Hallo g.,
es gibt aus meiner Sicht sehr viel mehr, wie die Dinge, die du erwähnst. Und viele dieser Dinge scheinen für dich fremd zu sein. Im Guten, wie im Schlechten. Für mich stellt sich nur die schwierige Frage, wie ich dir aus meinem Chaos eine hilfreiche Botschaft vermittle?
Wichtig ist denke ich festzustellen, dass du Gefühle hast. Ein sehr penetrantes Unangenehmes, das eigentlich gar nicht zu deiner Sicht passt. Aber es zeigt doch eigentlich viel mehr, dass du aus mehr bestehst, wie das was du glaubst.
Und ohne viel Hokuspokus glaube ich, dass es dir an der menschlichen Natur des sozialen Daseins mangelt. Wie Menschen sind soziale Wesen. Alleine geht es uns nicht gut. Wir brauchen Menschen mit denen wir auf du und du sein können. Wo all die Dinge, die dir wichtig sind, keine Rolle spielen. Nicht der Beruf, nicht der Bildungsgrad, nicht die Familie. Einfach nur Kumpels mit denen man die einfachen Dinge des Lebens teilen kann. Sich mitteilen kann. Über die Dinge spricht, über die man im normalen Leben mit den Kollegen, den Eltern, dem Vorgesetzten, dem Busfahrer nicht spricht.
Menschen um die man sich Gedanken machen kann. Menschen denen man auch mal helfen kann und wenn man sich lange nicht meldet man sich sorgen macht oder so.
Einfach Kontakte, wo das was du sonst alles machst keine Bedeutung hat.
Und das ist nur eine Idee von dem, was ich mir vorstellen könnte. Weil ich glaube, dass es dir gut tun würde, wenn du einfach mal zu jemandem gut sein könntest. Ab und zu. Einfach so bei einem Umzug helfen, was zusammen kochen und ein paar Bierchen trinken oder so. Ohne Sinn und Verstand. Einfach nur für dein Gefühl.
Weil um deine Gefühlsseite geht es ja. Sie ist es, die einen Mangel hat und sich mit diesem unpassendem Gefühl bei dir meldet. Damit du etwas für deine Gefühlsseite tust.
Aber ich würde mich für Menschen entscheiden, die dieser sozialen Vorstellung entsprechen und mit dem Gesellschaftsgedanken kompatibel sind. Mehr oder weniger. Weil der Gesellschaftsgedanke denke ich sehr gut ausdrückt, wie gut man mit den Menschen ein soziales Zusammensein haben kann. Nicht dass man sich nicht kritisch austauschen sollte. Aber es drückt die Konstruktivität der Gedanken und der Einstellung aus. Und das wirkt sich auf die Gefühlsseite aus. Ob man in Spannung mit der Welt lebt oder sich auf sie einlassen kann.
Ich finde einfach, dass du ziemlich gut da stehst, wie du ja selbst sagst. Und deshalb finde ich solltest du auch den Mut und den Willen aufbringen, dich einfach so auf ein paar Menschen, man nennt sie nach einer gewissen Zeit auch Freunde, einzulassen. Dir eine Lebensseite verschaffst, wo das Konstrukt unserer Gesellschaft keine Rolle mehr spielt, sondern die Gegenwärtigkeit einer Gesellschaft. Weil gerade merke ich, wie deine Gefühlsbeschreibung auf dieses Bild passt. Du befindest dich in deiner Beschreibung im Konstrukt unserer Gesellschaft. Aber die Gesellschaft braucht auch wie ein Fachwerkhaus eine gefühlsmäßige Seite, die die Lücken zwischen den Balken ausfüllt.
Und so sehe ich das auch. Man brauch die gefühlsmäßige Seite und die Familie und Arbeit. Damit die innere Seite sich schön und gut fühlen kann.
Hast du Hobbies?
lg t