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Ich fühle mich seit langem meist nirgendwo integriert

Viele Menschen mögen auch deine Erfahrungen machen, gemacht haben und das ist leider immer mehr normal in einer auch oft menschlichen Wegwerfgesellschaft. Das gehört auch mit zum nun öfters diskutierten Thema Einsamkeit und Vereinsamung von Menschen in einer eigentlich sehr modernen Gesellschaft. Man muss sich da seine Rettungsanker oder Haltepunkte suchen, diese finden und nutzen.
 
(Part 1.1) Hallo an alle,
Ich möchte damit auch sagen, dass ich meiner Kindheit & Jugend höchstens Bekannte/ Kollegen/Kumpels hatte, aber nicht einen wirklichen Freund. Ich glaube rückblickend habe ich mich auch manchen eher aufgedrängt und das war für die Leute vermutlich echt nervig, wobei die mich vielleicht eher aus Mitleid geduldet haben. Meinen letzter Geburtstag, wo neben meiner Familie auch gleichaltrige, nicht mit mir verwandte Kinder und Jugendliche dabei waren, war mit ca. 7 oder 8 Jahren. Danach war es eigentlich nur noch mit der Familie.
 
Es löst Dein Problem nicht, aber vielleicht hilft es Dir, wenns Anderen genauso geht. Und es geht sehr vielen so. Viele sprechen aber nicht darüber, weil es gesellschaftlich als Defizit wahrgenommen wird (was es nicht sein muss).

Ich habe einen kleinen - wirklich sehr kleinen Familienkreis und ein, zwei Freunde, die ich eigentlich eher als Bekannte bezeichnen würde, dazu wissen sie nicht genug tiefgreifendes von mir und ich bin auch nicht offen genug ihnen das mit zuteilen.

Ich habe mir 2023 im Januar gesagt: Starte mal Versuche. Ich bin in zwei Vereine eingetreten, ich habe beiden Vereinen 2 Jahre Zeit gegeben. Ich bin in einem regelmäßig hin, habe auch versucht dort anzukommen und habe in der Zwischenzeit gemerkt, es gibt einen harten inneren Kern, der Neuen gegenüber skeptisch ist und irgendwie wirkte der Verein eher wie ein Club, in dem man anwesend war aber nicht rein kam. Interessanterweise ging das anderen auch so, die habe ich irgendwann einfach nie wieder gesehen. Andere fühlten das offenbar garnicht so wie ich, die auch neu dabei waren, die waren zufrieden mit der Teilnahme am Rande. Mir war das zu wenig. Ich bin Ende dieses Jahr ausgetreten.

Im zweiten Verein bin ich zwar noch Mitglied, aber eher aus einer Art Gewohnheit und weil ich 2 Menschen dort kennengelernt habe, mit denen ich mich gut verstehe, das sind die beiden Freunde/Bekannte.

Mich hat das ziemlich belastet 2023 und auch teilweise dieses Jahr noch. Mich haben zwei oder drei schwere Erkrankungen und daraus resultierende Todesfälle im Umfeld aufgeweckt. Das waren Verwandte, die sozial bestens integriert waren, die waren in Vereinen, Ehrenämter, so krass umringt von Freunden, dass jedes Wochenende gemeinsam etwas unternommen wurde. Als diese Menschen dann krank wurden, waren sie allein, nur der harte Familienkern pflegte und kümmerte sie. Das hat mir gezeigt: Diese Geselligkeit (Rauchen, Alkohol, über viele Jahre) hat ihren Tribut gezollt und ich mache die simple Rechnung auf, ich führe ein gesünderes Leben, weniger gesellig, nahezu garnicht gesellig.

Während andere Mittags zum FastFood greifen, bin ich beim Sport und liege abends im Bett, wenn dort die Party los geht. Dafür bin ich im gleichen Alter und gesund. Das ist für mich ein bisschen Trost.

Dieses "dazugehören" empfinde ich inzwischen als lästig, als Verpflichtend. Silvester zb - da musst du dann mit den Freunden feiern, vielleicht sogar bei dir daheim, hast den Dreck, hast die Verpflichtung.......diese Freiheit die ich habe, habe ich im letzten Halbjahr sehr sehr lieb gewonnen.

Viele wollen dazugehören um einen teuren Preis. Und diesen Preis mag ich nicht mehr zahlen, das hab ich früher lang gemacht.
 
Es kann sich durchaus lohnen einen näheren Blick in die eigene Vergangenheit zu werfen.

Gibt es konkrete Situationen, in denen das Gefühl des Nicht-Dazugehörens besonders ausgeprägt ist?
Und könntest Du vielleicht sogar mal eine dieser Situationen schildern, was in dir dann gefühlsmäßig so vorgeht? Fühlst Du dich beispielsweise gekränkt. zurückgewiesen, unsicher, ängstlich, wütend (...)?

Und noch eine Frage: Wie müsste ein Mensch für dich idealerweise sein, dass es dir leichtfallen würde mit diesem Menschen eine Verbindung aufzubauen?

LG Tatsächlich
 
Dabei habe ich durchaus zweitweise Phasen, wo ich versuche auch dazuzugehören.

Also, erst mal vorweg: Ich kenne diese Thematik auch und habe mich damit auch sehr lange Zeit beschäftigt. Die Fehler gesucht, bei mir - bei anderen, in der Kindheit. Nun da wurde ich auch fündig... Irgendwann.

Ich hab gesucht und zeitweise auch angepasst "gefunden".
Meine Erkenntnis daraus war, dass ich durch mein angepasstes Verhalten ein unstimmiges Bild abgab, welches auf mein Gegenüber undurchsichtig und falsch rüber kam. Klar, war ja auch nicht authentisch 😉
Ist immer wichtig welche Signale wir aussenden.

Mit der mir selbst gestellten Frage, was ich denn eigentlich suche... hatte ich dann die Erkenntnis, dass ich mir selbst genug bin. Daraus resultierte dann, dass ich eben nicht mehr suchte und dann lernte ich plötzlich Menschen kennen und schloss auch Freundschaften.
 
Das ist in unser schnell lebigen Zeit auf gar nicht so leicht finde ich. Vieles findet nur online statt. Ich finde das Vereine dabei gut helfen können. Schau doch mal ob es einen Verein in der Nähe gibt der was anbietet das dir Spaß machen könnte. Da kannst du leicht erstmal erste Kontakte knüpfen
Das mit Online-leben trifft bei mir nicht so wirklich zu. In meiner Kindheit und teilweise Jugend war das Internet noch nicht so im Alltag integriert. Dass mit den Vereinen wird auch schwierig, da ich in einer Kleinstadt wohne und die Vereine mich thematisch gar nicht interessieren.
 

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