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Ich glaube, ich werde massiv getäuscht und hingehalten

Es ist schön, dass du den Absprung fürs Erste geschafft zu haben scheinst.

Von Online-Kontakten würde ich abraten, solange nicht geklärt ist, wieso du dich so lange so schlecht hast behandeln lassen.

Bis dahin: Sport, Saunalandschaft, Spaziergänge, Ausstellungen, Tierpark, Freundinnen und Freunde, Familie.

Auch würde ich mindestens mal eine Person einweihen in das, was dir da passiert ist. Das hilft, nicht rückfällig zu werden.

Einen Haken sehe ich noch bei der Vorgehensweise. Er hat die Adresse. Er wurde geghostet. Es gibt Männer, die kommen damit nicht klar, was ja bei Ghosting durchaus auch normal sein kann. Mir wäre wohler, wenn da mal eine klaren Ansage und Absage formuliert worden wäre.
 
This. Genauso sehe ich das auch.

Mag sein, dass du das ein oder andere Mal falsch abgebogen bist, dort auf unpassende Menschen gestoßen bist oder auch unglücklich entschieden hast. "Komplett versagt" hast du aber ganz sicher nicht und ich sehe nicht, was dich daran hindern sollte, diese Fehlentscheidungen zu korrigieren und wieder Gas zu geben - und zwar in deinem ganz ureigenen Tempo. "Schnellstmöglich" muss es daher auch gar nicht sein, wichtig wäre aber Schritt für Schritt in die richtige Richtung - einer nach dem anderen. Man kommt auch mit geringerem Tempo voran.

Mir ist da auch zuviel "muss" in deinen Ausführungen. Versuch doch mal das "müssen" im oben zitierten Satz durch "können" oder "dürfen" zu ersetzen. Bekommt das dadurch nicht gleich eine andere Qualität, weg vom Druck hin zu den Chancen, die du grundsätzlich hast und nutzen kannst (nicht musst)

Oder auch “wollen”. Es ist Dein Wille, Dein Weg, Dein Tempo und alles, was wir Dir hier “raten” oder aus eigener Lebenserfahrung mit Dir teilen, sind lediglich mögliche Schritte für Deinen zielgerichteten Weg, der nicht schnurgerade sein muss, sondern weiterhin auch positive, inspirierende Nebenstraßen beinhalten darf, die allesamt Erfahrungen sind und werden. Vor negativen Abzweigen wollen Dich alle bewahren, das geht nur, indem man Erfahrungen mitteilt und Du Dich entsprechend sensibilisierst.
Deine Geschwindigkeit dabei ist Deine Geschwindigkeit,@JessiJay, und die ist richtig.
 
Ich wohne auf dem Land, da ist vor allem sonntags nicht so viel los, aber was körperliches würde ich jetzt gerade auch eher bevorzugen.
Ich weiß nicht, ob das normal ist, aber gerade bin ich einfach nur unruhig und habe das Gefühl, im Leben komplett versagt zu haben und jetzt alles schnellstmöglich wieder auf die Beine bringen zu müssen, schnell verarbeiten, über den Schmerz hinwegkommen, muss ja weiter gehen, ich muss ja wieder arbeiten, ich muss Geld verdienen, und doch bin ich einfach nur überfordert und kraftlos, habe auch gar nicht die Kapazitäten, mich um irgendwas zu kümmern, aber doch das Gefühl ich muss aber, versteht ihr was ich meine? Ich kenne mich einfach selber gar nicht mehr und weiß gar nicht was ich am besten als Nächstes tun sollte, weil ich, wenn es mir schlecht ging, immer ihn gefragt habe …
Ich kenne das nach Trennungen auch so ähnlich, dass ich zwischen Ohnmacht und Aktionismus hin- und her schwanke. Es ist ja auch ein bisschen logisch, man fühlt sich so schlecht und die Psyche will dann ganz schnell irgendetwas ändern, einen Strohhalm, damit es wieder besser wird.

Mir hilft spazieren nach Trennungen auch am besten, ich laufe dann oft stundenlang. Daheim sitzen halte ich dann meist ganz schlecht aus, sowas wie Lesen oder einen Film schauen geht für mich auch nicht.
 
Raus in die Natur, das ist immer irgendwie gut, weil man sein kann wie man ist und die Natur keine Meinung über mich hat, mich toleriert in meinem Sein.
Freies Atmen, Blick in die Weite, Farben, Formen, Unaufgeregtheit und Stille, das alles ist gut. Nicht jeder kann das, manche heulen dann erst recht, weil sie diese so selbstverständliche Stille nicht aushalten können.
Aktivität ebenso gut, Sport, den Frust rauspowern, wenn man die Möglichkeit hat und es kann.
Ablenkung durch liebe Menschen, Familie, echte Freunde, Kino, Café, gemeinsam eben.
Andere wiederum schreiben es sich von der Seele, eine Form der Selbstreflektion, die mir immer gut geholfen hat neben anderen Aktivitäten. Es lehrte mich, dass Alleinsein im höchsten Maß kreativ ist und wichtig für den Selbstwert. Im Schreiben eine Aussenposition annehmen, die Eigenbetrachtung aktivieren. Keine Schuldfrage, kein “Ich habe falsch gemacht”, eine neutrale Betrachtung von sich, um leichter einen korrigierenden Blick für sich zu bekommen und Fettnäpfchen, die es immer wieder geben wird, nicht alle zu betreten.
Ich habe auch gerne gebacken, klingt doof, aber aufwändige Torten brauchen Zeit, Konzentration, Planung, Kreativität, sie entschleunigen und sind sie dann fertig, dann mit der Familie teilen, egal ob sie perfekt sind oder krumm, sie sind ein Experiment und man lacht zusammen, besser als eine versalzene Suppe allemal! Versalzen ist das Leben ohnehin in dieser Situation, also Gegenprogramm das süße Leben.
Ach, es gibt hunderte Möglichkeiten, sich abzulenken, was alle gemein haben ist, dass eine Verarbeitung stattfindet, oft auch nebenbei, und es insgesamt leichter wird.
 
Ist denn Ghosting jetzt auf einmal o.k., nachdem es hier lange das Schlimmste war, was es gibt?

Mir tut hier auch der Mann leid. Vielleicht hätte der für anderthalb Jahre lang Frrundlichkeit, schöne Gespräche, Geschenke auch wenigstens ein paar erklärende Worte verdient?
 
Ich halte Onlinekonktakte (ob Dating oder Freundschaft) in Jessis Situation auch nicht für sinnvoll. Lieber neue Leute im echten Leben kennen lernen, da gibt es ja auch Apps für.

Und was das hier angeht: "und weiß gar nicht was ich am besten als Nächstes tun sollte, weil ich, wenn es mir schlecht ging, immer ihn gefragt habe …" Aber du hattest doch ein Leben vor ihm und hattest da doch auch mal schlechte Phasen. Da bist du doch auch ohne ihn zurecht gekommen. Besinnen dich vielleicht auf dein Ich vor ihm.
Nee mach Online-Kontakten oder neuen Leuten kennen lernen steht mir jetzt aktuell auch überhaupt nicht der Sinn.
Ja das stimmt, ich hatte auch ein Leben vor ihm, aber ich hatte schon immer große Schwierigkeiten damit, länger allein zu sein und meine Gefühle selber zu regulieren, das ist auch der wichtigste Punkt würde ich sagen, den ich jetzt verstanden habe und an dem ich mit der Therapie dringend arbeiten muss, aber vielleicht einfach zum Verständnis, warum es mir gerade so dermaßen schwerfällt mir diesen negativen Emotionen gesund umzugehen sozusagen.
Ich habe es aber geschafft, zu meinen Eltern zu gehen, mit ihnen Mittag zu essen und anschließend sogar noch einen schönen Spaziergang zu machen, und das hat mir auch gut getan. Aber irgendwann ist man dann natürlich auch wieder allein, damit muss ich jetzt auch irgendwie noch umgehen für den Rest des Tages erstmal …
 
Ich kenne das nach Trennungen auch so ähnlich, dass ich zwischen Ohnmacht und Aktionismus hin- und her schwanke. Es ist ja auch ein bisschen logisch, man fühlt sich so schlecht und die Psyche will dann ganz schnell irgendetwas ändern, einen Strohhalm, damit es wieder besser wird.

Mir hilft spazieren nach Trennungen auch am besten, ich laufe dann oft stundenlang. Daheim sitzen halte ich dann meist ganz schlecht aus, sowas wie Lesen oder einen Film schauen geht für mich auch nicht.
Darin erkenne ich mich wieder, spazieren gehen oder körperliche Betätigung hilft mir auf jeden Fall besser als einen Film schauen oder zu lesen, da drifte ich auch schnell wieder ins Gedankenkarussel ab.
 
Oder auch “wollen”. Es ist Dein Wille, Dein Weg, Dein Tempo und alles, was wir Dir hier “raten” oder aus eigener Lebenserfahrung mit Dir teilen, sind lediglich mögliche Schritte für Deinen zielgerichteten Weg, der nicht schnurgerade sein muss, sondern weiterhin auch positive, inspirierende Nebenstraßen beinhalten darf, die allesamt Erfahrungen sind und werden. Vor negativen Abzweigen wollen Dich alle bewahren, das geht nur, indem man Erfahrungen mitteilt und Du Dich entsprechend sensibilisierst.
Deine Geschwindigkeit dabei ist Deine Geschwindigkeit,@JessiJay, und die ist richtig.
Danke für diese aufmunternden und wohltuenden Worte!
 
Hallo,
habe mich tatsächlich durch 73 Seiten hier gelesen und mag Dir zu Deinem Schritt gratulieren.
Es erfordert nach so viel intensiver Zeit, in der Du jemand anderen, wenn auch nicht körperlich, aber eben psychisch so nah an Dich ran gelassen hast, Mut und vor allem viel Überwindung, sich dazu durchzubringen, dieses Band zu durchschneiden.

Du hast die Struktur, die sonst deinen Tag bestimmt hat im Moment verloren.
Sich da eine neue aufzubauen, stelle ich mir gar nicht so leicht vor, zumal es dir ja gerade wirklich nicht gut geht.
Ich würde von allzu großen Schritten erst mal absehen und versuchen, alles in ganz kleinen, ganz langsamen Schritten anzugehen, damit deine Kraft auch reicht. Teil sie dir gut ein.

Den Vorschlag von den anderen hier, einen Spaziergang zu machen, den finde ich auch gut und kann aus eigener Erfahrung sagen, wie gut das tut.
Einfach durch die Natur gehen und sich etwas an ihr erfreuen, das kann schon ein wenig ablenken.
Spontan hab ich eben gedacht, das, wenn du in der Nähe wohnen, würdest ich dich jetzt einfach mit meinem Hund auf einen langen schönen Hundespaziergang abholen würde.
Dann fiel mir ein, dass das ja ein wenig zu ähnlich zu deiner Situation aus den vergangenen Tagen passen könnte und du das wohl nicht machen solltest.
Ich hab das tatsächlich mal bei der Plattform nebenan.de erlebt. Dort war eine Frau, die einen Mann für gemeinsame Unternehmungen kennen gelernt hatte und nach langer Hin und her Geschichte nun Liebeskummer hatte. Ich schlug ihr vor, doch mit mir und meinem Hund spazieren zu kommen, da ich mit dem Hund ja sowieso immer zu bestimmten Zeiten in den Wald oder durchs Feld zum wandern gehe.
Letztendlich verabredeten wir uns tatsächlich an einem Wanderweg hier in der Nähe und sind dann zusammen spazieren gegangen.
(natürlich hatten wir vorher telefoniert, so dass sie erkennen konnte, dass ich auch wirklich eine Frau bin und nicht irgendein schräger Typ, der irgendwelche dämlichen Absichten hat.)

Hoffe, dass du dann jetzt vielleicht schon draußen unterwegs bist oder nachher mit jemandem spazieren gehst. Und wenn es dir mies geht und du fiese Gefühle bekommst, dann schreib doch hier, von uns ist doch immer jemand hier, der dir antworten kann und dir Mut machen kann. Du schaffst das ganz bestimmt. 🍀
Wow, Danke, dass du dir die Zeit genommen hast, das alles hier zu lesen und mir diese liebe lange Nachricht zu schreiben, das hat mich sehr gerührt!
Das ist aber süß von dir, dass du mit der Frau zusammen einen Spaziergang mit deinem Hund gemacht hast und ihr in einer schweren Phase einen schönen Moment, eine schöne Zeit beschert hast, es ist schön zu lesen, dass es doch noch so wunderbare Menschen gibt, die anderen gutes tun wollen, einfach so, das gibt mir viel Hoffnung! Ich habe auch einen Hund, den ich mir mit meinem exfreund teile, dann hätten wir zusammen mit den Hunden spazieren gehen können 🙂
Deine Worte haben mich auf jeden Fall sehr aufgemuntert, und ja, ich war bei meinen Eltern und mit meiner Mama nach dem Mittagessen eine Runde spazieren, und das hat fürs erste auf jeden Fall die Stimmung etwas aufgehellt.
Danke dass ihr alle da seid, es ist schon auch nochmal ein Rückhalt zu wissen, dass ich mich hier melden kann, wenn ich Bedarf habe!
Und du hast recht, ich werde einen Schritt nach dem anderen machen, ich muss mich selbst wieder finden und sehen, welches Tempo überhaupt mein Tempo ist, aber das werde ich hoffentlich nach und nach herausfinden.
 
Hallo, bitte setz Dich nicht unter Druck, schnell wieder funktionieren zu müssen und alles schnellstmöglich zu verarbeiten. Er hat einiges bei Dir ausgelöst, was geheilt und verarbeitet werden muss. Sowas braucht Zeit, Geduld und Selbstfürsorge.

Nimm Dir die Zeit, die Du brauchst und ich denke nicht, dass jetzt es was bringen würde, andere Männer zu daten, solange Du diese Beziehung nicht aufgearbeitet hast. Ablenkung ist gut, andere Menschen, rausgehen, Bücher, Kino, Serien - was auch immer Dir hilft. da ist jeder Mensch anderes, einfach ausprobieren. Manchen tut spazierengehen gut, manche eher Dinge, die die Gedanken ablenken. Ich bevorzuge dann immer Tätigkeiten, wo ich keine große Zeit habe, nachzudenken. Beim Spazierengehen kann man sehr viel denken und sich erinnern, das tut mir dann nicht gut. Aber jeder ist anderes.

Aber erwarte nicht zuviel von Dir bitte. Sowas ist nicht eben mal in ein paar Tagen verschwunden.



Natürlich sind Antidepressiva keine Konsumgüter, aber sie können helfen, wenn es nicht mehr geht. Und gegen Liebeskummer hilft nicht, etwas Schokolade zu essen und dann ist alles gut. Jeder muss selbst gucken, was ihm hilft. Und Medikamente - nur eine Zeitlang - können helfen, wie gesagt, wenn man das Gefühl hat, dass der Schmerz zu groß ist.
Hi und danke dir für deine liebe Nachricht.
Das mit dem Druck machen sind so Altlasten aus meiner Kindheit, ich musste mich immer überanpassen, immer etwas für Liebe tun, Leistung bringen. Daher habe ich das und unter anderem ist das auch mit Grund für meine bereits vor der Geschichte hier bestehenden psychischen Probleme. Und ich denke, genau diese Dinge waren auch ein guter Nährboden für Manipulation und Täuschung, weil man mit mir eben viel machen kann, und ich auch viel mache und aushalte, um geliebt zu werden und Anerkennung zu erhalten.
Aber ich arbeite daran und werde dann hoffentlich auch bald im Rahmen meiner Therapie genug Raum haben, um das auch mit professioneller Hilfe aufzuarbeiten und zu verändern vor allem für meine Zukunft.
 

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