@heute:wusste gar nicht das es sowas gibt,das man kein Wort sagt bei einer Therapie:/
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Die Therapien, die ich meinte, sind eigentlich solche, wo man normalerweise spricht, was erzählt, Gefühle hochkommen lässt usw.. Also so ähnlich wie eine Psychoanalyse.
Aber nicht alle Menschen, denen es (sehr) schlecht geht, sind in der Lage, zu sprechen, ständig was von sich zu erzählen etc.
Also geht man hin und schweigt. Nach 40-50 Minuten ist die "Stunde" um und man geht. Das wiederholt sich dann viele Monate lang.
Jetzt wird man natürlich nach dem Sinn fragen. Was bringt es, wenn man hingeht und schweigt?
Man kann ja dann gleich auch zu Hause bleiben und schweigen.
Und doch ist es ein himmelweiter Untershied.
Eine Psychotherapie ist oft auch
Beziehungsarbeit. In der Kindheit war für viele Menschen das Leben eine Hölle. Sie wurden nicht geliebt, nicht akzeptiert, sie wurden unterdrückt usw.. Immer mussten sie gehorchen, tun, was die Eltern wollten.
Für manche Menschen ist es dann das erste Mal, dass sie erleben können, dass sie sind, wie sie sind und etwas tun - nämlich schweigen -, was allgemein nicht "passt" und dass sie trotzdem nicht abgelehnt werden, ja man ist nicht einmal sauer auf sie! So etwas kannten sie noch nicht. Nie hatten sie so eine Erfahrung gemacht!
Zum ersten Mal im Leben werden sie so genommen, wie sie sind, obwohl sie nicht den Erwartungen entsprochen haben!
Bei manchen Menschen bedeutet das eine Wende. Es ist der Anfang eines Heilungsprozesses.
Obwohl sie noch gar nichts gesgt haben!
Freilich ist es noch bis zur Heilung ein mehr oder weniger langer Weg, aber es ist ein Anfang.