben, alle müssen es um sich herum akzeptieren. Der Tod ist ein Teil, wenn auch der letzte, des Lebens. Nichts Ungewöhnliches, nichts Schlimmes, unser aller Schicksal.

Und wenn Du Dich nach dem Leben mit einem Hund sehnst, dann geh doch vielleicht einfach nochmal in das Tierheim und vielleicht, wer weiß, kommt da wieder einer an, leckt Dir die Hand und will bei Dir sein. Aber vielleicht überlegst Du ja auch mal, wie Du mehr Kontakt zu Menschen aufbauen kannst? VHS, Vereine, Ablenkung, Erfüllung und ja, neue Menschen in Deinem Leben.

Ich glaube jeder hier fühlt mit Dir und weiß, dass Du es gerade nicht leicht hast. Aber das Leben wird wieder schön werden. Du bist noch da! Es kann weitergehen, es liegt ganz in Deiner Hand, wie.

Aufbauende und herzliche Grüße,
birdie
 
Noch nie hat ein Mensch zu mir gesagt, dass er mich liebt, nicht einmal meine Eltern

Ich kann das gut nachempfinden. Im Elternhaus gab es keine Liebe, eher eine Liebe nach Plan und Vorschrift. Meine Mutter hat zwar manchmal gesagt, dass sie mich lieb hat und mich auch öfter umarmt. Aber das hat alles den Charakter als hätte sie einer Puppe gesagt, dass sie diese lieb hat und anschließend in die Arme nimmt.

Und was Freundinnen betrifft gab es sogar mal die Höchststrafe. Mir hat nie eine gesagt, dass sie mich liebt. Doch dann kam ein Abend mit einer Arbeitskollegin und auch ganz guter Freundin. Ich hatte ihr relative frühzeitig gesagt, dass ich nicht mehr als eine Freundschaft will. Aber ich hatte immer mehr das ungute Gefühl, dass sich bei ihr mehr entwickelt. Und am besagten Abend hatten wir uns wie üblich wieder nach der Party getrennt und ich war auf dem Heimweg als mich die drei Worte erreichten "Ich liebe dich" - und zwar per SMS. Da kam ich mir noch mehr wie ein Häufchen elend vor: Nach allen unglücklichen Geschichten, die ich schon mit Frauen erlebt habe, kamen nun auch noch die berühmten drei Worte von der falschen Frau und auf elektronischem Weg. Nicht ein einziges Mal von einer Frau, in die ich verliebt war. Ich hab still geweint, alles wieder runter geschluckt und am nächsten Tag wieder weiter gemacht als wenn nichts passiert wäre. Was blieb mir auch anderes übrig? Ich glaube ja, dass Schicksalsschläge zum Leben dazu gehören und so habe ich mir angewöhnt mich über die kleinen DInge des Lebens zu freuen - wenn die großen Freuden des Lebens schon nicht kommen.
 
Sagt ihr zu einer Mutter oder einem Vater auch, ihr totes Kind sei kein Schicksalsschlag?
Denn eigentlich ist beides nicht sehr auseinander, beide kann man abgöttig lieben.
Wenn meine Katze sterben würde, wäre das für mich jedenfalls genauso schlimm, vor allem, wenn das Tier einen durch schwierige Zeiten begleitet hat.
 
Hallo, Fernando,

wenn ein treuer Hund stirbt, ist das sehr traurig. Ich habe es selbst erleben müssen und kann Deine Trauer verstehen. Wenn Du so viel zu erzählen hast, dann schreib es doch einfach hier hin. Es entlastet sicherlich Dein Herz.

Nein, ich glaube nicht an das Schicksal. Aber ich teile Deine Einstellung, dass es einen Gott gibt, der uns liebt.

Wir wissen oft nicht, warum uns dies oder das passiert. Aber wenn Du an Gott glaubst, dass Er Dich liebt, dann möchte ich Dir sagen: Dann hat auch alles was passiert einen Sinn. Vieles werden wir erst in der Rückschau verstehen. Jedoch halte ich das Nachdenken über den Sinn unseres Lebens schon für sinnvoll.

Mir scheint, dass es sinnvoll sein kann, dass wir durch ein Ereignis wir traurig werden. Jedoch ist es sicherlich nicht sinnvoll, traurig zu bleiben.

Es gibt gute Gründe, um die Augen für das zu öffnen, was auch uns wieder Freude schenken kann.

Ich wünsche Dir viel Freude…. dass Du sie finden mögest.

LG, Nordrheiner
 

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